MENTOR ist eine Initiative von Freiwilligen mit dem Ziel, die Lese- und Sprachkompetenz bei Kindern und Jugendlichen zu fördern. Durch Einzelbetreuung hilft MENTOR jungen Menschen, die Schwierigkeiten im Umgang mit der deutschen Sprache haben. Die PISA-Studien der letzten Jahre haben gezeigt: Es gibt enorme Defizite in der Lese-, Schreib- und Sprachkompetenz bei Schülerinnen und Schülern in Deutschland. Diese Defizite wirken sich nicht nur im sprachlichen Bereich aus, sondern haben auch einen negativen Einfluss auf das berufliche Fortkommen und das Sozialverhalten der jungen Menschen.

Die MENTOR-Bewegung

Dem Bundesverband von MENTOR gehören 73 regionale MENTOR-Vereine und 10 Leseinitiativen an. Sie sind in 290 Orten aktiv. Dort organisieren und betreuen die regionalen Vereine die Zusammenarbeit zwischen den Lesementoren, Schulen und Kindern. In Abstimmung mit den Eltern schlagen die Lehrer förderbedürftige Kinder vor, von MENTOR kommen die ehrenamtlichen Leselernhelfer. Sie werden im Vorfeld intensiv auf ihre verantwortungsvolle Aufgabe vorbereitet.

Leseförderung und Mentoring

MENTOR unterscheidet sich von anderen Leseinitiativen durch die Ausrichtung am Erfolgsprinzip der Gründer: Die Vermittlung von Lesekompetenz sowie die kontinuierliche Begleitung eines Lesekindes, mindestens ein Jahr lang anhand festgelegter Kriterien. Dazu gehört das 1:1 Prinzip: Einmal in der Woche, mindestens ein Jahr lang, begleitet ein erwachsener Mentor seinen Schützling. Die Förderung findet außerhalb des Schulunterrichts, aber im Schulgebäude statt.

© Andreas Endermann

Das Vorlesen von Texten mit korrekter Betonung und das Sprechen in vollständigen Sätzen stehen dabei ebenso im Mittelpunkt wie das Gespräch über das Gelesene und das Verstehen der Texte. Denn nur wer lesen kann und die Bedeutung von Texten erfasst, kann sich eine Meinung bilden, einen Schulabschluss machen und sein Leben in die Hand nehmen. Ausgangspunkt des gemeinsamen Lese-, Schreib- und Sprechtrainings sind immer die Interessen und individuellen Fähigkeiten des Kindes. Die Mentoren holen die Mädchen und Jungen dort ab, wo sie aktuell stehen. Sie bauen in den Lesestunden eine entspannte Atmosphäre ohne Notendruck auf.

Entstehung und Entwicklung

„MENTOR – Die Leselernhelfer e.V.“ wurde 2003 vom Buchhändler Otto Stender und seiner Frau Johanna in Hannover ins Leben gerufen. Das Ehepaar verstand die Initiative als „Hannovers Antwort auf Pisa“. Die Idee verbreitete sich schnell in ganz Deutschland, 2008 wurde der Bundesverband gegründet. Mittlerweile arbeiten die ehrenamtlichen Leselernhelfer mit 1.600 Schulen zusammen, 11.000 Mentoren begleiten bundesweit etwa 14.000 Schüler.

Als lesebegeisterte und überzeugte Schirmherren engagieren sich zum Beispiel der Philosoph und Publizist Richard David Precht sowie die Journalistin und Autorin Sandra Maischberger für die Arbeit des Bundesverbands.

Unterstützung des gemeinnützigen Verbands

Alle Mentoren engagieren sich ehrenamtlich. Ihr Verband und ihre Vereine sind auf Spenden von Wirtschaft und Industrie angewiesen, um Weiterbildungen und Materialien zu erstellen und zu organisieren oder das Netz der Leselernhelfer weiter auszubauen.

Schon seit einigen Jahren begleiten und unterstützen die ROSSMANN-Drogeriemärkte den Bundesverband von „MENTOR - Die Leselernhelfer“ und Otto Stender, den visionären Gründer der gesamten Bewegung. Unternehmer Dirk Roßmann gehört von Anbeginn an zu den Förderern der MENTOR-Idee und hilft finanziell und organisatorisch. So berichtete das ROSSMANN-Kundenmagazin „Centaur“ (Auflage: 1,0 Mio.) mehrfach über das bundesweite ehrenamtliche Engagement der Mentoren, die Kindern beim Erwerb der wichtigsten Kulturtechnik unserer Zivilisation beistehen: dem Lesen.


Weitere Informationen finden Sie unter:www.mentor-leselernhelfer.de
und www.facebook.de/mentor.bundesverband

 

Fotos: © Andreas Endermann