Wehenschmerzen-lindern

Die Wehen kommen - was dabei hilft Geburtsschmerzen zu lindern

Wehenschmerzen aushalten oder ausschalten? Diese Frage beschäftigt werdende Mütter vor allem im letzten Drittel der Schwangerschaft. Die Angst vor den Wehen- und Geburtsschmerzen wächst häufig noch, je näher der Geburtstermin rückt. Welche Möglichkeiten Sie haben, den Schmerzen vorzubeugen und warum ein striktes Entweder-oder nicht wirklich hilft. Eine entspannte Atmosphäre wirkt sich positiv auf das Schmerzempfinden aus. Wählen Sie deshalb den Geburtsort sorgfältig aus und ergründen Sie, wo sie sich am wohlsten fühlen: zu Hause, im Geburtshaus oder im Kreißsaal einer Klinik. Es gibt viele Methoden, die Wehenschmerzen lindern können, zahlreiche davon werden Sie und Ihr Partner im Geburtsvorbereitungskurs kennenlernen.

Beliebte Methoden Wehenschmerzen zu lindern

Entspannungsübungen

Bereits während der Schwangerschaft helfen Atem- und Entpannungsübungen in Momenten des Unwohlseins. Wenn die Geburt ansteht, ist eine gute Atemtechnik besonders hilfreich. Sie hilft Wehenschmerzen zu lindern, indem sie von ihnen ablenkt. Außerdem sorgt eine gute Atemtechnik dafür, dass das Ungeborene ausreichend mit Sauerstoff versorgt wird. Zu den wichtigsten Atem- und Entspannungstechniken bei der Geburt gehören die Lamaze-Methode, die Odent-Methode und die Leboyer-Methode.

Warme Wannenbäder

Ein Wannenbad in warmem Wasser fördert die Muskelentspannung und erleichtert die Öffnung des Muttermundes. Bei einer Wassergeburt beträgt die Wassertemperatur meist 34 bis 36 Grad. Untersuchungen zeigen, dass 90 Prozent der Frauen, die im Wasser entbinden kaum oder sogar gar keine Schmerzmittel benötigen. Außerdem konnten sie das Geburts- oder Krankenhaus oft früher verlassen als Frauen, die traditionell entbinden. Es gibt jedoch gesundheitliche Umstände (z.B. eine Steißlage des Kindes oder eine Mehrlingsschwangerschaft), bei denen Ärzte von einer Wassergeburt abraten.

Akupunktur

Die chinesische Heilmethode wird längst nicht mehr nur bei Rückenschmerzen eingesetzt. Akupunktur kann das generelle Schmerzempfinden herabsetzen und regelmäßige Wehen fördern. Eine Studie der Universitätsfrauenklinik Mannheim zeigt, dass bereits vier bis acht Akupunkturbehandlungen innerhalb der letzten vier Wochen der Schwangerschaft die Geburt verkürzen und Wehenschmerzen lindern können. Diese Methode eignet sich jedoch nicht immer, denn während der Akupunktur muss die werdende Mutter über längere Zeit still liegen, das fällt vielen Schwangeren schwer.


Homöopathische Mittel

Bei Unruhe, Wehenschmerzen oder Angst können auch homöopathische Mittel wie zum Beispiel Globuli zum Einsatz kommen. Die Behandlung sollte allerdings nur durch speziell ausgebildete Ärzte oder Hebammen stattfinden. Manche Mittel können auch bereits bei Schwangerschaftsbeschwerden helfen, dazu gehören Übelkeit, Gefühlsschwankungen und Sodbrennen. 

Bachblüten- und Aromatherapie

Gegen Angst vor der Geburt, Schlaflosigkeit oder bei fehlendem Selbstvertrauen kann Bachblüten- oder Aromatherapie sinnvoll sein. Bei der Bachblütentherapie kommen Blütenkombinationen zum Einsatz, die die Schwangere einnehmen kann. Bäder, Umschläge und Einreibungen sind ebenfalls möglich. Die Aromatherapie arbeitet mit ätherischen Duftstoffen. Zur Geburtsvorbereitung werden Düfte gewählt, die eine entspannende Wirkung haben. Dazu gehören zum Beispiel Lavendel oder Kamille. Mittlerweile gibt es einige Kreissäle, die über Duftlampen verfügen.

