
1. Einander Zeit geben
Intimität kann nicht erzwungen werden. Nehmt euch bewusst Momente zu zweit – auch ohne Sex. Kuscheln, Zärtlichkeit und Gespräche stärken eure Bindung.

Nach der Entbindung steht das Baby im Mittelpunkt. Dementsprechend können Partnerschaft und insbesondere das Sexleben ein wenig in den Hintergrund rücken – sowohl auf emotionaler als auch auf körperlicher Ebene.
Viele Paare fragen sich deshalb: Ab wann ist Sex nach der Geburt wieder möglich? Hier erfährst du, worauf ihr achten solltet und wie ihr als Paar wieder zueinanderfindet. Paartherapeutin Dr. Sharon Brehm gibt dazu wertvolle Einblicke aus ihrer Praxis.
Hier sind die Antworten auf die am häufigsten gestellten Fragen zum Thema Sex nach der Geburt für dich einmal kurz und knapp zusammengefasst:
Mit der Geburt verändert sich vieles: Ihr habt einen neuen Alltag mit Baby, der Schlaf wird knapp und die gewohnten Routinen fehlen. Aus einem Paar werden damit Eltern und das erfordert Anpassung.
Viele Paare erleben, dass gemeinsame Zeit rar wird, und das kann verunsichern. Wichtig ist dabei, sich gegenseitig zu entlasten und eine klare Aufgabenverteilung zu etablieren. Findet heraus, wer welche Rolle übernimmt. Vielleicht hilft es euch auch, dass ihr die jeweilige Rolle abwechselnd übernehmt.
Auch das Sexleben verändert sich nach der Geburt. In den ersten Monaten liegt die Priorität ganz auf dem Baby – der Fokus auf euch als Paar wird dabei oft hintenangestellt. Dementsprechend kann es passieren, dass ihr eine Zeit lang weniger oder gar keinen Sex habt. Wichtig ist, dass das vollkommen normal ist und euch nicht beunruhigen sollte.
Auslöser für eine Sexflaute können vor allem Unsicherheiten auf beiden Seiten sein. Vielleicht nimmt sich ein Elternteil nur noch als Mutter oder Vater wahr – und nicht mehr als attraktive Partnerin / attraktiver Partner.
Der eine Part fühlt sich währenddessen vielleicht ausgeschlossen, während die Partnerin oder der Partner dem Kind so nah ist. Beides ist verständlich, sollte aber nicht zu gegenseitigen Vorwürfen führen. Sprecht miteinander und findet heraus, welche Unsicherheiten eventuell bestehen, um sie direkt klären zu können.

„Viele Paare kennen diese Flaute und ich denke, sie erleben sie nicht völlig überraschend. Wer Eltern wird, stellt sich darauf ein, dass das Sexleben erst mal Kopf steht. (…) Auch ich plädiere dafür, die Flaute als eine Phase anzunehmen, die nach der Geburt ganz normal ist.“
Nach einer Geburt braucht dein Körper Zeit zur Erholung. Direkt nach der Entbindung ist Sex aus mehreren Gründen nicht empfehlenswert:
Was ist trotzdem möglich? Zärtlichkeit, Kuscheln und Petting sind möglich – sofern es sich für euch beide gut anfühlt und schmerzfrei ist. Intimität bedeutet nicht nur Geschlechtsverkehr.

Es gibt keinen festen Zeitpunkt. Als Orientierung gilt: Wartet, bis der Wochenfluss vollständig versiegt ist. Das dauert in der Regel vier bis sechs Wochen. Danach entscheidet ihr selbst, wann ihr euch bereit fühlt.
Der Wochenfluss ist ein wichtiger Indikator. Solange er anhält, ist die Gebärmutter noch nicht vollständig verheilt. Auch Schmerzen oder ein Druckgefühl sind Zeichen, dass dein Körper noch Zeit braucht.
Hör auf dein Gefühl und sprich bei Unsicherheiten mit deinem Partner oder auch mit deiner Hebamme oder Ärztin.
Der Zyklus ist nach der Geburt unregelmäßig. Daher kann ein Eisprung stattfinden, bevor die erste Periode einsetzt
Nutzt deshalb ein Kondom, um eine neuerliche Schwangerschaft zu verhindern und auch für zusätzlichen Schutz vor Infektionen, solange der Wochenfluss noch nicht ganz abgeklungen ist.
Nach einem Kaiserschnitt gelten ähnliche Empfehlungen wie nach einer vaginalen Geburt. Der Wochenfluss tritt auch hier auf. Zusätzlich muss die Operationsnarbe verheilen – das dauert meist sechs bis acht Wochen.
Achtet darauf, dass bei Bewegungen kein Zug auf die Narbe entsteht. Manche Stellungen können anfangs unangenehm sein. Beginnt langsam und brecht ab, wenn es schmerzt. Im Zweifel besprecht eure Fragen bei der Nachsorgeuntersuchung.