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Ratgeber Lebensmittelverschwendung vermeiden

Oft länger gut: Lebensmittelverschwendung vermeiden

Wirfst du auch zu viele Lebensmittel weg?

Rund sechs Millionen Tonnen Lebensmittel landen jährlich im Müll von deutschen Privathaushalten. Das sind umgerechnet 75 Kilogramm pro Person – jedes Jahr 1 . Bei rund ein Drittel der weggeworfenen Lebensmittel handelt es sich um Obst und Gemüse, 14 Prozent davon sind Brot und Backwaren, 11 Prozent gehen auf Getränke und 9 Prozent auf Milchprodukte 2 zurück. Das traurige daran: Ein Großteil dessen, was im Müll landet, gehört da gar nicht hin. Denn über die Hälfte der weggeworfenen Lebensmittel lassen sich noch verzehren. Eine Verschwendung, der sich mit dem Überdenken der eigenen Routinen aktiv entgegenwirken lässt. Wir zeigen dir, wie du in deinem Alltag vermeiden kannst, dass Lebensmittel voreilig im Müll landen.
Tortendiagramm Lebensmittelverschwendung

Warum gibt es so viele Lebensmittelabfälle?

Es gibt viele Gründe, warum Lebensmittelabfälle in den letzten Jahres stark zugenommen haben. Einer der häufigsten Gründe geht auf die eigene Unwissenheit zurück: So schmeißen wir häufig weg, was uns nicht mehr tadellos erscheint, aus Angst uns den Magen zu verderben. Wirklich schlecht sind die Lebensmittel aber in der Regel nicht.

  1. Überschrittenes MHD

    Der Auslöser, Lebensmittel zu entsorgen, ist oft ein überschrittenes oder kurz bevorstehendes Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) auf der Verpackung. Leider wird das MHD immer noch zu oft als Verfallsdatum fehlinterpretiert. Das MHD gibt an, bis wann ein ungeöffnet und richtig gelagertes Lebensmittel mindestens genießbar ist. Das heißt aber nicht, dass das Nahrungsmittel ab dem angegebenen Datum schlecht und nicht mehr essbar ist.

  2. Verbrauchsdatum

    Für sehr leicht verderbliche Lebensmittel, die eine Gesundheitsgefahr darstellen, wenn sie schlecht sind, wird ein Verbrauchsdatum angegeben. Es gibt den letzten Tag der Haltbarkeit an, das heißt, bis wann das Lebensmittel verzehrt sein sollte. Du kennst das bestimmt von Hackfleisch, frischem Fisch oder manchen Rohmilchprodukten.

  3. Zu große Portionen

    Ein weiterer Grund für zu viel Abfall sind zu groß bemessene Portionen. Da bleibt vom Mittagessen etwas übrig, es reicht aber nicht für den Folgetag und zack landet es unüberlegt im Müll.

  4. Geplante Einkäufe

    Der vierte Grund sind nicht durchdachte Einkäufe. Wer sich genau überlegt, welche Speisen er für wie viele Personen in den nächsten Tagen zubereiten will, kauft in der Regel sorgfältiger ein. Das gilt sowohl für die Anzahl als auch die Mengen der eingekauften Lebensmittel.

Verwenden statt Verschwenden

Wie lässt sich Lebensmittelverschwendung vermeiden und Essen retten?

Wem das Ausmaß der Verschwendung und die Folgen bewusst sind, will häufig nicht mehr wie bisher weitermachen. Doch wo anfangen? Wie können alle dazu beitragen, Lebensmittel zu retten? Nimm dazu deinen persönlichen Umgang mit Nahrungsmitteln unter die Lupe:

Beim Einkaufen

Überlege vor dem Einkauf die nächsten Mahlzeiten und gleiche die Zutatenlisten mit den Vorräten ab. So vermeidest du unnötige Einkäufe von Lebensmitteln. Brauchst du noch etwas Inspiration vor dem Kochen? Dann entdecke unsere Rezeptwelt, in der viele leckere Rezepte auf dich warten. >Hier geht´s zu unserer Rezeptwelt.

