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Warum schreit mein Baby?

Der klassische Dreiklang im Kinderzimmer: Erst schreit das Baby – es fließen lauthals die Tränen. Dann rufen Mama und Papa den Notstand zum Trösten aus – und schließlich verstummen alle zufrieden in totaler Glückseligkeit. Warum es wichtig ist, dass das Baby weint und wie Eltern ihre Kinder und sich selbst beruhigen können.

„Mama“, fragt Mia-Sophie (2 Wochen alt) höflich, „ich habe etwas Appetit auf warme Milch, reichst du mir bei Gelegenheit bitte einmal das Fläschchen?“ Der Satz klingt unrealistisch? Okay, die Szene ist erfunden; die korrekte Übersetzung in die Wirklichkeit lautet: „Uuuäääähhhh!“

Klar, Säuglinge können nicht sprechen, aber sie wollen gehört werden. Das klappt anfangs am besten, wenn das Baby schreit. Und wenn Eltern möglichst schnell die Vokabeln unterschiedlicher Heul- und Schluchzlaute lernen, können sich alle Beteiligten schnell wieder beruhigen.

 

 

Nora Imlau, Autorin des Buchs „Das Geheimnis zufriedener Babys“, nennt die wichtigsten Gründe für die lautstarken Proteste und die richtigen Reaktionen darauf:

  • Sehnsucht nach Nähe: Das Baby weint und schluchzt verzweifelt und streckt dabei die Ärmchen aus. Im Tragetuch oder auf dem Arm lässt sich das Baby meist schnell beruhigen.
  • Hunger: Ein leichtes Quengeln, das sich schnell steigert. Dabei saugt das Baby alles an, was ihm vor den Mund kommt. Sofort Brust oder Fläschchen anbieten.
  • Müdigkeit: Weint das Baby und reibt sich dabei Nase und Augen, kommt es nicht in den Schlaf. Stillen oder Tragen hilft ihnen, zur Ruhe zu kommen.
  • Abenteuerlust: Das Baby quengelt kurz und wird immer lauter – bis es schließlich schreit. Es will beschäftigt werden, zum Beispiel durch Spielen.
  • Hitze und Kälte: Winselt und meckert das Baby ohne ersichtlichen Grund, sollte die Körpertemperatur kontrolliert werden. Ist sein Nacken warm und feucht, ist es zu heiß; sind Rücken und Bauch kühl, ist es zu kalt.
  • Angst: Hat sich ein Baby erschreckt, schreit es schrill und hoch. Um das Baby zu beruhigen schließen Sie es eng in die Arme oder wickeln es in ein Pucktuch.
  • Schmerzen: Ein Baby, dem etwas wehtut, schreit laut, schrill und mit hochrotem Kopf so lange, bis es keine Luft mehr hat. Zwischendurch verfällt es in klagendes Jammern. Ursache sind oft Bauchschmerzen, drückende Kleidung oder ein wunder Po. Lässt sich das Baby nicht beruhigen und weint verändert: ab zum Kinderarzt!

Mehr über die Autorin auf www.nora-imlau.de.

wann ist mein baby ein schreibaby?

Der Mediziner ist grundsätzlich auch gefragt, wenn das Schreien zu einem dauerhaften Problem wird und das Baby sich nicht beruhigen lässt. „Als Richtwert kann man annehmen, dass, wenn ein gesundes Baby mehr als drei Stunden pro Tag an drei Tagen die Woche und das seit mehr als drei Wochen lang schreit, ein Schreibaby sein könnte“, erklärt Hebamme Jana Friedrich. Selbst wenn diese Regel nicht komplett erfüllt ist, die Eltern aber trotzdem total erschöpft sind, sollten sie sich um Hilfe bemühen, zum Beispiel in sogenannten Schreiambu-lanzen, rät Friedrich. Adressen vor Ort finden sich im Internet oder über den Kinderarzt.

