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Entwicklung

Trotzköpfchen – Vom Erlernen des eigenen Willens

In den ersten eineinhalb Jahren ist die Familienwelt noch in Ordnung. Doch dann kommt der Tag, an dem sich der Sprössling brüllend im Supermarkt wälzt. Der dänische Familientherapeut und Autor zahlreicher Elternratgeber Jesper Juul rät Eltern zu Gelassenheit und zu einer neuen Sichtweise auf die "Trotzphase Kleinkind".

wann startet die trotzphase beim kleinkind?

Die sogenannte Trotzphase beginnt im Alter ab etwa eineinhalb Jahren und ist ein Meilenstein in der kindlichen Entwicklung. Es entdeckt seinen Willen, seine Persönlichkeit. Hinzu kommt, dass sich seine körperlichen Fähigkeiten rasant weiterentwickeln. Typisch für diese Zeit ist der starke Wille. Das Kind ist völlig überzeugt von seinen Ideen und will viele Dinge selbst tun, zu denen es noch nicht vollkommen in der Lage ist. Ein Nein von den Eltern versteht es als Ablehnung seiner Person, denn es kann noch nicht unterscheiden zwischen Kritik an seiner Handlung und an sich selbst.

regeln und verbote

Die Trotzphase beim Kleinkind ist gleichzeitig die Entdeckerphase. Gerade jetzt brauchen Kinder ihren Freiraum, damit sie ihren eigenen Willen und ein Selbstwertgefühl entwickeln können. Es soll Fehler machen dürfen und ausprobieren, was es schon kann – und was nicht. Diese Entwicklung zur Selbstständigkeit sollten Eltern aktiv unterstützen. Je weniger Regeln und Verbote bestehen, umso einfacher werden die elterlichen Botschaften vom Kind verstanden – und umso weniger Anfälle gibt es in Zeiten der Trotzphase. Wer sein Kind mit Verboten und Mahnungen überschüttet, sorgt für Verwirrung. Und irgendwann hört das Kind einfach nicht mehr zu. Jesper Juul: „Ein ständiger Strom von Ermahnungen und Erklärungen bewirkt, dass das Kind sich dumm fühlt oder falsch. Auch wenn der Umgangston eher freundlich und verständnisvoll ist, wird dennoch die Botschaft gesendet: ‚Du bist nicht gut genug‘.“ Juul spricht in diesem Zusammenhang davon „eigene Grenzen zu wahren“ statt den Kindern Grenzen zu setzen. Das heißt, sich der eigenen Werte, aber auch Toleranzgrenzen bewusst zu sein, um sie dann gegenüber dem Kind glaubhaft vertreten zu können.

wichtig in der trotzphase: richtig „nein“ sagen

Ein nur so dahingesagtes Nein ist keins. Aus einem halbherzigen Nein zur Schokolade beim Einkauf wird irgendwann ein Jein und endet schließlich damit, dass Eltern dem Quengeln nachgeben. Die Folge: Dem Kind wird keine eindeutige Botschaft vermittelt. Dabei brauchen sie gerade in dieser Phase ein Feedback auf ihre Erkundungen. „Daher ist es auch notwendig, immer und immer wieder Nein zu denselben Dingen zu sagen. Je persönlicher und selbstsicherer sich die Eltern ausdrücken, desto schneller werden die kleinen Forscher ihre Schlussfolgerungen ziehen“, schreibt Juul.

Ein weiterer Aspekt ist die Klarheit der Botschaft. Statt sich hinter allgemeinen Aussagen zu verstecken wie „Du weißt doch, dass Schokolade nicht gesund ist“, sollten Eltern ihre Position unmissverständlich mit einer Ich-Botschaft verknüpfen: „Ich möchte heute keine Schokolade.“

tipps für den alltag

  • Konflikte meiden, Auswege schaffen: Bestimmte Situationen bergen von vornherein Konfliktpotenzial. Ideal ist es, diese zu vermeiden beziehungsweise eine Alternative anzubieten. Statt beispielsweise ein Kind durch laufende Mahnungen von der teuren Stereoanlage fernhalten zu wollen, sollte sie außer Reichweite des Kindes stehen.
  • Chance auf Umdenken geben: Kinder weigern sich oft, das zu tun, was ihre Eltern sich wünschen oder von ihnen verlangen. Mit Kritik, Überredungsversuchen, Drohungen oder Versprechungen entstehen oft festgefahrene Situationen. Besser ist es, seinen Wunsch zu wiederholen, um sich anschließend kurz zu entfernen. So erhält das Kind die Gelegenheit, seinen Unwillen zur Zusammenarbeit zu überdenken und sich für ein „Ja“ zu entscheiden.
  • Respekt zeigen: Eltern sollten sich prinzipiell nicht in die Frustration der Kinder einmischen und weder mit schnellem Trost bei der Hand sein noch versuchen, die Frustration zu relativieren.
  • Besser ist eine empathische Bemerkung, etwa: „Ich verstehe, dass du enttäuscht bist. Ich hoffe, du kommst bald darüber hinweg.“
  • Nicht überfordern: Magst du Eis essen oder auf den Spielplatz oder in den Zoo? Wahrscheinlich möchte ein zweijähriges Kind alles auf einmal. Kinder in diesem Alter sind überfordert, unter mehreren Varianten zu wählen.
  • Entscheidungen respektieren: Eltern sollten ein Kind nur dann eine Entscheidung überlassen, wenn diese auch ernst gemeint ist. Fragen Sie in der Trotzphase Ihr Kleinkind keinesfalls, ob es zur Oma fahren will, wenn der Besuch bereits vereinbart ist.

film zum thema: der "erziehungsbasar" hilft hier anschaulich weiter:

lesetipps

  • Angsthase, Trotzkopf & Co. Schwierige Entwicklungsphasen meistern. Angelika Tiefenbacher, Compact Verlag
  • Das glücklichste Kleinkind der Welt. Wie Sie Ihr Kind liebevoll durch die Trotzphase begleiten. Harvey Karp, Goldmann Verlag

  • Das Trotzkopfalter. Doris Heueck-Mauß, humboldt/ Schluetersche

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