Greif außerdem auch mal zu Obst und Gemüse mit kleinen Schönheitsfehlern. Nicht jeder Apfel ist äußerlich perfekt – was dem Geschmack keinen Abbruch tut. Damit hilfst du mit, dass solche Lebensmittel nicht aussortiert und weggeworfen werden.

Überlege dir, ob es wirklich die Super-Maxi-Riesen-Packung sein muss, auch wenn sie gerade im Angebot ist. Es wäre schade, wenn die Hälfte davon am Ende im Müll landet.

Müll durch die richtige Aufbewahrung der Lebensmittel reduzieren

Gerade bei Obst und Gemüse, Fisch, Fleisch und Milchprodukten ist die richtige Lagerung wichtig, um zu vermeiden, dass die Lebensmittel schnell verderben:

  • Brot und Backwaren sollten Sie in einer Papiertüte im Brotkasten aufbewahren.
  • Käse, Butter, Joghurt und Milch stattdessen gut verschlossen im mittleren Fach Ihres Kühlschranks.
  • Fisch, Fleisch und Wurst immer im unteren Fach des Kühlschranks lagern
  • Fast alle Gemüsesorten sollten im Gemüsefach des Kühlschranks einsortiert werden. Ausnahmen bilden Auberginen, Tomaten, Kürbisse und Kartoffeln. Diese solltest du eher an einem trockenen und kühlen Ort im Haus Lagern wie bspw. im Vorratsschrank.
  • Die meisten Obstsorten bevorzugen eine kühle Lagerung außerhalb Ihres Kühlschranks.
  • Frische Nudeln und Spätzle fühlen sich gut verpackt im oberen Fach des Kühlschranks am wohlsten.
  • Trockene Nudeln und Spätzle lagerst du am besten bei Raumtemperatur, trocken und gut verschlossen in einer Schublade oder einem Schrank.

Gern wandert ein Joghurt im Laufe der Zeit ganz nach hinten in den Kühlschrank, wenn immer neue Produkte hinzukommen. Achte darauf, dass die Lebensmittel, die du als nächstes verwendest, im Kühlschrank vorne stehen. Manche finden ein „Schnell-zu-verbrauchen“-Fach praktisch, in dem alle Nahrungsmittel liegen, die bald verzehrt werden sollten.

Mitgedacht: Lebensmittel beim und nach dem Verarbeiten retten

Häufig stellen wir schon beim Zubereiten von Speisen fest, dass die Menge zu groß wird. Anstatt die Reste wegzuschmeißen, frier diese doch einfach ein! Oder kreiere ein Reste-Menü, falls Einfrieren nicht funktioniert. Vielleicht ist dir auch Foodsharing sympathisch. Wenn von der nächsten Party Lebensmittel übrigbleiben, frag doch mal in der Nachbarschaft nach, ob dort noch etwas gebraucht wird. Über Foodsharing-Plattformen kannst du überschüssige Nahrungsmittel ebenfalls anderen anbieten – und sogar abholen lassen. So lässt sich wertvolles Essen retten.

Foodsharing

Oft länger gut – vertraue deinen Sinnen!

Überprüfung MHD

Prüfe die Lebensmittel, bevor du etwas wegwirfst!
Wir können uns dabei auf unsere Sinne verlassen
– sie schützen uns auf natürliche Weise vor Ungenießbarem. Sieht das Obst noch gut aus? Riecht es noch angenehm? Dann koste ruhig ein kleines Stück! Dies ist ein guter Weg, um eine unnötige Entsorgung von Lebensmitteln zu vermeiden. Wir haben dir eine Übersicht zusammengestellt, die dir dabei hilft zu bewerten, ob Lebensmittel noch über das MHD hinaus genießbar sind:

Brot und Brötchen

  • Mehrere Tage über das MHD hinaus essbar.
  • Sinnestest: Ist Schimmel zu sehen? Riecht es muffig? Schmeckt es altbacken? Wenn ja, dann entsorgen.

