Schlafen

Thema Babyschlaf: Einschlafen und Durchschlafen ist eine Frage der Zeit

Schlaf ist ein natürliches Bedürfnis. Jedes Baby schläft also – mehr oder weniger. Eltern hätten gern Einfluss auf die Schlafzeiten und verzweifeln oft, weil ihr Kind nicht dann zur Ruhe kommt, wenn sie es wollen oder wenn es mitten in der Nacht aufwacht und nicht gleich wieder von selbst einschläft. Auch das Schlafen im eigenen Bettchen ist nicht von Anfang an selbstverständlich. Wann ist mit Durchschlafen des Kindes zu rechnen, wie können Eltern den Schlafrhythmus beeinflussen und wie viel Schlaf braucht ein Baby im ersten Jahr?
 

schlafumgebung und schlafsituation: so ruht das baby sicher

Ihr Baby soll schlafen? Richtig gebettet ist schon halb gewonnen! In den ersten Wochen ist es ratsam, den Säugling im Stubenwagen oder der Wiege im elterlichen Schlafzimmer schlafen zu lassen. So fühlt er sich besonders geborgen. Außerdem wird nicht nur das nächtliche Stillen oder Fläschchengeben erleichtert, sondern die Atemgeräusche der Eltern wirken beruhigend auf das Neugeborene. Eine Wiege oder auch Hängematte für das Baby bietet außerdem den Vorteil des sanften Schaukelns. Das wirkt beruhigend auf Babys.

Es gilt inzwischen als sicher, dass Säuglinge nicht auf dem Bauch, sondern auf dem Rücken liegen sollten, um dem plötzlichen Kindstod vorzubeugen. Über die Ursache dieses Phänomens streiten Mediziner bis heute. Die meisten Ärzte nehmen an, dass der Kindstod durch eine Atemstörung verursacht wird. Wahrscheinlich wirken mehrere Faktoren zusammen. 
 

wichtig: die schlafumgebung des babys

Umso wichtiger ist eine gesunde Schlafumgebung für Kinder. Die Atemwege des Babys müssen frei sein und es darf nicht überhitzen. Daher sind Lammfelle, große Kuscheltiere, gepolsterte Bettumrandungen und dicke Federkissen im Babybett tabu. Alles, was das Gesicht des Kindes bedecken oder sich um den Hals wickeln könnte, ist gefährlich. Eine feste Matratze ist ebenso empfehlenswert wie ein Schlafsack statt einer Decke
Säuglinge überwärmen schnell. Das Baby sollte also im Schlafsack nicht zu dick angezogen sein. Windel, Body und Schlafanzug reichen. Die Raumtemperatur sollte zum Schlafen bei 16 bis 18 Grad liegen.
 

schlafverhalten und schlafdauer von babys

Ein Neugeborenes hat noch keinen Tag-Nacht-Rhythmus, es begreift nicht, warum es abends allein im Bettchen liegen soll. Kein Wunder also, dass es wimmert und schreit und nicht einschlafen will. Was tun? Geduld haben und Geborgenheit geben. Früher oder später wird das Baby schlafen. 

Neugeborene schlafen auf Tag und Nacht verteilt im Schnitt 16,5 Stunden. Ein regelmäßiges Schlafverhalten entwickelt sich ab der vierten bis sechsten Lebenswoche. Nachts schlafen die Babys dann schon länger als tagsüber. Die Schlafgewohnheiten vom Baby sind unterschiedlich. Je öfter das Kind beispielsweise tagsüber ein Nickerchen macht, umso kürzer ist die Nachtschlafphase. Ist das Baby gegen Abend mal wieder müde, sollte es nach einhelliger Auffassung von Psychologen und Kinderärzten nicht bis zum endgültigen Einschlafen herumgetragen, sondern noch halbwegs wach ins Bett gelegt werden. Ein Schlaflied oder auch Händchenhalten sind schöne Einschlafrituale, um dem Kind zu zeigen, dass es nicht alleingelassen wird.

Bis zum Alter von drei bis vier Monaten können Kinder noch nicht allein in den Schlaf finden. Babys schreien zu lassen, damit sie vermeintlich müde werden, ist ein Ammenmärchen und aus Sicht von Kinderärzten und Entwicklungspsychologen nicht ratsam. Vor allem im ersten halben Jahr braucht das Baby die Gewissheit, dass es nicht allein ist, sondern eine Bindungsperson in der Nähe hat, die sich kümmert. Schlafprogramme in Ratgebern, die das Schreienlassen propagieren, gelten mittlerweile als überholt. Heute wird aufgrund bindungstheoretischer Erkenntnisse aufs Kuscheln und Beruhigen gesetzt – und auf einen gleichmäßigen Tagesrhythmus. 

Auch das Pucken, also das feste Einwickeln, das gerade Neugeborenen ein Gefühl schützender Enge wie im Mutterleib geben soll, ist aktuellen Studien zufolge in der Praxis heute nicht mehr bewährt: So rät der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte von der Wickeltechnik ab, weil es das Risiko für eine Hüftdysplasie und durch die Rückenlage eine Abflachung des Hinterkopfs begünstigen kann. 
 

unentspannte schlafsituation und schlafbedarf– wann besteht grund zur sorge?

