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Babys erster Monat

Dein Baby im 12. Monat

In keiner anderen Lebensphase durchläuft ein Mensch so viele Entwicklungsschritte wie im ersten Lebensjahr. Die ersten 12 Monate sind in jeder Hinsicht etwas Besonderes – für das Kind ebenso wie für seine Eltern. Es gibt zahlreiche Meilensteine: In den ersten 12 Monaten lernt ein Baby, erste Wörter zu sprechen, sich hochzuziehen, zu greifen, zu krabbeln, einen Löffel zu halten. Für Eltern und Kind ist das eine wichtige Zeit, um sich aneinander zu gewöhnen und aufeinander einzustellen. Väter und Mütter lernen, die Bedürfnisse ihres Babys einzuschätzen, Lächeln, Weinen und Schreien zu deuten. Kinder und Eltern machen in den ersten 12 Monaten gemeinsam einen großen Schritt nach vorn.

Was waren die Meilensteine der Entwicklung?

Wenn dein Kind bald 1 Jahr alt wird, hat es viel gelernt und gemeistert:

Die Feinmotorik, das Zusammenspiel zwischen Händen, Augen und dem Verstand, ist gut koordiniert, sodass dein Baby kleine Dinge aufheben und ordnen kann. Nun erlernen Babys den Pinzettengriff. Das heißt, sie können Gegenstände mit den Spitzen von Daumen und Zeigefinger greifen. Kleinkinder lieben es, ihr Spielzeug zu holen und in eine Kiste zu legen. Sie können Stifte in die Hand nehmen, einen Ball rollen, mit den Fingern essen. Es gibt Fortschritte in der Sprachentwicklung, sie verstehen „Ja“ und „Nein“ und begreifen erste Regeln.

Du wirst sehen: Dein Baby erkennt Gegenstände wieder. Deute auf die Dinge und frage danach. Vielleicht kann dein Kind sie richtig benennen? Bedenke dabei, dass es dazu die Bedeutung der Sache erfasst haben muss – und dass die Entwicklung von Kindern unterschiedlich verläuft. Einen festen Fahrplan gibt es nicht, das Tempo bestimmt dein Kind. Trocken sind Kinder im 12. Monat in der Regel noch nicht. Von selbst auf das Töpfchen oder auf die Toilette gehen, das machen die meisten Kleinkinder erst im dritten Lebensjahr.

Wie entwickelt sich dein Baby im 12. Lebensmonat? 

Der zwölfte Monat ist spannend. Viele Babys machen ihre ersten freien Schritte, sprechen die ersten richtigen Wörter. Dein Kind merkt, dass es seinen Wünschen Gehör verschaffen kann.

Babys 12. Monat

Wie verläuft die körperliche Entwicklung deines Kindes im 12. Monat? 

Im Durchschnitt wiegen Kinder im zwölften Monat gut 9 Kilogramm – oft mehr als das Dreifache des Geburtsgewichts! Die Proportionen von Oberkörper, Kopf und Gliedmaßen haben sich verändert.

Was passiert bei der geistigen und emotionalen Entwicklung, wenn dein Baby im 12. Monat ist?

Im zwölften Monat sprechen viele Kinder ihre ersten klaren Wörter. Meist sind das „Mama“ oder „Papa“, gerne auch „Auto“ oder „heiß“. Dieser überschaubare Wortschatz wird sich in den nächsten Monaten schnell weiterentwickeln.

Du hast es vielleicht beobachtet: dein Kind sucht aktiv. Es weiß, dass ein Gegenstand da ist, obwohl er nicht sichtbar ist. Es kann sich daran erinnern und will ihn finden.

Mit einem knappen Jahr kann dein Baby einer Reihe von Emotionen Ausdruck verleihen: Es teilt mit, dass es sich freut, überrascht, wütend oder frustriert ist.

Das Band zwischen dir und deinem Kind ist mittlerweile so fest, dass dein Baby dir vertraut. Gehst du in einen anderen Raum, weint es in der Regel nicht mehr gleich los. Es vertraut darauf, dass du zurückkommst.

Wie nimmt dein Baby im 12. Monat die Welt wahr?

In den ersten 12 Monaten hat dein Kind die Sinne trainiert, sodass es sich gut in seiner Umgebung zurechtfindet. Das räumliche Sehen und Hören sind gut ausgebildet. Ebenso hat sich dein Kind über den Tastsinn viele Eindrücke verschafft und weiß von vielen Dingen, wie sie sich anfühlen. Deshalb nimmt es nicht mehr alles in den Mund.

