Ihr Browser verhindert die Nutzung von technisch notwendigen Cookies, dies beeinträchtigt Funktionen der Seite.
0
Geburt einleiten und Wehen fördern

Die Geburt einleiten oder auf natürliche Weise Wehen fördern?

Am Ende einer Schwangerschaft haben viele Frauen den Wunsch, das Kind möge endlich zur Welt kommen. Wenn alles gut läuft, entscheidet das Kind selbst darüber, wann es dazu bereit ist. Es kann jedoch auch medizinische Gründe dafür geben, die Geburt einzuleiten.


was ist eine geburtseinleitung?

Als Geburtseinleitung bezeichnet man die Versuche, durch äußere Mittel Wehen bei der Schwangeren auszulösen. Man kann dabei unterscheiden zwischen „natürlichen“ Mitteln, die Wehen zu fördern, und der Verabreichung von hormonellen Medikamenten.

Je nachdem, wie der Gesamtverlauf der Schwangerschaft war, in welchem Zustand sich die Schwangere befindet und beispielsweise wie weit der Muttermund schon geöffnet ist, wird Ihnen zu unterschiedlichen Maßnahmen geraten werden. Lassen Sie sich von Ihrer Hebamme oder Frauenärztin ausführlich informieren, wenn Sie den Eindruck haben, dass eine Geburtseinleitung bei Ihnen notwendig ist oder werden könnte.


aus welchen gründen wird eine geburt eingeleitet?

Wann ein Baby zur Welt kommt, sollte im besten Fall vom Kind entschieden werden: Wenn Mutter und Kind soweit sind, startet der Körper von selbst das „Programm Geburtseinleitung“. Es gibt jedoch medizinische Gründe, aus denen es notwendig werden kann, die Geburt „künstlich“ einzuleiten und nicht weiter auf einen natürlichen Geburtsbeginn zu warten. Das ist immer dann nötig, wenn andernfalls Mutter oder Kind gefährdet wären. Jede Schwangerschaft muss im Einzelfall betrachtet werden, und die Ärzte beraten Sie darüber, welche Maßnahmen wann sinnvoll und notwendig sind.

Risiko-Faktoren, die bei der Empfehlung zur Geburtseinleitung eine Rolle spielen, sind beispielsweise:
  • Die Menge an Fruchtwasser ist für das Kind zu gering.
  • Die Versorgung des Kindes ist nicht gewährleistet (Plazentainsuffizienz oder Durchblutungsstörungen).
  • Es gibt Auffälligkeiten, die auf eine Verschlechterung des Zustandes des Kindes hindeuten.
  • Das Kind ist deutlich kleiner oder größer, als es in der jeweiligen Schwangerschaftswoche zu erwarten wäre.
  • Es gibt Erkrankungen des Kindes, die behandelt werden müssen.
  • Es gab einen vorzeitigen Blasensprung.
  • Es liegt eine Schwangerschaftsvergiftung vor.
  • Es gibt (Vor-)Erkrankungen der Mutter, die ein Risiko für die Schwangere oder das Kind darstellen, z. B. Diabetes, Nikotin-Abhängigkeit, Leberfunktionsstörungen, Bluthochdruck o. a.
  • Auch das Alter der Mutter (über 40 Jahre) kann ein Risikofaktor sein, der für sich allein genommen aber nicht automatisch zu einer Geburtseinleitung führen muss.
  • Der errechnete Geburtstermin ist deutlich überschritten. Dass Kinder zum exakten Geburtstermin auf die Welt kommen, ist sehr selten. Die meisten Kinder kommen in einem Zeitfenster von drei Wochen vor und zwei Wochen nach dem errechneten Geburtstermin zur Welt. Von einem Übertragungsrisiko spricht man erst ab der 42. Schwangerschaftswoche.
Manche dieser Risikofaktoren sind so schwerwiegend, dass die Geburtseinleitung medizinisch unbedingt geboten erscheint. Andere Faktoren sind für sich allein genommen noch kein zwingender Grund. Wenn mehrere Faktoren vorliegen, erhöht das die Wahrscheinlichkeit, dass Ihnen Ärzte zu einer Geburtseinleitung raten werden. Lassen Sie sich ausführlich zu den Möglichkeiten und Risiken medizinisch beraten. Die Entscheidung, welchen Maßnahmen Sie zustimmen möchten, liegt immer bei Ihnen.


die geburt natürlich einleiten: wie lassen sich wehen fördern?

Bevor man sich zu einer hormonellen Einleitung entschließt, kann man zunächst auch weniger starke Maßnahmen zur Wehenförderung ausprobieren. Es gibt viele Möglichkeiten, beim Kind und dem eigenen Körper mit einer Wehenförderung die Bereitschaft zu erhöhen, mit der Geburt zu beginnen:

1. Alle Tätigkeiten, die die Durchblutung verbessern, können die Wehentätigkeit fördern. Das sind z. B.:
  • leichte Bewegung wie Spaziergänge, leichtes Treppensteigen;
  • warme Bäder, jedoch mit Vorsicht: Schwangere sollten sicherstellen, dass jemand in der Nähe ist, der der Schwangeren ggf. wieder aus der Wanne heraushelfen kann! Wichtig ist, dass sich die Schwangeren dabei nicht überanstrengen, also weder ins starke Schwitzen geraten noch zu heiß baden. Das ist eine zu große Belastung für Ihren Kreislauf. Unternehmen Sie am Ende der Schwangerschaft Aktivitäten zur Wehenförderung am besten immer in Begleitung.
2. Eine andere Möglichkeit besteht darin, die körpereigene Hormonproduktion zu stimulieren. Das Hormon Oxytocin wirkt wehenauslösend und wird beispielsweise ausgeschüttet durch Kuscheln, Küssen, Massage der Brustwarzen oder Sex. Es senkt den Stresspegel und entspannt. Das kann den Körper dazu motivieren, die Geburt einzuleiten.

