Sparen_fuer_Kinder

Richtig sparen für Ihre Kinder


Viele Kinder verfügen bereits in jungen Jahren über ein kleines Vermögen. Der Grund ist einfach: Geldanlagen, die Eltern, Paten oder Großeltern für Kinder oder schon im Babyalter anlegen, schaffen ein finanzielles Polster für die Zukunft. Das kann später beispielsweise für die Schule, den Einstieg ins Berufsleben, die Ausbildung, das erste Auto oder sogar als Startkapital für die erste Wohnung verwendet werden. Geschickt angelegt lassen sich sogar Steuern sparen. Manche Geldanlagen lohnen sich auch in Zeiten, in denen die Zinsen auf einem niedrigen Stand sind. Denn Zinsen entwickeln sich zyklisch, und das Sparen für ein Kind ist eine langfristige Angelegenheit. 

 

für das eigene kind sparen: der beste zeitpunkt zum anfangen 

Mit dem Sparen kann zu jedem Zeitpunkt begonnen werden – bestenfalls so früh wie möglich. Schnell sind die Jahre vergangen, die Kinder sind herangewachsen und wollen auf eigenen Beinen stehen. Bei wem schon im Babyalter mit dem Sparen begonnen wurde, der konnte so über die Jahre eine ordentliche Rendite erzielen. Bei Sparkonten oder einem Sparplan ist das Alter der Kinder nicht von Bedeutung. Die Eltern als Bevollmächtigte können somit schon für ein Baby kindgerecht Geld kurzfristig oder langfristig anlegen. Wichtig ist bei allen Varianten des Sparens für Kinder: Sparen Sie regelmäßig! Egal ob per Dauerauftrag auf ein Konto oder mit einem Sparplan. Monatlich gezahlt lassen sich die Sparraten für ein Kindersparkonto durch die Eltern am besten ins Budget einplanen. 

 

wer darf ein sparkonto für ein kind eröffnen?

Für Großeltern, Paten, Tanten oder Enkel gibt es bei der Einrichtung des Kontos für das unmündige und nicht geschäftsfähige Kind viel zu bedenken. Zunächst muss die Geburtsurkunde von den Eltern des Kindes angefordert werden. Das ist für alle Banken die Grundvoraussetzung, bevor sie einen Spar- oder Festgeldvertrag auf einen anderen Namen einrichten. Eine Kopie genügt den meisten Geldanstalten in der Regel vollkommen. Die Tatsache, dass ein Kind noch nicht geschäftsfähig ist, setzt auch voraus, dass seine gesetzlichen Vertreter dem Kinderkonto zustimmen. 

Die Verfahren sind von Bank zu Bank unterschiedlich. Anders als bei öffentlichen Banken dürfen bei privaten Banken ausschließlich die Erziehungsberechtigten, legitimiert per Postdienst-Verfahren, ein Sparkonto oder Juniordepot für das Kind anlegen. Per Vollmacht an die Großeltern des Kindes können sie diesen die Rechte an dem Kinderkonto oder Sparbuch erteilen. 

Zunächst muss also mit der Bank geklärt werden, ob auf den Namen des Kindes, wenn es nicht das eigene ist, ein Konto angelegt werden darf. 

 

die möglichkeiten des sparens für das kind sind vielseitig

Spareinlagen (Sparguthaben) sind Bankguthaben bei Kreditinstituten, die der unbefristeten Geldanlage dienen und nicht für den Zahlungsverkehr bestimmt sind. 

Ein Sparplan ist eine vertragliche Abmachung zwischen einem Sparenden und einer Bank oder einer Kapitalanlagegesellschaft zur regelmäßigen Einzahlung von Beiträgen in eine Kapitalanlage. Einzahlungen erfolgen dabei in Intervallen (zum Beispiel monatlich oder wöchentlich). 
Wer flexibel ist und Spaß daran hat, regelmäßig die Angebote von Banken und Kreditinstituten zu beobachten und zu vergleichen, passt das Sparkonto seines Kindes den aktuellen Zinsangeboten an. Gerade in Zeiten niedriger Zinsen und mit einem boomenden Aktienmarkt können Fonds- und ETF-Sparpläne oft lohnender für ein Kinderkonto sein als ein klassisches Sparbuch. Ein ETF-Sparplan funktioniert ähnlich wie ein Banksparplan: Monatlich wird eine festgelegte Summe in einen ETF investiert. Der ETF bildet einen Börsenindex (zum Beispiel den DAX) ab.

