In der „Gewöhnungs-Phase“ nehmen Eltern vieles auf sich, um ihrem Kind das abendliche Einschlafen zu erleichtern: Die einen fahren mit dem neuen Erdenbürger ziellos im Auto umher, bis ihm – sanft eingelullt vom Motorengeräusch – die Augen zufallen. Andere wiegen ihr Kind stundenlang auf dem Arm in den Schlaf. Nicht selten hört man gerade von jungen Eltern, die den Abend von dem Moment an, in dem sie das Baby schlafen gelegt haben, nur noch im Flüsterton und auf Socken verbringen. Die sowohl die Türglocke als auch das Telefon vorsichtshalber abstellen, nur um „störende“ Klingelgeräusche zu vermeiden, die den kleinen Prinzen oder die kleine Prinzessin jäh aus dem Schlaf reißen könnten.

Und selbst wenn dann endlich ihr Baby schlafend ins Reich der Träume gleitet, heißt das nicht zwangsläufig, dass diese Ruhe lang anhält: Viele Neugeborene wachen bereits nach einer oder zwei Stunden wieder auf. Nicht ungewöhnlich, aber für die Eltern eine nervenzermürbende und belastende Zeit, denn sie selbst können nur noch selten eine Nacht durchschlafen, Baby sei dank.

Ausreichender Schlaf ist wichtig

Damit das Baby schlafen lernen kann, sind regelmäßige Schlafphasen ungemein wichtig. Zudem kann sich der kleine Organismus nur so optimal erholen und regenerieren. „Babys brauchen viel Schlaf, um das zu verarbeiten, was sie im Laufe des Tages erlebt haben“, sagt Dr. Alfred Wiater, Chefarzt der Kinderklinik des Krankenhauses Köln-Porz. Denn während der Säugling vermeintlich friedlich schläft, arbeitet das kleine Gehirn auf Hochtouren.

„In der Nacht durchläuft das Baby zwei wichtige Schlafphasen: In der Traumschlafphase träumt es nicht nur, es lernt auch – die am Tag gesammelten Eindrücke gehen ins Langzeitgedächtnis über. Der Tiefschlaf hat eine andere bedeutende Funktion: Der Körper entspannt sich, das Kind wächst und sein Immunsystem wird gestärkt“, erläutert Dr. Wiater.

Anzeichen von Müdigkeit

Mutter küsst Baby auf Stirn

Legen Eltern ihr Baby schlafen, wenn es müde wird, haben sie die beste Chance, dass es schnell einschläft. Denn auch Babys haben eine innere Uhr. Wenn aber der günstigste Zeitpunkt fürs Einschlafen überschritten ist, kann es längere Zeit dauern, bis das Kind zur Ruhe findet.

Aber wie erkennt man eigentlich, ob das Baby müde ist und die notwendige „Bettschwere“ hat? Ganz einfach: Wenn das Kind gleichmäßig atmet, sich weniger bewegt, seine Muskulatur entspannt und der Blick verträumt wird, dann sind das sichere Anzeichen dafür, dass Baby schlafen will. Das Baby sollte jetzt zum Beispiel nicht durch laute Musik gestört werden. Sonst überwindet es die Müdigkeit und lässt sich wieder gern unterhalten. Aber weil der Schlaf dem Kleinen fehlt, fordert es früher oder später seine Ruhe – auch durch Schreien. Dieses Signal wird oft missverstanden: Viele Eltern nehmen an, ihr Baby wolle unterhalten werden oder habe Hunger.

Durch Unterhaltung oder Stillen zur falschen Zeit kann der Rhythmus jedoch schnell durcheinandergeraten. Das Beste in so einem Moment ist, rasch das Baby schlafen zu legen: So findet es leichter seinen Schlafrhythmus. Damit Babys schlafen lernen und zur Ruhe kommen, brauchen sie feste Abläufe – und das geht weitaus entspannter als mit allabendlichen Spritztouren im Auto oder nicht enden wollendem Herumtragen.

