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Familienleben

Netzwerke für Eltern

Wenn die Urlaubstage des Partners und die Unterstützung der Hebamme im Wochenbett vorbei sind, sind viele Mütter alleine und auf sich gestellt. Ein neuer Alltag beginnt und das ist besonders beim ersten Kind eine riesige Umstellung, gerade wenn kein intaktes Familiennetzwerk besteht wie es einst im Mehrgenerationen-Haushalt Usus war.

Allein mit dem Baby

Das Leben mit einem Baby verlangt ein hohes Maß an Flexibilität. Eigene Bedürfnisse müssen zurückgestellt werden und obwohl man den ganzen Tag im Einsatz ist, hat man am Abend das Gefühl, man hätte eigentlich nichts geleistet und ist doch durch Schlafmangel und permanenten Einsatz sehr erschöpft – und gar nicht die strahlende Mama. Viele Frauen erleben die immense Umstellung nach der Geburt eines Kindes auch als eine Krise. Sie fühlen sich einsam mit dem Baby, vermissen den Austausch und die Bestätigung am Arbeitsplatz.

Familiennetzwerk

Dass Mütter mit ihren Babys so alleine sind, ist etwas relativ Neues in unserer Gesellschaft. Zu allen Zeiten und in allen Kulturen wurde eine Mutter mit ihrem kleinen Kind von der sie umgebenden Gemeinschaft beschützt und versorgt. Umgekehrt haben die Frauen oft viel schneller wieder Aufgaben für die Gemeinschaft übernommen.

Lange Zeit war auch bei uns die Großfamilie die tragende Säule bei der Unterstützung einer jungen Familie. Weil man mit Mehrgenerationen zusammen oder ganz in der Nähe lebte, war neben den Eltern immer jemand da, der das Baby mit betreute. Die Großeltern waren fest eingebunden in die Erziehung ihrer Enkel und es gehörte zum Mehrgenerationen-Vertrag, dass sie, wenn sie Pflege brauchten, zu Hause von ihren Kindern versorgt wurden.

Das Familiennetzwerk hat auch heute noch eine große Bedeutung bei der Betreuung der ganz Kleinen. Aber viele Familien leben heute weit auseinander und können sich nicht mehr direkt unterstützen. Deshalb brauchen wir neue soziale Netzwerke, die die fehlenden familiären Strukturen ersetzen. Das betrifft nicht nur junge Eltern, die Kontakte, Austausch und Unterstützung brauchen – untereinander und mit anderen Generationen. Auf der anderen Seite gibt es viele Menschen, für die der Kontakt mit einem Baby oder einem größeren Kind eine Bereicherung ihres Lebens bedeutet. Kinder bedeuten Lebendigkeit. Sie schenken Lebensfreude und das Gefühl, gebraucht zu werden. Das hält gesund und stärkt die Ressourcen. So können Netzwerke aller Art- ob nun Familiennetzwerk oder Freundeskreis - zu einem Gewinn für alle werden.

Kurse als Kontaktbörse

Wenn Paare Eltern werden, verändern sich Lebensrhythmen und Themen. Deshalb ist der Kontakt und Austausch mit anderen Eltern so wichtig. Paare, die im Freundeskreis die Ersten mit Kindern sind, wollen jetzt Menschen mit Kindern kennenlernen.

Geburtsvorbereitungskurse, Rückbildungskurse, Kurse für Eltern mit Babys wie PEKiP oder Babyschwimmkurse sind die klassischen Orte, wo eine Art Familiennetzwerk zwischen jungen Eltern entsteht. Stillcafés sind ebenfalls gut geeignet zum Netzwerken. Das sind offene Treffs für stillende Mütter und Babys, organisiert von Kliniken, Hebammenpraxen oder Geburtshäusern. Im regelmäßigen Kontakt mit anderen Eltern können Freundschaften entstehen, aus denen sich im Laufe der Zeit ein gegenseitiges Hilfe- und Unterstützungsnetzwerk entwickelt. Wer ein Baby hat, kann stundenweise gut ein anderes mit betreuen. Die Aussicht, eine oder zwei Stunden Zeit für sich alleine zu haben – zum Schwimmengehen, Shoppen oder auch einfach nur auf dem Sofa liegen – aktiviert Glückshormone bei jeder Mutter.

