U2

U2-Untersuchung: große Vorsorgeuntersuchung für die ganz Kleinen

Im Rahmen der Früherkennung wird das Neugeborene in den ersten Monaten engmaschig kontrolliert. So erfolgt schon zwischen dem dritten und dem zehnten Lebenstag die zweite Vorsorgeuntersuchung (U2) mit einem ausführlichen Besuch beim Kinderarzt. Der Kinderarzt fragt insbesondere, wie die Geburt verlaufen ist, ob das Kind danach Beschwerden mit der Atmung oder sonstige Erkrankungen hatte. Auch die körperliche Untersuchung ist bei der U2-Untersuchung beim Kinderarzt für das Baby eingehend, um einer möglichen Fehlentwicklung vorzubeugen. 


Was wird bei der U2-Untersuchung gemacht?

Die Körpermaße werden ermittelt. Dazu zählen Größe, Gewicht und Kopfumfang. Außerdem werden Organe, Geschlechtsteile, Haut und Gelenke des Säuglings begutachtet. Bei Verdacht auf eine Fehlbildung des Hüftgelenks kommt ein Ultraschall in Betracht. Darüber hinaus werden bei der Baby-U2-Untersuchung die Reflexe des Babys kontrolliert.


Woran erkennt man eine Neugeborenengelbsucht?

Eine mögliche Neugeborenengelbsucht wird ebenfalls abgeklärt. Sie ist an einer Gelbfärbung der Haut erkennbar. Auslöser ist, dass entweder große Mengen des Gallenfarbstoffs Bilirubin im Körper anfallen oder die Aufnahme von Bilirubin in die Leber beziehungsweise seine Weiterverarbeitung oder Ausscheidung über die Galle gestört sind. Das ist in der Regel Anzeichen eines normalen Prozesses nach der Geburt. Haben sich die Bilirubinwerte nach einer Dauer von bis zu zwei Wochen wieder normalisiert, ist keine Behandlung notwendig. 


Welche Erkrankungen können beim Neugeborenen-Screening frühzeitig erkannt werden?

Ebenfalls Teil der U2 für das Baby ist das Neugeborenen-Screening, bei dem das Blut auf Stoffwechsel- und Hormonstörungen untersucht wird. Dazu nimmt der Kinderarzt ein paar Tropfen Blut aus der Ferse des Babys ab. Im Rahmen des „Neugeborenen-Screenings“ wird mit einem Tropfen Blut aus der Ferse nach 12 Krankheiten gesucht. Es handelt sich um genetisch bedingte Stoffwechsel- und Hormonstörungen, darunter die angeborene Schilddrüsenunterfunktion und ein Defekt in der Fettsäureverbrennung.

Die 12 Krankheiten wurden wohlweislich ausgewählt. Diese sind alle gut behandelbar, wenn sie früh entdeckt werden. Unbehandelt aber würden sie zu schwersten geistigen oder körperlichen Behinderungen oder gar zum Tod führen. Somit können die Tests viel Leid verhindern. Auf Wunsch der Eltern kann mithilfe dieser Methode auch das Vorliegen der seltenen Erbkrankheit Mukoviszidose untersucht werden.

Wie alle anderen Untersuchungen wird auch diese von den Krankenkassen getragen.


Auch das Hörvermögen wird getestet

Auch das Hör-Screening ist eine Kassenleistung. Dabei wird mit einem speziellen Gerät innerhalb weniger Sekunden das Hörvermögen des Kindes gemessen.


Das sollte im Arztgespräch der U2-Untersuchung thematisiert werden

Säuglinge sollen nach Empfehlungen des Bundesministeriums für Ernährung während des ersten Lebensjahres standardmäßig Vitamin D zur Vorbeugung von Rachitis erhalten. Als Darreichungsform kommen Tropfen oder Tabletten in Betracht. Der Kinderarzt klärt darüber auf, was die Vor- und Nachteile sind.
Im Gespräch werden auch Schwierigkeiten beim Trinken beziehungsweise Schluckstörungen sowie mögliche Auffälligkeiten bezüglich Schlaf und Verdauung thematisiert. Auch die sogenannte Fluoridprophylaxe spricht der Arzt in der Regel an: Fluoride machen den Zahnschmelz widerstandsfähig und schützen ihn so vor Karies. Es gibt unterschiedliche Auffassungen in der Medizin darüber, inwiefern Fluor-Tabletten für Säuglinge sinnvoll sind. 


Sind Impfungen vorgesehen?

Nach dem Impfkalender der Ständigen Impfkommission des Robert-Koch-Instituts erfolgt die erste Impfung frühestens im Alter von zwei Monaten (erste Sechsfachimpfung).



Ist die U2-Gesundheitsuntersuchung Pflicht und was kostet sie?

Wie alle anderen Kinderuntersuchungen (aktuell bis zur J1) ist auch die U2 eine Leistung der gesetzlichen Krankenversicherung. In jedem Fall trägt die Versicherung des Kindes die Kosten für die Vorsorgeuntersuchung U2 – egal, ob es privat und die Mutter gesetzlich versichert ist oder umgekehrt.
Die U-Untersuchungen sind keine gesetzliche Pflicht – mit Ausnahme der Bundesländer Bayern, Hessen und Baden-Württemberg (U1 bis U9). Andere Länder versenden eine schriftliche Aufforderung an die Eltern, damit die der Gesundheitsvorsorge des Kindes dienenden Arztbesuche nicht versäumt werden. Nehmen Eltern die Termine nicht wahr, können sich Jugend- und Gesundheitsämter einschalten. Auch bei der Anmeldung im Kindergarten werden zum Teil Nachweise über die U-Untersuchungen verlangt.

Fazit
Die U2-Vorsorgeuntersuchung des Babys zwischen dem dritten und zehnten Lebenstag ist der erste große Termin beim Kinderarzt. Das Kind wird eingehend begutachtet, um unter anderem Fehlbildungen des Hüftgelenks oder Stoffwechsel- und Hormonstörungen auszuschließen. Doch ob Ultraschall oder Blutabnahme – für das Baby geht alles möglichst schnell und schmerzlos vonstatten.