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Zeitmanagement Familie: Freizeit und Job unter einen Hut bringen

Irgendwer oder irgendwas kommt immer zu kurz – unser komplexer Alltag raubt uns allen viel Zeit, sodass wir an einem Tag oftmals nicht das schaffen, was wir uns vorgenommen haben. Arbeit, Haushalt und Schule werden zu immer größeren Taktgebern. Vor diesem Hintergrund ist es insbesondere für Eltern mit Kindern schwierig, ihren Wochenplan so zu gestalten, dass trotz aller Pflichttermine, Verabredungen und Bedürfnisse jedes Mitglieds noch gemeinsame Zeit für die Familie bleibt. 

In der Arbeitswelt gibt es zahlreiche Modelle für eine bessere Strukturierung und Organisation des Tagespensums. Doch was ist in Sachen Zeitmanagement mit Kindern? Gerade auch frischgebackene Eltern fühlen sich in der ersten Zeit mit einem Baby oft überfordert, wenn sie Kind, Haushalt und Job unter einen Hut bringen wollen. Wir haben Vorschläge, wie Sie Ihren Familienalltag effizient und gleichzeitig entspannt gestalten können.

zeitmanagement für die familie: darauf kommt es an

Zeitmanagement mit Kindern bedeutet keineswegs, dass alles durchgetaktet wird und kein Raum mehr für Spontaneität bleibt. Wer sich zu sehr darauf fokussiert, den Tagesablauf aller so zu optimieren, dass keine Gelegenheit mehr für eine Auszeit bleibt, mit Phasen des Nichtstuns oder des gemeinsamen Kuschelns oder Tobens, sorgt im Familienalltag nicht für Entspannung, sondern eher für zusätzlichen Stress. Zeitmanager empfehlen, maximal 60 Prozent des Tages mit Zeiteinteilung und Pflichtterminen zu verplanen. Familien sollten sich sogar höchstens für die Hälfte der zur Verfügung stehenden Zeit etwas vornehmen, weil häufiger Unvorhergesehenes dazwischenkommt: Das Baby macht länger Mittagsschlaf, das Kleinkind will beim Abholen aus der Kita erst noch sein Bügelperlenbild zu Ende machen und das Schulkind braucht länger als gedacht für die Hausaufgaben. Zwischendurch ruft auch noch die Schwiegermutter an und der Chef hat einen Termin auf den nächsten Tag vorverlegt, auf den man sich noch inhaltlich vorbereiten muss. Schon ist die Zeiteinteilung dahin.

Beim Zeitmanagement geht es also um eine effektive Zeiteinteilung, die eine Übersicht über alle Termine schafft, ohne dass der ganze Tag verplant ist. Folgende Tipps können helfen:
  
