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Geburtswehen

Geburtswehen: So fühlen sie sich an

Dass die Geburt bevorsteht, erkennen Sie an Intensität und Regelmäßigkeit der Wehen. Geburtswehen dauern 30 bis 60 Sekunden und kommen alle drei bis sieben Minuten.

Geburtswehen: So erkennen sie, dass die Geburt bevorsteht

Frauen, die auf das Ende ihrer Schwangerschaft zusteuern, haben es sicher schon einige Male bemerkt: ein Ziehen im Bauch, ein leichter Dehnungsschmerz, ein Druckgefühl.

Diese Kontraktionen in Gebärmutter und Bauch sind erste Vorwehen oder Übungswehen, um den Körper auf die Geburt vorzubereiten. Auch die Senkwehen um die 36. Schwangerschaftswoche, bei denen das Baby in das Becken der Mutter sinkt, gehören noch zu den vorbereitenden Wehen. Jetzt wird die Geburt nicht mehr lange auf sich warten lassen.

Geburtswehen lassen sich in folgende Gruppen unterteilen:

  • Eröffnungswehen
  • Austreibungswehen bzw. Presswehen
  • Nachgeburtswehen
  • Nachwehen
Doch woran können Schwangere echte Geburtswehen erkennen? Eröffnungswehen und Presswehen: Eröffnungswehen öffnen den Muttermund, Presswehen schicken das Kind auf die Welt. Diese Wehenarten gehören zu den Geburtswehen und sind sichere Anzeichen, dass die Geburt unmittelbar bevorsteht. Was passiert im Körper während der Geburtswehen? Warum sind Wehen so schmerzhaft? Wann ist es an der Zeit, in die Klinik zu fahren oder die Hebamme zu rufen? Wir erklären Ihnen Symptome und Ablauf der Geburtswehen.

„Es ist wirklich spannend: Bis heute weiß man nicht wirklich, was den Geburtsbeginn auslöst. Man weiß nur: Es ist das Kind, das den Anfang macht und signalisiert: Ich will jetzt raus.“

Hebamme Jana Friedrich | hebammenblog.de

Übungswehen, Senkwehen oder Geburtswehen? Sie spüren den Unterschied

Während Übungswehen nur ein leichtes Ziehen verursachen und sich bereits von der 20. Schwangerschaftswoche an bemerkbar machen können, treten Senkwehen in der Regel etwa vier Wochen vor der Geburt für 1-2 Tage auf. Mit der Zeit folgen die Geburtswehen, die sich an Intensität und Häufigkeit steigern.

Geburtswehen unterteilen sich im ersten Stadium in die Eröffnungswehen. Das ist der Beginn. Die beginnenden Wehen können lange Zeit auf einem niedrigen Level bleiben ohne, dass die Geburt weiter voranschreitet. Sie können sich aber auch sehr rasch steigern. Dies ist von Geburt zu Geburt sehr unterschiedlich. Im zweiten Stadium dann folgen die Presswehen, die wichtig sind, um das Baby in die Welt zu befördern. Die Eröffnungswehen bewirken, dass sich der Muttermund öffnet. Zentimeter um Zentimeter. Genau zehn Zentimeter müssen erreicht werden, damit das Baby hindurchpasst.

Die Eröffnungsphase dauert bei Erstgebärenden rund zehn bis zwölf Stunden, bei Frauen, die bereits Kinder geboren haben, verkürzt sie sich meist um rund vier Stunden. Die Presswehen sind dagegen recht kurz: Erstgebärende benötigen etwa 30 bis 120 Minuten, bei Mehrgebärenden sind es meist nur rund 20 Minuten.

Anzeichen für Geburtswehen:

  • Geburtswehen treten rund um den errechneten Geburtstermin auf.
  • Die Wehen kommen in regelmäßigen Abständen.
  • Die Kontraktionen nehmen an Heftigkeit, Dauer und Regelmäßigkeit zu: Sie sind länger (30 bis 60 Sekunden), die Abstände verkürzen sich zunehmend, und die Wehen werden immer regelmäßiger (alle drei bis sieben Minuten).
  • Die Wehen werden immer schmerzhafter. Der Schmerz ähnelt einem sehr starken Menstruationsschmerz und zieht in den Rücken.
  • Der Schmerz lässt keine andere Aktivität mehr zu.
  • Geburtswehen werden häufig von leichtem Durchfall begleitet.
  • Wenn Sie jetzt bemerken, dass Sie ganz leichte Schmierblutungen haben, ist das ein gutes Zeichen. Es zeigt, dass der Muttermund sich öffnet. Starke Blutungen müssen immer abgeklärt werden. Es kann auch sein, dass der Schleimpfropf abgeht. Das ist eine feste Substanz, die den Muttermund während der Schwangerschaft verschließt und so eine Keimbarriere bildet.
Wie Sie Wehenschmerz lindern können, erfahren Sie hier.

Geburtswehen erkennen: Wann ist es Zeit für Hebamme oder Klinik?

