kauenlernen

Hauptsache, es schmeckt – wie Babys kauen lernen 

Saugen und Schlucken sind Reflexe, Kauen muss Ihr Baby lernen. Der Drang, statt flüssiger Nahrung etwas Richtiges zum Beißen zu haben, entwickelt sich ganz von selbst und geht meist mit den ersten Zähnchen einher. Nun heißt es für Sie als Eltern: Werden Sie erfinderisch und machen Sie Ihrem Baby feste Nahrung in allen Varianten schmackhaft.


Wann beginnen Sie mit der Beikost?

Der Umstieg von Muttermilch auf andere Nahrungskonsistenzen und Geschmäcker ist ein Meilenstein in der Entwicklung. Warum ist Beikost wichtig für Ihr Baby? Sie ist wichtig für die allgemeine Ernährung und entscheidend für die Entwicklung wichtiger Muskelgruppen, die später zum Sprechen nötig sind. Essen formt zudem die Persönlichkeit. Die Kleinen bringen ziemlich vehement zum Ausdruck, ob es ihnen schmeckt oder sie es in die Kategorie „Bäh!“ einordnen. Spinat landet an der Tapete, Nudeln mit Tomatensoße auf Ihrer weißen Bluse, Grießbrei am Boden – nur nicht in Babys Mund. Haben Sie Geduld und nehmen Sie die gesprenkelte Küche mit Humor.
Etwa ab dem sechsten Monat stoßen die ersten Zähne durchs Zahnfleisch. In dieser Zeit hat Ihr Kind häufig rote Wangen, speichelt vermehrt und möchte alles in den Mund nehmen und abbeißen.


Daran erkennen Sie, dass Ihr Kind bereit für die Beikost aus dem Gläschen ist:

  • Ihr Baby sitzt mit Unterstützung aufrecht
  • Es hält seinen Kopf alleine
  • Der Zungenstreckreflex ist verschwunden, das heißt, es schiebt nicht mehr alles mit der Zunge direkt aus dem Mund
  • Es ist neugierig, wenn Sie essen und signalisiert Interesse
  • Es möchte Essen selbstständig nehmen und in den Mund stecken
Für Ihr Baby ist es aufregend, mit am Familientisch zu sitzen, den ersten eigenen Löffel zu halten und das zu tun, was die Großen machen. Es sollte grundsätzlich in einer sitzenden Position essen und einen Löffel aus Kunststoff oder Silikon nehmen, Metall ist zu hart. Einfallsreichtum hilft Ihnen in dieser Phase. Über den Spaßfaktor machen Sie Ihrem Baby verschiedene Nahrungsmittel verschiedener Konsistenzen schmackhaft. Das Löffelchen fliegt mit Brei zum Mund, Mama oder Papa machen lustige Propellergeräusche und Essen wird zum Erlebnis.


Entdeckungsreise in die Welt der Lebensmittel – Ihr Baby lernt kauen

Nicht vor dem fünften, spätestens ab dem siebten Lebensmonat starten Sie über eine Breimahlzeit mit Beikost. Hier sind noch keine festen Bestandteile enthalten, die Konsistenz ist so gewählt, dass sich Ihr Baby nicht verschluckt. Probieren Sie verschiedene Lebensmittel aus, von Brokkoli über Möhrchen zu Pastinaken, Kartoffeln, Kürbis, Blumenkohl, Gurke, Banane oder Orange. Je mehr Geschmäcker Ihr Kind kennenlernt, desto leichter fällt das Abstillen. Außerdem kann sich das Verdauungssystem schonend an neue Lebensmittel gewöhnen.
Nach und nach darf der Brei auf dem Löffel weichere Stückchen enthalten, die beim ganzen Verschlucken problemlos die Speiseröhre herunterrutschen. Am Anfang sind bestimmte Lebensmittel nicht geeignet: feste Obst- und Gemüsestücke wie Apfel oder Karotte sowie harte, runde Lebensmittel, zum Beispiel Trauben oder Nüsse. Gut als Beikost ist püriertes oder weichgekochtes Gemüse, mit der Gabel zerdrückt. Vollkornzwieback oder Brot kann Ihr Baby gut mit seinem Speichel einweichen und problemlos schlucken.


Verschlucken – der große Schreck

Gerade bei den ersten Erfahrungen mit fester Nahrung brauchen Eltern starke Nerven. Jedes Kind, das Kauen gerade lernt, kann sich verschlucken. Die Angst davor ist bei vielen Eltern groß, sodass sie sich nach einem vermeintlichen Erstickungsanfall kaum trauen, feste Kost weiter anzubieten. Doch Kauen erfordert Lernen, die Kaumuskulatur und die Koordination mit Speisen im Mund muss sich entwickeln. Wie soll das Baby kauen lernen, wenn es nur Brei bekommt? Sicherheit gibt Ihnen ein Erste-Hilfe-Kurs für Kinder.


Verschluckt sich Ihr Kind, beherzigen Sie Folgendes:

  • Bewahren Sie Ruhe, auch wenn es schwerfällt.
  • Klopfen Sie nicht sofort auf den Rücken. Steckt die Nahrung in der Luftröhre, rutscht sie noch weiter hinab.
  • Schafft Ihr Kind es nicht, die Nahrung hochzubefördern, legen Sie es bäuchlings auf die Knie.
  • Im akuten Fall hilft in der Position ein fester Klaps zwischen die Schulterblätter.

Können Sie Ihrem Baby Kauen beibringen?

Die beste Unterstützung beim Kauenlernen ist tatsächlich: probieren, nicht verzagen, unterschiedliche Nahrungsmittel wiederholt anbieten. Lassen Sie Ihr Baby bei Ihren Essritualen mitmachen. Vormachen hilft, da Babys prima Nachahmer sind. Weiche Stückchen am Anfang dürfen mit der Zeit größer und härter werden. Das trainiert das Abbeißen und Kauen. Wichtig zu wissen: Durch den veränderten Speiseplan steigt der Flüssigkeitsbedarf. Bieten Sie Ihrem Kind zum Essen ausreichend Flüssigkeit wie stilles Wasser oder ungesüßten Tee an.


Konsistenz von Babys Nahrung – alles eine Frage der individuellen Entwicklung

Ab wann feste Nahrung auf den Speiseplan kommt, entscheidet die individuelle Entwicklung. Der ideale Zeitpunkt für den ersten Brei ist zwischen dem fünften und siebten Lebensmonat. Je häufiger Sie Ihrem Kind feste Kost anbieten, desto eher kommt es auf den Geschmack. Wie schnell Babys vorankommen, ist unterschiedlich. Einige essen schnell große Portionen, andere kleine Gourmets mögen kaum etwas. Bleiben Sie dran: Hunger und Neugier überwiegen irgendwann.
 

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