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Alltag mit Baby: Glück und Stress ganz nah beieinander

In der Zeit der Familienplanung macht sich jeder Mensch andere Vorstellungen davon, wie der Alltag mit einem Baby einmal aussehen wird. Die Erinnerungen an die eigene Kindheit und Erfahrungen mit Geschwistern und Kleinkindern werden verglichen mit den Bildern, die andere Familien vom Leben mit Säugling vermitteln. Wenn das Baby dann da ist, zeigt sich, dass die eigenen Vorstellungen nicht immer realistisch waren. Wie lässt sich der Alltag mit Baby organisieren?

Alltag mit Baby – für jede Familie anders 

Jede Familie empfindet die Geburt eines Kindes anders. Da jede Familie einen anderen Tagesablauf und Alltag hat, gibt es keine allgemeingültigen Rezepte, wie ein Säugling dort am besten integriert wird. Das Gute ist: Ihr Baby wird alles, was Sie ihm vorleben, für normal halten. Entspannen Sie sich: Sie müssen sich an keinen der Ratschläge halten, die von allen Seiten auf Sie als junge Familie einprasseln. Aber Sie können alles ausprobieren – vielleicht sind manche Ratschläge für Sie hilfreich? Sie werden Ihren eigenen, persönlichen, für Sie richtigen Weg finden, den Alltag mit Ihrem Baby zu organisieren. Das braucht nur etwas Zeit.

Alle Familienmitglieder brauchen Zeit für den Alltag mit einem Baby

Alle Familienmitglieder müssen sich in den ersten Tagen und Wochen aneinander gewöhnen. Es ist eine Umstellung für alle. Der Säugling hat viel zu verarbeiten und zu lernen. Er wird nicht mehr im Bauch der Mutter rundum mit allem versorgt, sondern muss selbst trinken, verdauen, atmen und viele neue Sinnesreize verarbeiten. Das ist sehr anstrengend. Auch für die Mutter ist die Zeit nach der Geburt eine große Umstellung: Körper und Hormonhaushalt werden von „Schwangerschaft“ auf „Stillzeit“ umgestellt (oder gegebenenfalls auch auf „Abstillen“, falls das Baby nicht gestillt wird). Viele Mütter sind durch Schwangerschaft und Geburt körperlich und psychisch sehr beansprucht. Und Geschwisterkinder müssen sich daran gewöhnen, dass die Aufmerksamkeit der Eltern häufiger dem Säugling gilt. Die Nachtruhe wird häufig durch einen weinenden Säugling, der gewickelt werden möchte oder Hunger hat, unterbrochen. 

Die Alltagsroutinen verändern sich schlagartig

Viele Alltagsroutinen müssen verändert werden, damit sie die Bedürfnisse des Babys berücksichtigen. Orte und Zeiten für das Schlafen, Windeln wechseln, Stillen oder das Zubereiten von Fläschchen müssen gefunden, erprobt und selbstverständlich werden. Alle Familienmitglieder werden sich gemeinsam weiterentwickeln und einen neuen Alltag mit Säugling erfinden.
Was kann die ersten Wochen mit dem Baby leichter machen? 
Schön ist es, wenn die Eltern die ersten Wochen mit Baby gemeinsam bewältigen, wenn beide Elternzeit oder Urlaub nehmen können. Dann fühlt sich keiner mit den vielen neuen Aufgaben rund um den Säugling allein und man kann sich in aller Ruhe an das neue Leben gewöhnen. Zu zweit fällt vieles im Alltag mit Neugeborenen leichter. Doch leider ist das nicht immer möglich.

Wenn Sie allein mit Ihrem Säugling zu Hause sind: 
 
  • Lassen Sie sich, wenn möglich, von Freunden und Familienangehörigen helfen. 
  • Machen Sie möglichst klare Ansagen, wie diese Hilfe für Sie aussehen soll – und wie nicht. Vielleicht kann jemand für Sie einkaufen gehen oder Ihnen ein warmes Mittagessen vorbeibringen? 
  • Nehmen Sie die Hilfe an und lassen Sie sich davon nicht zusätzlich stressen, dass „Besuch“ kommt. Der „Besuch“ darf gern im Haushalt helfen oder die Haustiere versorgen! Es erwartet niemand, dass die Wohnung einer jungen Familie aufgeräumt aussieht.
  • Wenn schon Geschwisterkinder da sind, werden Sie sich über Unterstützung bei der Kinderbetreuung freuen. Gerade in der ersten Zeit wird das Neugeborene viel Aufmerksamkeit verlangen und ältere Geschwister werden schnell eifersüchtig werden.
  • Ältere Geschwister helfen vielleicht selbst schon im Haushalt mit oder schuckeln zwischendurch das kleine Geschwisterkind. Versuchen Sie, gemeinsam mit der ganzen Familie den Alltag mit Baby zu organisieren.