Kinder im Alter von vier bis elf Monaten haben in der Regel einen Schlafbedarf zwischen zwölf und 15 Stunden, zwischen einem und zwei Jahren sind es elf bis 14 Stunden. Ein- und Durchschlafprobleme können dazu führen, dass das Kind zu wenig schläft. Dazu zählt regelmäßiges nächtliches Aufwachen, weil das Kind nicht gelernt hat, sich selbst zu beruhigen und zum Einschlafen die Hilfe der Eltern braucht. Es kann aber auch sein, dass sich das Kind gegen das Einschlafen wehrt, weil es Grenzen austesten will oder weil es wegen eines zu chaotischen Tagesablaufs abends nicht richtig zur Ruhe kommt.

In jedem Fall kann dauerhaft zu wenig Schlaf ein Risikofaktor für Krankheiten sein. Zum Beispiel treten häufiger Infekte auf, weil das Immunsystem geschwächt ist. Und auch die Entwicklung kann durch Schlafmangel gehemmt werden. Eltern sollten bei massiven und anhaltenden Schlafproblemen ihres Kindes den Kinderarzt um Rat fragen.
 

durchschlafen: ein strukturierter tagesablauf ist hilfreich

Von Durchschlafen spricht man erst ab einer Dauer von sechs Stunden. Einen Schlafrhythmus mit längeren Durchschlafphasen haben zwei Drittel aller Kinder erst mit ungefähr drei Monaten. Bis dahin wird der Nachtschlaf unterbrochen von dem Bedürfnis nach ein oder zwei Milchmahlzeiten. Wacht das Baby am Anfang also noch alle drei bis vier Stunden auf, weil es Hunger hat, braucht es mit etwa sechs Monaten nachts in der Regel nichts mehr trinken. Die großen Mahlzeiten werden auf den Tag gelegt. Die Schlafentwicklung wird also von Monat zu Monat immer besser. 

Eltern können ihr Kind auch dabei unterstützen, schlafen zu lernen. Etwa, indem sie für einen strukturierten Tagesablauf sorgen. Für einen guten Schlafrhythmus raten Kinderärzte grundsätzlich zu einem strukturierten Tagesablauf, er sollte ausreichend Ruhepausen, aber auch körperliche Aktivitäten enthalten. Mit neun Monaten beträgt die durchschnittliche Schlafdauer etwa 14 Stunden. Das bedeutet, dass manche Kinder in der Nacht auch mit unter zehn Stunden auskommen. Eltern sollten die durchschnittliche Schlafdauer kennen, um das Kind nicht zu früh, aber auch nicht zu spät abends ins Bett zu bringen. Der beste Zeitpunkt, um ein Baby schlafen zu legen ist, wenn es erste Anzeichen von Müdigkeit zeigt, etwa indem es sich die Augen reibt. Den Schlaf können die Eltern beeinflussen, indem sie zum Beispiel versuchen, das Kind nicht so früh ins Bett zu legen, dass es in den frühen Morgenstunden schon wieder aufwacht, andererseits aber auch nicht den Mittagsschlaf so auszudehnen, dass es abends erst spät einschläft. 

Hat das Kind nachts längere Wachphasen und weint, will es sich in der Regel der Nähe seiner Eltern vergewissern. Sanftes Streicheln und ruhiges Zureden reichen dann manchmal schon. Im Zweifel muss dieses Ans-Bettchen-Treten und Beruhigen sich noch einige Male wiederholen, bis das Kind wieder fest schläft. Auch hier gilt: Es braucht Zeit. 
 

sollte das baby im elternbett schlafen?

Das Baby mit ins Elternbett zu nehmen, ist aus Gründen der Evolution nichts Ungewöhnliches: Jahrhundertelang schliefen alle Mitglieder einer Familie im selben Raum, dicht beieinander. Forschungen haben ergeben, dass sowohl der Schlaf des Babys als auch der der Mutter tatsächlich eher erholsam als unruhig sind, wenn sie zusammen in einem Bett schlafen. Andere Untersuchungen kamen zu dem Schluss, dass auch keineswegs die Selbstständigkeit des Kindes beeinträchtigt wird, wenn es regelmäßig im Elternbett schläft. Allenfalls leidet darunter die Paarbeziehung zwischen Mutter und Vater. Das Bedürfnis, bei den Eltern zu liegen, nimmt bei den Kindern mit zunehmendem Alter übrigens ab: Vor allem mit etwa zwei Jahren, im sogenannten Trotzalter, wächst der Wunsch nach Eigenständigkeit – und damit der Wunsch, im eigenen Bett einzuschlafen und aufzuwachen.
 

baby und schlaf: mit geduld kommen alle in der familie zur ruhe

Gesunder Schlaf ist wichtig für die Entwicklung des Babys. Er fördert Gesundheit, Lernfähigkeit und Wachstum. Eltern müssen vor allem in den ersten Monaten nach der Geburt geduldig sein. Das Kind braucht Zeit, um seinen Schlaf-Wach-Rhythmus zu finden. Ein strukturierter Tagesablauf hilft dabei. Wie viel Schlaf ein Baby braucht und wann es durchschläft, ist individuell unterschiedlich. Einschlafrituale, Trost und Kuscheleinheiten helfen eher dabei, dass das Baby schlafen lernt als Schlafprogramme, die auf Schreienlassen setzen. 

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