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Familie

Stadt oder Land – Teil zwei: Die Stadt und wir

Stadteltern sind Organisationstalente, die sich von der Hektik, vom Lärm und dem Verkehr im Großstadtleben nicht aus der Ruhe bringen lassen – finden Julia und Matthias Ackermann. Im zweiten Teil unserer Serie „Stadt oder Land – Wo möchten wir leben?“ begleiten wir sie und ihre zwei Kinder einen Tag lang in ihrer Wahlheimat München.

Das Großstadtleben begleitet Julia und Matthias Ackermann seit dem ersten Moment ihrer Liebe. Denn die begann in New York. Ihre Wohn-Biografie ist abwechslungsreich: Aufgewachsen sind sie auf dem Land – sie im Süden, er in der westfälischen Provinz. Kennengelernt haben sie sich 2009 in der Metropole schlechthin. Sie als Touristin, er hat einige Jahre in New York gelebt. Nach einer Fernbeziehung zwischen Stuttgart und New York ging es vor zwei Jahren zusammen nach München, die Stadt, die die Heimat ihrer Töchter wurde.

Die Stadtfamilie: Ein Tag – ein Abenteuer

Großstadtleben: Familienfreundlichkeit ist ein Muss

Die Frage „Stadt oder Land?“ haben sich die Ackermanns nie ernsthaft gestellt. „Auch wenn wir beide Wurzeln auf dem Land haben, wir gehören einfach in die Stadt“, ist Julia Ackermann überzeugt. Als Matthias Ackermann ein Job-Angebot in München erhielt, zögerten sie nicht lange und packten ihre Koffer. Hier leben sie seit 2012, ihre gemeinsame Tochter Tita kam kurz danach auf die Welt, die sechsjährige Emma stammt aus einer früheren Beziehung. Ihrem Leben in der bayrischen Hauptstadt können sie nur Positives abgewinnen: „Es gibt keinen besseren Ort, um Kinder großzuziehen, als in einer Großstadt – wenn sie kinderfreundlich ist.“

Und wenn man sich das Großstadtleben dort leisten kann. Denn nirgendwo in Deutschland sind die Mietpreise höher als in München. Im Schnitt müssen Mieter 10,25 Euro pro Quadratmeter bezahlen. In Dresden sind es 5,46 Euro. Dafür entschädigt München mit einer ausgesprochenen Familienfreundlichkeit: „Wir merken hier immer wieder, dass Kinder im Alltag als Bereicherung wahrgenommen werden und nicht als Belästigung“, sagt Matthias Ackermann. So wird Familien mit Kindern zum Beispiel in Warteschlangen bei Ämtern Vortritt gewährt, es gibt Fahrstühle in fast jeder U-Bahn und in allen großen Parks an jedem Sonntag von Mai bis Oktober ein kostenloses Sportangebot für Kinder.

Aber Großstadt ist nicht gleich Großstadt – natürlich gibt es auch ganz andere Beispiele. Städte, in denen baufällige Spielplätze, triste Wohnblocks und viel Kriminalität an der Tagesordnung sind. Sicher nicht der schönste Ort, um Kinder großzuziehen. Aber vielen Familien bleibt aus finanziellen Gründen keine andere Wahl. Den meisten Großstädten ist gleich, dass sie in Sachen Natur nur bedingt das bieten können, was das Land bietet. Eine ungemähte Wiese mit wilden Blumen findet man hier kaum. Hier sind Kommunen gefragt, Freiflächen in der Stadt attraktiv zu gestalten. „Unabdingbar für Kinder aller Altersgruppen sind gefahrenlose Experimentier- und Erkundungsräume, also Spielplätze, Grünanlagen, Spielstraßen und Skateboardanlagen, die auf kurzem Weg erreichbar sind“, weiß Daniela Michalski, Expertin für Stadtplanung am Deutschen Institut für Urbanistik in Berlin. In der Städteplanung gewinnt die doppelte Innenentwicklung an Bedeutung: „Brachgefallene Flächen in Innenstädten als Grünräume nutzen – das steigert die Aufenthaltsqualität in innerstädtischen Quartieren.“