Eier

  • Etwa zwei Wochen über das MHD hinaus gekocht oder gebraten essbar. Bei rohem Ei sollten Sie das MHD einhalten.
  • Wasser-Test: Ei in ein Glas Wasser geben. Schwimmt es oben, solltest du es entsorgen.

Käse

  • Weichkäse ist mehrere Tage bis Wochen über das MHD hinaus haltbar, Hartkäse sogar Monate.
  • Sinnestest: Wenn der Käse weiße Flecken hat, Schimmel sichtbar ist oder er muffig oder seltsam riecht, dann besser Abstand davon nehmen.

In der Übersicht „So erkennst du, ob Lebensmittel noch gut sind“ findest du viele weitere Tipps zur Begutachtung von Lebensmitteln, wie lange sie haltbar sind und worauf du achten sollten.

Lebensmittellabel „Oft länger gut“ bei ROSSMANN

Im November 2019 wurde als Maßnahme gegen die Lebensmittelverschwendung das Label „Oft länger gut“ geschaffen, um Verbraucher:innen darauf aufmerksam zu machen, dass Lebensmittel nach dem MHD nicht gleich weggeworfen werden müssen. Mittlerweile bieten mehr als 50 teilnehmende Unternehmen Produkte mit diesem Label an. Auch auf Produkten bei ROSSMANN ist der Schriftzug „Oft länger gut“ zu finden, zum Beispiel bei Angeboten der Marken enerBiO, Das Exquisite und King's Crown. Ziel soll es sein, die Verbraucher:innen dazu aufzurufen, die Lebensmittel selbst kritisch mit einem Geruchs- und Geschmackstest zu prüfen, wenn das MHD erreicht ist.

Plädoyer für einen respektvolleren Umgang mit Lebensmitteln

Im weltweiten Vergleich, welche Länder am meisten Lebensmittel verschwenden, belegt Deutschland Platz 83 . Aber das können wir gemeinsam ändern! Denn ein gewissenhafterer Umgang mit wertvollen Lebensmitteln zieht positive Effekte entlang der gesamten Wertschöpfungskette nach sich. Mit dem Wegwerfen von Lebensmitteln, die eigentlich noch gut sind, verschwenden wir knappe Ressourcen – angefangen beim Ackerboden über Wasser bis hin zur Energie für Herstellung und Transport, womit auch CO2-Emissionen einhergehen4. Doch das lässt sich mit ganz einfachen Tipps & Tricks reduzieren, damit wir zukünftig alle verantwortungsvoll mit Nahrungsmitteln umgehen.
1Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (2021). Lebensmittelabfälle in Deutschland: Neue Studie über Höhe der Lebensmittelabfälle nach Sektoren. Zugriff am 18.01.2021 unter https://www.bmel.de/DE/themen/ernaehrung/lebensmittelverschwendung/studie-lebensmittelabfaelle-deutschland.html;jsessionid=E6EC9CF09D0F1CB16D263FA0DD7AB640.intranet922 (18.01.2021)

2Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (2021). Lebensmittelabfälle im privaten Haushalten unter die Lupe genommen. Zugriff am 18.01.2021 unter https://www.bmel.de/DE/themen/ernaehrung/lebensmittelverschwendung/gfk-studie.html;jsessionid=E6EC9CF09D0F1CB16D263FA0DD7AB640.intranet922

3Ahrens, S. (2020). Verschwendung von Lebensmitteln in ausgewählten Ländern weltweit 2018. Zugriff am 19.01.2021 unter https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1125854/umfrage/verschwendung-von-lebensmitteln-in-ausgewaehlten-laendern-weltweit/

4Döttling, H. (2019). Lebensmittel retten = Klima schützen. Zugriff am 19.01.2021 unter https://www.welthungerhilfe.de/lebensmittelverschwendung/lebensmittelverschwendung-und-klimawandel/