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Stillen

Dein Baby richtig stillen: Tipps für die natürliche Ernährung deines Kindes

Dein Kind nach der Geburt zu stillen, bringt viele Vorteile mit sich: Einerseits sorgst du dafür, dass dein Baby die wichtigsten Nährstoffe durch die Aufnahme der Muttermilch erhält und dadurch gesättigt wird. Andererseits schenkst du deinem Kind durch den engen Körperkontakt Nähe, Wärme, Geborgenheit und Zuwendung.

Gleichzeitig ist es ganz natürlich, wenn sich nicht immer die ideale Stillbeziehung zwischen Mutter und Kind ergibt oder einstellt. Der bewusste Verzicht aufs Stillen, Stillprobleme wie Milchstau, eine Brustentzündung sowie viele weitere individuelle Gründe können zu der Entscheidung führen, dein Kind ausschließlich mit der Flasche zu füttern. Und auch das ist vollkommen legitim! Denn auch ohne das Stillen kannst du deinem Baby Liebe, Geborgenheit und Zuwendung bei der Nahrungsaufnahme schenken. Du bist dir nicht sicher, ob du dein Kind stillen möchtest, oder fragst dich, wie du das Stillen für dich und dein Baby so angenehm wie möglich gestalten kannst? Wir haben dir mit der Unterstützung von Julia Brömsen und Jasmin Czech, freiberufliche Hebammen von momallie, alles Wissenswerte rund um das Thema Stillen zusammengeschrieben. Gemeinsamen geben wir dir hilfreiche Tipps an die Hand, die dir das Stillen erleichtern können.


Diese Themen findest du in unserem Ratgeber:

Wie kann das Stillen die Bindung zwischen Mutter und Kind fördern?

Stillen ist eine wunderbare Möglichkeit, Nähe zu genießen und die gemeinsame Kuschelzeit zum Festigen der Mutter-Kind-Bindung zu nutzen. Denn nachdem dein Baby rund 40 Wochen in deinem Bauch herangewachsen ist, genießt es die Zeit im Wochenbett besonders:
„Da ist die Brust mit der süßen Milch so ein bisschen Ersatz für die Zeit im Bauch, sodass es auch da immer einen sicheren Hafen findet und es gar nicht immer ums Essen geht, sondern einfach ums Kuscheln.“

Julia Brömsen | freiberufliche Hebamme von momallie
Herzlinie
Als Mutter schenkst du deinem Säugling beim Stillen durch den Körperkontakt Wärme und Sicherheit. Auch, wenn du dein Baby nicht stillen kannst oder möchtest, empfiehlt es sich, sich feste Rituale zum Kuscheln und Schmusen in den gemeinsamen Alltag einzubauen. Während des Stillens kann es passieren, dass dein Kind an deiner Brust einschläft – dabei kannst du ganz beruhigt sein. Dies ist ein ganz natürliches Einschlafritual eines Säuglings.

Muttermilch – natürlich gesund: Was spricht dafür, mein Baby zu stillen?

Die Muttermilch ist ein Gesundbrunnen fürs Baby und ein wahrer „Alleskönner“. Sie verändert mit fortschreitender Stillzeit ihre Zusammensetzung an Proteinen, Fetten, Milchzucker, Vitaminen, Mineralien und Spurenelementen. Somit entspricht sie immer genau dem Nährstoff-Mix, den dein Baby in seiner Entwicklungsphase benötigt – dafür sollte deine Ernährung in der Stillzeit möglichst ausgewogen sein.¹

Die Eiweißzusammensetzung der Muttermilch ermöglicht, dass Babys innerhalb der ersten vier bis fünf Monate ihr Körpergewicht auf ganz natürliche Art verdoppeln. Zudem steigt der Fettgehalt der Muttermilch im Laufe der Stillzeit, um dem ansteigenden Energiebedarf des Kindes gerecht zu werden. Weiteres Plus: Es sind sehr hochwertige Fette in Form ungesättigter Fettsäuren. Milchzucker ist der Hauptkohlenhydratträger (etwa 90 Prozent) der Muttermilch. Die restlichen zehn Prozent macht eine Gruppe der Ballaststoffe aus. Diese sind verantwortlich für eine gesunde Entwicklung von Babys Darmflora.

Die wohltemperierte Muttermilch enthält aber auch Abwehrstoffe, sogenannte Lysozyme, die das Kind vor vielen Infekten schützen kann. Diese Abwehrstoffe nehmen sogar nach sechs Monaten weiter zu, damit es auch im beginnenden Krabbelalter vor den Bakterien geschützt ist, mit denen es zunehmend in Kontakt kommt.

