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Die erste Periode – wenn Mädchen zu Frauen werden

Ich erinnere mich wie heute – ich war zwölf Jahre alt und habe bei meiner besten Freundin übernachtet. Wir freuten uns auf den Abend und waren aufgeregt. So wie es eben ist, wenn man bei der besten Freundin übernachten darf. Eigentlich war alles wie immer. Bis zum nächsten Morgen. Denn da war sie plötzlich – meine erste Periode. Und meine Gedanken: Schock, Freude, Traurigkeit? Irgendwie von allem etwas. Ja, es ist der Beginn, das Kindsein hinter sich zu lassen und zur Frau zu werden, aber trotzdem ist es im ersten Moment vor allem ein ziehender Schmerz und die Ungewissheit, wie man künftig jeden Monat aufs Neue damit umgehen soll. Umso wichtiger war es für mich, jemanden zu haben, mit dem ich darüber sprechen konnte. Dem ich jede Frage dazu stellen konnte, ohne mich schämen zu müssen. Und in dieser Situation war es meine Mutter, die mir mit Rat und Tat zur Seite stand. Und erst nach diesem Gespräch fühlte ich mich sicherer im Umgang mit meiner Menstruation. Heute kann ich sagen – es ist so wichtig, dass eine Mutter ihre Tochter über die erste Periode aufklärt. Und das am besten, bevor sie das erste Mal einsetzt. Ist es erst einmal so weit, entsteht schnell Panik und man fühlt sich als junges Mädchen mit der Situation überfordert. Denn hätte ich vorher gewusst, wie ich jeden Monat mit der Menstruation umgehen muss, wäre ich ein bisschen weniger aus allen Wolken gefallen.

Wann spreche ich mit meiner tochter?

Für Mütter ist dieser Moment oft genauso aufregend. Immerhin wird jetzt aus der kleinen Tochter eine junge Frau und die Mutter zur wichtigen Bezugsperson auf diesem Gebiet. Doch wann und wie bereitet man die Tochter am besten vor? Es gibt erste körperliche Anzeichen, die Sie für erste Gespräche nutzen sollten. Denn ganz so unverhofft erwischt die erste Monatsblutung ein junges Mädchen nicht. Stellen Sie diese Anzeichen fest, ist es ein guter Zeitpunkt, die Tochter über die Hygiene während der Menstruation aufzuklären. Machen Sie sie zu Beginn mit Slipeinlagen vertraut. Diese kann sie problemlos in Erwartung ihrer ersten Periode täglich verwenden. Starten Sie damit, vereinzelt konkrete Fakten zu erklären, zum Beispiel, wie oft die Periode kommt, wie lange sie dauert oder wie viel Blut man dabei verliert. Vielleicht will die Tochter auch wissen: Wie merkt man das? Was passiert dann? Nehmen Sie am besten Ihre eigene Menstruation als Beispiel. So lässt sich gut erklären, wie man mit der Blutung umgeht, welche Hygieneprodukte wie verwendet werden und warum man seine Tage überhaupt bekommt. Reden Sie auch mit ihr darüber, dass sie ab der ersten Regel schwanger werden kann. Natürlich müssen Sie dabei abschätzen, inwieweit sich Ihre Tochter über Sex überhaupt schon Gedanken macht. Schließlich ist die Periode in erster Linie ein biologisches Signal. Sie ihr außerdem, dass sie auch mit Körper- und Wesensveränderungen rechnen muss. Viele Frauen leiden teils sehr stark unter Unterleibsschmerzen während ihrer Periode. Körnerkissen und Tees zur Beruhigung können hier Abhilfe schaffen. Auch die Gefühlswelt kann während dieser Zeit verrückt spielen.

Erste anzeichen für die periode

Ein bis zwei Jahre vor der ersten Periode, auch Menarche genannt, kommt es bei den meisten Mädchen zu einem milchig-weißen Ausfluss, der darauf hindeutet, dass der Körper verstärkt Geschlechtshormone produziert. Die ersten Pickelchen bilden sich im Gesicht, ein leichtes Ziehen in den Brüsten und im Unterleib kann spürbar sein und die Achsel- und Schambehaarung setzt langsam ein. Viele Mädchen durchleben äußerlich kleine Veränderungen. So beginnen die Brüste zu wachsen, Hüfte und Taille formen sich und es kann im gesamten Körper zu einem Wachstumsschub kommen.
Der Körper wird insgesamt weiblicher, was darauf hindeutet, dass die erste Regel nicht mehr lange auf sich warten lässt.

Binden, tampons oder menstruationstassen?

Ist das große Ereignis „über Nacht“ da, wollen Mädchen vor allem eins wissen: Was mache ich jetzt? Wie überstehe ich den Schultag, ohne dass jemand etwas merkt? Am besten geben Sie Ihrer Tochter verschiedene Hygieneartikel zum Ausprobieren. So kann sie herausfinden, was für sie am besten ist. Zu Beginn fühlen sich viele Mädchen mit Binden wohler. Während der ersten Perioden ist die Blutung noch sehr unregelmäßig und kann zeitweise auch sehr schwach sein, sodass sich ein Tampon schnell trocken und unangenehm im Körper anfühlen kann. Doch mit der Zeit wächst häufig der Wunsch, den Alltag uneingeschränkter leben zu können und mehr Bewegungsfreiheit zu haben – sei es die Teilnahme am Schwimmunterricht oder ein Klassenausflug. Genau dann bieten Tampons oder Menstruationstassen eine willkommene Alternative zur Binde.
 

Wissenswertes zur ersten Periode


In der Regel zwischen 11-15 Jahren
Im Durchschnitt bekommen Mädchen ihre erste Regel zwischen 11 und 15 Jahren. Deshalb ist es wichtig, das Gespräch früh genug zu suchen. Bereits in der dritten und vierten Klasse der Grundschule startet in vielen Schulen der Sexualkundeunterricht und Ihr Kind wird an das Thema herangeführt. Nutzen Sie als Mutter diese Chance und thematisieren Sie die Menstruation auch zu Hause.


3-7 Tage Periodenlänge
Der Zyklus braucht einige Zeit, um sich einzupendeln und kann bei jungen Mädchen daher noch sehr unregelmäßig sein. Der weibliche Zyklus dauert im Durchschnitt 28 bis 35 Tage, in denen der Körper eine Art Bett für ein Baby herrichtet. In dieser Zeit wird die Gebärmutterschleimhaut aufgebaut, um eine Eizelle aufzunehmen, die potenziell befruchtet werden kann. Kommt es allerdings zu keiner Befruchtung, wird das alte Bett abgezogen, sprich die Gebärmutterschleimhaut und das unbefruchtete Ei werden abgestoßen, und es kommt zur Monatsblutung. Diese dauert im Durchschnitt drei bis sieben Tage. Im Anschluss beginnt alles von vorne und ein neues Bett wird hergerichtet.

60 ml Blutverlust
Oft wirkt es so, als würde der Körper sehr viel Blut während der Periode verlieren. Doch im Durchschnitt sind es nur etwa 60 Milliliter, was ungefähr drei bis fünf Esslöffeln entspricht. Wer den Tampon frühestens nach vier Stunden wechseln muss, liegt damit in einem normalen Bereich. Doch Achtung: Es handelt sich hier um einen Durchschnittswert. Natürlich haben Frauen ihre leichten und starken Tage während ihrer Periode.
 

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