Wie lange Geburtswehen dauern, ist von Frau zu Frau sehr unterschiedlich. Auch lässt sich nicht genau sagen, wann es Zeit ist, die Hebamme zu rufen oder in die Klinik zu fahren. Vertrauen Sie Ihrem Gefühl! Wenn die Eröffnungsphase Ihrer Geburtswehen eingesetzt hat und Sie sich zu Hause nicht mehr wohl fühlen, sollten Sie in die Klinik fahren. Auch wenn Sie sich unsicher sind und gerne eine Hebamme, einen Geburtshelfer oder Arzt in Ihrer Nähe hätten, dann sollten Sie zum Telefonhörer greifen oder sich auf den Weg ins Krankenhaus machen.

Geburtsanzeichen: Wie erkenne ich Geburtswehen? Experteninterview

Hebamme Jana Friedrich erklärt den sogenannten Hebammentrick mit dem Schwangere erkennen können, wann es sich um "echte" Wehen handelt.

Wie können Frauen erkennen, ob es sich um „echte“ Wehen handelt?

Da gibt es einen alten Hebammentrick, den sogenannten Badewannentest: Legt euch in die warme Badewanne, sobald ihr regelmäßige Wehen habt, aber noch unsicher seid, ob es Geburtswehen sind. Wenn sie verschwinden, dann handelt es sich um die sogenannten Übungswehen, die noch keine Geburt ankündigen. Auch die Wehen der Latenzphase, der Anfangsphase der Geburt, lassen sich durch die Badewanne etwas besänftigen. Die Pausen werden dadurch wieder als entspannter wahrgenommen und die Wehen selbst sind oft besser zu nehmen.

Und wenn die Wehen in der Badewanne nicht verschwinden?

Bleiben die Wehen im Wasser dennoch regelmäßig und kommen ca. alle fünf Minuten, dann kann man davon ausgehen, sich nun sicher unter der Geburt zu befinden. Wenn die Wehen über einen Zeitraum von einer Stunde diese Regelmäßigkeit aufweisen, ist der richtige Zeitpunkt gekommen, sich zu seinem Geburtsort zu begeben.

Ist die Badewanne auch ein geeigneter Platz für die Geburt selbst?

Wenn sich die Frau darin wohlfühlt, dann bleibt die Badewanne auch im weiteren Verlauf der Geburt ein Ort der Entspannung. Viele Frauen nehmen das warme Wasser als regelrechtes Schmerzmittel wahr. Fragt euer Geburtshelfer-Team über die Möglichkeiten der Geburt in einer Geburtswanne vor Ort.

CTG: Geburtswehen überwachen, Herztöne des Babys registrieren

Auch wenn eine Geburt die natürlichste Sache der Welt ist, kann es unter bestimmten Umständen Sinn machen, eine Geburt ärztlich zu beobachten und zu überwachen. Dabei kommt in vielen Kliniken häufig das CTG zum Einsatz.

CTG ist die Abkürzung für Cardiotocography, auf Deutsch: Kardiotokografie. Das CTG zeichnet den Herzschlag des ungeborenen Kindes parallel zur Wehentätigkeit auf und wird deshalb umgangssprachlich häufig auch Wehenschreiber genannt. Das CTG hilft Arzt und Hebamme zu kontrollieren, wie es Mutter und Baby geht. Ob ein CTG eingesetzt wird, ob es dauerhaft unter den Geburtswehen zum Einsatz kommt oder nur periodisch, entscheidet der Arzt bzw. die Richtlinien der geburtshilflichen Einrichtung. Machen Sie sich aber auf keinen Fall deswegen Sorgen. Es gibt viele Gründe für ein CTG, so zum Beispiel, wenn Sie eine Epiduralanästhesie (EDA, PDA) bekommen haben oder die Wehen eingeleitet wurden.

Nachgeburtswehen und Nachwehen: Wenn das Baby auf der Welt ist

Im Gegensatz zu den Presswehen sind sie weniger intensiv als die Nachgeburtswehen. Sie leiten die Nachgeburtsphase ein und sorgen dafür, dass sich die Plazenta löst und ausgetrieben wird. Dabei zieht sich die Gebärmutter zusammen und stößt die Plazenta ab. Zudem sind die Nachgeburtswehen nach der Geburt wichtig, um den Blutverlust der Mutter zu verringern.

Im Wochenbett kommt setzen dann sogenannte Nach- oder Stillwehen. Wehen in dieser Zeit unterstützen den Körper bei der Rückbildung der Gebärmutter.

Geburtswehen erkennen: Das müssen Sie wissen

Übungswehen, Senkwehen, Geburtswehen: Vor allem Erstgebärende fragen sich, woran sie echte Geburtswehen erkennen und wann es Zeit ist, in die Klinik zu fahren. Geburtswehen erkennen werdende Mütter an ihrer Intensität und Regelmäßigkeit. Ist der Schmerz kaum auszuhalten, dauern die Wehen 30 bis 60 Sekunden an und kommen regelmäßig alle drei bis sieben Minuten wieder, so ist es Zeit, ins Krankenhaus zu fahren oder bei einer Hausgeburt die Hebamme zu rufen.

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