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Babyernährung – gesund ins neue Leben starten

In keinem anderen Lebensabschnitt wächst der Körper so rasant wie im ersten Jahr. Nur mit der richtigen Ernährung fürs Baby kann sich ein Kind optimal entwickeln. Verständlich, dass Sie als Eltern nur das Beste für Ihr Kind wollen. Doch was ist das Beste? Und wann ist es Zeit für den ersten Brei? Ihr Kind gesund zu ernähren ist gar nicht so schwer. Bei der Babyernährung brauchen Sie manchmal nur etwas Geduld.

Die Ansprüche an Babys Ernährung wachsen wie das Kind selbst

Zu Beginn des Lebens braucht Ihr Kind einfach nur die Milch. Brust oder Flasche, Muttermilch oder Babymilch? Diese Frage müssen Sie für sich beantworten. Wächst Ihr Kind heran, steigen auch seine Bedürfnisse an die Ernährung. Etwa um den fünften Monat herum zeigen Säuglinge Interesse an der Ernährung. Mit etwa sechs Monaten haben sie die motorische Fähigkeit, um vom Löffel zu essen. Sie schaffen es jetzt, den Mund geschlossen zu halten und die Beikost zu schlucken. 

Von der Milch an den Familientisch – Babys Ernährung im 1. Lebensjahr

Die richtige Babyernährung ist zunächst ausschließlich die Muttermilch beziehungsweise Stillmilch. Frühestens zwischen dem 4. und dem 7. Lebensmonat Ihres Babys können Sie ganz langsam beginnen, eine Milchmahlzeit durch eine sogenannte Beikost aus Brei zu ersetzen. Nach und nach folgen weitere Mahlzeiten. Auf dem Speiseplan dürfen Getreide und Milch, Obst und Gemüse sowie auch Fleisch oder Fisch nicht fehlen. Statt mehrerer kleiner Portionen sollen sich Säuglinge ab einem Jahr an drei große Hauptmahlzeiten und kleine Snacks zwischendurch gewöhnen. 

Babyernährung – jetzt ist es Zeit für die Beikost

Der genaue Zeitpunkt, ab wann ein Säugling reif für Beikost ist, kann individuell unterschiedlich sein. Um herauszufinden, ob Ihr Baby Beikost wünscht, bieten sie ihm beispielsweise einen kleinen Löffel Karottenmus an. Klappt das, kann es nun mit verschiedenen Breien losgehen. Für Eisen und andere wichtige Nährstoffe sieht der Ernährungsplan für Babys nun den Brei aus Gemüse, Kartoffeln und/oder Fleischbrei statt einer Milchmahlzeit vor. 

Eine Milchmahlzeit wird ersetzt – der Säugling isst vom Löffel

Das Forschungsinstitut für Kinderernährung in Dortmund (FKE) hat einen Ernährungsplan fürs Baby entwickelt und schlägt vor, zuerst die Milchmahlzeit am Mittag zu ersetzen. So hat das Baby bis zum Schlafengehen ausreichend Zeit, die Nahrung zu verdauen. Keine Sorge, wenn Ihr Baby nur ein paar Löffel isst und weiterhin nach einer Milchmahlzeit verlangt. Die meisten Babys benötigen mehrere Wochen, bevor sie eine komplette Mittagsmahlzeit, beispielsweise ein ganzes Gläschen, vom Löffel essen.

Ernährungsplan Säuglinge: Gestartet wird mit Gemüse 

Füttern Sie zu Beginn eine Woche lang eine kleine Menge eines bestimmten Gemüsebreis. Beobachten Sie, ob Ihr Baby den Brei verträgt oder ob die Beikost zu Ausschlag oder Verstopfungen führt. Natürlich können Sie die Breie in allerlei Variationen fertig im Gläschen kaufen. Allerdings ist die Zubereitung von Selbstgekochtem nicht aufwendig und zudem noch günstiger als fertige Gläschen. Für Babys ersten Brei auf dem Ernährungsplan eignet sich frisches regionales Gemüse. Wird der Brei gut vertragen, ergänzen Sie ihn zusätzlich mit Öl und Kartoffeln. Erst wenn Ihr Baby es schafft, sich am Brei satt zu essen, kann eine komplette Milchmahlzeit ausgelassen werden. 
Gesunde Vielfalt auf dem Teller – eine ausgewogene Ernährung für Babys 
Welches Gemüse Sie für Ihr Kind auswählen, ist bei der Babyernährung natürlich Ihnen selbst überlassen. Bei den meisten Babys steht allerdings zunächst ein Karottenbrei auf dem Speiseplan. Babys mögen Karotten. Sie haben einen leicht süßlichen Geschmack, der an die Muttermilch erinnert. Möhren sind außerdem leicht verdaulich.

Ebenfalls gut geeignet sind auch:
  • Pastinake
  • Brokkoli
  • Blumenkohl
  • Fenchel
Alle Gemüsesorten sollten Sie nach und nach ausprobieren und beobachten, wie Ihr Baby darauf reagiert. Weißkohl, Rotkohl oder Linsen sind zu schwer verdaulich. Ein absolutes Tabu in den ersten 12 Monaten ist Honig, da die Darmflora bei Säuglingen noch nicht vollständig ausgebildet ist. Einige Säuglinge reagieren auch auf allergiegefährdende Lebensmittel: Die wichtigsten Auslöser einer Lebensmittelallergie sind Kuhmilch, Hühnerei, Fisch, Soja, Weizen oder Nüsse. In der Regel verschwinden diese Allergien aber bis zum Schuleintritt wieder. 

