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Vorsorge

Experteninterview: Was bringt die Pränataldiagnostik?

Gynäkologe Dr. Jens Mecklinger über die Möglichkeiten und Risiken der Pränataldiagnostik und eine gute Nachricht: Bei etwa 95 Prozent der Schwangeren führt die Früherkennung zur Gewissheit, dass ihr Kind gesund ist.

Was ist Pränataldiagnostik?

Dr. Jens Mecklinger: Zur Pränataldiagnostik gehören spezielle Verfahren, mit denen das ungeborene Kind schon in einem frühen Entwicklungsstadium auf Chromosomenstörungen, erbliche Erkrankungen oder Entwicklungsauffälligkeiten untersucht werden kann. Zu diesen Möglichkeiten der Früherkennung in der Schwangerschaft gehören individuelle Gesundheitsleistungen, die meist nicht von den Krankenkassen übernommen werden, es sei denn, eine Indikation liegt vor. Man unterscheidet nichtinvasive und invasive Methoden – je nachdem, ob sie außer- oder innerhalb des Körpers stattfinden. Zu ersteren gehören spezielle Ultraschalluntersuchungen, Nackenfaltenmessung und Bluttests. Die Fruchtwasserentnahme (Amniozentese), die Zellschichtentnahme an der Fruchtblase (Chorionzottenbiopsie) und die Nabelschnurblutpunktion sind invasiv.

Wie sicher sind die Methoden der Pränataldiagnostik?

Dr. Jens Mecklinger: Bluttests und Ultraschalluntersuchungen sind für das Baby ungefährlich. Allerdings lassen sich daraus nur Aussagen zu Wahrscheinlich-keiten möglicher Chromosomenstörungen treffen. Ist dies der Fall, kann z.B. eine Amniozentese ein sicheres Ergebnis liefern. Durch den Eingriff, bei dem mit einer Nadel die im Fruchtwasser schwimmenden kindlichen Zellen entnommen werden, besteht ein Risiko für Blutungen und in seltenen Fällen möglicherweise sogar Fehlgeburten. Gleiches gilt für die Chorionzottenbiopsie, deren Ziel es ist, genetische Störungen festzustellen.

Ist eine Früherkennung empfehlenswert?

Dr. Jens Mecklinger: Als Gynäkologe ist es meine primäre Aufgabe, über die Möglichkeiten und Risiken der verschiedenen Verfahren der Früherkennung in der Schwangerschaft zu informieren. Allerdings lassen sich viele Auffälligkeiten schon bei den normalen Ultraschalluntersuchungen im Rahmen der gesetzlichen Schwangerschaftsvorsorge feststellen. Ganz wichtig: Jede Patientin hat die freie Wahl, ob sie sich für eine bestimmte Untersuchung der pränatalen Diagnostik entscheidet. Genauso hat die Frau aber auch das Recht auf Nichtwissen. Das heißt, sie kann selbst entscheiden, ob sie wissen möchte, ob ihr Kind gesund ist oder nicht. Niemals sollte eine Patientin zur Pränataldiagnostik gedrängt werden!

 

*Dr. Jens Mecklinger ist Gynäkologe und war Leiter einer gynäkologischen Krankenhausabteilung.

Gute Vorabinformation ist wichtig!

Bei wem sind besondere Untersuchungen der Früherkennung angeraten?

  • Frauen, die über 35 Jahre alt sind
  • Werdende Eltern, die bereits ein erkranktes Kind haben
  • Frauen, die bereits Fehlgeburten hinter sich haben, deren Ursachen nicht geklärt werden konnten
  • Familien, in denen Erbkrankheiten vorliegen
  • Familien, in denen vermehrt Fehlbildungen aufgetreten sind

Was muss ich vor den Untersuchungen bedenken?                         
Ziel der Pränataldiagnostik ist es, festzustellen, ob sich das Kind gesund entwickelt. Das heißt, Sie müssen sich im Vorfeld fragen, was Sie tun würden, wenn die Untersuchungen Entwicklungsauffälligkeiten ergeben. Beschäftigen Sie sich deshalb vorab mit Ihrem Partner intensiv mit der Frage, ob Sie gegebenenfalls ein krankes oder ein behindertes Kind austragen möchten.

Welche Folgen kann die Pränataldiagnostik haben?                        
Kaum jemand rechnet damit, dass das ungeborene Kind krank ist. Eine Behinderung oder Krankheit muss aber kein Grund für einen Schwangerschaftsabbruch sein. Suchen Sie sich Rat und Hilfe bei Experten pränataler Zentren, beim Sozialdienst der Kirchen, in Familienberatungsstellen und natürlich bei Ihrem Arzt.

 

Mehr erfahren

Lesetipp

  • Pränataldiagnostik – Wissen, was stimmt. Jens Pagels, Verlag Herder
  • Hauptsache gesund? Ethische Fragen der Pränataldiagnostik Präimplantationsdiagnostik – Zur aktuellen Debatte. Hille Haker, Kösel-Verlag

Unsere kostenlosen Checklisten zum downloaden:

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