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Ratgeber Kopfhaut jucken

Wenn die Kopfhaut juckt – Ursachen und praktische Tipps vom Experten

Viele Menschen leiden unter unangenehmem Juckreiz und dem ständigen Drang zu kratzen. Doch die Ursachen für juckende Kopfhaut sind ganz vielfältig. Was unserer Kopfhaut zusetzt und wie wir ihr helfen können.

Was tun, wenn die Kopfhaut juckt? 

Die Kopfhaut ist die Basis für glänzendes, kräftiges und gesundes Haar. Ist die Kopfhaut aber aus dem Gleichgewicht geraten, viel zu fettig, zu trocken oder durch Ablagerungen blockiert, kann mäßig bis stark juckende Kopfhaut die Folge sein. Doch wie erkennt man überhaupt ein Kopfhautproblem und wie lässt sich die Ursache für den Juckreiz richtig und langfristig behandeln? Wir haben einen Experten um Rat gefragt: Dr. Christoph Liebich! In seiner Münchener Praxis „Dermatologie im Zentrum“ ist er als Facharzt für Haut- und Geschlechtskrankheiten tätig.

Ursache Juckreiz: Trockene Kopfhaut

Juckende Kopfhaut ist in vielen Fällen die Folge von trockener Kopfhaut. Fehlt es der Kopfhaut an Feuchtigkeit, beginnt sie zu spannen, zu jucken oder auch weiße Schuppen zu verlieren. In diesem Fall produzieren die Talgdrüsen womöglich zu wenig Fett und Nährstoffe. Häufiges Haarewaschen mit unpassenden Pflegeprodukten kann in diesem Fall das Kopfhautjucken noch verstärken. Aber auch Allergien, hormonelle Veränderungen oder Stress trocknen die Haut aus und begünstigen juckende Kopfhaut. Ihren Durst stillen spezielle Pflegeserien, die Schmutz und Stylingrückstände sanft entfernen. Sie enthalten Tenside aus Zucker oder Kokos, rückfettende Lipide oder Pflegewirkstoffe wie Panthenol und Urea. Hier gilt: Die Verträglichkeit bestimmt die Pflege. Tipp vom Experten: Ein Blick auf die Inhaltsliste verrät auch, ob Sulfate im Shampoo stecken. Diese Schaumschläger können die Haut weiter austrocknen und das Kopfhautjucken im schlimmsten Fall verstärken. Nach der Wäsche freuen sich trockene Köpfe über eine Massage mit beruhigendem Haarwasser.

Ursache Juckreiz: Schuppige Kopfhaut

Sind die Schuppen trocken oder fettig? Die Antwort entscheidet über das Bedürfnis der Haut. Trockene Schuppen sind fein, weiß und schneien aus dem Haar. Hinter ihnen steckt eine trockene Kopfhaut, die dringend Feuchtigkeit benötigt – ein entfettendes Anti-Schuppen-Shampoo würde das Problem und auch den Juckreiz höchstwahrscheinlich nur verschlimmern. Trockene Schuppen können zudem auf Hautkrankheiten hindeuten, wie Neurodermitis, Schuppenflechte oder eine Pilzinfektion. Auch hier kann juckende Kopfhaut eine Begleiterscheinung sein. Im Zweifel rät der Experte dazu, ärztlichen Rat einzuholen. Sind die Schuppen schwer und fettig, liegt das am Hefepilz Pityrosporum ovale. In diesem Fall ist ein Anti-Schuppen-Shampoo gefragt, das pilzhemmende Wirkstoffe enthält.

Tipp: Sanfte Stimulation gegen Juckreiz

Eine sanfte Massage mit einer Bürste mit abgerundeten Kunststoffborsten stimuliert die trockene Kopfhaut und fördert die Durchblutung.

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Ursache Juckreiz: Gereizte Kopfhaut

Ist die Kopfhaut gereizt, kommen verschiedene Ursachen infrage. Schädigende äußere Einflüsse können sein: ein Sonnenbrand, zu straff gebundene Frisuren, falsche Haarpflege oder chemische Behandlungen der Haare. Juckende Kopfhaut und Spannungsgefühle sind hier keine Seltenheit. Ebenso kann zu heißes Föhnen oder das regelmäßige Waschen mit heißem Wasser die Haut irritieren und den Juckreiz fördern. In diesem Fall die Haare nur mit lauwarmem Wasser waschen und öfter lufttrocknen lassen.
Aber auch Entzündungen der Kopfhaut oder Haarwurzeln sowie seelische Probleme können der Kopfhaut zusetzen. Folge: Die Kopfhaut juckt extrem, die Betroffenen haben ständig das Bedürfnis, sie zu kratzen. Um dem Juckreiz Linderung zu verschaffen, gilt es zuerst den Auslöser zu finden. Manchmal hilft schon eine neue, mildere Pflegeroutine. Bei Schmerzen rät Dermatologe Christoph Liebich, unbedingt zum Arzt zu gehen.

