Welche Veränderungen gibt es bei der werdenden Mutter in der 39. SSW?
In den letzten Tagen vor der Geburt kann es vermehrt zu Rücken- und Unterleibschmerzen, Übelkeit oder Wassereinlagerungen kommen. Gleichzeitig erlebst du eventuell einen Drang zum Nestbautrieb und möchtest das Babyzimmer verschönern oder letzte Besorgungen machen. Achte dabei darauf, dich nicht zu überanstrengen.
Ab der 38. SSW hast du vielleicht bemerkt, dass sich dein Baby weniger bewegt als zuvor. Das hat praktische Gründe: In der Gebärmutter fehlt der Platz für ausgiebige Bewegungen und dein Baby bündelt Energie für die bevorstehende Geburt.
39. SSW-Geburtsanzeichen: Welche Symptome können auftreten?
Die Symptome in der 39. SSW drehen sich vor allem um die Vorbereitung deines Körpers auf die Geburt. Folgende Anzeichen können auftreten:
- Lösen des Schleimpfropfs („Zeichnen“): Ein vaginaler Ausfluss – das sogenannte „Zeichnen“ – zeigt an, dass sich der Schleimpfropf vom Gebärmutterhals gelöst hat. Erst dann kann sich der Muttermund öffnen. Das kann ein erstes Zeichen dafür sein, dass die Geburt beginnt.
- Blasensprung: Das Platzen der Fruchtblase ist die offensichtlichste Ankündigung. Bei manchen Schwangeren sind es einzelne Tropfen, bei anderen ein wahrer Schwall. Wenn die Fruchtblase platzt, mach dich auf den Weg in die Klinik und kontaktiere deine Hebamme.
- Senkwehen und Geburtswehen: Übungswehen können in der 39. SSW häufiger auftreten und in echte Geburtswehen übergehen. Du kannst Senkwehen von Übungswehen unterscheiden, indem du ein warmes Bad nimmst: Senkwehen werden dabei stärker, Übungswehen lassen nach.
- Rücken- und Unterleibsschmerzen: Der starke Druck im Becken kann zu Rückenschmerzen und einem Ziehen im Unterleib führen. Auch ein Kribbeln in den Beinen ist in dieser Phase nicht ungewöhnlich.
- Verdauungsbeschwerden: Durchfall oder Übelkeit können ebenfalls auftreten, da die Kontraktionen der Gebärmutter den Verdauungstrakt beeinflussen können.
- Veränderungen der Kindsbewegungen: Da dein Baby tief im Becken liegt, können sich die Bewegungen anders anfühlen oder weniger werden. Sollten die Bewegungen über längere Zeit ausbleiben, ist es sinnvoll, deine Ärztin oder deinen Arzt zu kontaktieren.
Hilfreiche Tipps für die 39. SSW
In der 39. Schwangerschaftswoche können dir folgende Tipps helfen, dich gut auf die bevorstehende Geburt vorzubereiten:
- Ruhe und Entspannung: Bewusste Ruhepausen können dir dabei helfen, Kraft für die Geburt zu sammeln.
- Dammmassage und Atemübungen: Mit sanften Dammmassagen kannst du das Gewebe auf die Geburt vorbereiten. Auch gezielte Atemübungen können dir während der Geburt helfen.
- Kliniktasche packen: Stelle sicher, dass deine Kliniktasche gepackt und griffbereit steht, damit du im Ernstfall schnell aufbrechen kannst.
- Wochenbett vorbereiten: Du kannst schon jetzt Mahlzeiten vorkochen und die Wohnung für die erste Zeit mit dem Baby vorbereiten.
- Wehenschmerzen lindern: Verschiedene Methoden können bei Wehenschmerzen helfen, zum Beispiel Entspannungsübungen, warme Bäder, Akupunktur, Massagen oder Selbsthypnose.
- Letzte Fragen klären: Nun ist der richtige Zeitpunkt, um letzte Fragen zur Geburt mit deiner Ärztin oder deinem Arzt sowie deiner Hebamme zu besprechen, damit du dich so sicher wie möglich fühlst.
Ärztliche Untersuchungen in der SSW 39
In der 39. Schwangerschaftswoche findet eine der letzten Vorsorgeuntersuchungen statt. Da die Entbindung jetzt unmittelbar bevorsteht, schaut dein Gynäkologe oder deine Gynäkologin nach, wie dein Baby liegt und ob es schon Anzeichen für die Geburt gibt. So wird unter anderem die Geburtsposition deines Babys überprüft.
Hierbei kann auch ein CTG geschrieben werden, wenn dein behandelnder Arzt dafür medizinischen Bedarf sieht. Dabei werden die Herztöne deines Babys überprüft und es wird geschaut, ob es deinem Kind gut geht. Seit dem 1. Januar 2021 wird dies nur in medizinisch notwendigen Situationen durchgeführt oder kurz vor der Geburt. Weitere Hinweise dazu findest du in der Leitlinie „Fetale Überwachung in der Schwangerschaft“.
Tipps für die Ernährung in der 39. Schwangerschaftswoche
Eine ausgewogene Ernährung in der Schwangerschaft ist auch in der 39. SSW wichtig, da dein Körper jetzt besonders viel Energie benötigt. Kleine, leichte Mahlzeiten über den Tag verteilt können dir helfen, dich wohler zu fühlen und Übelkeit vorzubeugen.
Folgende Ernährungstipps können deinen Körper in dieser Phase unterstützen:
- Leichte, gut verdauliche Mahlzeiten, die dich nicht belasten
- Ausreichend Flüssigkeit: zum Beispiel stilles Wasser, ungesüßte Tees oder verdünnte Säfte
- Energiereiche Snacks: zum Beispiel Nüsse, Trockenfrüchte oder Vollkornprodukte
- Zuckerhaltige Speisen nach Möglichkeit reduzieren, um Energieschwankungen zu vermeiden
Falls du Heißhunger auf bestimmte Lebensmittel verspürst, ist das völlig normal – dein Körper signalisiert dir möglicherweise, was er gerade benötigt. Achte jedoch weiterhin darauf, rohe oder unzureichend gegarte Lebensmittel zu meiden.
SSW 39: Fragen an deinen Arzt oder deine Ärztin
Über diese Themen kannst du mit deiner Ärztin oder deinem Arzt in der 39. SSW sprechen:
- Wie kann ich mit der Angst vor der Geburt umgehen?
- In welcher Position liegt mein Baby aktuell?
- Was können Geburtsanzeichen sein und wann sollte ich die Klinik kontaktieren?
Checkliste für die 39. Schwangerschaftswoche
Folgende Punkte kannst du in der 39. SSW angehen:
- Offene Fragen zu den verschiedenen Arten von Wehen mit deinem Arzt oder deiner Hebamme besprechen
- Letzte Entscheidungen für die Zeit nach der Geburt treffen und das Wochenbett vorbereiten
- Dich mit Vertrauten über mögliche Ängste und Sorgen austauschen
- Bewusste Ruhepausen in den Alltag einplanen und Kraft für die Geburt sammeln
- Kliniktasche auf Vollständigkeit überprüfen und griffbereit halten
- Kindergeld und andere wichtige Anträge vorbereiten
- Eine Liste mit wichtigen Telefonnummern (zum Beispiel Klinik, Hebamme) anlegen