Ob Sie sich für das flexible Ansparen auf einem Tagesgeld-Konto entscheiden, eine Festgeldvariante bevorzugen oder einen Fonds-Sparplan eingerichtet haben: Sparen Sie für Ihr Kind immer nur auf einem separaten Kinderkonto. Der Gesetzgeber hat das Geldvermögen der Kinder durch die Möglichkeit der Kontoinhaberschaft auf den Namen der Kinder geschützt. 

 

sparanlage für kinder: lohnen sich ausbildungsversicherungen und bausparverträge?

Von Ausbildungsversicherungen als Geldanlage für Ihre Kinder rät die Stiftung Warentest ab. Bei den sogenannten Ausbildungsversicherungen handelt es sich um Versicherungspolicen mit sehr hohen Kosten und wenig Flexibilität. Denn das angesparte Geld kann oft nicht vor dem Ablauf der Zeit entnommen werden, die Verluste bei außerordentlichen Kündigungen sind hoch. 

Genau dasselbe gilt auch für Schutzbriefe. Diese werben damit, den Nachwuchs gegen eine Vielzahl an Risiken abzusichern: gegen Unfall und Krankheit, Berufs- oder Schulunfähigkeit. Außerdem sollen sie Kapital für die Ausbildung anhäufen und später einmal als Altersvorsorge dienen. Manch ein Kindersparplan, der als Sparkonto beworben wird, ist letztlich eine private Rentenversicherung. Häufig profitieren in erster Linie die Versicherer davon – für die Kinder zahlen sich diese Policen nicht aus, da zahlreiche Verträge Laufzeiten bis zum Renteneintritt des Kindes vorsehen. Zu Beginn des jungen Erwachsenenlebens haben sie quasi nichts davon. 

Ebenfalls empfehlen Verbraucherschützer, Sparen und Versichern zu trennen, da Kombiprodukte meistens schlechtere Konditionen aufweisen. 

Auch ein Bausparvertrag ist als Geldanlage für Kinder eher nicht geeignet. Er rentiert sich nur dann, wenn später wirklich Eigentum erworben oder ein Eigenheim gebaut werden soll. Wer weiß heute schon, ob sein Kind das irgendwann einmal möchte? Und auch hier sind die Zinsen im Augenblick niedrig. Das gleiche gilt für klassische Banksparpläne, mit denen sich nur eine sehr geringe Verzinsung erwirtschaften lässt. 
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Doch wie legen Sie am besten Geld für Ihre Kinder an?

 

mit einem tagesgeldkonto sinnvoll tagesgeld für kinder sparen 

Ein Tagesgeldkonto eignet sich immer dann, wenn kleinere Summen flexibel verwaltet werden sollen. Das Ersparte kann bei Bedarf abgehoben und beispielsweise für die Klassenfahrt, den Führerschein oder Ähnliches verwendet werden. Das Tagesgeldkonto ersetzt damit die Funktionen, die früher das Sparbuch übernommen hat. Neben einer besseren Verzinsung des Tagesgelds bietet das Tagesgeldkonto für Kinder eine hohe Flexibilität, lässt sich unkompliziert online verwalten und kommt ohne Beschränkung der Abhebesumme aus. Sofern Sie sich beim Tagesgeldvergleich für eine Bank innerhalb der EU entscheiden, ist das Ersparte bis zu einer Höhe von 100.000 € geschützt. Wenn allerdings größere Summen angespart wurden, sollten Sie einen Teilbetrag abheben und in eine besser verzinste Geldanlage wie beispielsweise ein Festgeldkonto oder einen ETF investieren. 

 

zinsen beim sparkonto für kinder im blick haben 

Wer trotz der niedrigen Zinsen auf einen langfristigen Banksparplan setzt, sollte auf die Gesamtverzinsung sowie die Bonuszahlungen und Prämien achten. 

Wer beispielsweise ca. 5.000 bis 10.000 Euro für seine Enkel anlegen möchte, steht ebenfalls vor einem Zinsproblem. Eine vier vor dem Komma bei der Verzinsung bieten im Moment nur sehr wenige Banken; und dies auch erst ab einer Laufzeit von fünf Jahren. 
Trotzdem verdoppeln sich 10.000 Euro zu vier Prozent nach 18 Jahren. Ein Vorteil von Festgeld, Banksparplänen und anderen Anlagen ist, dass die Einlagen fest gesichert sind.

Ein Sparplan ist ein flexibles Modell im Bereich Tagesgeldsparen. Für eine festgelegte Laufzeit (z. B. zehn Jahre) wird das Geld angespart. Die Höhe der monatlichen Sparsumme bestimmen Sie selbst und können diese jederzeit ändern. Aufgrund der variablen Möglichkeiten ist häufig auch vom flexiblen Vorsorgeplan die Rede.