Mit dem Stillen deines Babys das Plappermäulchen fördern

Stillen fördert die Kieferentwicklung des Kindes, was für die Sprachentwicklung und die Zahnstellung von Bedeutung ist. Zunge, Gaumen und Gesichtsmuskeln können sich dank des natürlichen Saugreflexes optimal entwickeln, während du dein Baby stillst.

Du möchtest dein Kind stillen, bist dir aber unsicher, wie das am besten gelingen kann? Dann zögere nicht deine Hebamme anzusprechen. Diese steht dir in allen Fragen mit Rat und Tat zur Seite. Sie hilft dir, dein Kind richtig anzulegen und zeigt dir außerdem, in welchen Positionen du dein Baby stillen kannst.
Baby stillen - Tipps und Tricks

Vorteile für dein Baby: Schutz vor Allergien und chronischen Krankheiten

Zahlreiche Studien belegen, dass voll gestillte Babys den besten Allergieschutz bekommen und ideal vor Infektionen geschützt werden. Die am häufigsten auftretende Allergie bei Säuglingen und Kleinkindern in den ersten drei Jahren ist Neurodermitis. In diesem Lebensabschnitt folgt Asthma gleich darauf. Die Gefahr, eine dieser Allergien zu entwickeln, wird von sicher diagnostizierten, allergiekranken Eltern auf ihre Kinder vererbt. Wenn du zur Gruppe der Allergiker gehörst, kann es sich daher anbieten, dein Baby zu stillen. Volles Stillen innerhalb der ersten vier bis sechs Lebensmonate empfiehlt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) deshalb nach wie vor als perfekte Allergieprävention – für alle Babys. Nach der Stillphase sollte die Beikost aus wenigen Zutaten schrittweise eingeführt werden.

Auch wenn erste Studien zeigen, dass Stillkinder seltener an Neurodermitis und anderen Allergenen erkranken: Dein Kind zu stillen kann nicht garantieren, dass es nicht ebenfalls erkrankt.

Stillpositionen – wie kann ich stillen? 

Eine häufig gestellte Frage bezieht sich auf die „richtigen“ Stillpositionen für dich und dein Kind. Grundsätzlich gilt: Richtig ist, wie du und dein Baby sich am wohlsten fühlen. Außerdem solltest du darauf achten, „dass das Kind mit der Wirbelsäule ungefähr eine Linie ergibt“, empfiehlt Jasmin Czech. Mögliche Stillpositionen sind:



Wiegehaltung

Du sitzt aufrecht und hältst dein Baby am Po sowie Rücken fest, während sein Kopf auf deinem Unterarm liegt. So kann dein Kind deine Brustwarzen gut erreichen. Für einen sicheren Halt eignet sich insbesondere bei Säuglingen ein Stillschal.


Fußballerhaltung

Dein Kind liegt entlang deiner Taille mit den Füßen nach hinten gerichtet an deiner Brust und in deinem Arm. Du hältst deinen kleinen Schatz am Kopf fest und führst ihn zur Brust, damit er den Milchfluss anregen und anschließend bequem trinken kann. Gut geeignet ist hierfür auch ein Stillkissen.

Seitenlage

In dieser Position liegen du und dein Baby auf der Seite, eure Bäuche direkt aneinander. Die Seitenlage ist vor allem nachts sowie tagsüber im Bett eine entspannte Position, die auch deine Arme weniger belastet. „Da könnt ihr nämlich einfach ein bisschen die Augen zu lassen.“, weiß auch Julia Brömsen.

Herzlinie

Diese und weitere Stillpositionen sorgen dafür, dass dein Kind deine Brustwarzen gut erreichen und in den Mund nehmen kann, damit die Nahrungsaufnahme ganz leicht gelingt. Nach dem Stillen solltest du darauf achten, dein Baby über deine Schulter zu legen, sodass sein Bauch und seine Brust aufliegen. Dadurch kann es bei Bedarf leichter aufstoßen. Ziehst du dein Baby mit der Flasche groß, solltest du ebenfalls auf die richtige Position achten, damit es immer sicher trinken kann.

Sinnvoll kann es sein, dass du deine Stillpositionen immer mal wieder abwechselst. Dadurch vermeidest du, dass deine Brust zu einseitig beansprucht wird.

Stillen mit Zwillingen: Ist das möglich? 