Durch viele neue Geschmackserlebnisse über die Beikost entwickelt dein Kind Vorlieben, welche Nahrungsmittel es mag und welche nicht.

Welche Reflexe und motorischen Fähigkeiten hat dein Baby im 12. Monat?

Die meisten Babys können sicher stehen, auf jeden Fall, wenn sie etwas zum Festhalten haben. Sie laufen an Möbeln entlang oder an der Hand der Eltern. Und irgendwann passiert es: Sie tappen ohne Hilfsmittel frei los. Falls dein Baby noch nicht so weit ist – mach dir keine Sorgen, das kommt schon noch. Die einen sind früher dran, die anderen etwas später.

Parallel lernen Babys, Treppen zu erklimmen – zunächst auf allen Vieren. Dabei können sie erstaunlich schnell sein!

Wenn dein Kind beginnt, an Dingen hochzuklettern, dann zeige ihm, was es tun muss, um heil wieder herunterzukommen.

Wie ernährst du dein Baby optimal im 12. Monat?

Langsam wollen die meisten Kinder nicht mehr nur Brei essen, sondern sie sind neugierig, was die Großen auf dem Teller haben. Lass es ruhig probieren und führe Beikost ein, achte aber darauf, dass das Essen nicht zu stark gewürzt und gesalzen ist. Wenn du für die ganze Familie kochst, empfiehlt es sich, eine Portion für das Baby vor dem Würzen zur Seite zu stellen.

Geeignet zum Knabbern und Probieren ist alles, was nicht zu hart ist beziehungsweise Kinder mit ihrem Speichel weich bekommen: Brotwürfel, Knäckebrot-Stückchen, Dinkelstangen, Reiswaffeln, gegarte Kartoffel- oder Möhrenstücke, kleine Stücke Banane oder Pfirsich. Verzichten solltest du auf alles, was Zucker enthält – auch auf Babykekse mit Zucker. Nicht zu empfehlen sind für Kinder bis zu einem Alter von fünf Jahren rohe Lebensmittel wie Honig, rohes Fleisch und roher Fisch, Meeresfrüchte, Rohmilchkäse, Desserts oder Mayonnaise aus rohen Eiern.

Wie viel Hunger dein Kind hat, ist unterschiedlich. Mal langt es ordentlich zu, mal stochert es lustlos im Essen rum. Das ist normal und hängt damit zusammen, welche Entwicklungsschritte es gerade durchmacht. Du solltest dein Kind nicht mit Essen trösten. Eine Studie weist darauf hin, dass Kinder später sonst dazu neigen könnten, sich mit Essen zu belohnen.

Wie viel Schlaf braucht ein Baby im 12. Monat? 

Die Schlafdauer ist individuell unterschiedlich. Sie liegt bei einem Kleinkind im zwölften Monat bei ungefähr 14 Stunden. Insgesamt nimmt die Schlafdauer vom Säuglingsalter bis zum Jugendalter von etwa 16 bis auf 8 Stunden ab.

Wie schläft euer Kind am besten ein? Ab wann sollte es durchschlafen? Wie viel Schlaf benötigt es, damit es zufrieden ist und sich gesund entwickelt? Um kaum ein Thema ranken sich in den ersten zwölf Monaten so viele Fragen, Gedanken und Mythen wie um den Schlaf des Kindes. Wichtig sind feste Schlafrituale. Versucht, euer Kind stets zur gleichen Zeit hinzulegen. Sucht euch ein Ritual, das für Ruhe und Entspannung sorgt. Singt oder summt eurem Baby etwas vor oder erzählt eine Geschichte. Euer Kind wird diese schönen Rituale bald mit der Schlafenszeit in Verbindung bringen und das Einschlafen positiv besetzen. Der Schlafraum sollte abgedunkelt und nicht zu warm sein. Zieht euer Kind nicht zu dick an und decke es nicht zu warm zu.

Nickerchen unterstützen das Wachstum deines Kindes

Mit ein bis zwei Jahren benötigen die meisten Kinder eine Ruhepause am Tag – meist am frühen Nachmittag. Was für die Nacht gilt, gilt auch für den Mittagsschlaf. Eine feste Zeit, feste Abläufe sorgen dafür, dass das Einschlafen leichter fällt. Eine gute Zeit für den Mittagsschlaf ist etwa nach dem Mittagessen zwischen 13 und 15 Uhr. Der Abstand zum Nachtschlaf sollte nicht zu gering sein – rund vier Stunden sind ideal. Das Schläfchen selbst sollte gut zwei Stunden dauern.