Die Vorteile im Überblick sind: 
  •     jederzeit kündbar und auszahlbar 
  •     das angesparte Kapital ist täglich verfügbar 
  •     die Anpassung von Zahlungsintervallen und Höhe der Sparrate
Die Verzinsung richtet sich bei den Anbietern dieser Geldanlage oft nach der aktuellen Laufzeit des Sparplans. In den ersten drei bis fünf Jahren fällt die Verzinsung niedriger aus. Manche Banken garantieren einen Zinssatz nur für die ersten Jahre des Kinder-Sparplans. Danach sind die Zinsen variabel. 

 

sparen für kinder mit etfs

ETFs (Exchange Traded Funds – börsengehandelte Indexfonds) sind gut für die langfristige Geldanlage geeignet, da sie Vorteile gegenüber klassischen Fonds und Einzelaktien bieten: 
  • keine tägliche Kontrolle nötig 
  • keine detaillierten Marktkenntnisse erforderlich 
  • investiert wird in den ganzen Markt statt in einzelne Unternehmen 
  • Produktkosten sind gering 
  • Anteile können jederzeit ge- oder verkauft werden 
  • das Geld ist als rechtliches Sondervermögen im Fonds geschützt 
  • Sparpläne lassen sich einfach einrichten 

Ein Depot für Kinder oder ein ETF-Sparplan ist eine langfristige Geldanlage. Auf das Vermögen greift das Kind normalerweise erst zurück, wenn es volljährig ist. Mit ETF-Sparplänen lässt sich regelmäßig Geld ansparen und das schon ab einer Sparrate von 25 Euro monatlich oder vierteljährlich. Das Beste: Je früher Sie damit beginnen, umso mehr profitieren Sie vom Zinseszinseffekt. 

Das Risiko bei ETFs ist überschaubar, da sie in ganze Märkte und nicht in einzelne Positionen investieren. Sie bilden Indizes nach. Detaillierte Kenntnisse, wie zum Beispiel über das genaue Geschäftsmodell einer Firma, sind für die Anleger nicht erforderlich.

Am Markt gehören ETFs zu den günstigsten Anlageinstrumenten. Und: Die Anteile lassen sich jederzeit verkaufen – eine Bindung über einen langen Zeitraum ist möglich, aber nicht notwendig. Als rechtliches Sondervermögen sind ETFs im Falle einer Insolvenz des Anbieters nicht Teil der Konkursmasse, und somit ist das Geld im Fonds geschützt. 

ETF-Sparpläne können bereits online eingerichtet werden. 


 

rechte und pflichten beim sparen für kinder

Bei Konten und Depots für Kinder gelten gesetzliche Regelungen, die einzuhalten sind. Wenn dem Kind ein Sparbuch, ein Konto oder beispielsweise der ETF-Sparplan gehört, haben die Eltern bis zum vollendeten 18. Lebensjahr Ihres Kindes die Verfügungsgewalt über das Depot. Das Konto muss dabei immer Guthaben aufweisen und darf nicht in spekulative Aktiengeschäfte investiert sein. 

Auch dürfen Eltern, die für ihr Kind Geld in einem Depot angelegt haben, es nicht mehr für ihre eigenen Zwecke nutzen. Das Geld darf nur für das Kind und nicht für die eigenen Bedürfnisse abgehoben werden. Die Übertragung des Vermögens auf das Kind muss zivilrechtlich wirksam sein, sonst gehen die Behörden von einem Scheingeschäft aus, das dazu dient, Steuern auf Kapitalerträge zu hinterziehen. 

Kindern, deren Vermögen zu hoch ist, kann im Übrigen die Ausbildungsförderung (BAföG) verweigert werden. Der Freibetrag liegt derzeit bei einem Vermögen von 7.500 Euro. 

 

steuervorteile beim sparen für kinder

Was hat es mit dem sogenannten „Sparerpauschbetrag” auf sich? Bei einem Kapitalgewinn bis 801 Euro pro Jahr müssen keine Steuern darauf gezahlt werden. Unter diese Kapitalgewinne fallen zum Beispiel Zinsen, Dividenden und Kursgewinne aus Verkäufen. 
Dieser Sparerpauschbetrag steht jeder natürlichen Person in Deutschland zur Verfügung. Auch jedes Kind kann somit bis zu 801 Euro Kapitalgewinne erwirtschaften, bevor Steuern anfallen. Daher macht es Sinn, möglichst früh ein Junior-Depot auf den Namen des Kindes abzuschließen, da alle darin getätigten Geschäfte vom Sparerpauschbetrag des Kindes profitieren. 