Grundsätzlich lernen sich Eltern und Kind mit jedem Schrei besser kennen – auch wenn es manchmal nervt. Und wie klingt das positive Feedback vom Baby, die Übersetzung für „Danke liebe Mama, jetzt bin ich satt und zufrieden“? Nichts zu hören? Richtig: Das Kind schläft ruhig und zufrieden ein – eine schöne, stille Belohnung

experten-interview: „schnelle zuwendung fördert das urvertrauen“

Gibt es eigentlich nach der Geburt noch den berühmten Klaps auf den Po, damit das Neugeborene die Welt schreiend begrüßen muss?
Glücklicherweise ist das veraltet. Früher glaubte man an den „ersten Schrei“, wurden doch die Lungen dadurch entfaltet. Heute weiß man, dass Babys nicht schreien müssen, um einen guten Start zu haben. Man legt das Neugeborene gleich auf den Bauch der Mutter und wärmt es mit Tüchern, um ihm ein sanftes Ankommen zu ermöglichen. Manche Babys schreien wirklich gar nicht, sondern sehen sich ganz ruhig um.

Schreien Stillbabys öfter als Flaschenkinder?
Ich glaube, dass es grundsätzlich keine bessere Nahrung für Babys gibt, als Muttermilch. Stillen befriedigt zusätzlich das Saugbedürfnis, ebenso wie das Bedürfnis nach Nähe und Zuwendung. Wenn das Stillen nicht möglich ist, können diese Bedürfnisse natürlich auch mit Ersatznahrung, Saugern und Nähe befriedigt werden. Ist das der Fall, gibt es meiner Ansicht nach keinen Unterschied im Schreiverhalten der Babys.

Darf man sein Baby auch mal schreien lassen, wenn es „satt und sauber“ ist? Besteht die Gefahr, das Baby ansonsten zu verwöhnen?
„Satt und sauber“ ist ja nicht alles, was das Baby braucht. Es braucht vor allem auch viel Nähe und Zuwendung, um sich wohlzufühlen. Durch prompte Erfüllung seiner Bedürfnisse bekommt es ein gutes Urvertrauen. Es lernt, dass es nicht immer gleich schreien muss, um zu bekommen, was es braucht. Es besteht also keineswegs die Gefahr, das Baby im ersten Lebensjahr zu sehr zu verwöhnen.

Wie können sich Eltern selbst beruhigen, wenn sie durch das anhaltende Weinen ihres Babys irgendwann mit den Nerven am Ende sind?
Eltern sollten sich abwechseln und sich dadurch Pausen gönnen. Es ist alles erlaubt, was hilft und nicht schadet: Kopfhörer aufsetzen, kurz mal hinausgehen (wenn das Baby sicher abgelegt ist), sich von Verwandten, Freunden oder Nachbarn unterstützen lassen. Natürlich sollte professionelle Hilfe angefordert werden, wenn das Schreien übermäßig wird. Dafür gibt es Schreiambulanzen.

Wenn die üblichen Tröstmittel versagt haben: Verraten Sie uns einen Ihrer Geheimtipps?
Ich empfehle in diesem Fall immer einen Tapetenwechsel. Manchmal ist der Raum durch das Schreien schon so emotional aufgeladen, dass ein kleiner Spaziergang an der frischen Luft Wunder wirkt.

Gibt es Trost für alle lärmgeplagten Eltern? Ab wann lässt die Schreierei üblicherweise nach?
Die ersten drei Monate sind in der Regel die schwersten. Danach hat das Baby schon viele Anpassungsprozesse gemeistert und Eltern und Kind haben gelernt, einander zu verstehen. Wenn man am Morgen nach einer schlaflosen Nacht mit einem bezaubernden, glucksenden Lachen begrüßt wird, relativiert sich vieles wieder im positiven Sinne.

*Jana Friedrich (41) ist Hebamme, Mutter von zwei Kindern (14 und 8) und Bloggerin. (www.hebammenblog.de)

lesetipp

  • Das Geheimnis zufriedener Babys. Liebevolle Lösungen, damit Ihr Baby ruhiger schläft und weniger weint. Nora Imlau, Verlag Gräfe.

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