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Allergie beim Baby: was tun bei Ausschlag und Unverträglichkeiten?

Nach Angaben des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) ist fast jedes achte Kind in Deutschland von einer Allergie betroffen. Nahezu jedes fünfte Kind ist allergiegefährdet. Das bedeutet, es besitzt Antikörper gegen sogenannte Allergene. Eine Allergie kann auch ein Baby schon haben. Gerade Neugeborene, die noch kein voll entwickeltes Abwehrsystem haben, können besonders empfindlich auf Fremdstoffe reagieren – etwa mit Beschwerden der Atemwege, Hautausschlag oder Problemen im Magen-Darm-Trakt. Am häufigsten sind im Säuglingsalter Nahrungsmittelallergien. Säuglinge im ersten Lebensjahr haben ein umso höheres Allergierisiko, je mehr Familienmitglieder bereits an einer Allergie leiden. Wie lassen sich Symptome einer Allergie bei Ihrem Baby erkennen und was gibt es für Formen der Allergieprävention? Ein Überblick.


Was ist der Unterschied zwischen einer Allergie und einer Unverträglichkeit?

Bei einer Allergie kommt es zu einer Reaktion der körpereigenen Abwehr, also des Immunsystems. Bei einer Unverträglichkeit ist das Immunsystem nicht beteiligt, vielmehr fehlen dem Körper bestimmte Enzyme oder Proteine, um bestimmte Nahrungsbestandteile (wie Laktose) abzubauen oder aufzunehmen.


Welche Allergien gibt es und was sind die Symptome?

Es wird unterschieden zwischen Inhalations-, Nahrungsmittel-, Kontakt-, Arzneimittel- und Insektengiftallergien. 

Nahrungsmittelallergien treten gerade bei Säuglingen in den ersten Lebensmonaten besonders oft auf. Die häufigste Ursache ist Fremdeiweiß, zunächst in Kuhmilch. Später, wenn das Baby Beikost bekommt, können zusätzlich eiweißlastige Speisen wie Hühnerei, Fisch oder Nüsse eine allergische Reaktion hervorrufen. Zum Beispiel in Form von Erbrechen, Durchfall, Bauchweh sowie Schwellungen der Mund- und Rachenschleimhaut. 
Während eine Lebensmittelallergie gegen Nüsse häufig ein ganzes Leben lang besteht, ist die Verträglichkeit von Kuhmilch in späteren Jahren durchaus möglich. 

Häufigstes Symptom einer Kontaktallergie ist Hautausschlag. Auslöser können Stoffe wie Seide, Wolle, Färbemittel, aber auch Salben oder Reinigungsmittel sein.

Zu den Inhalationsallergien zählen unter anderem Heuschnupfen, ausgelöst durch Pollen, sowie die Hausstaubmilbenallergie. Betroffen sind in diesen Fällen in der Regel Atemwege, Bindehaut und Haut. Es kann zu Husten, Schnupfen, Kurzatmigkeit, Niesen und entzündeten Augen kommen. Während Heuschnupfen erst im Kleinkindalter (ab drei Jahren) auftritt, können Hausstaubmilben bereits Babys sensibilisieren. 
Tierhaare sind neuesten Studien zufolge nicht in erster Linie schädlich für das Kind. Kommen Kinder schon als Babys mit Katzen oder Hunden in Berührung, verringert das sogar das Allergierisiko.

Bei einer Arzneimittelallergie sind es häufig Antibiotika, die eine allergische Reaktion in Form von Hautausschlag hervorrufen können. Eltern sollten jedoch auf keinen Fall das Medikament eigenhändig absetzen, sondern Rücksprache mit dem Kinderarzt halten. 

Eine Insektengiftallergie liegt in der Regel dann vor, wenn das Kind auf einen Bienen- oder Wespenstich mit Ausschlag am ganzen Körper, Kreislaufbeschwerden und Atemnot reagiert. Dann sollte sofort der Notarzt alarmiert werden. 


Allergieprävention – so können Sie Ihr Kind schützen

 
  • Sind Allergien innerhalb der Familie bekannt, kann schon bei Neugeborenen das Allergierisiko mittels eines Fragebogens vom Kinderarzt ermittelt werden. 
  • Muttermilch stärkt das Immunsystem und mindert daher das Allergierisiko. Kinder sollten daher vier bis sechs Monate lang gestillt werden. Alternativ bietet sich hypoallergene Babynahrung zur Vorbeugung an.
  • Je früher das Kind mit allergenen Nahrungsmitteln vertraut gemacht wird, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass es eine Toleranz entwickelt. Beginnen Sie also schon ab dem fünften Monat mit der Einführung von Beikost.
  • Gegen Hausstaubmilben beugt vor, Pflanzen aus dem Schlafzimmer zu verbannen, regelmäßig zu lüften, zu saugen und Bettwäsche bei 60 Grad zu waschen.
  • Waschen Sie die Kleidung Ihres Kindes vor dem ersten Tragen.


Babys Allergie frühzeitig erkennen: Der Kinderarzt hilft

Nicht jeder Hautausschlag oder jeder Schnupfen ist eine allergische Reaktion. Hegen Sie dennoch einen Verdacht, lassen Sie diesen vom Kinderarzt abklären. Es gibt medizinische Testverfahren, die schnell Klarheit bringen: 
  • Mit dem Hauttest (Pricktest) lassen sich Inhalations- sowie manche Nahrungsmittelallergien nachweisen. Dazu wird auf die Haut ein Tropfen einer Allergenlösung gesetzt. Nach etwa zehn Minuten zeigt sich, ob und wie die Haut darauf reagiert.
  • Der Pflastertest dient dem Nachweis einer Kontaktallergie. Dabei werden spezielle Pflasterstreifen auf den Rücken geklebt. Nach 48 Stunden wird das Pflaster entfernt, nach 72 Stunden schaut der Arzt, wo und ob sich die Haut verändert hat.
  • Eine Blutprobe kann ergeben, gegen welche Allergene der Patient Antikörper bildet und in welchen Mengen sie vorhanden sind.


Therapiemöglichkeiten bei Baby-Allergien – was ist zu beachten?

Die beste Möglichkeit, um allergische Reaktionen einzudämmen, ist das Meiden des entsprechenden Allergens. Zumindest sollte man den Kontakt so gering wie möglich halten.

Auch eine Hyposensibilisierung, bei der über eine längere Zeit hinweg langsam steigende Mengen der allergisch wirkenden Substanz unter die Haut gespritzt werden, kann schon bei Kindern erfolgreich sein, ist jedoch erst ab dem Vorschulalter ratsam.

Eine medikamentöse Behandlung mit Antihistaminika (etwa gegen Juckreiz) ist auch schon bei Kindern ab einem Jahr möglich, sollte aber nur nach Absprache mit einem Arzt erfolgen.


Allergie beim Baby: das Wichtigste in Kürze

Hat Ihr Baby mal einen roten Po, Pickelchen im Gesicht oder eine laufende Nase, muss das nicht gleich mit einer Allergie zusammenhängen. Haben Sie dennoch den Verdacht, meiden Sie die infrage kommende Substanz am besten sofort und vereinbaren Sie mit dem Kinderarzt einen Termin. Er klärt mit einem entsprechenden Test ab, ob Ihr Kind tatsächlich gegen einen Stoff oder Nahrungsmittelbestandteil allergisch ist und klärt Sie über Therapiemaßnahmen auf.
 

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