Als Faustregel gilt: Ein sechs Monate altes Baby benötigt tagsüber etwa dreieinhalb Stunden Schlaf, ein einjähriges Kind zweieinhalb Stunden und ein anderthalbjähriges zwei Stunden. Im Alter von vier Jahren verzichten die meisten Kinder auf den Mittagsschlaf. Es gibt aber auch manche Kinder, die bereits mit zwei oder drei Jahren kein Nickerchen mehr benötigen.

Babys 12. Monat
Baby Bauchschmerzen
Tipp: Grundsätzlich ist ein Mittagsschlaf aber durchaus sinnvoll. Er tut den Kindern gut, verschafft den Eltern eine Pause, und auch Schlafforscher begrüßen den Schlaf am Tag. Während des Mittagsschlafs schüttet der kindliche Körper Schlafforschern zufolge Wachstumshormone aus, die beim Wachstum unterstützen.¹

Wie kannst du mit deinem Baby spielen und es dabei fördern?

Dein Baby liebt es, zu spielen, und es macht die wunderbare Entdeckung, dass es vieles schon allein kann. Als Spielzeuge sind geeignet:

  • Motorikschleifen
  • Steck- und Stapeltürme
  • Tiere zum Hinterherziehen auf Roller
  • Holzfahrzeuge
  • Bälle
  • Bauklötze
  • Buntstifte
  • Bilderbücher mit dicken Pappseiten
  • Xylophon

Achte darauf, dass alles, was dein Baby in die Hand bekommt, stabil, robust und schadstofffrei ist. Denn Kleinkinder erkunden ihre Spielzeuge nicht nur mit den Händen, sondern mit Mund und Zunge. Beachte außerdem: Weniger ist mehr. Zu viel Spielzeug wirkt reizüberflutend und bremst dein Kind in seiner Kreativität. Viele Eltern berichten, dass ihre Kinder gern mit Töpfen, Schlüsselbunden und anderen Alltagsdingen spielen. Lass dein Kind gewähren, solange es ungefährliche Gegenstände sind. Wichtig: Gestaltet eure Wohnung spätestens jetzt kindersicher, damit nichts passieren kann.

Die größte Förderung, die du deinem Kind vermitteln kannst, ist, sich mit ihm zu beschäftigen: Kuschel mit ihm, spiele mit deinem Kind, lobe, singe, sprich, lies vor. 

Im zwölften Monat lieben Babys Reime, Fingerspiele und Bilderbücher, in denen Dinge aus ihrem Alltag abgebildet sind: Kinderwagen, Obst, ein Teddy, der Bus, mit dem sie fahren. Es ist wichtig, dass Eltern immer wieder Wörter mit Gesten, Handlungen oder in Form von Bildern wiederholen, um sie dem Kind begreiflich zu machen. Ob du Wäsche aufhängst, einkaufen gehst oder Blumen gießt, integriere dein Kind in deinen Alltag. Jede Aktivität ist für Babys interessant und ein Anreiz, sich weiter positiv zu entwickeln.

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Welche Arzttermine stehen an? 

Spätestens im 12. Monaten steht die U6-Untersuchung an. Die Kinderärztin oder der Kinderarzt achtet bei den U-Untersuchungen auf Auffälligkeiten in der Entwicklung. Es erfolgt nicht nur eine körperliche Untersuchung, sondern es wird auch geschaut, was dein Kind schon kann und was noch nicht. Eure Ärztin oder euer Arzt berät euch zu den nach dem Impfkalender empfohlenen Impfungen, etwa gegen Röteln oder Masern. Außerdem stehen die Themen Ernährung und Erste Hilfe für Babys auf der Tagesordnung.

Babys im 12. Monat: So schnell vergeht die Zeit

Nie wieder lernt ein Kind so schnell wie in dieser Zeit. Es saugt förmlich alles auf und will die Welt erobern. Mittlerweile habt ihr euch bestimmt gut kennengelernt und seid ein eingespieltes Team. Als Eltern seid ihr sicherer in vielem, was ihr tut und wie ihr in manchen Situationen reagiert. Die meisten Eltern bekommen wieder mehr Schlaf als in der ersten Zeit. Genießt die schönen Momente! Bestaunt mit dem Kind die Welt! Es wird euch neue Perspektiven vermitteln und vor allem viele Prioritäten im Leben wohltuend ins Lot bringen.

1 Kinder- und Jugendärzte im Netz: Schlafforscher: Mittagsschlaf hilft Kindern beim Wachsen.
https://www.kinderaerzte-im-netz.de/news-archiv/meldung/article/schlafforscher-mittagsschlaf-hilft-kindern-beim-wachsen/, 14.06.2021