Wie viel Zeit mit den Eltern braucht ein Kind wirklich? 

Ein Säugling ist der Welt schutzlos ausgeliefert und auf Pflege und Fürsorge angewiesen. Die muss aber nicht zwangsläufig rund um die Uhr von den Eltern geleistet werden. Kinder brauchen Bezugspersonen, die sich verlässlich um sie kümmern. Es spricht nichts dagegen (und viel dafür), dass diese Aufgabe auch andere Menschen als die Eltern übernehmen. Großeltern, Tanten und Onkel, Paten und andere Vertrauenspersonen können Ihnen dabei helfen, den Alltag mit dem Neugeborenen zu bewältigen. Je entspannter die Eltern und Bezugspersonen sind, desto entspannter ist auch das Baby.

Was löst bei Babys im Alltag Stress aus? 

Für das Baby sind die ersten Wochen nach der Geburt aufregend und anstrengend: So viele neue Sinneseindrücke müssen verarbeitet werden! Licht, Lärm, Gerüche, Wärme – das kann für den Säugling manchmal zu viel werden. Schnell fühlt er sich hilflos und braucht Zuwendung, das Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit. Ein bisschen Ruhe und Kuscheln können den Stress für das Baby reduzieren.

Ursachen für familiären Stress im Baby-Alltag

Der Alltag mit Säugling kann für die Familie aus vielen Gründen sehr anstrengend sein:
 
  • Die Eltern bekommen verhältnismäßig wenig Schlaf. Müdigkeit durch Schlafmangel begünstigt das Gefühl, gestresst und überfordert zu sein. 
  • Eltern fühlen sich aus verschiedenen Gründen gestresst, vor allem durch Unsicherheit und Hilflosigkeit, Perfektionismus und Überforderung. Gerade junge Eltern wollen nichts falsch machen und machen sich viele Sorgen um ihr Baby.
  • Die Bedürfnisse des Babys sind am Anfang noch nicht gleich verständlich. Man muss erst verschiedenes ausprobieren, um herauszufinden, warum das Neugeborene schreit. 
  • Widersprüchliche Ratschläge aus dem Freundeskreis oder dem Internet erhöhen den Grad an Verwirrung und Unsicherheit noch zusätzlich. 
  • Hinzu kommt, dass sich die Eltern erst noch in ihre neuen Rollen hineinfinden müssen. Unklare Aufgabenverteilung oder unterschiedliche Auffassungen führen schnell zu Konflikten im Baby-Alltag.
Auch langfristig, wenn die ersten Wochen mit dem Neugeborenen überstanden sind und man sich in seinem Alltag eingefunden hat, bleibt der Stress nicht aus. Mit Baby hat man keinen Feierabend. Eltern, die ihren Alltag mit Kleinkindern bewältigen, berichten häufig von der unangenehmen Kombination aus geistiger Unterforderung und emotionaler Überforderung. Das Leben mit Kleinkindern ist unplanbar, stets kann etwas dazwischenkommen. Und es fehlen im Alltag die großen Erfolgserlebnisse, wie man sie vielleicht aus dem Berufsleben kennt. All das kann Stress auslösen.

Kann ich meinem Baby einen regelmäßigen Tagesablauf beibringen? 

Jedes Neugeborene bringt seinen eigenen Rhythmus mit, der bestimmt ist von seinen Gefühlen und Bedürfnissen: Ihr Baby will trinken, schlafen, kuscheln und sauber sein. In den ersten Wochen wird der Tagesablauf des Säuglings und seiner Eltern ganz davon eingenommen werden, diese Grundbedürfnisse zu befriedigen. Ein Neugeborenes will gestillt werden, wenn es Hunger und Durst hat – und das kann ganz unterschiedlich oft und zu allen Tages- und Nachtzeiten sein. Wenn Babys die Erfahrung machen, dass jemand sich verlässlich um sie kümmert, entwickeln sie Vertrauen in ihre Bezugspersonen.

Den Alltag mit Baby organisieren

Das Leben mit Neugeborenen ist eine Herausforderung. Lassen Sie sich von Freunden und Verwandten unterstützen und nehmen Sie Hilfe an, wo und wie Sie Ihnen richtig erscheint. Mit ein bisschen Geduld, Zuversicht und Unterstützung bewältigen Sie die ersten schlafarmen Wochen nach der Geburt. Nach einiger Zeit wird Ihre Familie einen neuen Rhythmus gefunden haben.
 

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