Zu viel gezahlte Steuern können im Folgejahr vom Finanzamt zurückerstattet werden. Es macht also Sinn, den Kindern ein eigenes Konto einzurichten, da das Guthaben auf dem Kinderkonto steuerfrei anwachsen kann. Wer das Geld in seinem Depot anlegt und es dem Kind erst später überträgt, muss es bis dahin selbst versteuern. 

 

eigene schulden tilgen oder für das kind sparen? 

Grundsätzlich ist das Sparen für das eigene Kind nur dann sinnvoll, wenn die Eltern schuldenfrei sind. Wenn die Erwachsenen noch offene Kredite haben, sollten sie diese zunächst tilgen, bevor sie mit einer Geldanlage für ihre Kinder beginnen. Die Zinsen für laufende Kredite, wie zum Beispiel eine Baufinanzierung oder einen Ratenkredit, sind wesentlich höher als die Guthabenverzinsung einer Sparanlage für Kinder. Wer also Geld für das Kind anlegt, während das Baudarlehen oder der Ratenkredit noch abgezahlt werden muss, handelt nicht im Interesse der Familie. Anstatt Geld auf einem niedrigverzinsten Kinderkonto zu parken, sollte man den Geldbetrag lieber für die Rückzahlung der Kredite verwenden und über Sondertilgungen oder die Erhöhung der monatlichen Tilgungsrate schneller schuldenfrei werden. 

Wer Hartz IV erhält, sollte das Sparkonto auf den Namen des Kindes führen. Nur so ist sichergestellt, dass das Geld dem Kind zugeordnet wird und ein eigener Freibetrag von 3.100 € anerkannt wird. Läuft das Sparkonto auf den Namen des Hartz-IV-Empfängers, wird das Ersparte als Vermögen angerechnet. Ist das Gesamtvermögen zu hoch, werden möglicherweise Hartz-IV-Leistungen gekürzt. 

 

mit einem kinderkonto dem eigenen kind das sparen beibringen 

Ab dem Alter von sechs Jahren kann für ein Kind ein eigenes Konto für das Ansparen des Taschengelds eingerichtet werden. So helfen Sie Ihrem Kind auch gleichzeitig, ein Gefühl für das Geld zu entwickeln, das ihm zur Verfügung steht. Spätestens mit Vollendung des 12. Lebensjahres ist ein Girokonto für Jugendliche dann sinnvoll – das sehen auch viele Verbraucherzentralen so. Denn durch diesen Prozess lernt Ihr Kind, im zunehmend eigenständigen Alltag bargeldlos zu bezahlen, online sein Konto zu verwalten und gegebenenfalls eine Handykarte aufzuladen etc. 

Bei einem Schülerkonto werden die Bargeldauszahlungen vor der Freischaltung des Kontos festgelegt. Das Abheben von Geld ist für die ganz jungen Bankkunden nur in bestimmten Bankfilialen und oftmals auch nur in Begleitung der Eltern möglich. Ab dem 12. Lebensjahr bietet ein Jugendgirokonto dann fast dieselben Funktionen wie „Ihr” erwachsenes Konto. Überweisungen können online getätigt und Daueraufträge eingerichtet werden. An knapp 25.000 Geldautomaten kann Bargeld abgehoben werden. Hier ist es sinnvoll, das Kind darauf hinzuweisen, dass bei manchen Automaten eine Gebühr fällig wird. 

Ihr Kind ist der Hauptkontoinhaber des Kontos – ihm gehört das Geld. Als Erziehungsberechtigte besitzen Sie zwar die Kontovollmacht und haben ebenso wie das Kind Zugriff auf das Konto. Die Verfügungsberechtigung ist aber kein Freibrief: Das Geld, das sich auf dem Konto befindet, dürfen Sie sich nur als Bargeld auszahlen lassen, um es zum Beispiel für Extraausgaben zu nutzen, die das Kind betreffen. Darunter fällt nicht der normale Unterhalt. 

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die unterschiede beim sparen beachten

Für welchen Sparplan Sie sich entscheiden, ist eine Frage der eigenen Präferenz. Ein Junior-Depot beziehungsweise ein ETF-Sparplan lassen sich schnell einrichten. Die Unterschiede bei den Depots sind sowohl im Handling als auch bei den Kontoführungsgebühren groß. Hier sollte man sich im Netz intensiv informieren. Um das klassische Sparbuch für ein Kind zu eröffnen, benötigt man immer die schriftliche Einwilligung der Eltern. Grundsätzlich sollten Großeltern und Paten immer mit den Eltern darüber sprechen, welche Vorstellungen sie beim Kinderkonto haben. 


 

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