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Bewusst ernähren

Veganismus: Viel mehr als bloßer Fleischverzicht

Der Vegetarierbund VEBU geht im Moment (Januar 2015) von rund 7,8 Millionen Deutschen (rund 10 % der Bevölkerung) aus, welche Fleisch komplett von ihrer Speisekarte gestrichen haben. Rund 11 % von ihnen gehen sogar noch einen Schritt weiter: Als Veganer verzichten hierzulande schätzungsweise 900.000 Menschen auch auf Lebensmittel wie Fisch, Milchprodukte und Eier sowie auf sämtliche Produkte des täglichen Lebens, die in jeglicher Weise tierischen Ursprungs sind oder an Tieren getestet wurden. Vegan leben – das wird als eine Weltanschauung betrachtet.

Die Geschichte des Veganismus

Donald Watson war es, der in den 1940er Jahren den Begriff "vegan" prägte. Aber was bedeutet dieses Kunstwort eigentlich? Abgeleitet hat es der Brite von dem englischen Begriff "vegetarian" (dt. Vegetarier), indem er die Anfangs- und Endbuchstaben miteinander kombinierte. Die Idee dahinter: Veganismus beginnt mit Vegetarismus und führt ihn zu seinem logischen Ende. Nach Watsons Ansicht müsse Vegetarismus weit über den bloßen Verzicht auf Fleisch hinausgehen. Um dieses Leitbild weiter zu verbreiten, gründete er im Jahr 1944 die Vegan Society.

Vegan leben – was bedeutet das?

Den Wörterbuchern zufolge ist ein Veganer ein Mensch, der keine tierischen Produkte verzehrt oder benutzt. Bei der Ernährung werden Fleisch, Fisch, Milchprodukte, Honig und Eier rigoros ausgeschlossen, im Bereich Kleidung sind tierische Rohstoffe wie Leder und Wolle tabu. Kosmetika, Medikamente, Reinigungsmittel, Farben und andere Alltagsgegenstände dürfen keine tierischen Inhaltsstoffe enthalten und nicht in Tierversuchen erprobt worden sein. Auch das Halten von Haustieren sowie Zoo- oder Zirkusbesuche ist bei einigen Veganern verpönt.

Warum vegan?

Wer sich für eine vegane Lebensweise entscheidet, hat dafür seine ganz individuellen Gründe. Für die meisten Veganer stehen Tierrechte und Tierschutz an erster Stelle. Dass Tiere getötet, gequält oder in welcher Weise auch immer ausgebeutet werden, nur um eigene Bedürfnisse zu befriedigen, ist für sie unvorstellbar. Als weiteres, häufiges Motiv für Veganismus wird der Aspekt einer vermeintlich gesünderen Lebensweise genannt. Wer sich rein pflanzlich ernährt, spart Cholesterin sowie tierische gesättigte Fette aus und profitiert zugleich von wertvollen sekundären Pflanzenstoffen. Untersuchungen zeigen: Im Schnitt sind Veganer schlanker und leiden seltener unter Übergewicht.

Dass die Erzeugung tierischer Rohstoffe mehr Umweltressourcen (Wasser, Ackerfläche, Luft, Waldfläche, Pflanzen für Futtermittel) einfordert als der Anbau pflanzlicher Rohstoffe, ist weitreichend bekannt. Auch der enorme Ausstoß an klimaschädlichem C02 in der Massentierhaltung erweist sich aus Umweltgesichtspunkten als problematisch. Vielen Menschen, die vegan leben, ist der Nachhaltigkeitsaspekt ihrer Lebensweise sehr wichtig. Auch die Welternährungsproblematik, Unverträglichkeiten tierischer Lebensmittel (z.B. Laktoseintoleranz, diverse Eiweißallergien) sowie bestimmte religiöse und herrschaftskritische Leitbilder können Motive für Veganismus sein.

Mögliche Gefahren veganer Ernährung

Eine vegane Ernährungsweise ist grundsätzlich für alle Phasen des Lebenszyklus möglich, sollte aber gut überdacht und nicht allein durchgeführt werden. Gerade zu Beginn einer veganen Ernährung und bei besonderen Zielgruppen, wie Schwangeren, Stillenden, Kindern, Jugendlichen und Senioren sollte man sich professionelle Beratung durch entsprechende Beratungsstellen oder Ärzten hinzuholen. Durch regelmäßige Untersuchungen kann bei einem diagnostizierten Mangel entsprechend auf Nährstoffpräparate zurückgegriffen werden. Aufgrund der Komplexität der veganen Ernährung wird oftmals wegen der besonderen Nährstoffbedarfe bei oben genannten Zielgruppen von einer veganen Ernährung abgeraten.

In den einzelnen Lebenszyklen eines Menschen herrschen unterschiedliche bzw. schwankende Nährstoff- und Energiebedarfe auf die bei der veganen Ernährung eingegangen werden muss, um Mangelerscheinungen bei beispielsweise Eisen, Zink und Vitamin B12 zu vermeiden. Letzteres spielt eine wichtige Rolle bei der Zellteilung, der Blutbildung und der Funktion des Nervensystems. Ca. 83 % der Veganer leiden unter Vitamin B12 Mangel. Veganer können mit herkömmlichen pflanzlichen Lebensmitteln keine ausreichende Zufuhr von Vitamin B12 erreichen. Entsprechend sollte die ausreichende Zufuhr von Vitamin B12 über angereicherte Lebensmittel und Nahrungsergänzungsmittel, z. B. Tabletten, Tropfen oder Vitamin-B12-Zahncreme sichergestellt werden. Schwangere und stillende Veganerinnen sollten besonders auf eine adäquate Zufuhr achten, um die Vitamin-B12-Versorgung ihrer Kinder zu sichern.

Vegan oder nicht vegan – das ist die Frage!

Bei fertig verarbeiteten Produkten kann man sich als Veganer selten sicher sein, ob sie nicht auch tierische Anteile enthalten. Ein beliebtes Beispiel: Gelatine. Die kann nicht nur in Süßspeisen, sondern auch in Medikamenten vorkommen. Da lohnt ein Blick auf den Beipackzettel! Wer auch bei Kosmetik zu 100 Prozent vegan leben möchte, findet auf den Internetseiten veganer Vereinigungen Listen mit garantiert veganen Produkten. Zudem weist ein spezielles Gütesiegel in Form einer Sonnenblume vegane Produkte zuverlässig als solche aus. Auch auf zahlreichen Produkten der Rossmann Qualitätsmarke Alterra ist dieses Siegel zu finden.

Quellen

u.a. die DGE (Deutsche Gesellschaft für Ernährung), FKE (Forschungsinstitut für Kinderernährung Dortmund) und der VEBU (Vegetarierbund)

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