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Geburtspositionen

Geburtspositionen im Überblick: Stehen, hocken oder liegen? 

Das Wunder der Geburt – der Tag, auf den Sie während der Schwangerschaft sicherlich am allermeisten warten. Doch auf welchem Weg werden Sie Ihr Baby am Ende zur Welt bringen? Es gibt viele Möglichkeiten und Positionen, in denen Sie ein Kind bekommen können. Einige tragen zu einem positiven Geburtsverlauf bei. Maßgeblich ist aber, dass Sie sich wohlfühlen und die für Sie bequemste Ausgangsposition für eine natürliche Geburt finden, um Ihr Baby bestmöglich zu gebären.


Welche Geburtspositionen gibt es?

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Gebärpositionen: Bequem im Liegen 

Die Standardausstattung im Kreißsaal besteht aus einem Kreißbett, auch Entbindungbett genannt, das dank elektrisch verstellbarer Einzelteile eine Vielzahl an Entbindungspositionen ermöglicht. So kann sich die werdende Mutter für eine sitzende oder liegende Entbindung im Kreißbett entscheiden. Der Vorteil am Liegen waagerecht in Rückenlage: Es ist am bequemsten für die werdende Mutter. Liegen spart zudem Energie für die anstrengende Entbindung. In der Pressphase ist es aus dieser Position heraus jedoch etwas anstrengender, den Oberkörper immer wieder aufzurichten.

In der Liegeposition ist der Druck der Gebärmutter auf umliegende Blutgefäße wie die untere Hohlvene höher. Das kann unter Umständen dazu führen, dass der Blutfluss zum Herzen der Mutter gestört und die Sauerstoffversorgung des Kindes beeinträchtigt ist, das sogenannte Vena-cava-Syndrom. In diesem Fall sollte die Rückenlage in jedem Fall verlassen werden.

Die Seitenlage: Häufige Geburtsposition nach einer PDA

Sie sind erschöpft vom Geburtsverlauf oder Ihr Baby liegt noch nicht optimal? Die Seitenlage kann es animieren, sich in die richtige Position zu drehen. Auch nach einer PDA (Periduralanästhesie) ist die Seitenlage häufig die einzig mögliche der Geburtspositionen, da der Katheter im Rücken liegt und die Betäubung auch die Beinmuskulatur schwächen kann. Es gibt extra Walking PDAs, nach der eine aufrechte Geburtshaltung noch möglich ist.

Vierfüßlerstand Geburt: Entlastend und flexibel

Die Schwerkraft kann zu einem positiven Geburtsverlauf beitragen. Eine Alternative zur liegenden Position ist der Vierfüßlerstand – laut Statistik des Geburtshauses Bayreuth zum Beispiel entscheiden sich über 50 Prozent der dort Gebärenden für diese Position. Dabei kniet die Gebärende auf einer Matte oder einem Bett, lehnt sich mit dem Oberkörper auf die Bettlehne, auf gestapelte Kissen oder auf einen Gymnastikball. So kann sie sich gut ausruhen, während ihr Becken weiter in Bewegung bleibt. Die Wehen lassen sich so besser veratmen. Der einzige Nachteil: Die Knie werden belastet.

Tipp: Ihr Partner kann Sie mit einer sanften Rückenmassage dabei unterstützen, dass Sie entspannen – das Massieren von Rücken oder Nacken ist übrigens in den meisten Geburtspositionen möglich.

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Geburt im Stehen: Förderlich für den Geburtsverlauf

Insbesondere zu Geburtsbeginn ist es gut, aufrechte Positionen einzunehmen: Zum Beispiel breitbeinig stehend an eine Wand abgestützt, vornübergebeugt auf eine Kommode oder Fensterbank gelehnt. Die stehende Position mit zusätzlicher Stütze gibt Ihnen einen guten Halt und ermöglicht zugleich Flexibilität im Becken. Auch Bewegung und Umherlaufen in den Wehenpausen können den Geburtsverlauf positiv beeinflussen.


Tiefe Hocke: Ideale Geburtsposition für die Austreibungsphase

Sportlich Geübte sitzen bei dieser Geburtsstellung einfach auf ihren Fersen. Das kann jedoch anstrengend und kraftraubend werden. Auf einem Gebärhocker sitzt man ebenfalls sehr tief, weshalb dieser diese Position erleichtert. In der tiefen Hocke wird der Beckendurchmesser größer und Ihr Baby kann besser tiefer rutschen – vor allem für die spätere Austreibungsphase ideal.


Das Sitzen: Eine Geburtsstellung mit vielen Möglichkeiten

Sitzen können Sie im Geburtsverlauf auf einem Gymnastikball, zum Beispiel vor einer Sprossenwand zum Festhalten. Diese ist als Hilfsmittel übrigens bereits in vielen modernen Kreißsälen zu finden. Auch rittlings, breitbeinig auf einem Stuhl mit der Lehne als Stütze, können Sie hervorragend sitzen. Die aufrechte Position ermöglicht Ihnen im Allgemeinen eine aktive Mithilfe bei der Geburt und die Haltung sorgt für einen entspannten Beckenausgang. Viele Gebärende machen sich die aufrechte Haltung zunutze und verwenden Hilfsmittel wie Seile, Hocker und Bälle.


