Ihr Browser verhindert die Nutzung von technisch notwendigen Cookies, dies beeinträchtigt Funktionen der Seite.
0
Geburtspositionen

Geburtspositionen im Überblick: stehen, hocken oder liegen? 

Das Wunder der Geburt – der Tag, auf den Sie während der Schwangerschaft sicherlich am allermeisten warten. Doch auf welchem Weg werden Sie Ihr Baby am Ende zur Welt bringen? Es gibt viele Möglichkeiten und Positionen, in denen Sie ein Kind bekommen können. Einige tragen zu einem positiven Geburtsverlauf bei. Maßgeblich ist aber, dass Sie sich wohlfühlen und die für Sie bequemste Ausgangsposition finden, um Ihr Baby bestmöglich zu gebären.

gebärpositionen: bequem im liegen 

Die Standardausstattung im Kreißsaal besteht aus einem Kreißbett, auch Entbindungbett genannt, das dank elektrisch verstellbarer Einzelteile eine Vielzahl an Entbindungspositionen ermöglicht. So kann sich die werdende Mutter für eine sitzende oder liegende Entbindung im Kreißbett entscheiden. Der Vorteil am Liegen waagerecht in Rückenlage: Es ist am bequemsten für die werdende Mutter. Liegen spart zudem Energie für die anstrengende Entbindung. In der Pressphase ist es aus dieser Position heraus jedoch etwas anstrengender, den Oberkörper immer wieder aufzurichten.

In der Liegeposition ist der Druck der Gebärmutter auf umliegende Blutgefäße wie die untere Hohlvene höher. Das kann unter Umständen dazu führen, dass der Blutfluss zum Herzen der Mutter gestört und die Sauerstoffversorgung des Kindes beeinträchtigt ist, das sogenannte Vena-cava-Syndrom. In diesem Fall sollte die Rückenlage in jedem Fall verlassen werden.


​​​​​​​vierfüßlerstand geburt: entlastend und flexibel

Die Schwerkraft kann zu einem positiven Geburtsverlauf beitragen. Eine Alternative zur liegenden Position ist der Vierfüßlerstand – laut Statistik des Geburtshauses Bayreuth zum Beispiel entscheiden sich über 50 Prozent der dort Gebärenden für diese Position. Dabei kniet die Gebärende auf einer Matte oder einem Bett, lehnt sich mit dem Oberkörper auf die Bettlehne, auf gestapelte Kissen oder auf einen Gymnastikball. So kann sie sich gut ausruhen, während ihr Becken weiter in Bewegung bleibt. Die Wehen lassen sich so besser veratmen. Der einzige Nachteil: Die Knie werden belastet.

Tipp: Ihr Partner kann Sie mit einer sanften Rückenmassage dabei unterstützen, dass Sie entspannen – das Massieren von Rücken oder Nacken ist übrigens in den meisten Geburtspositionen möglich.


geburt im stehen: förderlich für den geburtsverlauf

Insbesondere zu Geburtsbeginn ist es gut, aufrechte Positionen einzunehmen: zum Beispiel breitbeinig stehend an eine Wand abgestützt, vornübergebeugt auf eine Kommode oder Fensterbank gelehnt. Die stehende Position mit zusätzlicher Stütze gibt Ihnen einen guten Halt und ermöglicht zugleich Flexibilität im Becken. Auch Bewegung und Umherlaufen in den Wehenpausen können den Geburtsverlauf positiv beeinflussen.


tiefe hocke: ideale geburtsposition für die austreibungsphase

Sportlich Geübte sitzen bei dieser Geburtsstellung einfach auf ihren Fersen. Das kann jedoch anstrengend und kraftraubend werden. Auf einem Gebärhocker sitzt man ebenfalls sehr tief, weshalb dieser diese Position erleichtert. In der tiefen Hocke wird der Beckendurchmesser größer und Ihr Baby kann besser tiefer rutschen – vor allem für die spätere Austreibungsphase ideal.


das sitzen: eine geburtsstellung mit vielen möglichkeiten

Sitzen können Sie im Geburtsverlauf auf einem Gymnastikball, zum Beispiel vor einer Sprossenwand zum Festhalten. Diese ist als Hilfsmittel übrigens bereits in vielen modernen Kreißsälen zu finden. Auch rittlings, breitbeinig auf einem Stuhl mit der Lehne als Stütze, können Sie hervorragend sitzen. Die aufrechte Position ermöglicht Ihnen im Allgemeinen eine aktive Mithilfe bei der Geburt, und die Haltung sorgt für einen entspannten Beckenausgang.


