15.06.2015 | News

ROSSMANN und P&G unterstützen die Nepal-Hilfe der
SOS Kinderdörfer mit 300.000 Euro

Auch wenn die Bilder des Erdbebens von Nepal bereits wieder aus den täglichen Nachrichten verschwunden sind, ist die Not vor Ort nach wie vor groß. In wenigen Wochen beginnt der Monsun in Nepal und damit steigt das Bedürfnis nach sicheren Zelten und Unterbringungen.

ROSSMANN und Procter & Gamble wollen gemeinsam denen helfen, die durch die Katastrophe obdachlos geworden sind und unterstützen deshalb die Nepal-Hilfe der SOS Kinderdörfer mit einer Spende von 300.000 Euro. Sabine Fuchs, CEO SOS Kinderdörfer Deutschland, nahm den Spendenscheck entgegen.

Scheckübergabe
In unseren SOS-Einrichtungen vor Ort finden obdachlose Familien ein Notquartier und werden umfassend versorgt. Darüber hinaus richten wir Nothilfe-Kindertagesstätten ein. Die Spende von Procter & Gamble und ROSSMANN ist hier für uns eine wichtige Unterstützung.
Sabine Fuchs, CEO SOS Kinderdörfer Deutschland

Erdbeben in Nepal hinterlässt verheerende Zustände

Überall Trümmer, Tote und Verletzte, verzweifelte Überlebende: Mehrere verheerende Erdbeben haben Tod und Zerstörung über die Menschen in der Himalaya-Region gebracht. Besonders schwer getroffen wurde die Region der nepalesischen Hauptstadt Kathmandu. Die SOS-Kinderdörfer in Nepal leisten Nothilfe, um Kindern und Familien beizustehen.

8 Mio.

Menschen sind laut UN von der Erdbebenkatastrophe betroffen; 1,4 Millionen sind auf Lebensmittelhilfen angewiesen. Gerade Kinder und Familien brauchen dringend Hilfe.

Verzweifelte Lage im Katastrophengebiet

In der Regel geht es für die Menschen nach einer Katastrophe langsam bergauf. In Nepal traf die Menschen am 12. Mai 2015, 17 Tage nach dem ersten verheerenden Erdbeben, ein zweites Beben in ähnlicher Stärke.

Viele Familien hatten gerade ihre Toten begraben und versucht ihr Leben neu zu ordnen. Sie haben neuen Mut geschöpft und sich an den Wiederaufbau gemacht. Nun leben sie wieder in Parks und auf der Straße und stehen vor dem Nichts. Viele Häuser, die dem ersten großen Beben noch standhielten sind nun in sich zusammengefallen. Hänge und Straßen, die gerade noch so hielten, rutschten in die Täler.

Katastrophengebiet Nepal

Nachdem beim ersten Beben schon über 8.000 Menschen starben, hat das neue Erdbeben wieder viele Tote und Verletzte gefordert. Während man noch nach Verschütteten grub, Zelte verteilte und Verletzte versorgte, nahm die Katastrophe für die Menschen eine neue Dimension an.

Akute SOS-Hilfe

Zuflucht und Hilfsgüter: In unseren SOS-Einrichtungen vor Ort finden obdachlose Familien ein Notquartier. Hier erhalten sie psychologische Unterstützung, medizinische Versorgung, Essen und Trinken. SOS-Helfer versorgen zudem Erdbebenopfer in mehreren Notlagern mit Nahrungsmitteln, Zelten und medizinischer Hilfe.

Kinderbetreuung und psychologische Hilfe: Um den Kindern wieder Halt zu geben, richten die SOS-Kinderdörfer im Katastrophengebiet Nothilfe-Kindertages-stätten ein. SOS-Mitarbeiter betreuen dort traumatisierte Mädchen und Jungen psy-chologisch. Während die Kinder im geschützten Bereich der Kitas versorgt werden, können Eltern an den Wiederaufbau ihrer Existenz gehen. Direkt nach dem ersten Beben wurden 14 dieser Nothilfe-Kitas für derzeit über 1.200 Kinder eröffnet.

Langfristige Hilfe

Wiederaufbau und Neuanfang: Die SOS-Kinderdörfer in Nepal werden arme Familien und ihre Gemeinden beim Neuanfang unterstützen - durch den Wiederaufbau von Häusern und Schulen sowie durch Sozialzentren. Geplant ist, durch die SOSNothilfe mindestens 20.000 Kinder und ihre Familien zu erreichen.

Familien vereinen: SOS-Teams suchen in den von den Beben am stärksten betroffenen Gegenden gezielt nach Kindern, die während der Katastrophe ihre Eltern verloren haben oder im Chaos von ihnen getrennt wurden und geben ihnen ein Zuhause in den SOS-Kinderdörfern, bis ihre Familien gefunden werden. Die SOSKinderdörfer tun alles, um unbegleitete Kinder wieder mit ihren Familien zu vereinen. Sollte das nicht möglich sein, können die Kinder ein dauerhaftes Zuhause in einem der SOS-Kinderdörfer Nepals finden.

Warum sind Wiederaufbau und langfristige Unterstützung so dringend notwendig?

Vor den Erdbeben hatte sich in Nepal, nach jahrzehntelangen Entwicklungsrückschlägen und unruhigen politischen Verhältnissen, vieles auf dem Weg der Besserung befunden. Besonders die Kindersterblichkeit und der Zugang von Kindern zu Bildung konnten signifikant verbessert werden. Durch die katastrophalen Erdbeben stehen diese Fortschritte nun auf dem Spiel, weil die gesamte Infrastruktur des Landes hart getroffen wurde.

Durch ihre Lebensumstände nach dem Beben, dem Leben im Freien und dadurch, dass sie jeder Form der Witterung ausgesetzt sind, haben sie den aufkommenden Infektionskrankheiten wenig entgegenzusetzen.

Aktuell werden die Folgen der Erdbeben vor allem die Kinder treffen. Schon heute leiden ca. 40 Prozent von ihnen an chronischer Mangelernährung und sind geschwächt.

Und auch langfristig werden die Beben großen Schaden anrichten, denn die folgenden Ernten werden ganz oder viel geringer ausfallen und Familien, die sich bisher selbst versorgen konnten, werden auf Unterstützung und Nahrungsmittelhilfe angewiesen sein. Kinder werden ihre Ausbildungen abbrechen müssen, denn das wenige Geld, das den Familien zur Verfügung steht, werden sie nun für den Wiederaufbau und den Neuanfang brauchen und nicht in die Bildung ihrer Kinder stecken können. Doch ohne Bildung werden es diese Kinder sehr schwer haben, dem Kreislauf der Armut zu entkommen.