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Entwicklung

Ich schaff das! – Wie Kinder aus Fehlern lernen

Kinder entdecken ihre Welt spielerisch. Dabei passieren auch Missgeschicke. Ist Schimpfen die richtige Reaktion? Nein. Denn Fehler zu machen ist völlig normal – und es hilft Kindern sogar zu lernen und sich zu entwickeln. Eine positive Fehlerkultur ist ein zentraler Baustein in der Erziehung. Erfahren Sie, was wichtig ist, damit ihr Kind aus Fehlern lernen kann.

positive fehlerkultur – aus fehlern wird man klug

Versucht Ihr Kind die ersten Schritte zu machen, schwankt und stolpert es, fällt viele Male hin, steht auf und versucht es erneut. Jedes Mal testet Ihr Kind aus, wie es die Füße aufsetzen muss und wie es am besten das Gleichgewicht halten kann. Es lernt dabei aus seinen Fehlversuchen, bis schließlich das große Ziel, das eigenständige Laufen, erreicht ist.

Fehler zu machen, ist wichtig für die Entwicklung. Am Beispiel des Laufenlernens zeigt sich sehr gut, dass sie ein produktiver Teil des Lernprozesses sind. Der Vorgang des Ausprobierens und erneut Versuchens ist uns Menschen angeboren. Kinder stecken von Natur aus voller Neugierde und Motivation, ihre Umwelt zu entdecken. Dieser innere Antrieb sollte keinesfalls gebremst, sondern genutzt werden. Ihr Kind steht jeden Tag vor neuen Herausforderungen, die es lösen möchte. Sei es, sich auf die Seite zu rollen oder die Gabel richtig zu halten. Und Fehlversuche sind ein ganz natürlicher Teil der Entwicklung. Nur so kann sich eine positive Fehlerkultur entwickeln.

lernerfolge verankern sich fest im gehirn

Eltern sind oft unsicher, wann sie eingreifen und ihr Kind korrigieren sollen. Sie neigen verständlicherweise schnell dazu, schwierige Situationen zu unterbinden. Doch: Für Kinder sind überraschende Erfahrungen und die Möglichkeit, selbstständig Hindernisse zu bewältigen und Probleme zu lösen, zentrale Bausteine der Entwicklung und einer positiven Fehlerkultur. Menschen lernen aus Fehlern, weil sie Emotionen und Gefühle auslösen, die sich fest im Gehirn verankern.

Überspitzt gesagt: Wer einmal eine schmerzhafte Erfahrung gemacht hat, wird diesen Fehler kaum ein zweites Mal wiederholen. Generell gilt: Neu Erlerntes verankert sich besser im Gehirn, wenn man die Lösung für eine Aufgabe selber herausgefunden hat. So ergeht es auch dem Kleinkind, das sich gerade mitten im Prozess des Laufenlernens befindet.

positive fehlerkultur – aus fehlern wird man klug

Fehler und Missgeschicke gehören zum Leben. Umso wichtiger, dass Kinder frühzeitig lernen, mit ihnen umzugehen. So schwer es auch fällt: Gestehen Sie Ihrem Kind zu, Fehler zu machen und lassen Sie ihm einen Freiraum, seine Umwelt spielerisch zu entdecken. Reagieren Sie häufig mit einem „So geht das richtig“ oder „Das macht man aber so“, nehmen Sie Ihrem Schatz die Chance, Erfahrungen zu sammeln. Der eigene Versuch wird als Misserfolg abgespeichert. Etablieren Sie stattdessen eine positive Fehlerkultur und ermutigen den kleinen Weltentdecker, weiter zu üben. Natürlich können Sie Hinweise geben oder kleine Tricks verraten – den Weg zur finalen Lösung, sollte Ihr Kind jedoch selber finden. Die Erfolgserlebnisse stärken die Persönlichkeit und prägen den Charakter. Und denken Sie daran: Jeder noch so kleine Fortschritt ist für Ihr Kind ein Riesenerfolg. Loben Sie es jeden Tag für seine Heldentaten.

Und noch ein Gutes hat eine positive Fehlerkultur in der Erziehung: Erfolgserlebnisse treiben die Neugierde und den Entdeckerdrang an. Auf diese Weise machen Kinder die Erfahrung, dass Kreativität, Mut und Einfallsreichtum der Schlüssel zum Erfolg sind. Gleichzeitig wird die Selbstständigkeit des Kindes gefördert. Gestehen Sie Ihrem Kind also zu, seinen eigenen Weg zu gehen, statt ihm jedes Hindernis von vornherein aus dem Weg zu räumen.

wann soll ich eingreifen? wann nicht?

Eine präzise Antwort auf diese Frage gibt es nicht. Kinder sind in ihrer Mentalität sehr unterschiedlich. Manche sind sehr vorsichtig. Sie bereiten sich gedanklich auf den nächsten Schritt vor. Erst dann probieren sie herum. Es gibt aber auch Kinder, die am liebsten mit dem Kopf durch die Wand wollen und so ihre Erfahrungen sammeln. Jedes Kind geht seinen eigenen Weg. Einige müssen etwas herausgefordert werden. Andere sind bereits früh sehr lösungsorientiert.

Statt den kleinen Weltentdecker in Watte zu packen, sollten Sie als Eltern daher vor allem ein Gespür dafür entwickeln, wie Sie ihn am besten unterstützen können und wann Sie sich zurücknehmen sollten. Um sich selbst zu hinterfragen, schlägt der dänische Familientherapeut Jesper Juul eine einfache Formel vor: Handle ich gerade so, weil es meinem Kind zugute kommt, oder tue ich es, um beruhigt zu sein oder mich selbst zu trösten? Ist letzteres der Fall, sollten Sie sich zurücknehmen und Ihr Kind die Erfahrung machen lassen. 

bausteine der entwicklung

Erfahrungsschatz:
Kinder lernen unkonventionell und spielerisch. Auch wenn manches ungelenk aussieht – es muss nicht falsch sein! Als Erwachsene haben wir gegenüber unseren Kindern einen großen Erfahrungsschatz, den die Kleinen erst noch auffüllen müssen. Je mehr Erfahrung die Kleinen durch Fehlversuche sammeln, umso leichter wird es ihnen fallen, die nächste Herausforderung zu bewältigen und eine positive Fehlerkultur zu entwickeln.

Überfürsorge führt zu Überreaktion:
Ein Kind nimmt die Reaktionen und Gefühle seiner Eltern nicht nur wahr. Es orientiert sich auch an diesen. Ein Beispiel: Ihr Kind stößt sich beim Toben leicht den Kopf. Reagieren Sie jetzt mit Entsetzen und Angst, wird das Kind verunsichert sein und mit großer Wahrscheinlichkeit anfangen zu weinen. Reagieren Sie gelassen und geben mit einem kurzen Kommentar zu verstehen, dass nichts passiert ist, wird es weiterspielen und die Situation schnell wieder vergessen haben. So können Sie das Verhalten bei einem Missgeschick gezielt steuern.

Frustrationstoleranz steigern:
Eine positive Fehlerkultur steigert die Frustrationstoleranz. Eine Studie der Michigan State University zeigt: Menschen, die wissen, dass man aus Fehlern lernt, zeigen eine andere Gehirnreaktion auf Fehler als Menschen, die denken, dass sie nicht aus Fehlern lernen können. Solche, die sich des Positiven eines Fehlers bewusst sind, lernen nicht nur schneller aus diesen, sie gehen auch besser mit ihnen um und fühlen sich durch Fehler nicht niedergeschlagen.

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