die seitenlage: häufige geburtsposition nach einer pda

Sie sind erschöpft vom Geburtsverlauf oder Ihr Baby liegt noch nicht optimal? Die Seitenlage kann es animieren, sich in die richtige Position zu drehen. Auch nach einer PDA (Periduralanästhesie) ist die Seitenlage häufig die einzig mögliche der Geburtspositionen, da der Katheter im Rücken liegt und die Betäubung auch die Beinmuskulatur schwächen kann. Es gibt extra Walking PDAs, nach der eine aufrechte Geburtshaltung noch möglich ist.


wassergeburt: nimmt die spannung und erleichtert

Die Geburtswanne wird zunehmend beliebter, da das warme Wasser beruhigend, entspannend und schmerzlindernd wirkt. Die Wassergeburt erleichtert den natürlichen Auftrieb der Bewegung, das Eigengewicht Ihres Körpers wird leichter. Das Gewebe wird durch die Nässe geschmeidig, dehnt sich gut und es kommt seltener zu Dammrissen. In der Eröffnungsphase wird gern ins Wasserbecken gestiegen, da das die Geburt verkürzen kann.


in den seilen: die hängende gebärposition

In modernen Gebärsälen oder Geburtshäusern gibt es häufig auch ein von der Decke hängendes Tuch, das eine Schlaufe bildet, in die Sie sich richtig reinhängen können. Während der Wehen können Sie so das Gewicht von den Beinen nehmen, sich im Tuch festhalten und sich in die Wehe hineinfallen lassen. In Kombination mit Gehen in den Wehenpausen eine effektive Methode.


die vorteile aufrechter oder liegender entbindungspositionen

Die hilfreiche Schwerkraft spricht für aufrechte Geburtspositionen. Hier geht die Geburt meist etwas schneller als im Liegen in Rückenlage. Dammschnitte sind seltener, da sich das Gewebe im Stehen oder im Sitzen leichter dehnt. Die Statistik des Geburtshauses Charlottenburg zeigt, dass sich ein Drittel der Frauen für eine Wassergeburt entschieden hat. Von den restlichen Gebärenden machten sich 82 Prozent die aufrechte Haltung zunutze und verwendeten Hilfsmittel wie Seile, Hocker und Bälle.

Doch auch das Liegen hat seine Vorteile, ist daher als Geburtsposition hierzulande sehr verbreitet. Die Ruhephasen in den Wehenpausen sind einfacher und effektiver. Auch die Geburtshelfer haben es leichter, den Geburtsverlauf zu beobachten und wenn nötig einzugreifen. Sollte im Geburtsverlauf ein Kaiserschnitt nötig sein, befinden Sie sich auch dazu bereits in der richtigen Lage.


andere länder – andere gebärhaltungen

  • Asien: Hier entscheiden sich Gebärende häufig fürs Liegen auf dem Rücken. Auf dem Land wird dazu ein Lager auf der festen Erde statt im Bett errichtet.​​​​​​​
  • Südamerika: Hier ist die kniende Geburtsposition weit verbreitet. Angekleidet und auf einer Strohmatte kniend wird Gebärenden in Guatemala bei der Geburt oft von ihren Männern geholfen, die ihnen unterstützend unter die Arme greifen – im wahrsten Sinne des Wortes.
  • Nordafrika: Frauen, die in Marokko oder Tunesien ein Kind gebären, tun dies häufig im Sitzen. Gestützt werden sie dabei von ihrer Hebamme. In der algerischen Sahara dient schon mal der Rand der großen Couscous-Schalen als Sitz.
  • südliche der Sahara gelegene Teil Afrikas: Die tiefe Hocke ist hier oft die Geburtsposition der Wahl. Die Frauen legen ihr Körpergewicht komplett auf die Füße mit Unterstützung von hinten. Am Anfang wird sich viel bewegt und sogar getanzt. Erst in der letzten Phase geht es in die Hocke.

entbindungspositionen: klassisch im liegen oder doch mit gebärhocker?

Kaum etwas könnte bei diesem wichtigen Lebensereignis individueller sein als die Position, in der Sie Ihr Kind auf die Welt bringen möchten. Manche Frauen berichten, dass sie sich eine bestimmte Position überlegt hatten und sich im Geburtsverlauf spontan für eine andere entschieden. Ob in Rückenlage oder doch aufrecht mit Unterstützung der Schwerkraft – am einfachsten ist es, wenn Sie flexibel und bereit sind, auch spontan andere Geburtsstellungen zu probieren. Sprechen Sie vorher mit Ihrer Hebamme oder dem Klinikum, welche Möglichkeiten Sie dort haben.

weitere ratgeber der babywelt entdecken