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Frühchen

Frühgeburt – der übereilte Start ins Leben

Der behütende mütterliche Bauch ist bis zur Vollendung der 37. Schwangerschaftswoche der beste Ort für den neuen Erdenbürger. Trotz vorbildlicher Schwangerenvorsorge erblicken in Deutschland jedoch jedes Jahr mehr als 50.000 Frühchen das Licht der Welt.

Unabhängig vom Geburtsgewicht ist jedes Baby ein Frühgeborenes, das vor der Vollendung der 37. Schwangerschaftswoche zur Welt kommt und Atmung, Herzschlag beziehungsweise Nabelschnurpulsationen aufweist. Das geschieht derzeit jedes Jahr 63.000 Mal und davon sind 10.000 Kinder sehr frühe Frühchen. Sie werden vor der 32. Schwangerschaftswoche geboren und sind insbesondere auf die Frühgeborenen-Intensivmedizin als Überlebenschance angewiesen.

Auslöser und Anzeichen

Vorzeitige Wehen sind stets ein Alarmzeichen, selbst wenn diese weder mit starken Schmerzen noch Blutungen einhergehen und „nur“ etwas Fruchtwasser abfließt. Vorzeitige Wehen lassen sich leicht am strammen Bauch erkennen, der sich wie eine feste und harte Kugel anfühlt. Ursachen für eine drohende Fehlgeburt können sein: Vaginale Infektion (rund 40 Prozent, häufig mit Blasensprung verbunden), eine bereits zuvor erfolgte Frühgeburt, Signale vom Ungeborenen (Folge einer Mangelsituation), Plazentastörungen (Fehlbildung), Mehrlingsschwangerschaft (nach Sterilitätsbehandlung), Alkohol-, Nikotin- und Drogenkonsum, Negativstress, Ängste und körperliche Überforderung.

Vorzeitige Wehen

Schwangere können kaum abschätzen, ob mit vorzeitigen Wehen eine Frühgeburt ausgelöst wird. Lediglich bei 50 Prozent liegen nachweisbare organische Ursachen vor. Vorzeitige Wehen ja oder nein - auf jeden Fall sollten unverzüglich Frauenärztin/Frauenarzt oder eine Klinik aufgesucht werden, um durch eingehende Untersuchung der Vagina und Ultraschall sowie der Kontrolle des Gebärmutterhalses und des Muttermundes (ist dieser noch verschlossen und nicht verkürzt?) das Risiko abzuklären. Eine Untersuchung der Scheidenflora auf den pH-Wert bzw. wehenauslösende Keime verschafft weitere Hinweise auf eine mögliche Ursache.

Vorzeitige Wehen erweisen sich vielfach als Fehlalarm. Sie können aber ebenso Anlass zu körperlicher Schonung, strikter Bettruhe von Wochen und Monaten und einem Klinikaufenthalt sein. Stationär ist die Infusion wehenhemmender Medikamente, das Mittel der Wahl. Jeder Tag in der behütenden Hülle der Gebärmutter ist ein Gewinn für die Reifung des noch unfertigen Kindes. Dies gilt insbesondere für seine Lunge, um auf die maschinelle Beatmung im Inkubator (Brutkasten) verzichten zu können.

Gesunds überleben

Droht eine Frühgeburt wegen akuter mütterlicher oder kindlicher Gefährdung (Wachstumsstillstand, Bluthochdruck, Gestose), muss die Schwangerschaft aktiv beendet werden. Die besten Chancen haben Frühchen, die in einem Perinatal-Zentrum geboren werden. Dank des Fortschritts der Geburtshilfe und der Neugeborenen-Intensivmedizin können Frühchen nicht nur überleben, sondern den Entwicklungsrückstand aufholen. Allerdings trägt etwa ein Drittel der sehr frühen Frühgeborenen mit weniger als 1500 Gramm Gewicht Entwicklungsschäden und Behinderungen unterschiedlicher Ausprägung davon. Da Frühgeborene schnell an Wärme- und Flüssigkeits-verlust leiden, verbringen sie die erste Lebenszeit in einem Inkubator, dessen Temperatur bei 37,3 °C konstant gehalten werden kann. Über einen zentralen Katheter erhalten sie Nahrung, Flüssigkeit und Medikamente. Wenn die Lunge allein die Atemtätigkeit noch nicht übernehmen kann, wird das Frühchen künstlich beatmet. Der körperliche Kontakt des Winzlings mit den Eltern ist enorm wichtig und über die Magensonde kann abgepumpte Muttermilch zugefüttert werden.

Mütterliche Psyche

Es ist vielfach nicht zu erklären, weshalb es manche Babys mit der Geburt so eilig haben. Die Auswirkungen von mütterlichem Stress, Ängsten und Überforderung spielen hier eine besondere Rolle, denn das Ungeborene leidet mit. Innerhalb weniger Sekunden dringen die Stresshormone der Mutter durch die Plazenta und bewirken dort eine eigene Stresshormon-Ausschüttung des Kindes. Bei Wiederholungen der Belastung erhöht sich das Risiko der Frühgeburt. Neue Untersuchungen zeigen, dass Schwangere, die sich in einer harmonischen Partnerschaft geborgen fühlen, seltener eine Frühgeburt erleiden. Dagegen tragen Schwangere unter partnerschaftlichen Spannungen, Existenzsorgen und Lieblosigkeit ein höheres Risiko. Werdende Mütter, die in Trennung leben, gelten als besonders gefährdet.

Vorsorge: Schwangere können für sich und die Gesundheit des Kindes eigenverantwortlich handeln

  • Alkohol (auch in kleinen Mengen), Nikotin, unnötige Medikamente und Drogen sind tabu.
  • Eine gesunde, abwechslungsreiche Kost wird mit Folsäure (Folat), Jod und Omega-3-Fettsäuren ergänzt.
  • Die tägliche Trinkmenge von 2 Litern besteht aus Wasser, Gemüse- und Obstsäften, Früchte- und Kräutertee (zwei Tassen Kaffee bedeuten kein Risiko).
  • Angepasste Bewegung ist ebenso wichtig für das Wohlbefinden wie regelmäßige Ruhepausen und erholsamer Schlaf.
  • Schichtdienst, stundenlanges Stehen, ruckartige Bewegungen und schweres Heben sollten weitgehend vermieden werden (Mutterschafts-Richtlinien).
  • Die Prüfung des pH-Wertes der Scheide mit dem Einweghandschuh kann rechtzeitig eine Fehlbesiedelung anzeigen.
  • Die Teilnahme an der Schwangerenvorsorge beugt eine Frühgeburt vor.

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Lesetipp

  • Frühgeborene: Rat und Hilfe für betroffene Eltern. Gerhard Joch, Urania Verlag
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