mutterschutzgesetz

Mutterschutzrechner – wann beginnt und endet der Mutterschutz und was beinhaltet er? 

Werdende Mütter und ihre ungeborenen Kinder werden in Deutschland vom Gesetz besonders geschützt. Wie lassen sich die Fristen des Mutterschutzes berechnen? Steht Ihnen im Mutterschutz Gehalt zu? Der Mutterschutzrechner gibt Aufschluss. 

was genau bedeutet mutterschutz und welche vorteile bringt er mit sich? 

Als Mutterschutz gelten alle Gesetze, die Mutter und Kind am Arbeits-, Ausbildungs- und Studienplatz in der Zeit der Schwangerschaft, nach der Entbindung und in der Stillzeit schützen. Sie regeln unter anderem Beschäftigungsverbote, den Kündigungsschutz für Mütter und Entgeltersatzleistungen wie Mutterschafts- und Elterngeld. Das Mutterschutzrecht bewahrt Frauen in der Schwangerschaft und Stillzeit vor Nachteilen im Berufsleben und schützt die Gesundheit von Mutter und Kind. 

wer hat anspruch auf mutterschutz? 

Anspruch auf Mutterschutz nach dem Mutterschutzgesetz haben in Deutschland alle schwangeren Frauen, die in einem Arbeitsverhältnis stehen, beispielsweise: Angestellte, Heimarbeiterinnen, Hausangestellte, geringfügig Beschäftigte, Praktikantinnen und weibliche Auszubildende. Für Beamtinnen und Soldatinnen gelten eigene Mutterschutzverordnungen mit ähnlichen Inhalten. Studentinnen finden je nach Landesrecht für die Zeit des Mutterschutzes besondere Regelungen in ihren Studien- und Prüfungsordnungen. Auch für Schülerinnen sind eigene Schutzvorschriften in Kraft. Für arbeitslose Frauen mit Anspruch auf Sozialleistungen gibt es gesonderte Regelungen zum Mutterschutz und Mutterschaftsgeld.
Die Regelungen zum Mutterschutz gelten nicht für Selbstständige, die privat krankenversichert sind. 

mutterschutz: wie lange? wann werden schwangere und mütter vom gesetz geschützt? 

Gesetzliche Regelungen zum Mutterschutz betreffen unterschiedliche Zeitabschnitte. Die ersten Regelungen greifen mit Beginn der Schwangerschaft, manche reichen maximal bis zum Ende der Elternzeit: 

  1. Arbeitsschutz: Es gibt Berufe, die von schwangeren Frauen nicht ausgeübt werden dürfen, weil sie die Gesundheit des Ungeborenen beeinträchtigen können. Sobald die Schwangerschaft dem Arbeitgeber mitgeteilt wird, besteht daher Beschäftigungsverbot bei Anspruch auf Entgeltfortzahlung. Um die Gesundheit der werdenden Mutter zu schonen, gilt ein Verbot von Mehrarbeit, Nacht- und Sonntagsarbeit. Beschäftigungen zwischen 20 und 22 Uhr müssen behördlich genehmigt werden. 
  2. Kündigungsschutz: Schwangeren Frauen darf (von wenigen Ausnahmen abgesehen) nicht gekündigt werden, und zwar vom Beginn der Schwangerschaft an und bis vier Monate nach der Entbindung. Das gilt auch dann, wenn Ihr Arbeitgeber nicht wusste, dass Sie schwanger sind. In diesem Fall müssen Sie ihn aber spätestens innerhalb von zwei Wochen nach der Kündigung darüber informieren – am besten schriftlich per Einschreiben. Wenn Sie Elternzeit nehmen, verlängert sich der Kündigungsschutz bis zum Ende der Elternzeit. Aber: Betriebsbedingte Kündigungen sind in engen Grenzen möglich, genauso wie fristlose Kündigungen bei erheblichem Fehlverhalten. 
  3. Mutterschutzfristen: Mit „Mutterschutz“ im engeren Sinn wird der Zeitraum vor und nach dem Entbindungstermin bezeichnet, in dem Schwangere nicht arbeiten müssen (nur mit ihrer ausdrücklichen Einwilligung) und frisch entbundene Mütter nicht arbeiten dürfen. Er beginnt sechs Wochen vor dem errechneten Geburtstermin und endet acht Wochen bzw. bei Früh- und Mehrlingsgeburten und bei Behinderung des Babys zwölf Wochen nach der Entbindung. Findet die Geburt früher statt als errechnet, werden die Tage der Schutzfrist nach der Niederkunft gutgeschrieben. Insgesamt sind es mindestens 14 Wochen. 