  • eine wöchentliche Liste mit allen Pflichtterminen der Familie (etwa Sporttraining, Klavierstunden, Elternabend, Einladungen, Verabredungen, Arzttermine) für die Woche erstellen
  • Überlegen, wer was wann machen kann und will: Regelmäßig anfallende Aufgaben und Pflichttermine wie Blumengießen, Socken sortieren, Tisch decken oder den Geschirrspüler ausräumen können auch schon Kindern im Kindergartenalter übertragen werden. Wenn sie helfen, wissen Sie: Papa und Mama haben dann umso eher Zeit zum Spielen.
  • Kinder haben ein anderes Zeitgefühl als Erwachsene – und trödeln daher gern. Ihr Tag ist nicht in Stunden, sondern in Ereignisse eingeteilt. Sie wollen immer erst Dinge in Ruhe zu Ende machen, bevor sie den nächsten Schritt tun. Erst mit etwa acht Jahren verstehen sie, dass man zu einer bestimmten Uhrzeit aufbrechen muss, um pünktlich zu sein. Nehmen Sie Rücksicht auf Ihren kleinen Bummelanten und brechen Sie beispielsweise morgens nicht immer hektisch in letzter Minute zum Kindergarten auf. 
  • Unerledigte Kleinigkeiten (wie Banküberweisungen tätigen oder wichtige Telefonate führen) lieber an einem bestimmten Tag zügig abarbeiten, anstatt sie die ganze Woche oder noch länger vor sich herzuschieben. Dann wird der Berg immer größer. 
  • Eine „goldene Stunde“ einplanen. So nennen Zeitmanagementtrainer Pausen, in denen jeder für sich einfach mal nichts machen braucht und in denen es ruhig zugeht. So eine Auszeit kann auch gemeinsam verbracht werden: mit Kuscheln, Vorlesen, Singen oder Erzählen. 
  • Beim Putzen und Kochen auch mal fünf gerade sein lassen: nicht immer nach einem stressigen Tag im Büro noch ein aufwendiges Mittag- oder Abendessen kochen. An einem schnellen Nudelgericht oder Fischstäbchen hat der Nachwuchs bestimmt nichts auszusetzen. Hauptsache ist, die Familie kommt zum Essen zusammen. Was es gibt, ist dann zweitrangig. Wohnung oder Haus müssen nicht an einem Tag auf Hochglanz gebracht werden. Wenn mal nur Zeit zum Saugen ist, wird das Wischen eben am nächsten Tag nachgeholt. 
  • Abstriche bei Verabredungen: Klar, Kinder sollen möglichst viel mit anderen Kindern spielen. Doch das muss nicht jeden Tag sein. Und schon gar nicht immer woanders. Kinder sind gern zu Hause. In gewohnter Umgebung können sie sich mehr entspannen. Außerdem genießen sie das Spielen mit Mama oder Papa.
  • Vermeiden Sie unnötige Wegezeiten und Zeitfresser: Lange Anfahrten zum Sportverein, zum Müttertreff, zur Kinderarztpraxis oder zur Kita sind Zeitfresser. Bauen Sie sich als Familie mit Kindern nach Möglichkeit ein soziales Netz in der Nähe Ihres Zuhause auf. 
  • Ist ein Tag mal vollends chaotisch, versuchen Sie, es mit Humor zu nehmen: Schlechte Laune verursacht nur noch mehr Stress. 

zeit für familie – wie viel freizeit sollte es sein? 

Entscheidend ist nicht, wie viel Freizeit eine Familie zusammen hat, sondern wie sie sie nutzt. Es kommt dabei mehr auf Qualität als auf Quantität an. Auch zählen die kleinen alltäglichen Ereignisse oftmals mehr als ein Wochenende auf dem Rummel oder im Freizeitpark. Ein gemeinsamer Spaziergang etwa lässt sich prima in den Alltag integrieren, bringt Bewegung an der frischen Luft und fördert die Kommunikation miteinander. 

Ideal für den Familienzusammenhalt und die Entwicklung des Kindes ist vor allem das gemeinsame Essen: Forscher haben herausgefunden, dass regelmäßige gemeinsame Mahlzeiten in der Familie dazu führen, dass Kinder in Tischgesprächen ihren Wortschatz verbessern und ihr Allgemeinwissen erweitern. Auch ist wissenschaftlich belegt, dass gemeinsames Essen das Risiko für Übergewicht minimiert. So greifen Kinder, die mit ihrer Familie mehr als dreimal wöchentlich essen, seltener zu ungesunden Produkten wie Süßigkeiten, Limonaden und Fast Food.

Auch feste Rituale im Familienalltag sind von großer Bedeutung: Was auch immer tagsüber passiert ist und egal, wie müde alles sind – die Gutenachtgeschichte oder das Einschlaflied am Abend sollten nicht zu kurz kommen. Auch für’s Kuscheln und Zuhören sollte immer Zeit sein.

zeitmanagement in der familie: pläne sind gut – wenn sie spontaneität zulassen

Job, Haushalt, Kinder – Mütter und Väter haben manchmal das Gefühl, dass sie möglichst viele Bälle gleichzeitig in der Luft halten müssen. Leider gelingt das den meisten viel zu selten. Man gerät aus dem Takt und plötzlich herrscht pures Chaos. Zeitmanagement kann helfen, Ordnung in den Familienalltag zu bringen. Dabei gilt es bei einem Wochenplan oder To-do-Listen, sowohl Prioritäten zu setzen als auch Abstriche zu machen. Keinesfalls sollte ein Tag komplett durchgetaktet sein. Verplanen Sie maximal die Hälfte des Tages – dann ist noch Raum für Spontaneität und Auszeiten. Das ist neben festen Strukturen mindestens genauso wichtig für Familien. 

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