Durchschlafen Baby! Routine und Rituale helfen

Ein regelmäßiges Schlafritual vor dem Zubettbringen hilft, beim gewünschten Durchschlafen Baby zu unterstützen. Sie erleichtern das Einschlafen und stärken zugleich die vertrauensvolle Eltern-Kind-Bindung. Wenn der Säugling weiß, was als Nächstes geschieht, kann er sich besser entspannen. Schon mit sechs bis acht Wochen können Eltern beginnen, ihr Baby an eine täglich wiederkehrende Schlafroutine zu gewöhnen. So kann ihr Baby schlafen lernen; eine geregelte Tagesstruktur hilft ebenfalls. Wichtig ist, dass Eltern darauf achten, möglichst immer zur gleichen Uhrzeit das Baby schlafen zu legen. Eine gute Gelegenheit zum Schlafengehen ist nach dem Stillen. Dann ist das Baby für etwa vier Stunden satt und der kleine Organismus hat Zeit, um die aufgenommene Nahrung zu verarbeiten. So können Mama oder Papa ihr Baby mit einem wohligen Sättigungsgefühl auf das Einschlafen vorbereiten. Und umso früher heißt es für sie: Durchschlafen Baby sei dank!

Einschlafrituale und Zubettgehtipps – so kann Baby schlafen lernen …

Schlafhygiene:

Die abendliche Bad-Routine wie Windelwechseln, Hände- und Gesichtwaschen, Zahnfleischmassage oder Zähneputzen bietet viele Möglichkeiten für liebevolle, beruhigende Streicheleinheiten und hilft dem Baby beim Schlafenlernen. Pflegeprodukte mit entspannendem Duft unterstützen die beruhigende Wirkung.

Baby-Spa:

Ein- bis zweimal pro Woche lässt ein warmes Bad Ihr Kind zur Ruhe kommen. Spezielle Zusätze reinigen Babys Haut mild. Nach dem Baden sollten Sie Ihren kleinen Liebling mit einer milden Babylotion eincremen.

Babymassage:

Auch an badefreien Tagen freut sich Ihr kleiner Liebling über eine sanfte Massage mit Baby-Öl. Liebevolle Berührungen geben ihm ein Gefühl von Geborgenheit – und stärken die Bindung zwischen Ihnen und Ihrem Säugling.

Spielen:

Ein ruhiges Spiel ist eine gute Möglichkeit, die Kleinen liebevoll auf die Nacht vorzubereiten. Ist es dann an der Zeit, Baby schlafen zu legen, können Sie ihm ein Spielzeug über das Bettchen hängen und etwas dazu erzählen, um es ganz müde zu machen. Vergessen Sie jedoch nicht, das Spielzeug wieder mitzunehmen, wenn Sie gehen!

Erzählen:

Die Zubettgehzeit mit Erzählen zu beenden, ist für Eltern ebenfalls eine gute Möglichkeit, gemeinsam mit ihrem Baby zur Ruhe zu kommen. Sind Sie sich nicht sicher, was Sie erzählen sollen? Einfach drauflosreden, was Sie am Tag gemacht und erlebt haben.

Gute Nacht wünschen:

Viele Babys genießen es, durch den Raum getragen zu werden, um ihren Geschwistern, ihrem Lieblingsspielzeug und anderen Dingen gute Nacht zu sagen.

„La-Le-Lu, nur der Mann im Mond schaut zu“:

Wenn Ihr Kind im Bett liegt, stimmen Sie es mit einem beruhigenden Schlummerlied, z. B. der Melodie einer Spieluhr, auf den Schlaf ein. Mit einem gewohnten Schlaflied wird Ihr Baby schlafen lernen.

Baby-Schlaf im Sommer:

In der warmen Jahreszeit können Babys aufgrund von Hitze manchmal schwerer in den Schlaf finden; auch durchschlafen kann Baby oft nicht. Durch warme Decken oder Bekleidung kann es schnell zu Überhitzungen kommen. Säuglinge sollten besser in geeigneten Schlafsäcken ohne Kissen liegen, da hierdurch die Gefahr, dass Decke oder Kissen die Atemwege behindern, deutlich reduziert wird. Aus diesem Grund ist auch die Bauchlage zu vermeiden.

Kein durchschlafendes Baby, doch plötzlich wach?

Wenn Ihr Kind nachts aufwacht und weint, vermeiden Sie alles, was es munter machen könnte: Spielen, Schmusen oder aufgeregtes Reden. Nehmen Sie Ihr Baby möglichst nicht aus dem Bettchen. Streicheln Sie es und sprechen Sie leise mit ihm, um es Ihre Nähe spüren zu lassen, damit es zurück in den Schlaf findet.