23.03.2012 | Pressemitteilung

Rohrzucker statt Öl

Neue umweltfreundliche Tragetaschen

 

Die Deutschen gehören in der Mülltrennung und dem Recycling weltweit zu den Vorbildern. Dies gilt auch für die Einkaufstüten, die bei ROSSMANN jedes Jahr in zweistelliger Millionenzahl verkauft werden. Seit Jahresbeginn gibt es vier neue umweltfreundliche Tragetaschen, die alle bisherigen nicht recycelten Kunststoff-Varianten auf Erdölbasis (Polyethylen = PE) komplett ersetzen.

Am häufigsten wird der Kosmetikbeutel, gefolgt von der Schlaufentragetasche und der Standardtragetasche, nachgefragt. Die Standardtragetasche wird in zwei Varianten angeboten: aus recycelten Folien und Rohrzucker. Die Version aus alten Folien ist ein Beitrag zum erfolgreichen Recyceln von Materialien. Alle anderen Tüten sind nur noch aus Rohrzucker.

Die neuen Tragetaschen haben dieselbe Stabilität und Traglast (2-10 Kg) wie herkömmliche Kunststofftaschen und werden zu 90 Prozent aus dem nachwachsenden Rohstoff Rohrzucker gewonnen. Dieser Rohstoff stammt aus Brasilien und wird auch als grünes PE bezeichnet. „Rohrzucker hat ein günstiges Öko-Profil, da er in den Anbauflächen nicht direkt mit Nahrungsmitteln konkurriert und auch die Abholzung des Regenwaldes durch notwendige Lizenzen nicht fördert“, weiß Michael Naujock (Geschäftsleiter Einkauf). „Zuckerrohr benötigt für den Wachstumsprozess feuchte Böden und subtropisches Klima, bei dem pro Kilogramm Pflanzenmasse etwa 2,5 Kilogramm CO2 gebunden werden. Kein anderes grünes Polyethylen hat einen günstigeren ökologischen Fußabdruck.“

Weitere Vorteile sind die häufige Wiederverwendbarkeit und eine 100-prozentige Recyclingfähigkeit. Geringfügige Nachteile des Rohrzuckers liegen im höheren Rohstoff-Preis, dem möglichen Einsatz von Dünger und den weltweit begrenzten Ressourcen. Das Abfackeln der Blätter vor der Ernte wird durch die CO2-Aufnahme während des Wachstumsprozesses in der ökologischen Rechnung gemildert.

So hat sich das grüne PE gegen andere nachwachsende Rohstoffe durchgesetzt, die zahlreiche Nachteile haben. Papier hat trotz wiederverwertetem Altpapier eine schlechtere Ökobilanz (siehe auch Infokasten). Die alternativen Taschen aus nachwachsender Pflanzenstärke sind zwar nach einem Jahr vollständig biologisch in Erde und Wasser abbaubar, die Anbauflächen für Rohstoffe konkurrieren aber mit denen für Nahrungsmittel. Sie sind außerdem in ihrer Wiederverwendbarkeit beschränkt und nicht zu recyceln.

Die in den ROSSMANN-Filialen hingegen eingesetzte zweite Variante der Standardtragetasche aus 100 Prozent recycelten Abfallfolien trägt das Umweltsiegel „Blauer Engel“, weil bei der Produktion 80 Prozent weniger Ressourcen benötigt werden und 60 Prozent weniger CO2 entsteht. Alle Tragetaschen können in den Filialen oder dem gelben Sack entsorgt werden. Sie werden anschließend von den Filialen in die Zentralläger transportiert und von dort an die Verwerter weitergegeben.
Dort wird der Rohstoff zu Granulat verarbeitet und wieder dem Produktkreislauf zugeführt. Für ROSSMANN beginnt bei den Tragetaschen ein nachhaltiger und umweltfreundlicher Weg, der weiter ausgebaut werden soll.

Hintergrund Papiertaschen: Nur vordergründig umweltschonend

Papiertaschen sind trotz Recyclingpapier und einer biologischen Abbaubarkeit nur vordergründig umweltschonend, da bei der energieintensiven Herstellung und dem größeren Transportvolumen höhere Kosten und CO2-Emissionen anfallen. Eine Filiale verkauft in fünf Jahren etwa eine Palette mit 21.000 Standardtragetaschen, während die Papiertasche durch die Falzung und das größere Volumen im gleichen Zeitraum acht Paletten benötigt. Für alle 1600 Filialen werden somit 530 Rollboxen (10 LKW) für den Transport der Rohrzuckertaschen gebraucht, während die Papiertaschen insgesamt 4240 Rollboxen (82 LKW) an Volumen voraussetzen würden.

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Anna Kentrath ROSSMANN Pressesprecherin

Anna Kentrath
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