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Hypnobirthing

Hypnobirthing: Garant für schmerzfreies Gebären?

Einfach die Augen schließen, tief durchatmen, alle Muskeln lockerlassen – und dann kommt das Kind mühelos auf die Welt. Eine entspannte, aber vor allem schmerzfreie Geburt wünschen sich wohl alle Mütter. Nur gibt es dafür leider kein Patentrezept. Manche setzen jedoch all ihre Hoffnung ins sogenannte Hypnobirthing, dem Gebären unter Hypnose.

Was ist genau damit gemeint? Beim Hypnobirthing versetzen sich Gebärende in Selbsthypnose – mit Techniken der Visualisierung, die sie zuvor in einem Kurs erlernt haben. Das soll die Entbindung insgesamt entspannter machen und somit auch den Geburtsschmerz mildern.

Hebammen und Hypnosetherapeuten bieten entsprechende Kurse an, die sich grundsätzlich für alle schwangeren Frauen eignen sollen – auch bei einem geplanten Kaiserschnitt. Die Kurse sind meist kürzer als herkömmliche Geburtsvorbereitungskurse und man kann mit ihnen schon früher (etwa ab der 15. Schwangerschaftswoche) beginnen. Bei der Geburt selbst ist es von Vorteil, wenn die anwesende Hebamme mit Hypnobirthing vertraut ist. Doch was bringt die Methode wirklich? Erfahren Sie im Folgenden mehr über Hypnobirthing. 


selbsthypnose: geburt ohne schmerzen – geht das?

Die Grundidee der Hypnobirthing-Methode, die in den 1980er-Jahren von der US-amerikanischen Hypnose-Therapeutin Marie F. Mongan entwickelt wurde, ist, dass Angst Verspannung auslöst und Verspannung zu Schmerzen führt. Bei einer extrem angespannten Schwangeren bleibt auch der Gebärmutterhals angespannt, und der Muttermund öffnet sich nicht so schnell.

Angst oder gar Panik bei der werdenden Mutter können den gesamten Geburtsverlauf negativ beeinflussen. Hypnobirthing setzt genau dort an. Allerdings, so sagen es von der Methode überzeugte Psychologen und Hypnose-Therapeuten, könne Hypnobirthing nicht die mit einer Geburt verbundenen Schmerzen gänzlich verhindern. Ziel sei es vielmehr, mithilfe von erfahrenen Kursleitern Techniken zu erlernen, die hülfen, mit diesen Schmerzen so umzugehen, dass Gebärende nicht unnötig verkrampfen. Der Geburtsschmerz soll also minimiert werden. 
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Häufig wird Hypnobirthing in Kombination mit einer Wassergeburt gewählt. Auch auf einen geplanten Kaiserschnitt, der ebenfalls mit Ängsten verbunden sein kann, können Sie sich als werdende Mutter mental mit Hypnobirthing vorbereiten.
 

atemtechniken: übungen zur tiefenentspannung sollen helfen, die angst zu nehmen

Die Haupttechniken beim Hypnobirthing sind meditative Elemente, gepaart mit Visualisierungen. Das unterscheidet die Methode von der herkömmlichen Geburtsvorbereitung, bei der es vornehmlich um Atem- und Entspannungstechniken geht. Diese sind auch Teil der Hypnobirthing-Methode, vor allem die Tiefenentspannung mit Bauchatmung oder progressiver Muskelentspannung. Doch wird beim Hypnobirthing viel mit Vorstellungskraft und Bildern im Kopf gearbeitet. Immer und immer wieder werden die Bilder der Geburt durchgespielt. 

Das sind Beispiele für klassische Übungen, die laut der Deutschen Gesellschaft für Hypnose dazu beitragen sollen, Müttern Angst und Anspannung zu nehmen und so die Geburt zu erleichtern: 
 
  • Regenbogen-Entspannung: Dabei ruft sich die werdende Mutter in der Meditation bestimmte Farben ins Bewusstsein und sucht sich in dieser Welt ihren persönlichen Wohlfühlort, der dann in der Geburtssituation abrufbar sein soll. 
  • Sich öffnende Blüte: Die Vorstellung von einer sich öffnenden Blüte soll sich einstellen, wenn das Kind durch den Geburtskanal gleitet. 
  • Glaubenssätze: Auch die Sprache ist beim Hypnobirthing speziell und auf Glaubenssätze beziehungsweise ein Mantra ausgelegt. Wehen heißen beispielsweise konsequent Kontraktionen. So soll die Assoziation mit Schmerz vermieden werden. 
  • Trance: Trainiert wird auch, sich durch Tiefenentspannung in eine Art Trancezustand zu versetzen; das bedeutet, ganz bei sich zu sein. Dabei versinkt die werdende Mutter nicht etwa in Schlaf, sondern vielmehr wird ihr Bewusstsein für den Geburtsvorgang geschärft. Sie soll sich ganz und gar auf ihren Körper und das Kind konzentrieren. 

