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Wenn Ihr Baby ein Jahr ist – das ist nur der erste Meilenstein

In keiner anderen Lebensphase macht ein Mensch so viele Entwicklungsschritte durch wie im ersten Lebensjahr. Die ersten 12 Monate des Babys sind in jeder Hinsicht besonders – für das Kind ebenso wie für seine Eltern. Zahlreiche Meilensteine werden genommen: Im 1. Jahr seines Lebens lernt ein Baby, erste Wörter zu sprechen, sich hochzuziehen, zu greifen, zu krabbeln, einen Löffel zu halten. Für Eltern und Kind ist das erste Lebensjahr eine wichtige Zeit, um sich aneinander zu gewöhnen und aufeinander einzustellen. Väter und Mütter lernen, die Bedürfnisse ihres Babys einzuschätzen, Lächeln, Weinen und Schreien zu deuten. Kinder wie Eltern machen in ihren ersten 12 Monaten gemeinsam einen großen Schritt voran. 


nun ist ihr baby 1 jahr alt: krabbeln, der pinzettengriff, sprachentwicklung


Wenn Ihr Kind 1 Jahr alt ist, hat es bereits sehr viel gelernt und gemeistert. Es hat: 
 
  • die ersten Zähnchen
  • trägt bereits Kleidergröße 80 oder sogar 86
  • kann sitzen, krabbeln, sich geschickt an Möbeln oder Mamas Bein hochziehen
  • vielleicht schon ein paar wacklige Schritte laufen 
  • meist auch schon erste Worte sagen
Dazu ist die Feinmotorik, das Zusammenspiel zwischen Händen, Augen und dem Verstand, so gut koordiniert, dass Ihr Baby auch kleinere Dinge aufheben und sogar ordnen kann. 


rund um den ersten geburtstag

Nun erlernen Babys den sogenannten Pinzettengriff. Das heißt, sie können Gegenstände mit Daumen und Zeigefinger greifen. Kleinkinder lieben es nun, ihr Spielzeug zu holen und in eine Kiste zurückzulegen. Sie können Stifte in die Hand nehmen, einen Ball rollen, sich selbst mit ihren Fingern füttern. Sie machen Fortschritte in der Sprachentwicklung, verstehen „Ja“ und „Nein“ und begreifen auch erste Regeln. Betrachten Sie mit Ihrem Kind ein Bilderbuch.

Sie werden sehen: Ihr Baby erkennt Gegenstände aus seinem Alltag wieder. Deuten Sie auf die Dinge und fragen Sie danach. Vielleicht kann Ihr Kind sie schon benennen? Bedenken Sie dabei, ein Kleinkind kann nur das mit Worten benennen, dessen Bedeutung es auch erfasst hat. Und vergessen Sie nicht: Die Entwicklung von Kindern verläuft unterschiedlich. Einen festen Fahrplan gibt es nicht, das Tempo bestimmt Ihr Kind. Trocken sind Kinder mit einem Jahr zum Beispiel in der Regel noch nicht. Von selbst auf das Töpfchen oder auf die Toilette gehen, das machen die meisten Kleinkinder erst zwischen dem zweiten und dritten Geburtstag.


wenn ihr baby 12 monate ist, bekommt schlafen eine noch wichtigere bedeutung

Wie schläft mein Kind am besten ein? Ab wann sollte es durchschlafen? Wie viel Schlaf benötigt es, damit es zufrieden ist und sich gesund entwickelt? Um kaum ein Thema ranken sich in den ersten 12 Monaten so viele Frage, Gedanken und Mythen wie um den Schlaf des Kindes. Wichtig sind feste Schlafrituale. Versuchen Sie, Ihr Kind stets zur gleichen Zeit hinzulegen. Suchen Sie sich ein Ritual, das für Ruhe und Entspannung sorgt. Singen und summen Sie Ihrem Baby etwas vor, erzählen Sie eine Geschichte. Ihr Kind wird diese schönen Rituale bald mit der Schlafenszeit in Verbindung bringen und das Einschlafen positiv besetzen. Der Schlafraum sollte abgedunkelt und nicht zu warm sein. Ziehen Sie Ihr Kind nicht zu dick an, decken Sie es nicht zu warm zu. Die Schlafdauer ist individuell unterschiedlich. Sie liegt bei einem Kleinkind im Alter von 12 Monaten bei ungefähr 14 Stunden. Insgesamt nimmt die Schlafdauer vom Säuglingsalter bis zum Jugendalter von etwa 16 bis auf 8 Stunden ab.


ist ihr baby 1 jahr, unterstützt das nickerchen das wachstum des kindes

Mit ein bis zwei Jahren benötigen die meisten Kinder noch eine Ruhepause am Tag – meist am frühen Nachmittag. Was für die Nacht gilt, gilt auch für den Mittagsschlaf. Eine feste Zeit, feste Abläufe sorgen dafür, dass das Einschlafen leichter fällt. Eine gute Zeit für den Mittagsschlaf ist etwa nach dem Mittagessen zwischen 13 und 15 Uhr. Der Abstand zum nächtlichen Schlaf sollte nicht zu gering sein – rund vier Stunden sind ideal. Das Schläfchen selbst sollte gut zwei Stunden betragen.