Auf dem Ernährungsplan der Säuglinge darf auch Fleisch und Fisch stehen

Erst wenn Ihr Baby etwa 90 Gramm problemlos verspeist, ist es Zeit für eine weitere Zutat. Nun kann das Gemüse mit Kartoffeln oder Nudeln, eine Woche später mit Fleisch oder Fisch ergänzt werden. Ideal ist es, mit bekömmlichem Hühnerfleisch anzufangen, danach kann eisenreicheres Rindfleisch folgen. Das Fleisch sollte nicht angebraten, sondern nur gegart werden. Bestimmte Fischsorten können allergiegefährdend für Säuglinge sein. 

Zwischen dem 6. und dem 8. Monat kommt ein Getreidebrei auf den Ernährungsplan für Babys

Nun geht es in die nächste Runde. Einen Monat nach dem ersten Gemüsebrei kann eine weitere Beikost-Mahlzeit eingeführt werden: ein Milch-Getreide-Brei. Grünkern, Dinkel, Hirse oder Hafer eignet sich besonders gut für den ersten Getreidebrei, den Sie am besten abends füttern. Alle diese Sorten sind leicht verdaulich und reich an Mineralstoffen. Der Flüssigkeitsbedarf steigt mit dem zweiten Brei weiter an, geben Sie Ihrem Kind mehr Wasser zum Trinken. 

Ein dritter Brei komplettiert die Babyernährung im 1. Lebensjahr

Nach mindestens einem Monat Gewöhnungsphase steht auf dem Baby-Ernährungsplan der dritte Brei. Es ist Zeit für Obst! Der Getreide-Obst-Brei ist eine besonders vitaminreiche Zwischenmahlzeit. Sie ersetzt entweder am Vormittag oder am Nachmittag eine Milchmahlzeit. Dreimal Brei und ein oder zwei Milchmahlzeiten – so sieht die Speisefolge Ihres Säuglings dem Baby-Ernährungsplan zufolge etwa im 9. Monat aus. Für zwischendurch kann es auch sinnvoll sein, dem Baby gesundes Fingerfood anzubieten: ein Stückchen Banane, einen Gemüsestick oder einen zuckerfreien Vollkornkeks. Etwa ab dem 10. Lebensmonat entwickeln die meisten Babys ein Interesse an festen Nahrungsmitteln. Laut Baby-Ernährungsplan ist nun der richtige Zeitpunkt, um Breimahlzeiten nach und nach durch eine gesunde Familienkost abzulösen.

Gesunde Babyernährung: alles eine Frage der Menge

Wie viel Brei muss das Baby eigentlich futtern, damit es gesund und gut ernährt ist? Die Ernährungsexperten vom FKE empfehlen folgende Mengenangaben: 
 
  • 4. bis 6. Monat: 90 Gramm Gemüse, 40 Gramm Kartoffeln, 20 Gramm Fleisch 8, Gramm Rapsöl und Wasser nach Bedarf
  • 7. bis 9. Monat: 100 Gramm Gemüse, 50 Gramm Kartoffeln, 30 Gramm Fleisch, 8 Gramm Rapsöl und Wasser nach Bedarf
  • 10. bis 12. Monat: 100 Gramm Gemüse, 60 Gramm Kartoffeln, 30 Gramm Fleisch, 10 Gramm Rapsöl und Wasser nach Bedarf
  • 6. bis 12. Monat: 200 Gramm Milch, 20 Gramm Getreide und 20 Gramm Obst
  • 7. bis 12. Monat: 90 Gramm Wasser, 20 Gramm Getreide, 100 Gramm Obst und 5 Gramm Rapsöl

Das Hunger- und Sättigungsgefühl eines Babys funktioniert in der Regel sehr gut. Daher sollten Sie Ihr Kind niemals zwingen, etwas zu essen. 

Babyernährung: Eine gesunde Ernährung auch ohne Fleisch – geht das?

Ein Grundprinzip gesunder Babyernährung lautet: je abwechslungsreicher der Speiseplan, desto besser. So wird der Energie- und Nährstoffbedarf des Kindes optimal gedeckt. Das heißt auch, je mehr Nahrungsmittel vom Speiseplan ausgeschlossen werden, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass es dem Baby an Nährstoffen mangelt. Eine vegetarische Ernährung wird von vielen Experten nicht als optimal empfohlen, jedoch auch nicht als ungeeignet für die Ernährung von Babys bezeichnet. Wenn Sie sich entschieden haben, Ihr Baby fleischlos zu füttern, müssen Sie dafür sorgen, dass es nicht zu Mangelerscheinungen kommt. Das geht, indem Nährstoffe wie Eisen, die in Fleisch enthalten sind, mithilfe anderer Lebensmittel zugeführt werden. Eine rein vegane Ernährung ist für Kinder im Säuglingsalter dagegen nicht geeignet. 

Schritt für Schritt: Dann funktioniert eine gute Babyernährung 

Zunächst nur die Muttermilch, dann der Brei, bis zu dem, was auch die Großen auf dem Teller haben. Die Ernährung im ersten Lebensjahr des Babys zeigt auch, wie schnell es sich entwickelt. 
 
  • Säuglinge brauchen in ihrem ersten Lebensjahr besonders viel Energie und Nährstoffe. 
  • Gemüse, Obst, Getreide sowie Fleisch oder Fisch können im Verlauf des 1. Lebensjahres auf dem Ernährungsplan für Babys stehen.
  • Jedes neue Lebensmittel muss erst einmal langsam eingeführt werden. 
  • Ihr Kind muss die neuen Lebensmittel erst noch kennenlernen. Zwingen Sie Ihr Kind nicht, etwas zu essen, was es nicht mag.
  • Versuchen Sie, ein gutes Vorbild in Sachen Essen zu sein – spätestens dann, wenn Ihr Kind mit am Tisch sitzt und mit Ihnen isst.