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Hausgeburt

Hausgeburt: Das Baby in den eigenen vier Wänden zur Welt bringen

Werdende Eltern stehen vor vielen Entscheidungen. Eine davon betrifft den Ort der bevorstehenden Geburt: Wo würden wir das Kind am liebsten auf die Welt bringen? Zu Hause? In einem Geburtshaus? Oder doch lieber in einer Klinik? Der Gedanke, das Kind zu Hause zu bekommen, ist Schwangeren nicht unbedingt fremd. Aber was müssen Sie bei einer Hausgeburt beachten?
 

was ist eine hausgeburt?

Als Hausgeburt werden alle Geburten bezeichnet, die zu Hause stattfinden, also nicht in einer Klinik, Hebammen-, Arztpraxis oder in einem Geburtshaus. Bei Hausgeburten ist üblicherweise kein Arzt anwesend, sondern eine Hebamme betreut die Geburt. Haus- und Frauenärzte dürften eine Hausgeburt gemeinsam mit einer Hebamme betreuen, das kommt allerdings nur sehr selten vor. 
 

wie verbreitet sind hausgeburten auf der welt?

Der Anteil an Hausgeburten ist weltweit sehr unterschiedlich. In Industriestaaten überwiegt Ende des zweiten Jahrzehnts in diesem Jahrhundert deutlich der Anteil an Klinikgeburten. Geplante Hausgeburten sind beispielsweise in Deutschland vergleichsweise selten, ihr Anteil liegt bei ca. 2 %. In vielen anderen Regionen der Welt ist die Hausgeburt hingegen der Normalfall. In den Niederlanden ist der Anteil an Hausgeburten mit ca. 20–30 % deutlich höher als in allen anderen Industriestaaten. 
 

und für wen eignet sich eine hausgeburt?

Ob in Ihrem Fall eine Hausgeburt möglich ist, sollten Sie individuell mit Ihrer Hebamme besprechen. Sie kennt den Verlauf Ihrer Schwangerschaft und kann Sie professionell beraten. Hausgeburten sind prinzipiell möglich, wenn Mutter und Kind keine Vorerkrankungen haben und die nächstgelegene Klinik in 20 Minuten erreicht werden kann. Ein vergleichsweise großer Teil an geplanten Hausgeburten wird insbesondere bei Erstgebärenden in die Klinik verlegt, sodass diese Erreichbarkeit für den Notfall sehr wichtig ist.
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wann sollten sie besser auf eine hausgeburt verzichten?

Eine Hausgeburt ist ausgeschlossen, wenn damit besonders hohe gesundheitliche Risiken für Mutter oder Kind verbunden sind.

​​​​​Zu den Risikofaktoren gehören beispielsweise:
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  • Mehrlingsgeburten
  • Querlage, Beckenendlage des Kindes
  • Anomalien der Plazenta (beispielsweise Lage des Mutterkuchens vor dem Muttermund)
  • Erkrankungen des Kindes, die bei vorherigen Untersuchungen festgestellt worden sind und eine unmittelbare Versorgung in der Klinik erfordern
  • ​​​​​​​Erkrankungen der Schwangeren wie insulinpflichtiger Diabetes oder Bluthochdruck
Von einer Hausgeburt wird ebenfalls abgeraten, wenn das häusliche Umfeld nicht für eine Geburt geeignet ist, beispielsweise wegen ungeeigneter Räumlichkeiten, mangelhafter Hygieneverhältnisse oder zu großem Lärm. Auch psychische Belastungen zu Hause wie Familienstreitigkeiten sprechen gegen eine Hausgeburt
 

wie muss der raum beschaffen sein?

Im Raum für die außerklinische Geburt sollte eine entspannte Atmosphäre herrschen. Die Schwangere sollte sich dort wohlfühlen. Er muss genügend Platz für die Gebärende und die Geburtshelferin bieten und auf etwa 25°C angewärmt werden können. Auch gute Beleuchtungsmöglichkeiten (z. B. mit einer zusätzlichen hellen Stehlampe) sind bei der Entbindung hilfreich.
 

welche vorbereitungen müssen für eine hausgeburt getroffen werden? 

Wenn Sie eine Hausgeburt planen, lassen Sie sich ausführlich von Ihrer begleitenden Hebamme beraten, welche Vorbereitungen im Vorfeld von Ihnen getroffen werden sollten. Vermutlich wird Ihre Hausgeburtshebamme Ihnen eine Liste mitgeben, was Sie vor der Geburt besorgen sollten, z. B. Handtücher, Unterlagen, einen Matratzenüberzug für das Bett, Müllsäcke u. a. 

Wie bei jedem anderen Geburtsort auch sollten Sie an die Erstausstattung des Kindes denken und auch für den Bedarf der Mutter im Wochenbett vorsorgen.

Für den Fall, dass die Geburt in die Klinik verlegt wird, sollte auch bei geplanten Hausgeburten die Kliniktasche gepackt werden.
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Da eine Verlegung in die Klinik nie ganz ausgeschlossen werden kann, sollten Sie sich auch bei geplanter Hausgeburt zuvor für eine Klinik entscheiden. Informieren Sie sich dort, welche Möglichkeiten für Sie bestehen und melden Sie sich an, damit Sie im Verlegungsfall keine Verwaltungshürden mehr nehmen müssen.
 

mit der hebamme die hausgeburt planen: wie läuft eine hausgeburt ab? 