Ursache Juckreiz: Fettige Kopfhaut

Im Gegensatz zur trockenen Haut produzieren die Talgdrüsen bei fettigem Ansatz zu viel Talg. Dieser Film ist eigentlich nützlich, da er Haut wie Haare nährt und geschmeidig hält, kann aber bei Überproduktion pilzfördernd sein. Verschiedene Hefepilze wandeln das Fett in aggressive Fettsäuren um. Dadurch können Schuppen und Rötungen entstehen. Ob unsere Haut zu viel Fett absondert, ist genetisch veranlagt oder kann an falschen oder zu vielen Styling- und Pflegeprodukten liegen. Auch Stress, die Ernährung, Medikamente oder eine hormonelle Umstellung bringen unsere Haut aus dem Gleichgewicht und fördern juckende Kopfhaut. Christoph Liebich empfiehlt, ihrem Bedürfnis nachzukommen und Shampoos speziell für fettige Haut zu verwenden. Solange die Haut das gut verträgt, ist tägliches Waschen völlig okay. Dass sie dadurch schneller nachfettet, ist ein Mythos: Die Kopfhaut hat keine Sensoren, die messen, wie viel Fett vorhanden ist. Sie bildet es stetig. Also: Keine Angst vor dem Haarewaschen!

EXPERTEN-INTERVIEW

Dr. Christoph Liebich klärt für uns die wichtigsten Fragen zur juckenden Kopfhaut und verrät, in welchem Fall ausgerechnet Mayonnaise als Hausmittel gut sein kann.

Manchmal juckt oder spannt nur die Haut auf dem Kopf– ist sie denn besonders sensibel?

Das würde ich nicht pauschal sagen. Die Kopfhaut ist eigentlich stabil und unempfindlich. Sie kann jedoch trocken oder fettig sein – im Prinzip alles, was auch die übrige Haut erlebt. Und dazu gehören ebenso irritierte Kopfhaut durch den Einfluss von außen wie Allergien oder Pilze, die ebenfalls einen Juckreiz auslösen können.

Wann sollte man mit juckender Kopfhaut zum Arzt gehen?

Es ist nie falsch, mit juckender Kopfhaut oder anderen Kopfhautbeschwerden zum Hautarzt zu gehen. Das fängt bei Pickelchen und mit dem Jucken an und geht weiter über Entzündungen bis hin zum Haarausfall. Bei gewissen Problemen kann der Hautarzt allerdings auch nicht viel mehr tun, als bei der Pflege zu beraten. Das ist z. B. bei fettiger Kopfhaut so.

Und wozu raten Sie besonders in diesem Fall?

Eine fettige Kopfhaut muss man einfach akzeptieren. Im Grunde ist sie aber nicht weiter schlimm und lässt sich gut mit einem milden Shampoo reinigen.

Gibt es Hausmittel für juckende, trockene Kopfhaut?

Bei Juckreiz, der lediglich aus trockener Haut resultiert, bietet sich hin und wieder eine Packung an aus einem Eigelb und etwas Olivenöl – was nichts anderes ergibt als Mayonnaise. Einfach unter einer Duschhaube über Nacht einwirken lassen und morgens auswaschen.

Wie sieht es bei Schuppen aus? Welche Shampoos helfen?

Hier unterscheiden wir zwischen trockener und fettiger Schuppung – beide bedürfen jeweils einer anderen Pflege. Bei der trockenen Schuppung rieselt es regelrecht aus den Haaren. Hierfür gibt es etwa medizinische Shampoos, die wenig Duft- und Konservierungsstoffe enthalten. Fettige Schuppen bleiben dagegen auf der Kopfhaut liegen oder in den Haaren kleben. Da helfen Produkte mit Pilzwirkstoffen oder Zinkbestandteilen.

Wann würden Sie von Haarausfall sprechen?

Eine Faustregel setzt bei etwa 100 ausgefallenen Haaren am Tag die Grenze. Sind es weniger, ist das völlig normal. Auch während der Schwangerschaft, nach der Entbindung, beim Absetzen oder Wechseln der Pille kann es sein, dass man Haare verliert. Die wachsen dann wieder nach. Es geht auch nicht um die Haare, die sich beim Shampoonieren oder Bürsten lösen. Sondern um jene, die über den Tag verteilt ausfallen. Und nachzählen ist tatsächlich wichtig, sonst lässt sich der Haarverlust nicht realistisch beurteilen. Bei mehr als 130 Haaren würde ich raten, beim Hautarzt vorbeizuschauen – spätestens, wenn sich kahle Stellen zeigen.

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