3. Am Ende der Schwangerschaft empfehlen viele Hebammen wehenfördernde oder geburtsvorbereitende Tees, die den Beckenboden weich machen. Häufige Bestandteile sind beispielsweise:
  • Himbeerblätter
  • Ingwer
  • Zimt
  • Nelken
  • Eisenkraut
4. Scharfes Essen: Es kann die Durchblutung und die Verdauung anregen, wodurch auch leichter Wehen auftreten können. Ein leckeres gemeinsames Essen mit dem Partner oder Freunden ist gut für die Stimmung und entspannt. So hat man in jedem Fall eine schöne Zeit, selbst wenn das Essen nicht direkt zur Entbindung führt.

5. Ananas: Ananas enthält ein Enzym, das die Verdauung fördert, die Muskeln entspannt und entwässernd wirkt, sodass es auch gegen Ödeme hilft. Dass es Wehen fördert oder auslöst, ist nicht erwiesen. Da Ananas reich an Vitaminen und Mineralien ist, kann man damit in jedem Fall einen gesunden und nebenwirkungsfreien Versuch unternehmen, der nicht schadet, auch wenn er kein Wehenmittel ist.

6. Nelkenöl-Tampons: Mit verschiedenen Ölen getränkte Tampons werden mehrmals am Tag für einige Zeit in die Scheide eingeführt. Lassen Sie sich zur Zusammensetzung und Anwendung von Ihrer Hebamme beraten und testen Sie zuvor, ob sie auf die Bestandteile allergisch reagieren.

7. Wehencocktails mit Rizinus-Öl, Alkohol und Säften sind sehr umstritten, viele Fachleute raten stark davon ab. Sie enthalten Bestandteile, die plazentagängig sind und dem Kind schaden können. Die Schwangere kann davon Durchfall und Magenkrämpfe bekommen, sodass sie unnötig geschwächt wird. Solche Mittel sind in jedem Fall nur unter Aufsicht und in Rücksprache mit Hebamme oder Ärzten einzunehmen.

Viele Hebammen haben für Hochschwangere noch andere Angebote, beispielsweise Akupressur, Akupunktur, Aromatheraphie, Fußreflexzonenmassage u.v.m. Lassen Sie sich beraten, was für Sie die beste Behandlung ist.


​​​​​​​medizinische geburtseinleitung

Im Krankenhaus können Schwangeren Medikamente gegeben werden, um die Geburt einzuleiten.

Wehenauslösende Medikamente sind z. B.:
  • Tabletten mit Prostaglandin
  • Gel, das in den hinteren Bereich der Scheide und ggf. den Muttermund einmassiert wird
  • Vaginal-Zäpfchen mit Prostaglandin
  • Infusionen mit Oxytocin („Wehentropf“) sind geeignet, wenn der Muttermund bereits geöffnet ist.
Es gibt auch mechanische Möglichkeiten, die Geburt einzuleiten, beispielsweise:
  • Eine leichte Dehnung des Muttermundes mit Hilfe eines Ballonkatheters,
  • Stäbchen, die in den Muttermund eingeführt werden, dort aufquellen und ihn dadurch leicht öffnen,
  • die Eipolablösung, bei der die Fruchtblase vorsichtig vom Muttermundrand gelöst wird,
  • das Öffnen der Fruchtblase (Fruchblasensprengung, Amniotomie), das heute jedoch kaum noch angeraten wird.
Jede Maßnahme hat ihren eigenen Anwendungsbereich, in dem sie besonders geeignet sind. Viele der Maßnahmen können jedoch auch Nebenwirkungen haben oder Komplikationen verursachen. Eingeleitete Geburten können für die Gebärenden schmerzhafter sein, die Wehen stärker. Lassen Sie sich daher ausführlich beraten, bevor Sie einem medizinischen Vorschlag zustimmen. Wenn es große Risiken gibt und die Geburtseinleitung mechanisch und medikamentös nicht gelingt, wird oftmals ein Kaiserschnitt notwendig.


die geburt einleiten: wie lang ist die dauer von der einleitungsmaßnahme bis zur geburt?

Jede Schwangere reagiert auf Maßnahmen zur Wehenauslösung oder -förderung anders. Man kann daher nicht generell angeben, wie lange es bis zur Geburt dauern wird. Manche der natürlichen Maßnahmen bewirken vielleicht gar nichts oder wirken erst sehr viel später als erwartet. Auch bei Medikamentengaben kann man damit rechnen, dass es dauern wird, bis die Wehen tatsächlich einsetzen. Zwischen 6 und 24 Stunden Wartezeit zwischen Verabreichung eines Mittels und dem Beginn des Geburtsvorgangs gelten als nicht ungewöhnlich. Intravenös verabreichte Medikamente wirken erfahrungsgemäß am schnellsten, können aber auch starke Nebenwirkungen entfalten.


abwarten und tee trinken

Sollten sich Risikofaktoren abzeichnen, ist eine kompetente medizinische Beratung über die verschiedenen Möglichkeiten der Geburtseinleitung unbedingt notwendig und hilfreich. Wenn es nur die Zeit ist, die Ihnen mit täglich dickerem Bauch lang wird, müssen Sie sich als Hochschwangere keine Sorgen machen. Jetzt ist Abwarten und in Ruhe (Himbeerblätter-)Tee trinken angesagt. Ihr Kind entscheidet darüber, wann es auf die Welt kommen möchte und die Geburt beginnt. Der natürliche Geburtsbeginn, wenn beide bereit sind, ist für Mutter und Kind immer noch der beste.

weitere ratgeber der babywelt entdecken