In den Seilen: Die hängende Gebärposition

In modernen Gebärsälen oder Geburtshäusern gibt es häufig auch ein von der Decke hängendes Tuch, das eine Schlaufe bildet, in die Sie sich richtig reinhängen können. Während der Wehen können Sie so das Gewicht von den Beinen nehmen, sich im Tuch festhalten und sich in die Wehe hineinfallen lassen. In Kombination mit Gehen in den Wehenpausen eine effektive Methode.

Wassergeburt: Nimmt die Spannung und erleichtert

Die Geburtswanne wird zunehmend beliebter, da das warme Wasser beruhigend, entspannend und schmerzlindernd wirkt. Die Wassergeburt erleichtert den natürlichen Auftrieb der Bewegung, das Eigengewicht Ihres Körpers wird leichter. Das Gewebe wird durch die Nässe geschmeidig, dehnt sich gut und es kommt seltener zu Dammrissen. In der Eröffnungsphase wird gern ins Wasserbecken gestiegen, da das die Geburt verkürzen kann. Die Statistik des Geburtshauses Charlottenburg zeigt, dass sich ein Drittel der Frauen für eine Wassergeburt entschieden hat.

Vor- und Nachteile horizontaler Geburtspositionen

Vorteile horizontaler Geburtspositionen:

  • die Ruhephasen während der Wehenpausen sind einfacher und effektiver
  • kraftsparender, da die Geburt im Liegen nicht so anstrengend ist
  • die Geburtshelfer können den Geburtsverlauf besser beobachten und wenn nötig schneller eingreifen
  • im Falle eines Kaiserschnitts befindet sich die Schwangere schon in der richtigen Position

Nachteile horizontaler Geburtspositionen:

  • die Schwerkraft wird nicht ausgenutzt
  • das Becken ist weniger beweglich
  • eine aktive Mitarbeit der Schwangeren wird erschwert
  • der Muttermund öffnet sich langsamer, da die Wehen nicht so intensiv sind
  • meist eine längere und schmerzhaftere Geburt
  • der Geburtskanal ist enger
  • das Baby wird nicht so gut mit Sauerstoff versorgt
  • das Risiko für einen Dammriss steigt

Vor- und Nachteile vertikaler bzw. aufrechter Geburtspositionen

Vorteile aufrechter Geburtspositionen:

  • die Schwerkraft wird optimal ausgenutzt
  • das Becken ist beweglicher
  • Wehen sind effektiver
  • die Geburt schreitet meist schneller voran
  • es wird weniger Druck auf den Beckenboden ausgeübt, dadurch verringern sich die Schmerzen
  • das Atmen fällt der Schwangeren leichter
  • das Risiko für einen Dammriss ist niedriger
  • das Baby wird besser mit Sauerstoff versorgt

Nachteile aufrechter Geburtspositionen:

  • sehr anstrengend und ggf. unbequem
  • es kann zu Kreislaufproblemen bei der Schwangeren kommen
  • im Sitzen sind die Bewegungsmöglichkeiten eingeschränkt und der große Druck kann zu stärkeren Schmerzen führen
  • bei der tiefen Hocke müssen Partner oder Hebamme die Schwangere unterstützen

Andere Länder – andere Gebärhaltungen

  • Asien: Hier entscheiden sich Gebärende häufig fürs Liegen auf dem Rücken. Auf dem Land wird dazu ein Lager auf der festen Erde statt im Bett errichtet.
  • Südamerika: Hier ist die kniende Geburtsposition weit verbreitet. Angekleidet und auf einer Strohmatte kniend wird Gebärenden in Guatemala bei der Geburt oft von ihren Männern geholfen, die ihnen unterstützend unter die Arme greifen – im wahrsten Sinne des Wortes.
  • Nordafrika: Frauen, die in Marokko oder Tunesien ein Kind gebären, tun dies häufig im Sitzen. Gestützt werden sie dabei von ihrer Hebamme. In der algerischen Sahara dient schon mal der Rand der großen Couscous-Schalen als Sitz.
  • südliche der Sahara gelegene Teil Afrikas: Die tiefe Hocke ist hier oft die Geburtsposition der Wahl. Die Frauen legen ihr Körpergewicht komplett auf die Füße mit Unterstützung von hinten. Am Anfang wird sich viel bewegt und sogar getanzt. Erst in der letzten Phase geht es in die Hocke.

Klassisch im Liegen oder doch mit Gebärhocker? Bleiben Sie flexibel!

Kaum etwas könnte bei diesem wichtigen Lebensereignis individueller sein als die Position, in der Sie Ihr Kind auf die Welt bringen möchten. Manche Frauen berichten, dass sie sich eine bestimmte Position überlegt hatten und sich im Geburtsverlauf spontan für eine andere entschieden. Vielleicht möchten Sie Ihr Baby auch bei einer Hausgeburt auf die Welt bringen. Ob in Rückenlage oder doch aufrecht mit Unterstützung der Schwerkraft – am einfachsten ist es, wenn Sie flexibel und bereit sind, auch spontan andere Geburtsstellungen zu probieren. Sprechen Sie vorher mit Ihrer Hebamme oder dem Klinikum, welche Möglichkeiten Sie haben. Eine gute Vorbereitung kann auch einer eventuellen Angst vor der Geburt vorbeugen.

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