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Endspurt

Pool oder Putzen?

Soll ich die freie Zeit für einen Großputz in der Wohnung nutzen oder doch lieber noch mal intensiv meine Freizeit genießen? Werdende Mütter befinden sich oft in diesem Zwiespalt. Die Lösung klingt einfach: Die richtige Mischung macht’s.

Wenn die Schwangerschaft auf der Zielgeraden ist, ist das Gefühl kurz vor der Geburt ähnlich wie vor einer Prüfung. Erst ist sie noch unwirklich weit entfernt, dementsprechend herrscht noch Entspannung. Rückt der Termin näher, wird es hektischer. Werdende Mütter beginnen damit, ihr Heim auf den Neuankömmling vorzubereiten. Sie gestalten das Kinderzimmer und räumen die Wohnung um. An diese Zeitspanne schließt sich die Nichts-geht-mehr-Phase an. Bei Hochschwangeren ist es der Körper, der nun mehr Ruhe einfordert, begleitet von der Unruhe, noch nicht alles erledigt zu haben. Und ganz am Schluss kommt die Zeit des Wartens, bei einer Geburt ist es ein unbestimmter Zeitpunkt, denn die wenigsten Kinder kommen zum errechneten Termin zur Welt. Das ist die besondere Herausforderung des letzten Monats der Schwangerschaft: Die Wartezeit kurz vor der Geburt zu genießen.

Die letzte (Frei-)Zeit zu zweit

Die letzten Wochen vor der Geburt, kurz vor der Geburt

Vor allem sollte die Zeit für die Partnerschaft genutzt werden. Bald ist die Zeit vorbei für eine spontane Verabredung in der Stadt oder einen Wellness-Tag mit Partner. „Nichts ist auf einmal wie es war. Dieses Motto geben wir in unserem Geburtsvorbereitungskurs werdenden Eltern mit auf den Weg“, erläutert Sylke Metzner, Familienhebamme in Emmerich. „Das betrifft schon die kleinen Dinge im Alltag. Das gemeinsame Duschen mit dem Partner oder den festen Kinotermin. Denn der Tagesablauf wird vom Kind bestimmt. Wir raten, unbedingt diese letzte Zeit bewusst miteinander zu verbringen und sich emotional auf die Herausforderung des Elternseins einzustellen.“

Es muss keineswegs ein kostenintensives Freizeitprogramm mit Wellnesswochenende, Theater- und Restaurantbesuchen sein. Viel wichtiger ist die Kommunikation miteinander. Das Verständnis dafür zu entwickeln, dass sich nach der Geburt alles um das Kind drehen wird. „Besonders Männer sollten sich mit anderen Vätern austauschen über ihre Rolle, ihre Aufgaben. Sei es mit Kollegen, Freunden, Verwandten“, rät Sylke Metzner. „Frauen sollten die Männer bei der Pflege und Betreuung des Kindes unbedingt ins Boot holen. Männer haben oft eine andere Sichtweise auf Probleme und entsprechend andere Lösungswege, sei es bei einem schreienden Kind oder in der Organisation des Alltags.“

Nestbautrieb – was Schwangere antreibt

Die letzten Wochen vor der Geburt, kurz vor der Geburt, Nestbautrieb

Bis sich manch werdende Mutter jedoch Zeit für den Partner nimmt, arbeitet sie oft eine scheinbar unendlich lange Aufgabenliste ab. Sie sprüht vor Energie und Tatendrang. Nicht alles ist nach objektiven Maßstäben unbedingt nötig für die Ankunft eines Babys. Mitunter haben sie die absurdesten Ideen: Sie bestreiten einen Einkaufsmarathon durch die Babymärkte, räumen den Keller auf, sortieren Bücher, wischen Küchenschränke feucht aus, kleben Fotos der letzten Urlaube endlich in Alben. Der Familienzuwachs soll in ein geradezu perfektes Zuhause kommen. Das Phänomen dahinter heißt Nestbautrieb, auch wenn wissenschaftliche Nachweise für eine hormonelle Steuerung oder einen Instinkt fehlen. Vielleicht nutzen die zuvor berufstätigen Frauen auch einfach nur die freie Zeit für jene Arbeiten, die bisher liegen blieben.