Und welche Erleichterung ist es, sich bei Fragen und Problemen mit anderen auszutauschen und den Rat von erfahrenen Eltern zu hören! Früher gaben die Großeltern im Mehrgenerationen-Haushalt ihre Erfahrungen weiter. Wie einst das Familiennetzwerk vom Mehrgenerationen-Vertrag profitierte, leben auch die heutigen Netzwerke von Unmittelbarkeit, Nachbarschaft und Nähe. Deshalb ist es sinnvoll, Geburtsvorbereitungskurs und Eltern-Baby-Kurse in der Nähe der eigenen Wohnung zu buchen.

Nachbarschafts-Hilfe statt Familiennetzwerk

Manchmal sind Netzwerke auch schon da, wie zum Beispiel gute Nachbarschaftsstrukturen im Haus oder im Wohngebiet: Es gibt schon Familien mit Kindern im Haus oder es wird im gleichen Zeitraum noch ein weiteres Baby im Haus geboren. Paare, die sich vorher nur flüchtig kannten, entdecken jetzt viele Gemeinsamkeiten und unterstützen sich vielleicht gegenseitig beim Babysitting, sodass es wieder mal einen Abend zu zweit gibt.

Überall dort, wo Eltern mit ihrem Baby willkommen sind, können Netzwerke entstehen. Über Nachbarschafts- und Stadtteiltreffpunkte, Elternschulen aber auch Kirchengemeinden lernen sich Familien kennen oder treffen Menschen, die Lust haben, einen Teil ihrer Zeit einer jungen Familie zu schenken. Auch Secondhandläden für Baby- und Kindersachen in den Stadtteilen sind oft Anlaufstellen für weitere Informationen ebenso wie Läden für Schwangerenbekleidung. Meist kennen sich die dort Arbeitenden gut mit den Angeboten in der Umgebung aus oder sie sind selbst Expertinnen.

Mit dem Baby ins Kino?

Viele Frauen haben das Gefühl, sie könnten außerhalb vom Familiennetzwerk und Eltern-Baby-Gruppen oder Eltern-Treffs mit ihrem Baby kaum etwas unternehmen. Das ist zum Glück nicht mehr so. Zunehmend entstehen neue Orte in Stadtteilen, die auf die Bedürfnisse von Eltern mit kleinen Kindern eingestellt sind wie zum Beispiel Cafés speziell für Mütter, Väter und Kinder. Einige Programmkinos bieten Vorstellungen für Eltern mit Babys. Dann kann der Kinderwagen mit ins Kino gebracht werden, Flaschenwärmer und Wickeltisch stehen bereit, der Saal ist nicht ganz abgedunkelt und niemand stört sich an Babygeräuschen. Auch Sport- und Fitnessstudios bieten immer öfter Baby- und Kleinkinderbetreuung an und auch hier können sich ganz nebenbei Eltern aus dem Stadtteil kennenlernen.

Netzwerken im Web

Auch virtuelle Netzwerke, die zwar ein reales Familiennetzwerk nicht ersetzen, können äußerst hilfreich sein, weil sie rund um die Uhr verfügbar sind und das Internet für viele ein selbstverständliches Medium ist. Hinzu kommt, dass man hier – oft anonym – auch über tabuisierte Themen reden kann, gerade bei Problemen und in Krisen. Und vielleicht ergibt sich über die virtuellen Kontakte auch wieder ein neues reales Netzwerk.

Über die gängigen Suchmaschinen findet man mit den Suchworten „Eltern + Blog“ vielfältige Angebote, zum Teil privat initiiert, zum Teil von Herstellern gefördert, manche werden auch von Vereinen oder Praxen unterstützt.

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