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Hunger lass nach: Sieben Tage fasten – und dann noch wandern!

Ein Selbstversuch auf Mallorca

Tag 0

Was tue ich mir da eigentlich an? Bin ich komplett verrückt geworden? Sieben Tage fasten und dann noch durch Mallorcas Gegend stapfen? Morgens um 6.30 Uhr den Tag mit Gymnastik und Yoga zu beginnen und als Belohnung einen einzigen Smoothie zum Frühstück zu bekommen? Und sonst den ganzen Tag nur Ingwerwasser, Kräutertee, Wasser, Tee … bis am Abend ein kleines Gemüsesüppchen wartet?

Na, wenigstens bin ich gut vorbereitet. Vor zwei Wochen habe ich die Ernährung umgestellt: kein tierisches Eiweiß, keinen weißen Zucker, keinen Alkohol, keinen Kaffee. Und natürlich kein Nikotin, aber ich rauche ja sowieso nicht. Der Wecker klingelt: Es geht los!

Tag 1

Rein in die Sportklamotten, rauf auf die Yoga-Matte. Wir sind zu acht in der Gruppe, eine Woche sind wir hier zusammen. Ich träume von einem großen Becher Kaffee mit Milch. Von Körnerbrötchen, mit Butter und dick Marmelade. Stattdessen Sonnengruß, Hund und Kobra. Tut aber gut. Danach das Vitaldrinkchen  – gerade mal 200 Milliliter, genau abgemessen, aus viel Salat und Obst. Lecker, aber wenig.

Die Wanderschuhe stehen parat. Die Sonne strahlt vom Himmel. Es geht ein Stück auf dem alten Feigenbaumweg von Port de Sóller nach Fornalutx. Viereinhalb Stunden! Unterwegs die Überraschung: Wir kehren ein im Ca’n Alfonso, eine 300 Jahre alte, urige Finca am Wegesrand. Und dürfen uns einen frisch gepressten Orangensaft genehmigen. Einen Orangensaft! Wir strahlen um die Wette. Dass Kleinigkeiten einen so froh machen können...

Port de Sóller

Port de Sóller ©BalearPress

tag 2

Im Bauch die große Leere: Mein Magen knurrt. Zum Glück geht es den anderen genauso. Mitfasterin Hilke erzählt, sie habe gestern Nacht von einem saftigen Steak geträumt … Da wird sie wohl noch etwas warten müssen. Ich habe ein bisschen Kopfweh. Ganz normal, sagt der Doc, der mit von der Partie ist. Das sei ein gutes Zeichen: Der Körper arbeitet, entgiftet! Aha. Viel trinken soll ich. Es passt ganz gut, dass wir heute eine gemütliche Tour um den Cúber-Stausee im Tramuntana-Gebirge machen. Über uns kreisen die Geier. Mönchsgeier!


tag 3

Relax-Tag. Es steht keine Exkursion auf dem Programm. Dafür lesen, träumen, entspannen im Finca-Garten. Und nachdenken. Innere Einkehr nennt man das wohl. Zentrierung. Mit Loch im Bauch. Viele Gedanken schießen hoch. Aber was ich auch bemerke: Plötzlich habe ich Abstand zu den Dingen. Ich gucke wie von oben auf mein Leben. Bin ganz klar im Kopf. Am Nachmittag gönne ich mir eine Massage. Und falle – nach der Gemüsesuppe – todmüde und wohlig ins Bett. Selbst das Hungergefühl ist weg.


tag 4

Der berühmte Tag vier. Schon beim Frühstück lachen wir uns kringelig. Wir sind total albern und gut gelaunt. Hätte ich nicht gedacht: Der Körper hat sich tatsächlich an die „Mangelernährung“ gewöhnt und schüttet schön Glückshormone aus. Richtig euphorisch sind wir auf dem alten Postweg von Esporles nach Banyalbufar unterwegs. Kommen an verlassenen Köhlerplätzen vorbei. Die Bewegung macht Spaß. Beim Gehen über Stock und Stein ist man wunderbar abgelenkt. das Panorama faszinierend: Berge und blitzblaues Meer, dichte Wälder, weite Felder, Schafe und Esel am Wegesrand. Vor lauter Gucken denke ich gar nicht mehr ans Essen. Fast nicht.

Köhlerplatz

Köhlerplatz ©BalearPress

tag 5

Trinken, trinken, trinken. Rund drei Liter am Tag. Das klappt aber ohne weiteres. Was anfangs nach unglaublicher Selbstkasteiung klingt, wird zum großen Gewinn. Der Stoffwechsel verändert sich, das Verdauungssystem wird entlastet, Schlacken reduziert, kleine Fettpölsterchen schwinden. Das sind Großputztage für den Körper. Richtig gut.


tag 6

Frei fühlt man sich. Wie viel Zeit nimmt im Alltag die „Organisation“ der Mahlzeiten ein? Einkaufen, vorbereiten, kochen, Tisch decken, essen, abwaschen, wieder vorbereiten … Herrlich, sich darum nicht kümmern zu müssen. Stattdessen nur nach Sant Elm laufen, ein süßer Ort im Südwesten der Insel.


tag 7

Geschafft! Gemeinsam waren wir richtig stark. Die Gruppe hat sehr geholfen. Und ich fühle mich frischer, vitaler, stärker. Zwei Kilo sind weg, der Bauch ist flach. Dass Askese so gut tun kann, wer hätte das gedacht?

Aber jetzt freue ich mich auch auf ein richtig schönes Essen. Zwei, drei Aufbautage, dann ist es soweit. Fasten schärft den Geschmackssinn, sagt man. Ich bin gespannt!

Über die Autorin
Kirsten Lehmkuhl (56) ist Journalistin & Bloggerin für die Themen Medizin, Lebensart, Reise, Genuss. Sie liebt die Bewegung an der frischen Luft, ein schönes Glas Wein und vor allem gutes Essen. Aber manchmal geht es auch bestens ohne!
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