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Gesundheit

Späte Mutterfreuden – eine Risikoschwangerschaft?

Statistisch gesehen ist die Mutterschaft jenseits des 40. Lebensjahres schon lange kein Einzelfall mehr. Bereits 2003 waren knapp vier Prozent der Mütter in Deutschland bei der Geburt ihres ersten Kindes 40 Jahre oder älter, bis heute mit steigender Tendenz.

Schwanger mit 35 +: Das Alter allein reicht aus, um eine sogenannte Risikoschwangerschaft in Kauf nehmen zu müssen. Zu wissen, dass man automatisch zu den Risikoschwangerschaften zählt, hindert die meisten nicht in der Entscheidung. Werden Frauen schwanger mit 35+, sind sie in der Regel sehr sicher, dass sie ein Kind bekommen wollen. Erhebungen, wie groß der Anteil derjenigen Schwangeren unter 40 oder auch unter 35 ist, die an der Richtigkeit ihrer Entscheidung für ein Kind zweifeln, gibt es – leider – nicht. Auch ist man mit steigendem Alter nicht gefeit vor all den Überlegungen, die eine Schwangerschaft automatisch mit sich bringt: Schaffe ich das? Wird das alles gut gehen? Wird es finanziell reichen? Werde ich eine gute Mutter sein? … so grübelt man schlaflos des Nachts vor sich hin.

Eine Schwangerschaft bedeutet immer eine Ausnahmesituation und bringt fast immer solche Gedanken mit sich. Der Vorteil von Spätgebärenden liegt in der Kürze solcher Denkprozesse – und in der Einfachheit der Antwort: Klar, schaffe ich das. Ich habe 40 plus x Jahre hinter mir, bin nicht verhungert, nicht erfroren, habe dies im Privaten und jenes im Beruflichen gemeistert. Je mehr Lebenserfahrung man bereits sammeln konnte, desto eher ist man von sich selbst und von seinen Fähigkeiten überzeugt. Auch von jenen als Mutter, selbst wenn der Praxistest erst jetzt ansteht.

Andere Umstände

Schwanger mit 35, Risikoschwangerschaft

Warum erst schwanger mit 35+? Es gibt viele Argumente, die gegen die frühe eigene Fortpflanzung sprechen:Nicht der „richtige Zeitpunkt“, nicht der „richtige Mann“, nicht die „richtige Umgebung“ – so lässt sich die Aufzählung endlos weiterführen. Akademikerinnen beispielsweise, so sagt man, bleiben häufig kinderlos. Jein. Einiges spricht für diese These und für die Zahlen von bis zu 40 Prozent Kinderlosigkeit in dieser Gruppe. „Mit der Bildung ändern sich die Werte“, sagte zum Beispiel Michaela Kreyenfeld, Forscherin am Max-Planck-Institut (MPI) für demografische Studien in Rostock, in einem Interview der ARD: „Der Wunsch nach ökonomischer Unabhängigkeit, Selbstverwirklichung, aber auch die Instabilität der Paarbeziehungen nehmen zu.“

Andererseits sollte man keiner Statistik trauen, die man nicht selbst erstellt hat. Statistiken können nämlich durchaus in die Irre führen. In den bisherigen Erhebungen, und so beschreibt es nicht nur Christian Rickens in seinem Buch „Die neuen Spießer“, findet sich nämlich nur die Zahl der Kinder, „die in Haushalten von maximal 39-jährigen Akademikerinnen leben.“ Älter als 40 Jahre und Mutter? Anscheinend undenkbar. Und damit – bislang – nicht statistisch relevant.

Entscheidung unter Risiko

Die bewusste Entscheidung, Arbeit und Karriere dem Kinderwunsch voranzustellen, birgt manches Risiko in sich. Erste Beziehungen oder früh geschlossene Ehen gehen im Alter von 35 + womöglich bereits wieder auseinander. Damit schwindet nicht nur ein elementarer Baustein im eigenen Lebensplan, sondern auch ein potenzieller Vater.

Den oftmals heikelsten Aspekt für „späte Mütter“ hingegen verdanken wir dem medizinischen Fortschritt. Ja, wir wissen, dass unser Körper mit Anfang 40 nicht mehr so leistungsfähig ist wie mit Mitte 20. Die Funktionsfähigkeit von Organen kann nachlassen, die Belastungsgrenzen sinken.

Die „biologische Uhr“ tickt unüberhörbar. Die moderne Medizin hingegen zeigt andererseits, dass altersbedingte Einschränkungen dank Pillen und Säftchen sowie dank diverser Eingriffe und Anwendungen nicht hingenommen werden müssen. Es spricht also nichts dagegen, gelassen und mit der Sicherheit des medizinischen Fortschrittes und guter pränataler Diagnosemöglichkeiten die Altershürde zu nehmen und schwanger mit 35+ zu werden. Allerdings schwebt immer das Damoklesschwert der Risikoschwangerschaft über einem. Eines sollten Sie sich als „Risikoschwangere“ trotzdem bewahren: Gelassenheit. Souveränität. Coolness.

Denn so gut der medizinische Fortschritt auch ist, so sehr kann einen dieser in die Hysterie treiben. Während es vor Jahren noch rund zwanzig Kriterien gab, die eine Risikoschwangerschaft kennzeichneten, sind es mittlerweile weit mehr als das Doppelte. Nämlich 52. Es erstaunt daher nicht, dass die Diagnose Risikoschwangerschaft häufiger gestellt wird als die Diagnose einer normalen Schwangerschaft. Mindestens 70 Prozent aller Schwangerschaften gelten inzwischen als Risikoschwangerschaft.

Schwanger mit 35 plus: Starke Nerven und ein gutes Bauchgefühl

Das alleine wäre bereits genug, um aus entspannten Schwangeren besorgte Wesen zu machen. Dabei zeigt sich immer wieder, dass das vermeintlich höhere Risiko für Mutter und Kind bei einer altersbedingten Risikoschwangerschaft eher gering ist. Ob man mit steigendem Alter per se gesundheitsbewusster lebt, was viele Studien annehmen, sei dahingestellt. Sicher ist, dass es sich in den meisten Fällen um ein Wunschkind handelt. Die Schwangeren achten viel mehr auf sich und nehmen Vorsorgetermine gewissenhafter wahr.

Es gibt auch andere „Störfaktoren“ des seelischen Gleichgewichtes während der Schwangerschaft. Dazu zählen Internetforen, mehr als ein Schwangerschafts-Ratgeber im Bücherregal und natürlich die gut gemeinten Ratschläge der Umgebung, inklusive des Klassikers: „Du musst dich jetzt aber schonen, du bist doch schon im dritten Monat!“

Die wirklich positive Nachricht aber ist, dass Frauen, die sich im fünften Lebensjahrzehnt mit dem Start ihrer Familienplanung beschäftigen, meistens ausreichend erfahren sind, um solche Balanceakte tiefenentspannt zu überstehen. Indem man genau das tut, was bislang dazu beigetragen hat, das Leben zu meistern: Auf sich selbst hören – und auf seinen Bauch.

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