Nicht jede wird von einer plötzlichen Aufräumwut und einer unbändigen Lust auf Möbelrücken gepackt. Denise Elgeti, die mit Mann und Tochter derzeit in Paris lebt, berichtet: „Da wir sehr beengt wohnen, war ich sehr zurückhaltend bei den Anschaffungen und habe in der Wohnung lediglich etwas umgebaut. Es galt, jeden freien Platz auszunutzen, was zu sehr kreativen Ideen führte: Wie bekomme ich in einem an sich geräumigen Wandschrank jetzt die Waschmaschine, den Wickelplatz, den Windeleimer, das Kinder-Pflegemittel-Regal, das Windellager und den ersten Kinder-Kleiderschrank unter?“ Bei Katrin Haffner aus Köln gab es immer etwas zu tun: „Ich hatte keine Ruhe, bis alles so picobello war, wie ich mir das vorgestellt habe. Die verrückteste Aktion war, dass ich eine Riesenschachtel voll Schrauben sortiert habe, die schon seit Jahren im Werkzeugschrank lag. Erst dann war ich zufrieden – aber auch ziemlich geschafft.“

Solange sich die Frauen gut fühlen, können sie problemlos ihren Nestbautrieb ausleben. „Gesunde Schwangere dürfen prinzipiell fast alles tun“, erklärt die Hebamme. „Grundsätzlich sollten sie immer auf ihren Körper hören: sich nicht übernehmen, genügend Pausen einlegen sowie regelmäßig essen und trinken“, rät Sylke Metzner. „Beim Einrichten der Wohnung sollten sie immer daran denken, nicht mehr als fünf Kilogramm zu heben oder zu tragen. Auch nicht nur mal eben. Schließlich sollten sie es vermeiden, Chemikalien einzuatmen, die von Wandfarbe, neuen Möbeln oder Teppich ausdünsten oder von Putzmitteln stammen.

Kurz: Das Malern und Tapezieren sollten sie anderen überlassen.“ Auch bei den Freizeitaktivitäten gibt es nur wenige Einschränkungen. Tabu sind alle Sportarten, die plötzliche Bewegungen oder Richtungswechsel verlangen wie Tennis, eine Sturzgefahr bergen wie etwa Skifahren oder die Bauchmuskeln zu stark beanspruchen wie Rudern. Nicht empfehlenswert sind außerdem Reiten und Tauchen.

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Tipps für die Zeit kurz vor der Geburt

Werdende Mütter, die das Gefühl haben, dass sie nie zur Ruhe kommen, weil sie ständig aufräumen müssen und dies als unangenehmen Zwang erleben, sollten die Notbremse ziehen. Hilfreich ist eine Aufgabenliste, die am besten mit dem Partner besprochen wird. Was muss unbedingt erledigt werden, was kann liegen bleiben und was muss wirklich nicht sein? Das lässt sich prima vorbereiten:

Kliniktasche: der Klassiker. Die Kliniktasche sollten Sie nicht erst kurz vor der Geburt, sondern frühzeitig packen und den Mutterpass nicht vergessen.

Babys Ankunft: „Eine Gelegenheit zum Wickeln mit Heizstrahler und Windeln, Sachen fürs Baby und ein Schlafplatz. Das ist das Nötigste, was vorhanden sein muss“, fasst Sylke Metzner zusammen. Am besten alle Utensilien für den nächsten Windelwechsel parat legen.

„Papierkram“: Alle Vordrucke, Dokumente und Urkunden für Krankenkasse, Eltern- und Kindergeldantrag lassen sich jetzt schon zusammenstellen. Auch auftretende Fragen können schon im Vorfeld mit Behörden geklärt werden.

Geburtsanzeigen/Dankeskarten: Kurz vor der Geburt lassen sich Karten und Briefmarken besorgen, Adressaufkleber anfertigen oder ein E-Mail-Verteiler anlegen, damit niemand vergessen wird.

Unterstützung holen: „In Großfamilien, bei denen immer eine Tante oder eine Mutter anwesend ist, um sich um Kind und Mutter zu kümmern, erlebe ich immer, dass alles viel stressfreier zugeht und die Babys entspannter sind. Doch leider gibt es das kaum noch. Deshalb sollten Mütter sich kurz vor der Geburt Hilfe für die Zeit danach organisieren“, rät Sylke Metzner. Konkret: etwa eine Putzhilfe organisieren, die auch mal die Wäsche mit erledigen kann, Verwandte, die zum Babysitten kommen, oder Freunde, die Essen mitbringen. Tipp: Alle Wünsche auf Zettel schreiben und als Geschenkwünsche verteilen.

Pflichten abgeben: „Eine Mutter wollte unbedingt ihr Pferd nach der Geburt selbst versorgen. Schon am fünften Tag nach der Geburt rief sie an wegen Schmerzen in der Brust. Diagnose: Brustentzündung durch die Belastung ihres Armes beim Stallausmisten“, berichtet die Hebamme. Mütter sollten sich nicht überfordern und sich möglichst von Verpflichtungen freihalten.

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