Haarseife

Haarseife: Haare waschen ganz ohne Shampoo

In nicht wenigen Familien hat das gute, alte Stück Seife seinen Platz auf dem Waschbecken zurückerobert und den Spender mit Flüssigseife verdrängt. Kein Wunder. Selten war die Seifen-Vielfalt so groß. Es gibt sie handgesiedet, viele von ihnen enthalten wertvolle rückfettende Öle. Sie duften zart, enthalten in der Regel wenig unerwünschte Inhaltsstoffe, und sie sind umweltfreundlich, weil sie keinen Plastikmüll hinterlassen. Das alles gilt auch für Haarseifen-Naturkosmetik.

Oft wird Haarseife mit festem Shampoo verwechselt, doch es gibt einen wesentlichen Unterschied zwischen den beiden Produkten. Festes Shampoo enthält im Grunde dieselben Inhaltsstoffe wie Flüssigshampoo – bis auf das Wasser. Dagegen besteht Haarwaschseife aus Laugen, Fetten und Ölen. Möchtest du dich über festes Shampoo informieren? Lies doch auch den Ratgeber festes Shampoo.

Haarwaschseife reinigt die Haare sanft und ohne chemische Zusätze. Doch für welchen Haartyp sind Haarseifen geeignet? Welche Pflanzenöle pflegen das Haar besonders gut? Sind Shampooseifen grundsätzlich Naturseifen? Damit Haarwaschseifen ihre volle Wirkung entfalten können, gilt es einige Tipps zu beachten. Schön für mich hat sich für dich umgehört und Erfahrungen mit Haarseife von Anwenderinnen zusammengetragen.

 

haarwaschseife und körperseife: gibt es unterschiede?

Ja, die gibt es. Grundsätzlich werden zwar alle Shampooseifen – ob Haarseife, Körperseife oder Seifen zum Händewaschen – auf die gleiche Weise hergestellt. Doch was sich unterscheidet, ist die Rezeptur. Welche Öle werden verwendet? Wie hoch ist ihr Anteil? Wie hoch die sogenannte Überfettung? Und schon sind wir mitten in der Seifen-Fachsprache. Unter Überfettung versteht man die Höhe des Prozentsatzes der Öle in der Seife. Während cremige Körperseifen mit bis zu 35 Prozent überfettet sind, um die Haut reichhaltig zu pflegen, ist die Überfettung bei Haarseifen wesentlich geringer. Sie liegt bei nur 3 bis 5, seltener bis 9 Prozent. Die Anwendungsregel orientiert sich am Haartyp und lautet: Wer fettiges Haar hat, wählt eine recht geringe Überfettung, wer feines, trockenes, sprödes Haar hat, wählt eine höhere Überfettung. Grundsätzlich können alle Haartypen mit Haarwaschseifen tolle, gesunde und nachhaltige Pflegeerfolge erzielen.
 

die rezepturbasis für vaturseifen bilden in erster linie pflanzenöle wie:

  • Kokosöl
  • Babassuöl
  • Rizinusöl
  • Olivenöl
  • Avocadoöl
  • Mandelöl
  • Hanföl
  • Distelöl
  • Traubenkernöl

weitere inhaltsstoffe je nach vorliebe, kopfhaut und haartyp:

  • Bier für Glanz
  • Ei oder Eigelb für Kraft
  • Kokos- oder Hafermilch für Pflege und Geschmeidigkeit
  • Aloe Vera zum Kühlen und Beruhigen
  • Sheabutter, Mangobutter oder Kakaobutter für eine Extraportion Pflege
  • Kräuter wie Brennnessel-, Salbei-, Birken- und Lindenblütenblätter für Haarwachstum, zur Regulation der Fettbildung und Beruhigung der Kopfhaut
  • Kapuzinerkresse und Huflattich: Wirkung gegen Schuppen
  • Ätherische Öle wie Lavendel, Teebaum, Pfefferminz, Rosmarin und Melisse regenerieren, beleben, stimulieren Kopfhaut und Haar und wirken entzündungshemmend.
  • neutrales Henna: für Extra-Seidenglanz

haarseife-erfahrungen: tipps für das neue pflegeritual

In einem sind sich die Anwenderinnen von Haarseife einig: Haarwaschseifen sind eine sinnvolle, umweltfreundliche und sehr gesunde und pflegende Alternative zu den herkömmlichen Shampoos. Doch die Umstellung von Shampoo auf Haarseife benötigt etwas Geduld. Du benötigst Zeit, die richtige Haarseife für Deinen Haartyp zu finden und du solltest bereit sein, etwas Neues auszuprobieren und deine alte Gewohnheitsmuster aufzubrechen. Es beginnt mit dem Wascherlebnis: Haarwaschseifen schäumen in der Regel deutlich weniger als Shampoos.

Und noch etwas haben fast alle Haarseifen gemeinsam: Nach dem Waschen fühlen sich die Haare erst etwas rau an. Fährst du mit deinen Fingern durch dein Haar, so bleiben sie schnell hängen und die Bewegung stockt. Doch lass dich davon nicht irritieren. Sind deine mit Haarseife gewaschenen Haare erst einmal getrocknet, so sind sie weich und lassen sich gut durchkämmen und durchbürsten. Nach dem Föhnen glänzen sie und sind wunderbar luftig und voluminös. Es gibt viele Beauty-Blogger, die darüber hinaus berichten, dass sich die Haare mit der Zeit an Haarseife statt Shampoo gewöhnen und sich dann genauso anfühlen und von Anfang an so glänzen, wie es beim Waschen mit Shampoo der Fall war.