Auch wenn du Zwillinge bekommen hast, kannst du deine Babys problemlos stillen. „Die Nachfrage regelt das Angebot“, weiß Hebamme Jasmin. Für dich bedeutet das: Deine Milchproduktion steigt mit zunehmender Nachfrage deiner Kinder an. So ist es für dich möglich, sowohl beide Babys gleichzeitig als auch abwechselnd zu stillen und mit der Flasche zu füttern. Selbstverständlich kannst du sie auch ausschließlich mit der Flasche großziehen, wenn du das Gefühl hast, nicht ausreichend Milch zu produzieren oder dich aus anderen Gründen für das Fläschchen entschieden hast.

Stillmahlzeiten und Milch abpumpen: den passenden Stillprozess für dich und dein Baby finden

Wie viele Stillmahlzeiten dein Baby benötigt, hängt von seinem individuellen Bedarf ab. Eine konkrete Richtlinie gibt es nicht – wichtig ist, „dass ihr euer Baby regelmäßig anlegt“, sagt Hebamme Julia. Dein Baby zeigt dir dabei ganz von selbst, wann es gestillt werden möchte: Schmatzende Geräusche sowie Saugen an Fingern oder Gegenständen können Indizien dafür sein, dass dein Kind hungrig ist. Bewegt dein Kind seinen Kopf hin und her, signalisiert es dir auf diese Weise mit dem Suchreflex, dass es deine Brust zur Fütterung sucht. Schläft dein Baby während des Stillens ein, entspannt sich sein ganzer Körper oder lässt dein kleiner Schatz deine Brust von selbst los, sind das Anzeichen dafür, dass er satt ist. Wann und ob sich ein geregelter Stillprozess einstellt, hängt vom Stillverhalten zwischen dir und deinem Baby ab und ist ganz individuell. Wenn sich kein geregelter Stillprozess einstellt, ist das völlig in Ordnung und kein Grund zur Beunruhigung. Suche das Gespräch mit deiner Hebamme und besprecht gemeinsam, ob sich gegebenenfalls eine Beifütterung anbietet.

Wenn du während des Stillens Muttermilch abpumpen möchtest, ist das problemlos machbar. Auf diese Weise stellst du sicher, dass dein Baby immer genügend Muttermilch bekommt, auch wenn die Milchbildung in deinen Brüsten nach dem letzten Stillen erst wieder begonnen hat. Pumpe während der ersten Male etwa 10-15 Minuten lang an beiden Brüsten wechselseitig Milch ab. Nach und nach findest du raus, wann du besonders viel Milch abpumpen kannst – zum Beispiel eine oder zwei Stunden nach der letzten Stillmahlzeit. Ist deine Milchproduktion einige Wochen nach der Geburt deines Babys richtig angeregt, kannst du individuell schauen, wie viele Minuten du pro Vorgang abpumpen willst.

Die Milch in den ersten Tagen nach der Geburt: In welchen Abständen sollte ich mein Baby stillen? 

„Alle 2 bis 3 Stunden“ – so empfiehlt es Hebamme Julia – ist es sinnvoll, dein Baby in den ersten Tagen nach der Geburt anzulegen. Und das hat seinen Grund: Dein Baby kann auf diese Weise das Saugen an den Brustwarzen erlernen und die besonders nährstoffreiche Vormilch aufnehmen. Nach etwa zwei bis fünf Tagen nach der Geburt beginnt oft der Milcheinschuss, durch den die Vormilch durch eine Übergangsmilch abgelöst wird. Nach etwa vier Wochen produziert deine Brust reife Muttermilch: Sie enthält ebenfalls wichtige Vitamine und Proteine, jedoch in geringerer Konzentration als die Vormilch. Dafür finden sich in ihr mehr Hormone, Enzyme, Fette und Kalorien, damit dein Baby die optimale Nahrung für sein Wachstum bekommt.

Während des Stillens ist es völlig normal, wenn deine Brust und deine Brustwarzen anschwellen und womöglich spannen – du kannst „auf jeden Fall weiter anlegen“, sagt Julia. Sollte das Stillen für dich zu unangenehm werden, halte am besten Rücksprache mit deinem Arzt oder deiner Hebamme – insbesondere dann, wenn du Fieber bekommen solltest.

Möglich ist auch, dass deine Brustwarzen nach Stillstart wund werden, weil sich dein Körper zunächst an das Stillen gewöhnen muss. Überprüfe in diesem Fall nochmal die Anlegetechnik und trage nach der Stillmahlzeit etwas Muttermilch auf die Brustwarze auf. Anschließend lässt du deine Brust 10-15 Minuten an der Luft, ehe du – falls nötig – eine dünne Schicht Brustwarzencreme aufträgst. Außerdem ratsam: Die Brustwarze trocken halten und auf einen längeren Gebrauch von Stilleinlagen verzichten.

