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Gefühlswelt

Das reine Gefühlschaos – Hormone in der Schwangerschaft

Heulattacken aus dem Nichts heraus und ständige Stimmungsschwankungen – bei vielen Frauen spielen die Hormone in der Schwangerschaft verrückt. So zumindest die gängige Erklärung für das Gefühlschaos vieler werdender Mütter. Doch welche Rolle spielen die Hormone in der Schwangerschaft dabei wirklich?

Die Gefühle fahren Achterbahn

Sie haben sich dieses Baby so sehr gewünscht. Aber irgendetwas trübt die Vorfreude. Ein ungutes Gefühl macht sich breit. Zweifel und Sorgen statt Euphorie und Optimismus. An manchen Tagen ist das so. An anderen sind Sie voller Tatendrang, sind mit sich, der Welt und Ihrem Bauch im Reinen. Können es kaum erwarten, Mutter zu sein und wollen die ganze Welt umarmen. Alles ganz normale Gefühle – zumindest für eine Schwangere.

Frauen machen in den neun Monaten ihrer Schwangerschaft – und auch noch danach– ein Wechselbad der Emotionen durch. Bestimmte Hormone in der Schwangerschaft spielen dabei eine entscheidende Rolle. „Sie steuern die körperlichen, aber auch seelischen Veränderungen in dieser Zeit“, erklärt der Gynäkologe Dr. Jens Mecklinger. Viele Frauen fragen sich dann: Was passiert eigentlich gerade mit mir?

Stimmungsschwankungen: Beteiligte Hormone in der Schwangerschaft

Mit dem Augenblick der Befruchtung stellen sich die Hormone im Körper um. Die wichtigsten Hormone in der Schwangerschaft – Östrogene, Gestagene und Humanes Choriongonadotropin (hCG) – erreichen nun Spitzenwerte. Ihre Produktion läuft – zunächst in den Eierstöcken, dann übernimmt die Plazenta – auf Hochtouren. Eine Umstellung, die viele Frauen deutlich spüren. So macht Progesteron z. B. müde, während Östrogen eine anregende Wirkung hat. Die Folge ist ein Auf und Ab der Gefühle, Stimmungsschwankungen.

Das Hormon Choriongonadotropin (hCG) ist verantwortlich dafür, dass viele Frauen die typische morgendliche Übelkeit verspüren oder sich ständig unwohl fühlen. Diese Hormone in der Schwangerschaft beeinflussen also unser Gefühlschaos. Allerdings zeigt sich dieses bei jeder Frau unterschiedlich stark.

Psychische und körperliche Veränderungen

Mitverantwortlich für die Hochs und Tiefs sind auch die körperlichen Veränderungen, die sich allmählich bemerkbar machen: Der Bauch ist aufgedunsen, die Brüste spannen. Die meisten Schwangeren setzen sich in dieser Phase außerdem intensiv mit ihrer zukünftigen Mutterrolle auseinander, sodass sich auch Sorgen und Unsicherheiten breitmachen und auf das Gemüt auswirken. – Gründe, warum es jetzt häufiger zu Spannungen mit dem Partner kommen kann. Von ihm ist jetzt besonders viel Verständnis und Geduld gefragt.

„Ständig muss ich weinen“ – Warum?

Viele Frauen sind in der Schwangerschaft besonders nah am Wasser gebaut. Kleinigkeiten wie etwa ein ausverkauftes Produkt im Laden oder ein verpasster Zug reichen schon aus, dass die Tränen kullern. Die Ursache sehen Forscher neben den allgemeinen tiefgreifenden Veränderungen, die Schwangere erfahren, in der allgemeinen Funktion der Tränen: Weinen kann uns helfen zu entspannen. In einer Studie untersuchten Wissenschaftler die verweinten Tränen von Männern und Frauen und fanden darin neben dem Hormon Prolactin (das u. a. die Bildung der Muttermilch anregt) auch Leucin-Enkephalin und Lysozyme. Letztere werden benötigt, um Infektionen abzuwehren. Leucin-Enkephalin ähnelt dem Schmerzmittel Morphium. Beim Weinen verabschiedet sich der Körper demnach von Stoffen, die er unter Stress produziert. Dass bei Schwangeren schneller die Tränen fließen, ist also kein Grund zu Sorge. Frauen weinen zudem generell etwas häufiger als Männer.

„Ich fühl mich prima“ – Die Phase des Wohlbefindens

Etwa ab dem fünften Monat erreichen viele Schwangere eine Phase, in der sie sehr ausgeglichen sind. Die anfänglichen Hürden sind überstanden, erste Vorbereitungen für den Nachwuchs getroffen, die Stimmung stabilisiert sich. Stolz zeigen sich viele Frauen jetzt mit ihrem deutlich sichtbaren Babybauch. Auch die Hormone in der Schwangerschaft stellen sich etwas um. So lässt beispielsweise die Konzentration des hCG-Hormons nach – die Übelkeit wird weniger.

Endspurt: Die Zeit vor und nach der Geburt

Ab dem letzten Drittel der Schwangerschaft werden Frauen nochmal auf die Probe gestellt. Der Bauch wird immer dicker und schwerer. Schlaflosigkeit, Rückenschmerzen, Sodbrennen sowie Ängste vor der Geburt können hinzukommen – Gefühle, die viele werdende Mütter stark belasten. Damit der weibliche Körper dann den großen Moment, die Geburt, meistern kann, sind auch hier Hormone beteiligt. Trotz der Schmerzen unter den Wehen empfinden viele Frauen während des Geburtsverlaufs unbeschreibliche Glücksmomente, was an der Ausschüttung des Stresshormonen Adrenalin und Endorphinen, natürlichen Opiaten, liegt.

Etwa 24 Stunden nach der Entbindung kommt es nochmals zu einem heftigen Hormonumschwung. Die Produktion von Östrogen und Progesteron sinkt nun so rasch, dass Müdigkeit, Erschöpfung und Traurigkeit die Folge sein können. Dies ist auch der Grund, warum viele Frauen nach der Entbindung unter den sogenannten „Heultagen“ leiden. Fast 80 Prozent aller Mütter sind davon betroffen. In den meisten Fällen ist die Phase aber nach wenigen Tagen wieder vorüber.

„Mit geht es nicht besser“ – Wenn nichts hilft

Wer glaubt, sein Gefühls- und Hormonchaos während oder auch nach der Schwangerschaft nicht in den Griff zu kriegen, sollte mit seinem Arzt sprechen. Ein Bluttest kann Aufschluss darüber geben, ob der Hormonhaushalt aus den Fugen geraten ist. In ernsten Fällen ist zu überlegen, ob nicht ein Therapeut hinzugezogen werden sollte. „Häufig hilft es aber bereits, mit dem Partner oder einer guten Freundin über die Ängste und Sorgen zu sprechen“, sagt Dr. Jens Mecklinger, „so wie man mit ihnen auch die Freuden teilt.“ Ansonsten heißt es für alle (werdenden) Mütter: tapfer durchhalten! In aller Regel geht diese belastende Phase schnell vorüber. Die Stimmungsschwankungen pendeln sich nach wenigen Tagen wieder auf ein normales Maß ein, die Traurigkeit verschwindet und bald überwiegt nur noch eins: Diese überwältigende Freude und der unbändige Stolz über das neugeborene Kind.

Lesetipp

  • Meine Schwangerschaft Woche für Woche – Medizinischer Hintergrund und parktischer Rat. Lesley Regan & Jeanette Stark-Städele, Dorling Kindersley
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