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Reflexe

Reflexe: Was Babys schon alles können

Endlich ist das Baby da! Mama und Papa freuen sich und tun alles dafür, dass der neue Erden-bürger glücklich ist und in einem geschützten Umfeld heranwächst. Aber obwohl Babys oft so hilflos wirken, sind sie schon seit ihrem ersten Lebenstag mit wichtigen Fähigkeiten ausgestattet, um sich in dieser Welt zu behaupten. Reflexe – was Babys schon alles können.

Von Anfang an da

Lesen und Schreiben muss man lernen, Rechnen ebenso. Auch das Gehen, das für uns Erwachsene etwas ganz Selbstverständliches ist, müssen kleine Kinder zunächst einmal üben und für sich entdecken. Andere Fähigkeiten, nämlich Reflexe, bekommen die Neuankömmlinge bereits von der Natur mit in die Wiege gelegt. Reflexe sind automatische Reaktionen, die durch einen Reiz von außen angeregt werden. Für die Eltern, und vor allem für den Kinderarzt, sind die Reflexe wichtige Merkmale, um die Entwicklung des Kleinkinds zu beurteilen.

Der erste Schrei

Im Mutterleib und kurz nach der Geburt muss das Kind noch nicht selbstständig atmen, sondern wird über die Nabelschnur mit Sauerstoff versorgt. Das ändert sich schlagartig, wenn die Nabelschnur durchtrennt wird. Hebammen und Geburtshelfer haben bestimmte Tricks, um das Baby dazu zu bringen, selber Luft zu holen: Manche rubbeln es sanft ab, um so die Atmung zu stimulieren. Aber auch der klassische Klaps auf den Po führt in der Regel dazu, dass das Baby seinen ersten eigenen Atemzug macht. Dass es dabei auch zum ersten Mal schreit, ist ganz normal und gut. Denn dieser erste Schrei entfaltet die Lungen und sorgt dafür, dass das kleine Kind eigenständig atmen kann.

Der „Schreireflex“ ist damit der erste aller kindlichen Reflexe. Er spielt auch eine wichtige Rolle bei der ersten medizinischen Untersuchung (U1) des Neugeborenen: Bei dem sogenannten Apgar-Test bekommt das Baby eine bestimmte Anzahl von Punkten für Hautfarbe, Puls, Gesichtsbewegungen, Muskeltonus und Atmung. Kräftiges Schreien ist ein Hinweis, dass die Atmung funktioniert. Dafür gibt der Kinderarzt auf dem Apgar-Untersuchungsbogen zwei Punkte.

Suchen und Saugen

Ein sanftes Streicheln über die Wange führt dazu, dass das Baby seinen Kopf in die Richtung dreht, aus der dieser Reiz kommt. Der Grund für diesen Suchreflex ist die angeborene Neugier des Kindes auf seine neue Umwelt. Außerdem könnte ja auch sein, dass es dort etwas zu essen gibt! Viele Mütter streichen ihrem Kind ganz unbewusst über die Wange, bevor sie ihm die Brust zum Stillen geben. Dass man an der Brust saugen muss, damit man Nahrung bekommt, muss das Kind ebenfalls nicht lernen, da die Natur ihm hierfür den Saugreflex mitgegeben hat. Dieser Reflex funktioniert natürlich nicht nur an der Mutterbrust: Denn das kleine Kind nuckelt auch an einem Daumen oder an einem Schnuller, den man ihm anbietet.

Erste Schritte

Es dauert schon eine Weile, bis das kleine Kind alleine gehen kann. Manche machen schon nach neun oder zehn Monaten ihre ersten Schritte, andere lassen sich mehr Zeit und laufen erst am Ende ihres zweiten Lebensjahres. Aber die ersten Versuche unternimmt das Baby schon sehr früh: Den angeborenen „Schreitreflex“ kann man in den ersten beiden Lebensmonaten beobachten. Wenn man das Baby unter den Armen festhält und die Füßchen auf eine feste Unterlage setzt, dann beugt das Kind das Bein, das aufgesetzt wird, und streckt das andere. So entsteht der Eindruck einer Schreitbewegung. Dieser Reflex ist in der Regel nach den ersten zwei Lebensmonaten erloschen.

Halt mich fest

Neben dem Such- und dem Saugreflex ist das Baby auch mit gewissen Schutz-reflexen ausgestattet. So hat der Heidelberger Kinderarzt Dr. Ernst Moro 1918 erstmals den kindlichen Umklammerungs- oder Umarmungsreflex beschrieben, der seither auch als „Moro-Reflex“ bekannt ist: Wenn man das Kind mit beiden Armen in der Rückenlage hält und dann schnell nach unten senkt, hat es verständ-licherweise Angst zu fallen und reagiert mit einem entsprechenden Schutzreflex. Dabei spreizt das Baby zunächst seine Arme auseinander und führt sie dann über der Brust zusammen, als wollte es etwas umklammern und sich festhalten. Dieser Reflex ist in den ersten sechs Monaten zu beobachten, danach verliert er sich langsam.

Mehr zum Ausprobieren

Das machen alle Eltern gern: Dem Kind ein Spielzeug in die Hand zu geben und sich dann daran freuen, wie es danach greift. Dieser Greifreflex funktioniert sogar dann, wenn man die Handinnenfläche des Babys nur mit dem Finger berührt. Es schließt dann seine Hand, um den Finger zu umklammern und festzuhalten. Der Greifreflex bleibt dem Kleinkind bis etwa zum fünften Monat erhalten, später kann man ihn in der Regel nicht mehr auslösen.

Einen natürlichen Fluchtreflex, die „Bauer-Reaktion“, kann man bei kleinen Kindern in den ersten vier Lebensmonaten beobachten: Die meisten Babys liegen gerne auf dem Bauch und haben dabei die Beine angewinkelt. Berührt man dann mit leichtem Druck die Fußsohlen, beginnen die Kinder vorwärtszukriechen, als wollten sie diesem Reiz entkommen.

Die Bedeutung

Alle genannten Reflexe – und es gibt noch viele weitere – helfen dem Kinderarzt bei der Beurteilung, ob sich das Baby altersgerecht entwickelt oder ob eventuell eine Störung im natürlichen Reifungsprozess besteht, die dann so früh wie möglich von einem erfahrenen Spezialisten behandelt werden sollte. Um eventuelle Erkrankungen früh zu erkennen und für jedes Kind eine optimale medizinische Betreuung zu gewährleisten, hat das Gesundheitswesen in Deutschland ein enges Netz von Vorsorgeuntersuchungen geknüpft: Von der ersten Untersuchung direkt nach der Geburt (U1) bis zum Alter von etwa 13 Jahren (U 10) wird die Entwicklung des Kindes medizinisch überwacht und in einem speziellen „Vorsorgebuch“ dokumentiert.

Lesetipp

  • Das Baby-Entwicklungsbuch: Vom Baby zum Kindergartenkind – Wie Eltern die Entwicklung entspannt begleiten. Thomas Bauman, Trias Verlag

  • Kinder fördern mit Spiel & Spaß – Sprechen, wahrnehmen, bewegen. Lydia Psurek, Compact Verlag

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