Welche Veränderungen gibt es bei dir als Mutter in der 22. SSW?
Nicht nur dein Baby entwickelt sich in der 22. SSW. Auch der Bauch ist bei den meisten werdenden Müttern spürbar weitergewachsen, um mit dem Wachstum des Kindes mitzuhalten. Dadurch wird deine Bauchdecke stark gedehnt und es können Schwangerschaftsstreifen entstehen.
Unser Tipp: Du kannst deinen Babybauch mit pflegenden Ölen und Lotionen eincremen, um deine Haut zu schonen und zu pflegen.
In der Gebärmutter ist außerdem immer weniger Platz, was du vielleicht durch Ziehen oder Druck im Unterleib oder leichte Rückenschmerzen wahrnimmst. Zusätzlich verändern sich deine Brüste und Brustwarzen: Die sogenannten Montgomery-Drüsen wachsen um deine Brustwarzen herum. Das sind kleine Erhebungen, aus denen eine leicht fetthaltige Substanz abgesondert wird, die deine Brustwarzen pflegt und auf das Stillen vorbereitet.
Welche Symptome können in der SSW 22 auftreten?
Neben den schönen Gefühlen und der Vorfreude können ab der 22. Schwangerschaftswoche vermehrt verschiedene Schwangerschaftsbeschwerden auftreten:
- Schlafmangel: Durch das Strampeln deines Babys in deinem Babybauch kannst du vielleicht nicht mehr so erholsam schlafen. Dann kann es helfen, wenn du deine Hand auf deinen Bauch legst und mit deinem Kind sprichst – deine Berührung und deine vertraute Stimme haben oft eine beruhigende Wirkung.
- Schlafposition: Das Liegen kann langsam unangenehm werden. Die Rückenlage ist ungünstig, da die große Hohlvene durch das Gewicht deines Babys abgedrückt werden kann. Ein Seitenschläfer-Kissen bringt für viele Frauen Entlastung.
- Heißhungerattacken: Nachdem die Übelkeit bei vielen Schwangeren nachgelassen hat, können jetzt Heißhungerattacken beginnen. Solange du in Maßen genießt, kannst du deinen Gelüsten auch nach fettreichen oder süßen Lebensmitteln nachgeben. Lass dich dazu auch gerne individuell von deinem Frauenarzt oder deiner Frauenärztin beraten.
- Beckenboden-Schwäche: Die Beckenbodenmuskulatur wird weicher und hat mehr Gewicht zu tragen. Es kann passieren, dass du beim Husten oder Niesen Urin verlierst – das ist völlig normal.
- Wadenkrämpfe: Diese können durch Magnesiummangel entstehen, da sowohl dein Körper als auch dein Baby Magnesium für die Entwicklung brauchen.
Hilfreiche Tipps für die SSW 22
Hier haben wir dir hilfreiche Anregungen und Tipps für deinen Alltag in der 22. Schwangerschaftswoche zusammengestellt:
- Sport mit Vorsicht: Du kannst weiterhin leichten Sport in der Schwangerschaft machen, etwa Schwangerschaftsyoga oder Spaziergänge, um deinen Kreislauf in Schwung zu halten. Achte aber auf deinen Körper und pausiere bei Beschwerden.
- Richtige Körperhaltung: Bei Rückenschmerzen kann es helfen, auf deine Haltung zu achten und schweres Heben zu vermeiden.
- Hautpflege: Pflegende Öle und Lotionen können Schwangerschaftsstreifen vorbeugen und deine Bauchdecke geschmeidig halten.
- Beckenbodentraining: Unser gezieltes Beckenbodentraining kann bei einer Schwäche deines Beckenbodens helfen.
- Geburtsvorbereitungskurs: Jetzt ist eine gute Zeit, dich für einen Geburtsvorbereitungskurs anzumelden und dich mit anderen werdenden Eltern auszutauschen – sofern du das möchtest.
Ultraschall in der 22. SSW: Das ist zu sehen
Bei der Ultraschalluntersuchung in der SSW 22 kannst du dein Baby in seiner vollen Pracht bewundern. Die Proportionen sind nun ausgewogen und du kannst deutlich erkennen, wie es seine Hände zu Fäusten ballt oder sein Gesicht befühlt.
Dein Arzt berechnet jetzt die Scheitel-Fersen-Länge deines Babys aufgrund verschiedener Messwerte wie Kopfumfang, Bauchumfang und Abstand von der rechten zur linken Bauchseite. Auch die Position der Nabelschnur und die Lage der Plazenta werden kontrolliert.
Die Kindsbewegungen sind auf dem Monitor gut zu sehen, und mit etwas Glück kannst du sogar beobachten, wie dein Baby Schluckauf hat oder Fruchtwasser trinkt.
Tipps für die Ernährung in der 22. Schwangerschaftswoche
Eine ausgewogene Ernährung in der Schwangerschaft ist auch in der SSW 22 weiterhin wichtig, da dein Baby jetzt vor allem an seiner Gewichtszunahme arbeitet.
Wadenkrämpfe können dich in dieser Zeit vermehrt plagen – das liegt bei vielen Frauen an einem Magnesiummangel. Magnesium kann wichtig für Muskeln, Nerven und das Immunsystem sein. Du findest es vor allem in Fisch, Fleisch, Vollkornprodukten und grünem Gemüse. Nach Absprache mit deinem Arzt oder deiner Ärztin kannst du auch entsprechende Präparate zu dir nehmen, um deinen Magnesiumhaushalt auszugleichen.
Nachdem die Übelkeit bei vielen Schwangeren nachgelassen hat, wächst nun oft der Appetit. Du kannst deinem Hunger in Maßen nachgeben – dein Baby braucht jetzt Energie für seine Gewichtszunahme.
22. SSW: Fragen an deinen Arzt / deine Ärztin
Du kannst in der 22. Schwangerschaftswoche folgende Themen mit deinem Arzt oder deiner Ärztin besprechen:
Ärztliche Vorsorgeuntersuchungen in der 22. SSW
Zwischen der 19. und der 22. Schwangerschaftswoche steht die zweite große Vorsorgeuntersuchung beim Frauenarzt an, die Folgendes beinhaltet:
- eine Ultraschalluntersuchung deines Babybauchs
- Kontrolle von Gewicht, Blutdruck und Hämoglobingehalt deines Blutes
- Untersuchung deines Urins auf Eiweiß, Zucker und Keime
- Feststellung der Menge an Fruchtwasser
- Überprüfung der Herztöne sowie Bewegungen deines Babys
Optional: Feindiagnostik (Organscreening)
Ein optionaler Bestandteil dieser Untersuchung ist die Feindiagnostik, auch Organscreening genannt. Bei dieser Untersuchung werden mit speziellen Ultraschallgeräten die Organlagen bei deinem Baby sowie deren Entwicklungen im Detail überprüft.
Die Feindiagnostik gehört nicht zum regulären Vorsorgeprogramm, wird aber von den meisten Krankenkassen übernommen.
Checkliste für die SSW 22
Folgende Punkte können für dich in der 22. Schwangerschaftswoche relevant werden:
- Letzte Möglichkeit zur Terminvereinbarung für die zweite große Ultraschalluntersuchung (i. d. R. zwischen der 19. und 22. SSW)
- Informationen über wichtige Anträge wie Elterngeld, Kindergeld und Familienversicherung einholen
- Gedanken über Umstandskleidung und Babys Erstausstattung machen
- Körperliche Anstrengungen begrenzen, wenn du dich unwohl fühlst
- Magnesiumreiche Ernährung
- Beckenbodentraining, falls du Beschwerden im Beckenboden hast