Um unsere Webseite für Sie optimal zu gestalten und fortlaufend verbessern zu können, verwenden wir Cookies. Weitere Informationen hierzu finden Sie in unserer Datenschutzerklärung. Akzeptieren
zum Warenkorb
lade...
Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
Mein Warenkorb
Warenbetrag Preis inkl. gesetzl. MwSt. zzgl. Versand
zum Warenkorb
Ihr Warenkorb ist leider noch leer.
Vorsorge

Schwangerschaftsvorsorge: Das steht mir zu

Bürokratie und Ärzte-Fachchinesisch machen auch vor Schwangeren nicht Halt: Welche Maßnahmen und Untersuchungen fallen unter die Mutterschaftsrichtlinien? Und was steht eigentlich genau im Mutterpass? Wir erklären, was in den Vorsorgeuntersuchungen auf Sie zukommt und enträtseln, was sich hinter den Zahlen und Buchstaben im Mutterpass verbirgt.

was sind mutterschaftsrichtlinien?

In den Mutterschaftsrichtlinien hat der Bundesausschuss der Ärzte und Krankenkassen die Vorsorgeuntersuchungen und Leistungen zusammengefasst, die einer Schwangeren in Deutschland gesetzlich zustehen: Dazu zählen unter anderem eine allgemeinmedizinische Erstuntersuchung zu Schwangerschafts-beginn, regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen, die den Gesundheitszustand von Mutter und Kind anfangs monatlich, ab der 32. Woche zweiwöchentlich und kurz vor der Geburt wöchentlich überprüfen sowie verschiedene Blutuntersuchungen. Diese testen u.a. auf Infektionskrankheiten wie Röteln, Aids oder Hepatitis B. Zudem finden Tests auf immunbedingte Abwehrreaktionen zwischen Mutter und Kind statt sowie drei Ultraschalluntersuchungen. Ergeben sich Hinweise auf eine Risikoschwangerschaft, können darüberhinausgehende Untersuchungen folgen. Die Mutterschaftsrichtlinien besagen auch: Ihr Arbeitgeber ist gesetzlich dazu verpflichtet, Ihnen für die Vorsorgeuntersuchungen frei zu geben.

auftakt der vorsorgeuntersuchungen schwangerschaft

Bestätigt die frauenärztliche Untersuchung eine Schwangerschaft, beginnt die erste Vorsorge mit einem ausführlichen Gespräch. In dessen Verlauf wird die persönliche Vorgeschichte oder Krankengeschichte (Anamnese) sowie die des Partners und von Familienmitgliedern angesprochen. Erbliche Risiken können bestimmte Belastungen für die Schwangerschaft darstellen. Außerdem wird gefragt nach: der Zahl bisheriger Schwangerschaften, den sozialen Lebensum-ständen (Partnerschaft, Berufstätigkeit), den Lebensstilgewohnheiten (Ernährung, Bewegung, Rauchen, Alkohol). Der Frauenarzt trägt die Daten in den Mutterpass ein und wird sorgsam die Entwicklung und das Wachstum des Kindes überwachen sowie den Gesundheitszustand und das emotionale Wohlergehen der werdenden Mutter im Auge haben. Dies kann jedoch nur optimal geschehen, wenn Sie Ihre Vorsorgetermine zu den Untersuchungen in der Schwangerschaft einhalten.

wer trägt die kosten für die vorsorgeuntersuchungen?

Sind Sie gesetzlich versichert, übernimmt Ihre Krankenversicherung die in den Mutterschaftsrichtlinien festgelegten Untersuchungen. Andernfalls kommt Ihre private Versicherung dafür auf. Sollten Sie laufende Leistungen nach dem Bundessozialhilfegesetz beziehen, trägt das Sozialamt die Kosten. Untersuchungen, die über die gesetzlich zugesicherten Leistungen hinausgehen, etwa zur Pränataldiagnostik, werden Ihnen in Rechnung gestellt.

was steht im mutterpass?

