babymassage

Entspannende Babymassage so machen Sie es richtig!

Nichts genießen Babys so sehr, wie Zeit mit den Eltern zu verbringen – am liebsten mit ganz viel Hautkontakt. Eine Babymassage schenkt inniges Beisammensein und fördert zudem die Ent-wicklung des Nachwuchses. Eine Anleitung, wie Sie die einzelnen Körperpartien Ihres Baby sanft massieren können, finden Sie in diesem Artikel.

Emil (4 Monate) liegt auf einem warmen Handtuch und streckt die nackten Füßchen erwartungsvoll in die Luft. Er schaut seinen Papa an, der sich über ihn beugt und seine Hände mit schnellen Bewegungen aneinanderreibt, um sie aufzuwärmen. Emil freut sich, denn er weiß, was gleich passieren wird: Jeden Körperteil wird er einzeln spüren und merken, wie sich ein wohliges Gefühl in ihm ausbreitet. Er wird seinem Papa ganz nah sein und sich geborgen fühlen – Emil wird eine Babymassage bekommen.
 
Seit Frédéric Leboyer die ursprünglich aus Indien stammende traditionelle Babymassage in den 1970er Jahren in Europa bekannt machte, erfreut sie sich einer wachsenden Beliebtheit. Auf den Wickelkommoden, Fußböden und Babybettchen vieler Kinderzimmer massieren immer mehr Eltern ihren Nachwuchs mit den einfach zu erlernenden und anzuwendenden Handgriffen. Dabei lässt sich wunderbar beobachten, wie sich damit zumeist eine positive Wirkung erzielen lässt. Kein Wunder – regelmäßig durchgeführt bietet die Babymassage zahlreiche Vorteile. In ruhiger Atmosphäre verbringen Mutter bzw. Vater bewusst Zeit mit ihrem Kind. Die Massage ermöglicht einen innigen Kontakt und stärkt die  Bindung. Alle Beteiligten lernen, die Signale des anderen noch besser zu erkennen und einander stärker zu vertrauen.


Babymassagen fördern die Entwicklung

Die Berührungen auf der Haut sorgen bei den Kleinen für eine Hormon-ausschüttung und lassen sie häufig spürbar zur Ruhe kommen und sich entspannen. Oft finden sie im Anschluss an die Massage in einen guten Schlaf. Regelmäßig massierte Babys bilden nachweislich mehr Myelin, ein Eiweiß, das Nervenfasern mit Muskeln verbindet und bei erhöhter Menge zu einer verbesserten Motorik führen soll. Doch nicht nur die körperliche Entwicklung wird durch die Hautstimulation vorangetrieben: Auch Lernmotoren wie Neugier und Aufmerksamkeitsvermögen steigern sich durch die regelmäßige intensive sinnliche Erfahrung. Eine stärkere Durchblutung und vertiefte Atmung sorgen für eine gute Sauerstoffzufuhr des gesamten Körpers, zudem wird die Verdauung angeregt, Blähungen können oftmals direkt gelindert werden.


Professionell Babymassage lernen 

Babymassage-Kurse vermitteln in wenigen Stunden grundlegende Techniken und wichtige Handgriffe. Von der Deutschen Gesellschaft für Baby- und Kindermassage ausgebildete KursleiterInnen machen Eltern fit für Anwendungen in den eigenen vier Wänden. Angeboten werden die Massage-Kurse in vielen Krankenhäusern, Hebammenpraxen und Volkshochschulen.

Wer sein Kind massieren möchte, sollte ein paar Aspekte beachten: Wichtig ist, dass man sehr behutsam ist und nur mit sanftem Druck massiert. Zudem sollte der Raum warm und gemütlich, das Baby wach, gesund und dafür bereit sein. Es sollte nicht frisch gestillt bzw. gefüttert sein. Bei der Auswahl des Öls ist für eine gute Hautverträglichkeit eine rein pflanzliche, kaltgepresste und naturbelassene Basis wichtig. Mandel-, Oliven- oder Jojobaöl sind sehr gut geeignet. Überschüssiges Öl lässt sich am besten bei einem anschließenden Bad entfernen. Die entspannende Wirkung der Massage wird so noch verstärkt.


Anleitung für die Babymassage zu Hause

1. Massage am Babybauch

Legen Sie Ihre Hände flach auf den Babybauch und streichen Sie langsam von der Mitte des Brustbeins nach außen zu den Oberamen. Wiederholen Sie die Bewegung etwa zehnmal. Fahren Sie mit einer Hand diagonal von der Schulter über den Oberkörper bis zur Leiste. Wechseln Sie mehrfach die Seiten. Bei Blähungen und leichtem Bauchweh hilft es, so lange es für das Baby angenehm ist, mit der flachen Hand im Uhrzeigersinn um den Bauchnabel zu streichen und dabei mit sanftem Druck größer werdende Kreise zu ziehen. Oft erreichen Sie mit dieser Massage, dass die angestaute Luft sehr bald entweicht.


2. Babys Arme und Hände massieren

Heben Sie den linken Arm des Babys nach oben. Umfassen Sie das Handgelenk und streichen Sie mit der anderen Hand in kreisender Bewegung von der Schulter beginnend bis du den Fingern. Wechseln Sie die Hände und wiederholen Sie die Bewegung. Nach etwa zehn Durchgängen massieren Sie auf gleiche Weise den rechten Arm des Babys. Nehmen Sie die linke Hand des Babys in Ihre und versuchen Sie sanft, sie mit Ihrem Daumen zu öffnen. Massieren Sie jeden Finger einzeln, in dem Sie die Fingerwurzel umschließen und bis zur Fingerspitze fahren. Wiederholen Sie den Ablauf an der anderen Hand.


3. Babys Füße und Beine massieren

Umfassen Sie mit einer Hand einen Oberschenkel auf Leistenhöhe und streichen Sie das Bein über die gesamte Länge Richtung Fuß aus. Halten Sie es dabei senkrecht, die Fußsohle zeigt nach oben. Sobald die Hand an den Zehen angekommen ist, wiederholen Sie die Bewegung mit der anderen Hand, sodass sich ein fließender Wechsel ergibt. Tauschen Sie das Bein. Die Fußreflexzonen können Sie massieren, in dem Sie Ihren Daumen mit kleinen kreisförmigen Bewegungen über die Fußsohle bewegen, halten Sie den Fuß dabei sanft in der anderen Hand.


4. Rückenmassage beim Baby

Das Baby liegt auf dem Bauch, quer zu Ihnen. So können Sie den gesamten Rücken bequem erreichen. Setzen Sie eine Hand zwischen den Schulterblättern auf und streichen dann flach über den gesamten Rücken bis zum Po. Dort wartet sie, bis Ihre andere Hand die Bewegung ebenfalls ausgeführt hat. Wiederholen Sie den Ablauf etwa zehnmal. Setzen Sie beide Hände oben an jeweils einer Schultern an und fahren Sie in gleichzeitiger Gegenbewegung von einer Seite zur anderen, nähern Sie sich dabei wieder dem Po.