Massagen

Während einer Massage gibt der Körper Endorphine ab, das kann nachweislich Schmerzen lindern. Vor allem im Bereich der Lendenwirbelsäule ist eine Massage für viele Schwangere angenehm. Das bietet eine schöne Möglichkeit für Ihren Partner, Sie zu unterstützen. Außerdem schafft eine Massage ein Gefühl von Nähe und Verbundenheit, auch das kann Angst und Schmerzen lindern. Einige Massagetechniken erlernen Sie auch in den Geburtsvorbereitungskursen.

In den letzten Wochen vor der Geburt kann eine Dammmassage die Elastizität des Dammes erhöhen, dadurch wird die Gefahr eines Dammrisses vermindert. Auf Bauchmassagen sollte während der Schwangerschaft verzichtet werden, sie können vorzeitige Wehen auslösen. Während der Geburt ist es für manche Frauen angenehm, wenn ihre Schultern massiert werden, denn entspannte Schultern unterstützen eine entspannte Atmung.

Selbsthypnose

Für Frauen, die besonders große Angst vor der Geburt haben, kann Hypnose eine gute Möglichkeit sein, diese zu mildern. Die Selbsthypnose führt zu einem tranceartigen Zustand der Tiefenentspannung. Dieser kommt dem Zustand kurz vor dem Einschlafen sehr nahe. Die Technik muss bereits während der Schwangerschaft erlernt werden, damit Sie sich selbst konditionieren können, das Erleben einer Wehe mit dem Trance-Zustand zu koppeln. Nur so können Sie zu Beginn der Geburt von der Selbsthypnose Gebrauch machen. Bei der Wahl eines Therapeuten sollten Sie darauf achten, dass dieser über ein Zertifikat von einer seriösen Hypnosegesellschaft verfügt.

bei bedarf: medizinische hilfen, die geburtsschmerzen lindern

Je nach Verlauf der Wehen und des Geburtsvorgangs kann es sinnvoll oder nötig sein, mit medizinischen Hilfen einzugreifen – um Geburtsschmerzen zu lindern und Komplikationen zu vermeiden. Aber: Nicht alles ist zu jedem Stadium der Geburt möglich und wirksam! Entkrampfende Mittel (Spasmolytika) entspannen den Muttermund, Schmerzmittel (wie Pethidin) dämpfen das Bewusstsein – auch beim Kind. Deswegen werden sie möglichst spät eingesetzt. In Deutschland noch selten genutzt: Lachgas, das über eine Maske eingeatmet schnell entspannend wirkt.

Eine gängige Methode um Geburtsschmerzen zu lindern, ist die Periduralanästhesie (PDA). Hierbei wird meist eine Mischung aus einem Opiat und einem lokalen Betäubungsmittel, das den Unterleib schmerzunempfindlich macht, über einen weichen Katheter in den Rückenmarkskanal gespritzt. Um in der Spätphase die Geburtsschmerzen ohne PDA rasch zu lindern, kann der Pudendusblock eingesetzt werden: ein Betäubungsmittel, das am Scheidenausgang wirkt. Falls ein Kaiserschnitt nötig wird, kann bei einer Geburt mit PDA die erforderliche Dosis über den bereits gelegten Katheter verabreicht werden. Bei der Spinalanästhesie wird das Mittel einmalig direkt in den Rückenmarkskanal gespritzt und wirkt im Gegensatz zur PDA sofort – wichtig zum Beispiel bei einem schnell nötigen Kaiserschnitt, wenn zuvor kein PDA-Katheter gelegt wurde.

Wussten sie eigentlich warum Wehen schmerzen?

Wehenschmerzen sind Muskelschmerzen, die durch das Zusammenziehen der Gebärmutter entstehen. Auch die Dehnung von Gewebe und Organen schmerzt. Immerhin muss sich der Muttermund etwa zehn Zentimeter weit öffnen. Gut, dass die Wehen zeitlich begrenzt sind und den Müttern immer wieder Erholungsphasen bescheren. Außerdem schüttet der Körper vor und während der Geburt automatisch schmerzlindernde Hormone (Endorphine) aus. Manche Frauen lassen sich bewusst auf die Schmerzen ein, andere bevorzugen als Hilfe vor allem die PDA-Methode.

Woher der Begriff Kreißsaal stammt?

Schon im Wort Wehe steckt ganz viel Weh, also Leid und Schmerz. Auf Englisch klingt es noch drastischer: labour pains – Arbeitsschmerzen – heißen die Wehen dort. Also alles ganz natürlich? Ja, darum lassen Sie Ihren Gefühlen freien Lauf. Schließlich heißt es nicht ohne Grund Kreißsaal; der Begriff kommt tatsächlich von „kreischen“.