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Bewusst ernähren

Ayurveda: indische Tradition, regional interpretiert

Viel frisches Gemüse, Kräuter, feurige Gewürze: Die aus Indien stammende ayurvedische Küche gilt nicht nur als äußerst lecker, sondern vor allem als sehr gesund. Aber wie alltagstauglich ist sie? Kann man sich auch ohne komplizierte Rezepte ayurvedisch ernähren? Man kann! Und zwar ganz einfach und ohne exotische Zutaten.

Ayur – was? Schon wieder so ein Lifestyle-Hype? Weit gefehlt! Die traditionelle Heillehre Ayurveda hat in Indien seit immerhin mehr als fünftausend Jahren den gleichen Stellenwert wie unsere westliche Schulmedizin. Gesundheit ist dabei ein Ziel, auf das man jeden Tag hinarbeiten muss – indem man ausreichend schläft, einen geregelten Tagesablauf pflegt, Sport treibt, sich Pausen gönnt und ausgewogen ernährt. Und dabei gelten weder Regeln noch Verbote, es gibt lediglich Empfehlungen – passend auf jeden Menschen zugeschnitten. Alles hängt individuell von der Verteilung der sogenannten Doshas ab. Aber der Reihe nach:

Sind wir nicht alle ein bisschen Vata?

Ayurveda

Ohne Doshas geht im Ayurveda nichts. Ohne allzu tief in das spirituelle Universum der Lehre eintauchen zu wollen: Im Ayurveda wird davon ausgegangen, dass in jedem Menschen die drei Lebensenergien Vata, Pitta und Kapha schlummern, Doshas genannt. Sie bestimmen seine körperlichen Veranlagungen und charakterlichen Eigenschaften.

So sollten beispielsweise Vata-Typen, die meist sehr schlank und oft nervös sind, unbedingt frühstücken, während Kapha-Typen, die zu Übergewicht und Trägheit neigen, es besser bleiben lassen. Ein Pitta-Typ wiederum, der als schnell reizbar gilt, sollte nicht zu viele scharfe, saure oder salzige Lebensmittel essen. „Die meistens Menschen in der westlichen Welt haben durch ihre unstete Lebensweise eine Vata-Störung“, erklärt Nancy Akampita Dubourg, ausgebildete Ayurveda-Köchin und -Therapeutin. „Essen im Laufen, unregelmäßige Zubettgeh-Zeiten, Stress auf der Arbeit, Medienüberflutung, Leistungsdruck, zu viele Freizeitaktivitäten – das alles wirkt sich auf den Körper aus und ruft typische Vata-Symptome hervor, wie Schlafstörungen, Verdauungsprobleme oder schwankenden Appetit.“ Eine Umstellung auf eine typgerechte Ernährung kann dagegen zu einer Linderung der Beschwerden führen.

Kann ich also nur ayurvedisch essen, wenn ich meine Doshas kenne? Klingt kompliziert. „Keine Angst“, beruhigt Nancy Akampita Dubourg, „natürlich ist es vorteilhaft, seinen Konstitutionstypen bei einem Ayurveda-Arzt oder per Selbsttest zu bestimmen, aber es ist nicht zwingend notwendig. Und was den Aufwand beim Kochen betrifft: Jede neue Sache erfordert Umdenken und ein wenig Übung. Hat man die Prinzipien aber einmal verstanden, ist die Ayurveda-Küche völlig unkompliziert.“

10 Goldene Regeln der ayurvedischen Ernährung:

  1. Essen Sie regelmäßig, möglichst jeden Tag zur selben Zeit.
  2. Keine Fertigprodukte!
  3. Verwenden Sie statt raffiniertem Zucker Rohrohrzucker, Ahornsirup, Agavendicksaft oder Honig; zum Braten Ghee (geklärte Butter), Kokosfett oder gutes Olivenöl.
  4. Essen Sie nur, wenn Sie hungrig sind.
  5. Essen Sie möglichst warm, aber nicht zu heiß.
  6. Dünsten Sie Gemüse, statt es roh zu essen.
  7. Keine eisgekühlten Speisen und Getränke!
  8. Um Heißhunger zu vermeiden: Achten Sie darauf, dass bei jeder Mahlzeit alle sechs Geschmacksrichtungen – süß, sauer, salzig, bitter, herb und scharf – abgedeckt sind.
  9. Wasser, ungesüßte Kräutertees und Ingwerwasser sind die idealen Getränke.
  10. Gut kauen und das Essen genießen – ohne Ablenkung wie Fernseher.

Hauptsache frisch

Exotische Importware? Kommt nicht in die Tüte! Verwendet werden stattdessen regionale und saisonale Zutaten: viel gesundes Gemüse wie Möhren, Pastinaken, Bohnen, Fenchel, Blumenkohl, Kürbis oder Spinat, heimisches Obst, Milchprodukte wie Sahne oder die „Ghee“ genannte geklärte Butter sowie Trockenfrüchte und Nüsse. Es müssen auch gar nicht unbedingt Couscous oder Kichererbsen sein – es gibt unzählige Rezepte, in denen auch hochwertige heimische Getreide und Hülsenfrüchte wie Buchweizen, Dinkel oder Linsen Eingang finden. Entgegen vieler Meinungen ist die traditionelle ayurvedische Küche keine rein vegetarische oder gar vegane. Es gibt durchaus Rezepte, die auch Fleisch, Fisch und Eier enthalten.

Was niemals fehlen darf: frische Kräuter. Scharfe Gewürze wie Ingwer, Chili oder Kurkuma kurbeln den Stoffwechsel und die Verdauung an und wärmen von innen. Aber auch „westliche“ Gewürze gehören dazu, etwa Anis, Basilikum, Kümmel, Majoran, Dill, Lorbeerblätter, Piment, Wacholderbeeren oder Zimt.

Nur nicht auskühlen

Die Verdauung spielt in der ayurvedischen Ernährungslehre allgemein eine wichtige Rolle. Deshalb empfiehlt der Ayurveda, ausschließlich warme Speisen und Getränke zu sich zu nehmen – übrigens auch im Sommer. Kalte Lebensmittel schwächten „agni“, das Verdauungsfeuer, sagen die Inder. Weil der Körper sie erst erwärmen muss, verliert er viel Energie. Wir frieren mehr, der Stoffwechsel wird verlangsamt, und langfristig kann es auch zu Verdauungsproblemen kommen. Da auch Brot oder Müsli mit Joghurt zu den kalten Lebensmitteln zählen, sollte man den Morgen deshalb lieber mit einem warmen Getreidebrei beginnen.

„Mittags, wenn die Sonne am Höchsten steht, ist auch das Verdauungsfeuer am stärksten. Dann ist eine gute Zeit, um schwerere Speisen auf den Tisch zu bringen: Linsen- oder Kohlgerichte etwa, aber auch Fleisch“, rät Nancy Akampita Dubourg, „Abends ist die Verdauung nicht so stark. Dann sollte ich statt des Vollkornbrots mit Salami meinem Körper zwar nährende, aber leichte Speisen geben, zum Beispiel Gemüsesuppen, Getreidegerichte oder Ofengemüse“.

Warmer Getreidebrei zum Frühstück

Wärmt, kurbelt die Fettverdauung an und macht lange satt!

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