hypnobirthing-kurs: krankenkassen tragen nur teilweise die kosten

Ein speziell auf das Erlernen der Techniken von Hypnobirthing ausgerichteter Kurs wird von den Krankenkassen entweder gar nicht oder nur teilweise bezahlt. Und dann auch nur, wenn der Kurs von einer Hebamme geleitet wird und Sie als Schwangere keinen anderen Geburtsvorbereitungskurs besuchen. Am besten informieren Sie sich im Vorfeld bei Ihrer Kasse, ob sie die Kosten übernimmt. 
 

hypnobirthing online: was bringt’s?

Kurse im Hypnobirthing werden auch online angeboten. Hier können Sie sich einige typische Übungen anschauen. Gerade wenn Sie Erstgebärende sind, kann es jedoch sinnvoll sein, einen Kurs bei einer Hebamme zu besuchen, wo Sie auch auf andere Mütter treffen und sich austauschen können. Hier können Sie auch ganz offen über Ängste und Zweifel sprechen. 
 

erfahrungen von müttern und klinikpersonal

Die positive Wirkkraft von Hypnobirthing ist noch nicht hinreichend wissenschaftlich belegt. Doch es gibt einzelne Studien, die Hinweise auf eine entspanntere Geburt geben. So hat eine Untersuchung der Universität Tübingen und des Westfälischen Instituts für Hypnose und Hypnosetherapie ergeben, dass der Geburtsvorgang bei erstgebärenden Frauen, die sich mit Hypnose auf die Entbindung vorbereitet hatten, kürzer dauerte als bei werdenden Müttern in einer Vergleichsgruppe.

Auch das Schmerzempfinden war in den Hypnosefällen weniger hoch
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Andererseits gibt es Geburtsberichte von Hebammen und Ärzten, nach denen Frauen, die mit einer durch die Hypnobirthing-Methode fest geformten Vorstellung in den Kreißsaal kommen, zum Teil wenig flexibel auf den tatsächlichen Verlauf, also auch auf unvorhergesehene Ereignisse während der Entbindung, reagieren und sich auch nicht besonders zugänglich für Ratschläge vom Klinikpersonal zeigen. Das wiederum kann den Geburtsvorgang verkomplizieren. 


hypnobirthing: geburt in kliniken?

Viele Hebammen vertreten die Ansicht, dass die Mutter im Kreißsaal die Chefin ist. Sie soll selbstbestimmt entscheiden können, wie sie ihr Kind zur Welt bringt – im Kreißsaal liegend oder mittels Wassergeburt oder eben per Hypnobirthing-Methode. Von Vorteil ist es, wenn die bei der Entbindung diensthabende Hebamme sich mit dieser Methode auskennt. Sie sollten außerdem die Besichtigungstermine für den Kreißsaal nutzen und dabei schon danach fragen, wie in der entsprechenden Klinik mit Hypnobirthing umgegangen wird. Nicht alle Krankenhäuser stehen dieser Methode aufgeschlossen gegenüber. 
 

hypnobirthing kann den geburtsverlauf positiv beeinflussen

Wenn Sie als werdende Mutter alternativen Entbindungsmethoden gegenüber aufgeschlossen sind, ist Hypnobirthing möglicherweise eine Methode, mit der Sie sich wohlfühlen werden. Allerdings sollten Sie einen Kurs bei einer erfahrenen Hebamme besuchen und sich nicht allein auf Internetvideos verlassen. Hypnobirthing-Techniken, bei denen es vor allem um Visualisierung geht, lassen sich am besten unter fachmännischer Anleitung erlernen. Fragen Sie idealerweise im Vorfeld bei Ihrer Krankenkasse nach, ob sie die Kosten oder zumindest einen Teil davon übernimmt. Informieren Sie sich auch in der von Ihnen favorisierten Geburtsklinik oder einem Geburtshaus, ob man dort Hypnobirthing gegenüber aufgeschlossen ist.

 

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