 

vorteile von haarseifen:

  • Die Haare fühlen sich griffiger an, haben mehr Volumen. Das ist z.B. bei Flechtfrisuren von Vorteil.
  • Sie lassen sich so besser frisieren.
  • Zero Waste: Haarseife ist umweltfreundlich. Sie hilft bei der Müllvermeidung, denn es gibt keine Plastikverpackung. Schätzungen besagen, dass ein Seifenstück für 80 Haarwäschen etwa drei 250-Milliliter-Shampooflaschen ersetzt.
  • Haarseifen sind sehr ergiebig und deshalb in ihrer Verwendung sehr sparsam.
  • Sie enthalten keine Konservierungsstoffe.
  • Sie sind frei von Palmöl,
  • enthalten keine Duftstoffe,
  • keine Silikone,
  • keine Parabene
  • und auch keine Tenside (Tenside sorgen für den Schaumeffekt von Shampoos. Das fühlt sich zwar gut an, weil wir es gewöhnt sind. Doch Tenside sind chemisch, basieren oft auf Erdöl und können empfindliche Haut reizen.).

nachteile von haarseifen:

  • Wer Haarseife benutzen will, muss sich vorher gründlich informieren, um die richtige Zusammensetzung der Haarseife für sich und seinen Haartyp zu finden.
  • Die Haarwäsche ist insgesamt etwas aufwendiger.
  • Vor allem das Ausspülen nach der Haarwäsche muss akribisch und gründlich vorgenommen werden, denn machst du es nicht richtig, kleben Haarseifereste an deinen Haaren

haarseife-naturkosmetik: so wendest du sie an

Die Anwendung von Haarseife ist ganz einfach. Du nimmst das Seifenstück mit in die Dusche oder die Badewanne und hast nun zwei Möglichkeiten: Entweder reibst und massierst du mit dem Seifenstück direkt deine Kopfhaut und deine Haare. Oder du schäumst die Haarseife ordentlich zwischen deinen Händen auf und verteilst den Schaum dann auf deinem Kopf und in deinen Haaren. Manche Profis schneiden sich auch mit dem Messer ein Stück ihrer Haarwaschseife ab und nehmen nur dieses mit unter die Dusche. Vorteil: So ist es handlicher, die übrige Seife bleibt schön trocken und hält dadurch länger.

 

essig-rinse: Das a und o ist das ausspülen

Nun kommt das Ausspülen. Und das ist, wie oben angekündigt, in der Tat etwas aufwendiger. Entscheidend ist die Wasserhärte. Diese erfährst du bei deinem Wasserlieferanten. Liegt der Wasserhärtegrad bei etwa 8 Grad, spricht man von weichem Wasser, bis 14 Grad ist es mittelhart, alles, was höher liegt, ist hartes Wasser. Am besten eignet sich zum Ausspülen weiches Wasser mit wenig Kalk. Ist das Wasser aber mittelhart oder noch härter, solltest du dir eine Rinse aus Wasser und Essig vorbereiten.
Dosierung: 3-4 Esslöffel Apfel- oder Himbeeressig oder Zitronensäure in eine Karaffe mit einem Liter Wasser geben. Diese Mischung verwendest du zum Ausspülen. Der Grund: Je härter das Wasser, desto mehr sondert die Haarseife sogenannte Kalkseife ab. Das sind weißlich-gräuliche Flocken, die sich wie ein Schleier auf die Kopfhaut legen und sich nur mit der Essig-Rinse gut entfernen lassen. Übrigens: Du musst die Haare danach nicht nochmal nachspülen. Der Essiggeruch verfliegt schnell.

 

wie lagere ich haarseife und wie lange hält sie?

Haarwaschseifen sollten stets trocken, also möglichst außerhalb der Nasszelle von Dusche und Badewanne, gelagert werden. Am besten eignen sich Seifenabtropfschälchen, aus denen das Wasser gut ablaufen kann. Schön für mich empfiehlt, die Seife vor dem Waschen einzuteilen. Einfach mit einem scharfen Küchenmesser Stücke von geeigneter Größe abteilen.
Auch wenn der Vergleich etwas hinkt, in puncto Haltbarkeit und Reife kannst du eine Seife durchaus mit einem Stück Käse vergleichen. Nach dem Verseifen, so der Name des Herstellungsprozesses, muss eine Naturseife mindestens sechs Wochen reifen, bei manchen Haarseifen dauert dieser Prozess sogar mehrere Monate. Der Reifeprozess ist auch wegen des pH-Werts von Bedeutung. Dieser liegt bei Seifen im basischen Bereich, ungefähr zwischen 9 und 10. Bei einer frisch hergestellten Seife liegt der pH-Wert meist deutlich höher; erst durch Lagerung und Reifung sinkt er in den für die Verwendung geeigneten Bereich.

 

haarseifen eignen sich hervorragend zum haarewaschen

Egal welcher Haartyp – Haarseife eignet sich hervorragend zum Haarewaschen. Besonders Frauen, die Wert auf Naturkosmetik und Umweltverträglichkeit legen, sollten Haarwaschseife ausprobieren. Ob feines Haar oder fettige Kopfhaut – wichtig ist es, die richtige Zusammensetzung und den Grad der Überfettung zu beachten.
 

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