was sind die pflichten des arbeitgebers beim mutterschutz? 

Arbeitgeber müssen die Schwangerschaft der zuständigen Aufsichtsbehörde melden. Sie müssen Frauen und ihre Kinder in Schwangerschaft und Stillzeit vor Gesundheitsgefährdungen (beispielsweise durch Maschinen, Chemikalien oder biologische Stoffe) schützen. Ob ein Arbeitsplatz oder Arbeitsbedingungen eine Gefahr darstellen, beurteilt die Aufsichtsbehörde. 

müssen frauen ihrem arbeitgeber mitteilen, dass sie schwanger sind? 

Sobald Sie wissen, dass Sie schwanger sind, wird empfohlen, dass Sie es Ihrem Arbeitgeber mündlich oder schriftlich mitteilen. Sie sind nicht rechtlich dazu verpflichtet. Die Regelungen zum Mutterschutz gelten auch, wenn der Arbeitgeber nichts von der Schwangerschaft weiß. Er kann jedoch nur Mutterschutznormen einhalten und Schutzmaßnahmen ergreifen, wenn er Kenntnis von der Schwangerschaft hat. 

wie wirkt sich mutterschutz auf den urlaubsanspruch aus? 

Auch während der Zeiten von Beschäftigungsverboten und Mutterschutzfristen entstehen Urlaubsansprüche – genauso, als hätten Sie gearbeitet. Ansprüche auf Resturlaub können auf die Zeit nach der Mutterschutzfrist bzw. Elternzeit übertragen werden. 

steht mir nach einer totgeburt mutterschutz zu? 

Auch für Frauen, die eine Fehlgeburt oder Totgeburt hatten, gelten Regelungen zum Mutterschutz. Der Kündigungsschutz beispielsweise gilt auch nach einer Fehlgeburt (nach der 12. Schwangerschaftswoche). Arbeitgeber dürfen Frauen frühestens zwei Wochen nach einer Totgeburt wieder beschäftigen, aber nur dann, wenn die Frau dies ausdrücklich wünscht und aus ärztlicher Sicht nichts dagegen spricht. 

bekomme ich im mutterschutz geld?

In den Zeiten eines Beschäftigungsverbots (außerhalb der Schutzfristen) zahlt der Arbeitgeber Mutterschutzlohn in Höhe des durchschnittlichen Arbeitsentgelts. In den Schutzfristen erhalten Frauen, die gesetzlich krankenversichert sind, Mutterschaftsgeld in Höhe des durchschnittlichen Nettogehalts. Es wird von der Krankenversicherung gezahlt und je nach Gehaltshöhe vom Arbeitgeber bezuschusst. Alle anderen Frauen können Mutterschaftsgeld beim Bundesversicherungsamt beantragen (maximal 210 Euro).

mutterschutz: für die gesundheit von mutter und kind 

Die gesetzlichen Regelungen zum Mutterschutz helfen Ihnen dabei, Beruf und Schwangerschaft miteinander zu vereinbaren. Sie haben als werdende Mutter viele Rechte, die Sie vor Gefährdungen schützen und Sie finanziell absichern sollen. Ihr Arbeitgeber kann sie nur einhalten, wenn er von Ihrer Schwangerschaft weiß. 

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