Vorteile für Mütter: Fördert das Stillen auch meine Gesundheit?

Viele Mütter, die sich dazu entschieden haben, ihre Kinder zu stillen, berichten nach der Geburt von einer positiven Wirkung auf ihre mentale Gesundheit. Es lässt sich davon ausgehen, dass die von vielen werdenden Mamas gefürchtete Wochendepression seltener auftritt. Medizinisch und wissenschaftlich abschließend bewiesen ist das aber nicht. Demgegenüber berichten einige Mütter, dass sie das Stillen als emotionale Belastungsprobe empfunden haben – zum Beispiel, wenn die produzierte Milchmenge nicht ausreicht, das Stillen mit Schmerzen verbunden ist, der Milcheinschuss ausbleibt oder sich schlicht und ergreifend keine Stillbeziehung zwischen Mama und Kind einstellen wird.

In jedem Fall gilt: Das, was dir guttut, tut auch deinem Baby gut. Wenn du dich entspannst, wirkt sich das ebenso positiv auf die Stimmung deines Kindes aus. Setze dich daher nicht unter Druck, wenn es mit dem Stillen nicht klappt oder du dich aus anderen Gründen dagegen entscheidest. Das Füttern mit der Flasche kann ebenso zu deiner mentalen Gesundheit beitragen wie das Stillen.

Diäten für stillende Mütter: Was sollte ich während des Stillens beachten?

Mütter, die ihr Baby stillen möchten, sollten auf eine gleichzeitige Diät verzichten. Um ungeliebte Babypfunde wieder zu verlieren, ist eine Radikalkur mittels strenger Diät, Crash- oder Fastenkur sowie einem harten Fitnessprogramm wenig sinnvoll, da viele Umweltschadstoffe im Körperfett lagern. Bei einer Gewichtsabnahme werden sie freigesetzt und wandern über die Muttermilch direkt zum Säugling. Die Ernährungsgesellschaften empfehlen Stillenden deshalb eine Abnahme von maximal einem Kilo pro Monat. Generell solltest du dich mit der Rückkehr zu deinem Ausgangsgewicht nicht unter Druck setzen. Dein Körper hat wahre Wunder vollbracht und es ist völlig in Ordnung, dass er eine gewisse Zeit brauchen kann, um sich von der Geburt und der Schwangerschaft zu erholen.

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Mit dem Stillen aufhören: Ab wann kann ich abstillen? 

Julia und Jasmin empfehlen, sofern möglich und gewollt, „sechs Monate voll zu stillen und danach eventuell mit Beikost anzufangen“. Darüber hinaus kannst du so lange stillen, wie du möchtest und wie es sich für dich und dein Baby richtig anfühlt. Entscheidest du dich sechs Monate nach Stillstart oder später zum Abstillen, ersetzt du nach und nach jede Mahlzeit durch einen Brei. Wenn du bereits vor dem halben Jahr abstillen möchtest, ist es sinnvoll, „jede Mahlzeit anstatt mit Brei durch Pre-Nahrung“ zu ersetzen, empfiehlt Jasmin.

Dein Kind richtig stillen – so gelingt es

Sofern du dein Kind stillen kannst und möchtest, schenkst du ihm nicht nur wichtige Nährstoffe für den Stoffwechsel in Form deiner Muttermilch. Der regelmäßige Körperkontakt bietet dem Säugling außerdem Wärme und Geborgenheit. Natürlich kannst du beides auch dann herstellen, wenn du nicht stillst – dein Baby erhält auch beim Großziehen mit dem Fläschchen alle wichtigen Nährstoffe und wird sich in deiner Gegenwart wohlfühlen und prächtig entwickeln.

Achte während des Stillens darauf, eine für euch beide gemütliche Stillposition einzunehmen. Den wichtigsten Tipp liefern Julia Brömsen und Jasmin Czech gleich hinterher: „Es ist wichtig, dass ihr eine positive Einstellung zum Stillen habt und dass ihr euch gar keinen Druck macht“.

1 Quelle: Kersting, M., Hockamp, N. & Lücker, T. (2020). Studie zur Erhebung von Daten zum Stillen und zur Säuglingsernährung in Deutschland. (Zugriff am 01.11.2021)

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