Um unsere Webseite für Sie optimal zu gestalten und fortlaufend verbessern zu können, verwenden wir Cookies. Weitere Informationen hierzu finden Sie in unserer Datenschutzerklärung. Akzeptieren
zum Warenkorb
lade...
Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
Mein Warenkorb
Warenbetrag Preis inkl. gesetzl. MwSt. zzgl. Versand
zum Warenkorb
Ihr Warenkorb ist leider noch leer.
Bewusst ernähren

Fleischlos glücklich: Alles über Vegetarismus

Der Bestseller „Tiere essen“ von Buchautor Jonathan Safran Foer hat viele Leser für das Leid von Nutztieren in Massenhaltung sensibilisiert. Wer das sehr anschaulich geschriebene Sachbuch gelesen hat, geht anschließend sehr viel bewusster mit seinem Fleischkonsum um und muss erkennen, dass das günstige Supermarkt-Schnitzel auf dem Teller das traurige Ergebnis einer häufig unethisch agierenden Millionenindustrie ist. Welche Arten des Vegetarismus es gibt, erklären wir Ihnen hier.

Alternative Ernährungsformen wie der Vegetarismus werden immer häufiger praktiziert. Einer Studie der Europäischen Vegetarier-Union zufolge hat bereits fast jeder zehnte Deutsche Fleisch von seiner Speisekarte gestrichen. Das ist viel, denn in anderen westlichen Ländern liegt der Anteil der Vegetarier bei gerade einmal drei bis fünf Prozent. Ganz anders in Asien: 40 Prozent der Menschen in Indien bevorzugen eine – häufig religiös motivierte – fleischlose Ernährung.

Warum vegetarisch?

Gemüse auf dem Markt

Wussten Sie eigentlich, dass der griechische Philosoph Pythagoras seinen Anhängern bereits im Jahr 500 v. Chr. eine fleischfreie Ernährung empfohlen hat? Der Ausdruck „Vegetarismus“ wurde aber erst seit dem 19. Jahrhundert geprägt, in Anlehnung an die englischsprachigen Begriffe „vegetable“ (= pflanzlich, Gemüse) und „vegetation“ (= Pflanzenwelt).

Wer sich vegetarisch ernährt, hat dafür seine guten Gründe: Moralisch-ethisch motivierte Vegetarier können es nicht ertragen, dass ein Tier für sie getötet wird, andere haben eine Abneigung gegen den Geschmack von Fleisch oder vertragen es einfach nicht. Gesundheitliche Aspekte können ebenfalls für einen rein pflanzlichen Speiseplan sprechen – solange alle im Fleisch enthaltenen Nährstoffe sinnvoll ersetzt werden. So mancher Vegetarier erachtet die intensive Massentierhaltung als ökologisch besonders bedenklich, und auch religiöse Gründe können den Fleischkonsum beeinflussen, insbesondere im Hinduismus und Buddhismus.

Was ist erlaubt? Arten des Vegetarismus

Vegetarische Ernährung ist immer durch den Verzicht auf Fleisch gekennzeichnet, unterschieden wird zwischen vier Formen des Vegetarismus:

  • Ovo-Lacto-Vegetarismus: Eier und Milchprodukte dürfen verzehrt werden
  • Lacto-Vegetarismus: Milchprodukte sind erlaubt, Eier nicht
  • Ovo-Vegetarismus Eier sind erlaubt, Milchprodukte nicht
  • Strenger Vegetarismus: schließt alle Lebensmittel tierischen Ursprungs vom Speiseplan aus

Manch einer wundert sich darüber, dass Vegetarier auch Gummibärchen meiden, immerhin sind die süßen Meister Petze nicht aus Fleisch und Blut. Sie enthalten aber häufig Gelatine, die in der Regel aus Tierhäuten oder -knochen gewonnen wird. Schauen Sie am besten einfach auf die Zutatenliste.

Insbesondere unter Jugendlichen liegt der sogenannte „Pudding-Vegetarismus“ im Trend. Hier ist der Fleischverzicht ausschließlich moralisch-ethisch bedingt, gesundheitliche Aspekte spielen keine Rolle. So fehlen zwar Steak und Hamburger bei Pudding-Vegetariern auf der Speisekarte, gehaltvolle Leckereien wie Süßigkeiten oder Fertiggerichte bleiben dagegen hoch im Kurs. Ist ja kein Fleisch drin. Obst und Gemüse? Fehlanzeige!