Jede Geburt ist anders. Sprechen Sie im Vorfeld ausführlich mit Ihrer Hebamme über die Möglichkeiten, die in Ihrem individuellen Fall bestehen. Den Ablauf der Geburt wird Ihre Hebamme in enger Abstimmung mit Ihnen und Ihren Wünschen und Bedürfnissen begleiten. Sie wird Sie jeweils in der Situation darin unterstützen, den besten Geburtsverlauf zu finden. 
 

hausgeburten: kosten sie mehr als klinikgeburten?

Wenn Sie gesetzlich versichert sind, übernimmt Ihre Krankenkasse die Kosten für die Geburt unabhängig davon, ob Sie zu Hause oder in der Klinik gebären. Manche Kassen übernehmen nicht oder nur in Teilen die Pauschale für die Rufbereitschaft Ihrer Hebamme. Diese finanziellen Fragen sollten Sie im Vorfeld mit Ihrer Hebamme und Krankenkasse klären.
 

hausgeburt oder klinikgeburt? was passt zu ihnen?

Studien, die Hausgeburten mit Klinikgeburten vergleichen, kommen zu sehr unterschiedlichen Ergebnissen. Die Schlüsse und Empfehlungen, die daraus abgeleitet werden, sind dementsprechend widersprüchlich. Es gibt Studien, die nahelegen, dass eine Hausgeburt gegenüber einer Klinikgeburt weniger Risiken birgt. Andere Studien belegen das Gegenteil. Es ist nicht immer ganz klar aus den Studiendaten zu ersehen, ob der Geburtsort verantwortlich ist für das Studienergebnis oder ob andere Faktoren, beispielsweise die Qualität der Vorsorge-Untersuchungen und Nachsorge, ebenfalls eine Rolle spielen. Lassen Sie sich daher am besten von Ihrer erfahrenen Hebamme ausführlich beraten. Sie kann Ihnen die aktuelle Forschungslage und was davon für Sie relevant ist am besten erläutern.
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Einige Vor- und Nachteile von Hausgeburten haben wir für Sie zusammengestellt:


Vorteile einer Hausgeburt
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  • Klinikstress vermeiden: Viele Frauen fühlen sich in Krankenhäusern nicht wohl. Sie sind dort gestresst und erleben die Aktivitäten dort als hektisch und belastend. Sie können sich nicht entspannt auf die Geburt einlassen, fühlen sich unter Druck gesetzt. Wechselndes Personal während des Geburtsverlaufs oder die maschinelle Überwachung können Schwangere verunsichern. Zu Hause fühlen sie sich im Vergleich dazu geborgen und sicher. Das kann die Geburt vereinfachen. Statt Stresshormonen werden Hormone ausgeschüttet, die entspannen und die das Schmerzempfinden herabsetzen. Die Wehen werden daher als weniger schmerzhaft wahrgenommen.
  • Angenehmere Geburt: In der Klinik können Stress und Verunsicherung zu Verspannungen und Schmerzen führen, da man sich dort eben nicht zu Hause fühlt. Die Geburt kann länger dauern und als unangenehmer empfunden werden. Auch Dammverletzungen oder -schnitte werden bei Stress wahrscheinlicher. Kaiserschnitte sind nur in der Klinik möglich.
  • Größere Zufriedenheit: Viele Mütter erleben den Geburtsverlauf zu Hause als weniger belastend, und ihre psychische Gesundheit ist nach der Entbindung daher stabiler als nach Klinikgeburten. Entspannte, zufriedene Mütter genesen schneller und können sich besser um ihre Neugeborenen kümmern.
Nachteile einer Hausgeburt
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  • Verlegungsgefahr: Ein großer Anteil der geplanten Hausgeburten muss abgebrochen und in die Klinik verlegt werden. Der Verlegungsprozess ist meist unproblematisch, kann aber bei einem geringen Teil der Geburten auch mit Komplikationen einhergehen.

eventuell kann ein geburtshaus oder hebammengeleiteter kreißsaal eine alternative sein

Wenn Ihnen weder Hausgeburt noch Klinikgeburt zusagen: Es sind nicht die einzigen Möglichkeiten zur Entbindung Ihres Neugeborenen. In vielen Städten gibt es als Alternativen auch Geburtshäuser, die außerklinisch von Hebammen geleitet werden. Zudem gibt es in immer mehr Kliniken Hebammenkreißsäle, die einen Kompromiss zwischen Haus- und Klinikgeburt bieten wollen. Die Geburt wird dort von einer Hebamme möglichst frei von medizinischen Interventionen betreut, also beispielsweise ohne Wehenmittel oder Dammschnitt. Falls nötig, können Ärzte jedoch im Bedarfsfall, wenn Komplikationen auftreten sollten, schnell hinzugezogen werden. Dadurch entfällt die risikoreiche Verlegung von zu Hause ins Krankenhaus, die gegen (abgebrochene) Hausgeburten spricht.

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wichtig ist, dass sie sich als werdende mutter wohlfühlen

Es ist wichtig, dass sich werdende Mütter bei der Geburt wohlfühlen. Es hilft, wenn Sie eine ruhige Umgebung haben und sich auf die Geburt konzentrieren können. Wo sich die Frauen sicherer fühlen – zu Hause im vertrauten Umfeld oder in der Klinik mit allen Möglichkeiten der medizinischen Absicherung –, ist für jede Frau anders. Je nach Vorgeschichte, Verlauf der Schwangerschaft und den jeweiligen Ängsten und Bedürfnissen der Beteiligten wird sich jede Familie in Absprache mit Hebammen und Ärzten für die Geburtsumgebung entscheiden, die zu ihr und dem neuen Familienmitglied am besten passt. 
 

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