Das Leben in der Großstadt bietet uns so viel

Beruf und Familie unter einem Hut

Die Herausforderung für eine Familie im Großstadtleben besteht darin, ihren beruflichen und familiären Alltag zu bewältigen. „Die Großstadt muss die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ermöglichen. Eine optimale, qualitätvolle Kinderbetreuung mit flexiblen Betreuungszeiten ist ein Muss“, sagt Daniela Michalski. „Genauso wichtig sind aber auch flexible Arbeitgeber, die sich auf Teilzeitarbeit oder Homeoffice einlassen. Zusätzlich ist eine gute Versorgung auf kurzen Wegen mit Dienstleistungen für den täglichen Bedarf notwendig – und all das bei bezahlbaren Mieten.“

Kinder erleben in der Großstadt vielfältige Lebensbilder

Großstadtfamilien sind anpassungsfähig, sie wissen sich zu organisieren und können mit verschiedensten Situationen umgehen, lieben den Wandel und das Neue. „Dass unsere Kinder von klein auf Toleranz gegenüber anderen lernen, ist für uns ein wichtiges Argument pro Großstadt“, sagt Matthias Ackermann, „Hautfarbe, Herkunft und Religion spielen hier weniger eine Rolle, als ich es in meiner Kindheit auf dem Land kennengelernt habe. Jeder kann dazugehören.“ Seine Frau ergänzt: „Emmas  Kindergarten ist ein internationales Montessori-Kinderhaus. Hier trifft sie Kinder aus 14 verschiedenen Ländern. Dass diese Whitney oder Efecan heißen und vielleicht etwas anders aussehen als sie, ist für Emma ganz normal.“ Ackermanns Freundeskreis ist bunt gemischt: Ob Single, Familie mit oder Paare ohne Kinder – Emma und Tita lernen mehr kennen als das klassische Familienbild.

Auch das Freizeitangebot macht für die Ackermanns das Leben in München so attraktiv. Brasilianisches Capoeira, Kinder-Yoga, Konzerte für Babys: In der Großstadt haben sie die volle Auswahl. Entspannung finden Großstadteltern in hippen Familiencafés. Nicht selten sind diese Angebote aber überlaufen, denn junge Familien gibt es in attraktiven Großstädten viele.

„Während der Elternzeit, eine Phase, in der man ja mehr Zeit zu Hause verbringt, habe ich es sehr genossen, mit der Tram in die Stadt zu fahren und zu wissen, dass das Leben nicht an mir vorbeigeht“, sagt die blond gelockte Eventmanagerin. Das Klischee der Großstadtmutti, die den Tag damit verbringt, cappuccino-schlürfend ihren schicken Kinderwagen zu schieben und das Wohl ihres Kindes über alles zu stellen, kennt sie. „Klar trifft man auch in München diese Frauen, ich kann mich in manchen Punkten davon auch nicht freisprechen“, sagt Julia Ackermann. „Hier ist alles schnelllebig. Neue Eindrücke und Trends an jeder Ecke. Da muss man schon aufpassen, seinen Stil beizubehalten und bei sich zu bleiben – auch als Paar. Aber ich finde, das gelingt uns ganz gut!“ Das Großstadtleben ermöglicht nicht nur den Kindern viel. „Wir können auch relativ einfach mal eine Lücke nur für uns finden, weil Babysitter und Freunde schnell und unkompliziert zur Stelle sind“, sagt Julia Ackermann.

Im Familienalltag auf sich gestellt

Im Familienalltag auf sich gestellt

Einen Wehrmutstropfen hat das Großstadtleben für die Ackermanns doch. Ihre Familien und die Großeltern von Tita und Emma wohnen weit entfernt. „Diesen engen Zusammenhalt mit einer großen Familie, so wie auf dem Dorf, den haben wir im Alltag leider nicht“, sagt Julia Ackermann. Und so macht die vierköpfige Großstadtfamilie dann doch gerne einen Ausflug aufs Land – und kommt genauso gerne wieder zurück in ihre Lieblingsgroßstadt.

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