
Insektenspray
In den Abendstunden kann Insektenschutzspray sinnvoll sein. Achte auf die Altersempfehlung (oft erst ab 2 Jahren) und Inhaltsstoffe. Teste das Spray zuvor an einer kleinen Hautstelle, um allergische Reaktionen zu vermeiden.

Stechmücken sind kleine, aber äußerst lästige Begleiter des Sommers, die uns durch ihr Stechen oft zur Verzweiflung treiben. Besonders Babys und Kleinkinder leiden unter den juckenden Stichen dieser winzigen Insekten. Auch wenn Mückenstiche weniger schmerzhaft sind als die von Bienen oder Wespen, kann der anhaltende Juckreiz, der durch das Gift des Stachels ausgelöst wird, sehr unangenehm sein. Wie du Mückenstiche bei Babys effektiv vermeiden und behandeln kannst? Diese und viele weitere Fragen beantworten wir dir gemeinsam mit den Experten von 12minutes.

Dr. med. Annalena Dehé und Dr. med. Lukas Dehé sind seit 10 Jahren als Ärzte und Notärzte unterwegs. Die beiden sind Notfallmediziner, Eltern von Zwillingen, Experten für Notfalltraining und Gründer des Erste-Hilfe-Kurses 12minutes. Durch ihre Ausbildungen in der inneren Medizin und Anästhesiologie bringen sie unterschiedliche und langjährige Erfahrungen aus den größten Notaufnahmen, Intensivstationen, Notarztwagen und Rettungshubschraubern Berlins mit. Die beiden haben es sich zur Mission gemacht, dir als Eltern das Vertrauen zu geben, dass du deinem Baby in Notfällen wirklich helfen kannst.
Wenn Mücken Babys stechen, kann das schnell zu einer kleinen Belastungsprobe werden. Im Folgenden findest du daher die wichtigsten Informationen, um Mückenstiche bei deinem Baby zu erkennen, zu behandeln und mögliche Risiken zu vermeiden.

An folgenden Reaktionen lassen sich die Mückenstiche bei Babys erkennen:
Wie auch bei erwachsenen treten Mückenstiche besonders an ungeschützten Körperstellen wie Armen, Beinen oder im Gesicht schnell auf. Je früher du einen Mückenstich bemerkst, desto schneller kann der Juckreiz gelindert und mögliche Komplikationen vermieden werden.
Die Gefahren und Risiken von Mückenstichen verhalten sich ähnlich zu den von Wespenstichen bei Babys.
Dr. med. Annalena Dehé und Dr. med. Lukas Dehé von 12minutes: „Grundsätzlich ist ein Wespenstich, wie auch jeder andere Stich eines anderen Insekts oder einer Zecke zunächst nicht besorgniserregend. Insbesondere im Sommer können wir uns und unsere Kinder vor Insektenstichen nicht immer schützen.“
Ein Mückenstich bei Babys kann allerdings gefährlich werden, wenn es zu einer Entzündung des Stiches kommt. Behalte deswegen die betreffende Einstichstelle immer unter Beobachtung.
12minutes: „Im schlimmsten Fall kann über die Stichwunde bei Verunreinigung eine zunächst nur auf die Haut und darunter liegendes Gewebe bezogene Entzündung zu einer Blutvergiftung führen. Besonders durch das Aufkratzen also Manipulation am Stich mit unsauberen Fingern und Fingernägeln, können Bakterien, die sonst natürlich auf unserer Haut vorkommen, in die Wunde und in den Körper eindringen und dort Schaden anrichten.“
Ein Mückenstich ist in der Regel harmlos und heilt meist von selbst ab.
12minutes: „Sollte nach 3-4 Tagen die Hautreaktion auf den Insektenstich nicht von selbst wieder verschwunden sein, macht es Sinn zur Sicherheit einen Kinderarzt, die Kinderärztin oder auch den Familien-Hausarzt bzw. die -Hausärztin auf den Stich schauen zu lassen.“
12minutes empfiehlt ebenfalls in folgenden Fällen ärztlichen Rat einzuholen:
Wenn die Reaktion stärker als sonst ist, d.h. die Rötung von der Fläche her größer wird und es zur Ausbildung von Quaddeln kommt, solltet ihr den Mückenstich des Babys auf jeden Fall im Blick behalten.
12minutes: „Sollte die Haut um den Stich herum sehr heiß und schmerzhaft sein oder es kommen noch weitere Symptome hinzu wie Atemnot, Schwindel, Gleichgewichtsstörungen, Erbrechen oder auch Kaltschweißigkeit, dann muss sogar der Rettungsdienst über die 112 alarmiert werden.“
Um bei Mückenstichen schnell Erste-Hilfe beim Baby zu leisten, kühle die betroffene Einstichstelle sofort mit einem feuchten Tuch oder einer speziellen Kühlkompresse – für eine schnelle Linderung des Juckreizes. Vermeide es möglichst, dass dein Kind am Stich zu kratzen beginnt und trage eine beruhigende Creme auf, die für empfindliche Babyhaut geeignet ist. Am besten hast du immer das entsprechende „Notfallset“ mit allen Produkten zu Hause. Bei Anzeichen einer allergischen Reaktion, wie starker Schwellung oder Atembeschwerden, sollte sofort ein Arzt aufgesucht werden.
12minutes: „Wichtig ist, dass sich der Stich nicht entzündet, von daher kann es Sinn machen den frischen Stich nach der Desinfektion zu kühlen und mit einem Insektenstichgel zu versorgen, um so die Hautreaktion und den Juckreiz möglichst gering zu halten. Je nach Körperstelle kann es auch sinnvoll sein den Stich in der ersten Nacht vor kratzenden Fingern abzuschirmen, z. B. mit einer kleinen sterilen Kompresse und einem Mull-Verband.“
Als Hausmittel gegen Mückenstiche kann eine Kühlung durch ein Kühl-Pack oder einen Eiswürfel sinnvoll sein. Auch ein kleiner Wickel, der den Stich vor dem Aufkratzen schützt, kann ebenfalls Abhilfe schaffen.
12minutes: „Als Schulmediziner tun wir uns schwer Hausmittel zu empfehlen, da hier verschiedene Voraussetzungen stimmen müssen. Grundsätzlich kann man sich immer in der Apotheke beraten lassen und es macht im Sommer immer Sinn ein juckreizlinderndes Insektenstichgel vorrätig zu haben. Auch sollten wir immer ein Hautdesinfektionsmittel auf nicht-alkoholischer Basis (brennt nicht) zu Hause haben, um Wunden oder eben Stiche desinfizieren zu können.“
Für einen effektiven Mückenschutz bei Babys gibt es einige Möglichkeiten:
Mückenstiche bei Babys sind zwar größtenteils harmlos, können jedoch durch den intensiven Juckreiz und mögliche Entzündungen zur Belastung für dich und dein Kind werden. Als Elternteil ist es wichtig, die Insektenstiche frühzeitig zu erkennen, richtig zu behandeln und bei ungewöhnlichen Reaktionen ärztlichen Rat einzuholen. Mit vorbeugenden Maßnahmen zum Mückenschutz wie schützender Kleidung oder Insektensprays kannst du das Risiko von Mückenstichen bei Babys deutlich reduzieren.