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Leseförderung

Vorlesestunde: Gemeinsam den Wortschatz erweitern

Bücher sind ein besonderes Kapitel in der Beziehung zwischen Eltern und Kindern. Mit ein paar einfachen Tipps wird die Lesestunde für alle Beteiligten zu einem spannenden Highlight des Tages – mit Happy End als klassische Gute-Nacht-Geschichte. Wie Sie mit Bildern und Buchstaben die Fantasie anregen, die Sinne schärfen und den Wortschatz erweitern können.

"Als an einem schönen Sonntagmorgen die Sonne aufging, hell und warm, da schlüpfte aus dem Ei – knack – eine kleine, hungrige Raupe.“ Jedes Mal, wenn es „knack“ macht, lacht sich Lotte (14 Monate) kaputt. Weil Mamas Stimme plötzlich höher und lauter wird. Und weil Mama dann ihre Beine leicht nach oben zieht, auf denen Lotte sitzt, immer wenn sie gemeinsam das Buch „Die kleine Raupe Nimmersatt“ lesen.
Eine alltägliche Szene, die wohl in jedem Kinderzimmer in Deutschland spielen könnte, in dem vorgelesen wird. Es geht eben nicht nur darum, den Inhalt irgend-einer Geschichte mitzuteilen. Je kleiner die Zuhörer sind, desto wichtiger ist die Rolle des Vorlesers, der eigentlich auch Redner, Schauspieler, Vorturner und Animateur ist.

leseförderung: gemütlich, gelassen und geduldig

Damit das Vorlesen für die Kinder zum positiven Erlebnis wird und Eltern Hilfestellung bei der Leseförderung bekommen, hat die Stiftung Lesen gemeinsam mit dem Bundesbildungsministerium die Initiative Lesestart gegründet und konkrete Punkte benannt:

  • Suchen Sie sich einen bequemen Platz zum Vorlesen, Ihr Kind wird die gemütliche Atmosphäre lieben.
  • Wählen Sie zum Vorlesen und Anschauen von Bilderbüchern einen günstigen Zeitpunkt: eine Ruhephase am Tag oder die Zeit vor dem Schlafengehen.
  • Haben Sie Geduld mit Ihrem Kind. Gehen Sie auf seine Reaktionen, Fragen und Bedürfnisse ein.
  • Lesen Sie regelmäßig vor, sodass das Vorlesen zu einem festen Bestandteil in Ihrem Familienalltag wird.
  • Im Tagesablauf gibt es viele Gelegenheiten, bei denen Sie sich schon mit Ihrem kleinen Kind unterhalten können, zum Beispiel beim Essen, beim Spazierengehen, beim Einkaufen oder vor dem Schlafengehen. Auch hierbei wird der Wortschatz des Kindes erweitert.
  • Reagieren Sie auch in anderen Situationen auf Bemerkungen Ihres Kindes zu einem Bilderbuch.
  • Lassen Sie auch Ihr Kind Bilderbücher auswählen. Gehen Sie auf seine Interessen und Wünsche ein und lesen Sie sein Lieblingsbuch immer wieder vor.

Unser Tipp: Stecken Sie die Bücher frontal in eine passende Kiste in Greifhöhe, sodass Kinder selbst darin suchen können. Hochkant Rücken an Rücken ins Regal einsortierte Bücher sind dagegen für die Kleinen zum Stöbern nicht geeignet.

welches buch für welches alter?

Die individuelle Entwicklung gibt den Lesestoff für die ideale Leseförderung vor: Im ersten Lebensjahr sind einfache, plakative Bilderbücher aus stabiler Pappe, aus Stoff oder aus wasserfestem Kunststoff für die Badewanne geeignet. Thematisch dreht sich alles um die direkte Umgebung: Schnuller, Ball, Auto usw. Rund um den ersten Geburtstag kann es etwas abstrakter und komplizierter werden und Kinder werden automatisch ihren Wortschatz erweitern. Jetzt kommen zum Beispiel Tiere ins Spiel und Zusammenhänge zwischen Bildern und Tönen („Die Kuh macht muh“).


Doch lassen Sie sich nicht von den Altersempfehlungen der Verlage verrückt machen. Während „Die kleine Raupe“ offiziell mit Kindern ab einem Jahr durch die Seiten krabbeln darf, soll das Fingerspielbuch „Kribbel-Krabbel“ erst ab 18 Monaten zum Einsatz kommen. Probieren Sie die Bücher ruhig nach eigener Einschätzung aus. Denn Buchstaben und Bilder gibt es schließlich überall zu entdecken: Die kleine Lotte „liest“ übrigens liebend gern mit ihrem Papa jeden Morgen die Zeitung – und er erzählt ihr dann zu den Nachrichtenfotos aus aller Welt seine eigenen Geschichten.

experteninterview: wischen statt blättern

Ist Leseförderung wirklich wichtig?

Dr. Simone C. Ehmig: Ja, unbedingt! Es ist mehr als ein „Nice to have“ im Umgang mit Babys und Kleinkindern. Vorlesen regt die verstandesmäßigen Fähigkeiten an, fördert das Sprechen, erweitert schrittweise den Wortschatz, schult das Zuhören und das Begreifen von Bildern, die beim gemeinsamen Lesen angeschaut werden.


Was fehlt denn den Kindern, denen zu Hause nicht vorgelesen wird?

Dr. Simone C. Ehmig: Diese Eltern nutzen leider die vielen Chancen nicht, die Vorlesen der Entwicklung ihrer Kinder bietet. Es geht nicht nur um den zählbaren Wortschatz, sondern auch darum, abstrakte Welten kennenzulernen, die durch die Buchinhalte im Kopf entstehen können. Vorlesen erweitert auf einfache, spielerische Art und Weise den Horizont.


Ab welchem Alter sollte es mit der Leseförderung losgehen?

Dr. Simone C. Ehmig: Die Frage zielt in die falsche Richtung. Es geht nicht darum, irgendeinem Leistungsideal zu folgen. Es gibt auch kein festes Alter, ab welchem Monat beispielsweise welches Buch genutzt werden sollte. Los geht es eigentlich dann, wenn Babys interessiert einzelne Dinge betrachten. Dann können Sie auch plakative Bilder erkennen und verarbeiten.


Müssen vorlesende Eltern mit den ständigen Wiederholungen leben?

Dr. Simone C. Ehmig: Ja, Kinder lieben es, vertraute Dinge wiederzuerkennen. Wiederholungen sind ein fester Bestandteil der Leseförderung. Deswegen darf ein Buch auch viele Male hintereinander gelesen werden. Ähnlich ist es mit Reimen in Kinderbüchern: Die bekannte Sprachmelodie und der Rhythmus sind dann wichtiger als der eigentliche Inhalt der Verse.


Wie sieht die Leseförderung der Zukunft aus? Verdrängt der Computer das Buch?

Dr. Simone C. Ehmig: Kinder sollten von Anfang an die verschiedenen Lesemedien kennenlernen. Dazu gehören heute selbstverständlich auch Tablets, Smartphones und PCs. Auch in der digitalen Welt wird in vielfältiger Weise gelesen. Auf dem Tablet zu wischen statt im Buch zu blättern kann das Lesen interessanter machen. Wichtig ist aber, eine genaue Auswahl der verwendeten Apps zu treffen.


Dr. Simone C. Ehmig (50), Leiterin des Instituts für Lese- und Medienforschung der Stiftung Lesen, ermittelt in jährlichen Umfragen Vorlesegewohnheiten in Familien und ihre Auswirkungen.

 

Mehr Tipps zum Vorlesen und zur Leseförderung finden Sie unter:

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