Als Faustregel gilt: Ein sechs Monate altes Baby benötigt etwa dreieinhalb Stunden Schlaf, ein einjähriges Kind zweieinhalb Stunden und ein anderthalbjähriges zwei Stunden. Im Alter von vier Jahren dann verzichten die meisten Kinder auf einen Mittagsschlaf. Es gibt aber auch viele Kinder, die bereits mit zwei oder drei Jahren kein Nickerchen mehr benötigen. Grundsätzlich ist ein Mittagsschlaf aber durchaus sinnvoll. Er tut den Kindern gut, verschafft den Eltern eine Pause, und auch Schlafforscher begrüßen den Schlaf am Tag. Während des Mittagsschlafs schüttet der kindliche Körper Schlafforschern zufolge Wachstumshormone aus, die beim Wachstum unterstützen. 


tschüs, babybrei und löffel: nun kommt die erste feste nahrung für das 12 monate alte baby 

Regelmäßige, über den Tag verteilte Mahlzeiten geben Ihrem Baby die Energie und Nährstoffe, die es zum Wachsen, Gedeihen, Entdecken, Spielen und Toben braucht. Ab dem ersten Babyjahr wollen die meisten Kinder nicht mehr nur ihren Brei essen, sondern sind neugierig, was die Großen auf den Tellern haben. Lassen Sie es ruhig probieren, achten Sie aber darauf, dass das Essen nicht zu stark gewürzt und gesalzen ist. Wenn Sie für die ganze Familie kochen, empfiehlt es sich, eine Portion für das Baby vor dem Würzen zur Seite zu stellen.

Geeignet zum Knabbern und Probieren ist alles, was nicht zu hart ist beziehungsweise Kinder mit ihrem Speichel gut weich bekommen: Brotwürfel, Knäckebrotstückchen, Dinkelstangen, Reiswaffeln, gegarte Kartoffel- oder Möhrenstücke, kleine Stücke Banane oder Pfirsich. Verzichten sollten Sie auf alles, was Zucker enthält, so auch Babykekse mit Zucker. Nicht zu empfehlen sind für Kinder bis zu einem Alter von fünf Jahren rohe Lebensmittel wie Honig, rohes Fleisch und roher Fisch, Meeresfrüchte, Rohmilchkäse, Desserts oder Mayonnaise aus rohen Eiern. Wie viel Hunger Ihr Kind hat, ist höchst unterschiedlich. Mal langt es ordentlich zu, mal stochert es lustlos im Essen rum. Das ist normal und hängt damit zusammen, welche Entwicklungsschritte es gerade durchmacht. Sie sollten Ihr Kind nicht mit Essen trösten. Eine Studie weist darauf hin, dass Kinder, die sich an emotionales Essen gewöhnen, auch später dazu neigen, nicht zu essen, weil sie hungrig sind, sondern um sich zu belohnen. 


bälle, bauklötze, buntstifte – beim spielzeug gilt: weniger ist mehr

Ihr Baby liebt es rund um seinen ersten Geburtstag zu spielen, und es macht die wunderbare Entdeckung, dass es vieles schon ganz allein kann.

Als Spielzeuge sind geeignet:
 
  • Motorikschleifen
  • Steck- und Scheibentürme
  • Tiere zum Hinterherziehen auf Rollen
  • Holzfahrzeuge
  • Bälle
  • Bauklötze
  • Buntstifte
  • Bilderbücher mit dicken Pappseiten
  • Xylophon
Achten Sie darauf, dass alles, was ihr Baby in die Hand bekommt, stabil, robust und schadstofffrei ist. Denn Kleinkinder erkunden ihre Spielzeuge nicht nur mit den Händen, sondern auch mit Mund und Zunge. Und beachten Sie: Weniger ist mehr. Zu viel Spielzeug wirkt reizüberflutend und bremst Ihr Kind in seiner Kreativität. Viele Eltern berichten, dass ihre Kinder gern mit Töpfen, Schlüsselbunden und anderen Alltagsdingen spielen. Lassen Sie Ihr Kind gewähren, solange es ungefährliche Gegenstände sind. Wichtig: Gestalten Sie Ihre Wohnung spätestens jetzt kindersicher, damit nichts passieren kann.


sie wollen ihr baby fördern? nehmen sie sich zeit

Die wichtigste Förderung, die Sie Ihrem Kind angedeihen lassen können, ist, sich mit ihm zu beschäftigen: Schmusen Sie mit ihm, spielen Sie mit ihm, loben Sie, singen Sie, sprechen Sie, lesen Sie vor. Kinder lernen durch Nachahmen.

Mit 12 Monaten lieben Babys ganz besonders Reime, Fingerspiele und Bilderbücher, in denen Dinge aus ihrem Alltag abgebildet sind: Kinderwagen, Obst, ein Teddy, der Bus, mit dem sie so oft fahren. Es ist wichtig, dass Eltern immer wieder Wörter mit Gesten, Handlungen oder in Form von Bildern wiederholen, um sie dem Kind begreiflich zu machen. Ob Sie Wäsche aufhängen, einkaufen oder Blumen gießen, integrieren Sie Ihr Kind in Ihren Alltag. Jede Aktivität ist für Babys interessant und ein Anreiz, sich weiter positiv zu entwickeln.


in dieser phase: vorsorgeuntersuchung nicht vergessen

Die Ärztin oder der Arzt achtet bei den Vorsorgeuntersuchungen auf Entwicklungsauffälligkeiten. Ihr Kind wird körperlich untersucht. Ihre Ärztin oder Ihr Arzt berät Sie zu den laut Impfkalender empfohlenen Impfungen wie gegen Röteln oder Masern. Die Ärztin oder der Arzt bespricht mit Ihnen Themen wie die Ernährung Ihres Kindes und Maßnahmen zur Unfallverhütung. 
 

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