Der in den 1960er Jahren eingeführte Mutterpass, den jede Schwangere bei der ersten Vorsorgeuntersuchung erhält, dient als medizinisches Tagebuch für den Schwangerschaftsverlauf. In ihm werden alle relevanten Daten und Befunde zur Gesundheit der Mutter und des Kindes festgehalten: die Blutgruppe, Untersuchungsergebnisse verschiedener Labortests, Angaben zur aktuellen Position, zum Gewicht und zur Größe des Babys, etc. Das Herz des Mutterpasses bildet dabei das sogenannte Gravidogramm. Dieses gibt einen genauen Blick über den Verlauf der Schwangerschaft und wird bei jedem Vorsorgetermin von Ihrem Arzt um eine weitere Zeile ergänzt.

Die vielen kryptischen Abkürzungen machen es mitunter ganz schön schwierig, den Mutterpass zu lesen: Hätten Sie bei der Abkürzung RR an Blutdruck (gemessen nach Riva Rocci) gedacht? AU steht übrigens für Bauchumfang des Babys, BEL für Beckenendlage, Hypertonie für Bluthochdruck, post partum bedeutet über-setzt „nach der Geburt“ und SL steht für Seitenlage.
Gynäkologen empfehlen Schwangeren, den Mutterpass stets bei sich zu tragen, damit im Notfall direkt richtig gehandelt werden kann.

was passiert bei den untersuchungen?

Bei den Routineterminen bei Ihrem Arzt bzw. Ihrer Hebamme wird Ihr Blutdruck gemessen (ideal 120/80 mmHg; plötzliche Blutdruckanstiege bedeuten für Mutter und Kind Gefahr), der Muttermund abgetastet, Ihr Gewicht überprüft sowie Ihr Urin untersucht, um eine mögliche Diabeteserkrankung bzw. Nierenprobleme auszuschließen. Auch Ihre Blutwerte werden regelmäßig kontrolliert, damit Nährstoffmängel früh genug erkannt werden können. Darüber hinaus wird ihr Bauch abgetastet, um die Höhe der Gebärmutter und die Lage des Kindes zu ermitteln.

ermittlung des infektionsstatus

Für jede Schwangere ist ein optimaler Impfschutz notwendig. Fehlt dieser und findet z. B. eine Infektion durch Rötelviren statt, die vielfach unbemerkt verläuft, entstehen Schädigungen des Ungeborenen. Da eine Impfung in der Schwangerschaft nicht mehr möglich ist, erhält die werdende Mutter Informationen, um Infektionen aus dem Weg zu gehen.

Eine Syphilisinfektion ist sehr selten, wird aber routinemäßig im Rahmen der Vorsorgeuntersuchungen der Schwangerschaft nachgeprüft. Das Ergebnis wird nicht im Mutterpass festgehalten. Ob eine Kontrolle auf HIV/AIDS vorgenommen wird, ist ausdrücklich von der Entscheidung der Schwangeren abhängig. Wie auch immer das Ergebnis aussieht, es wird nicht in den Mutterpass eingetragen. Wr-dende Mütter können sich gegen diese Untersuchungen in der Schwangerschaft entscheiden. Aufgepasst: Nehmen Sie immer Ihren Impfpass zu den Vorsorgeuntersuchungen mit.

Wann steht der nächste Termin für die Vorsorgeuntersuchung an? Wann findet der nächste Ultraschall statt? Eine Übersicht zu jeder Schwangerschaftswoche finden Sie in unserer Checkliste:

Lesetipps

  • Mein Schwangerschaftsbegleiter - Sicher durch die Schwangerschaft: Untersuchungen, Häufige Fragen. Dirk Borgwardt, Trias
  • Meine Schwangerschaft Woche für Woche - Medizinischer Hintergrund und praktischer Rat. Lesley Regan & Jeanette Stark-Städele, Dorling Kindersley

Checkliste kostenlos zum Download

Interessante Filme zum Thema

nach oben