Eine gemäßigtere Form des Vegetarismus ist der Pescetarismus. Wer sich für diese Art der Ernährung entschieden hat, der verzichtet auf das Fleisch von Warmblütern, verzehrt aber weiterhin regelmäßig Fisch. Wer nur gelegentlich oder zeitweise Fleisch konsumiert, gilt unter Ernährungsexperten als „Flexitarier“.

Die vegane Lebensweise

Veganismus umfasst weit mehr als den Verzicht auf tierische Lebensmittel, er ist eine Lebenseinstellung. Dem Wörterbuch zufolge ist ein Veganer ein Mensch, der keine tierischen Produkte verzehrt oder benutzt. Bei der Ernährung werden Fleisch, Fisch, Milchprodukte und Eier rigoros ausgeschlossen, im Bereich Kleidung sind tierische Rohstoffe wie Leder und Wolle tabu. Kosmetika, Medikamente, Reinigungsmittel, Farben und andere Alltagsgegenstände dürfen keine tierischen Inhaltsstoffe enthalten und nicht in Tierversuchen erprobt worden sein. Im Jahr 2008 lebten 0,1 Prozent der Deutschen vegan, 2015 waren es bereits 1,1 Prozent.

Auch die vegane Lebensweise lässt sich noch weiter auf die Spitze treiben: „Fruganer“ ernähren sich ausschließlich von pflanzlichen Produkten, die die Pflanze selbst nicht beschädigen, also von Früchten, Samen, Beeren und Nüssen, die bereits von Baum oder Strauch abgefallen sind. Getreide, Knollen – also auch Kartoffeln – Wurzeln und Blätter sind verboten. Da fällt die Essensauswahl schwer.

vegan Siegel

Da sich in vielen Lebensmitteln auch versteckte tierische Rohstoffe verbergen können, sind Veganer auf detaillierte Auflistungen der Inhaltsstoffe angewiesen. Ein spezielles Gütesiegel in Form einer Sonnenblume weist vegane Produkte zuverlässig als solche aus. Weiterhin sind im Internet zahlreiche Infolisten mit den genauen Zutaten verschiedenster Lebensmittel zu finden.

Lebt es sich vegetarisch gesünder?

Diese Frage lässt sich nicht ganz eindeutig beantworten. Klar ist, dass Fleisch ein wichtiger Lieferant von lebenswichtigen Nährstoffen wie Eisen, Eiweiß, Kalzium, Zink und Vitamin B12 ist. Mangelerscheinungen sind jedoch kaum zu erwarten, wenn bei der vegetarischen Ernährung auf eine ausreichende Zufuhr dieser Stoffe geachtet wird. Ernährungsexperten haben sogar herausgefunden, dass der Speiseplan von Menschen, die nur vegetarische Kost zu sich nehmen, häufig ein besseres Nährstoffverhältnis aufweist als der von Fleischessern. Solange sie keine Pudding-Vegetarier sind, ernähren sie sich meistens besonders ausgewogen, mit vielen Kohlenhydraten, aber weniger Fett und Eiweiß.

Heutige Zivilisationskrankheiten wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes, Übergewicht oder ein erhöhter Cholesterinspiegel finden sich bei Vegetariern sehr viel seltener. Das verdanken sie jedoch nicht ausschließlich dem Verzicht auf Fleisch, sondern vor allem ihrer häufig sehr achtsamen Ernährung aus Obst und Gemüse und den darin enthaltenen, wertvollen sekundären Pflanzenstoffen.

Vegetarische Haustierhalter aufgepasst: Ihre Tierliebe sollte nicht zu weit gehen! Auch wenn Sie selbst gern vegetarisch leben möchten, Ihrem kleinen Liebling tun Sie damit nichts Gutes. Insbesondere Katzen leiden bei fleischloser Ernährung rasch unter Mangelerscheinungen.

Tofu statt Schnitzel

Alternativen für Fleisch

Im Handel finden sich inzwischen zahlreiche Produkte, mit denen es sich lecker und ohne großen Aufwand vegetarisch bzw. vegan leben lässt.

Alternativen für… …

  • Fleisch: Sojaprodukte wie Tofu, Avocado, Austernpilze …
  • Eier: Sojamehl (als Bindemittel in Gebäck), Tofu …
  • Tierische Milchprodukte: Sojamilch, Reismilch, Hafermilch, Getreidemilch …
  • Käse: Sojakäse, Nährhefe, Seitan …
  • Honig: Zuckerrübensirup, Agavensirup, Ahornsirup …
  • Gelatine: Agar, Johannisbrotkernmehl, Fruchtpektin

Quellen

VEBU (Vegetarierbund)

Auch interessant

nach oben