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Frühgeburt – Was passiert, wenn Babys unreif zur Welt kommen?

Im wohlig warmen Bauch der Mutter ist ein Baby bis zur Vollendung der 37. Schwangerschaftswoche am besten aufgehoben. Trotz vorbildlicher Schwangerenvorsorge erblicken in Deutschland jedoch jedes Jahr mehr als 50.000 Frühchen das Licht der Welt. In vielen Fällen ist die Überlebenswahrscheinlichkeit der Frühchen gut.


Ab wann handelt es sich um eine Frühgeburt?

Von einer Frühgeburt spricht man, wenn das Baby vor Vollendung der 37. Schwangerschaftswoche geboren wird oder weniger als 2.500 Gramm wiegt. Der übereilte Start ins Leben und die verfrühte Entbindung bringen einige Schwierigkeiten und Unsicherheiten für Eltern und Frühchen mit sich. Am größten dürfte wohl die Sorge der Eltern sein, ob das Kind alles bekommt, was es zum Wachsen braucht, und ob es bleibende Beeinträchtigungen davonträgt – und natürlich, wie die Überlebenschancen sind.

Im Krankenhaus wird ein Frühchen intensivmedizinisch betreut. In einem Brutkasten bekommt es Wärme, mit Sauerstoff angereicherte und feuchte Luft – so wird im Brutkasten das Klima der Gebärmutter nachgeahmt. Frühchen können oft noch nicht selbst trinken und bekommen deshalb eine Nährlösung über die Magensonde oder durch Infusionen. Sobald der kleine MagenMilch verdauen kann, bekommt das Baby abgepumpte Muttermilch. Denn Vormilch und Milch von Müttern, die zu früh geboren haben, enthalten wichtige Nährstoffe in besonders hoher Konzentration. Muttermilch ist deshalb gerade für Frühgeborene die ideale Nahrung. Wenn die Ärzte grünes Licht geben, dürfen Eltern ihr Kleines zum „Känguruhen“ auf die nackte Brust nehmen. Der Körperkontakt, die Wärme und das Heben und Senken des Brustkorbs durch die Atmung sind für Frühchen wichtige Impulse, um zu wachsen. Natürlich stärkt diese Art des Kuschelns auch die emotionale Bindung zwischen Eltern und Kind und ist deshalb aus der Behandlung von Frühchen heute nicht mehr wegzudenken.


Ab der 28. Schwangerschaftswoche sinkt das Risiko für das Frühchen

Erblickt ein Baby ab der 28. Schwangerschaftswoche das Licht der Welt, liegen die Überlebenschancen außerhalb des Mutterleibs laut medizinischen Experten bei 90 Prozent. Ab der 32. Woche kann man davon ausgehen, dass das erhöhte Sterberisiko überwunden ist. Kritisch sind die Überlebenschancen, wenn ein Kind vor der 24. Schwangerschaftswoche geboren wird. Zwar hat die Medizin heute viele Möglichkeiten, einem derart früh geborenen Baby zu helfen, aber das zarte Leben ist und bleibt zu diesem Zeitpunkt eine Gratwanderung. Die Überlebenschancen hängen davon ab, wie die Lungenreife ist, ob die kleinen Lungen bereits weit genug entwickelt sind, um eine eigenständige Atmung zu entwickeln.

Warum es überhaupt zu einer Frühgeburt kommt, darüber gehen die Meinungen von Ärzten auseinander. Nur selten liegt es an beeinflussbaren Faktoren. Während manche eine psychische Belastung der Mutter als erhöhten Risikofaktor für eine Frühgeburt verantwortlich machen, sehen andere Mediziner die Gründe eher bei einer Infektion der Fruchthöhle, einer vorangegangenen Fehlgeburt oder anderen Risikofaktoren wie zum Beispiel Rauchen oder eine Mehrlingsschwangerschaft. 
Lange wurde eine künstliche Befruchtung als eine wahrscheinliche Ursache für eine Frühgeburt angesehen, doch neuere Studien widerlegen diese Annahme. Demnach liegt es nicht an der Methode der künstlichen Befruchtung selbst, wenn das Baby zu früh auf die Welt kommt, sondern an anderen Faktoren, die mit der Unfruchtbarkeit der Eltern zusammenhängen. 


Ursachen und Anzeichen einer Frühgeburt

Wenn ein Baby zu früh geboren wird, kündigt sich dies meist durch vorzeitige Wehen im Mutterleib an. Den Unterschied zu gewöhnlichen Vor- oder Übungswehen erkennt man daran, dass die geburtsankündigenden Wehen regelmäßig sind, und zwar öfter als dreimal in der Stunde. Oft werden sie von einem Ziehen im unteren Rücken begleitet. Auch das Gefühl, dass das Kind nach unten drückt, kann ein Hinweis sein. Falls Sie als werdende Mutter solche Anzeichen weit vor dem errechneten Geburtstermin spüren, sollten Sie unbedingt Ihre Frauenärztin oder Hebamme anrufen. Gelegentlich können auch Blutungen eine drohende Frühgeburt ankündigen. Ein Check von Mutter und Kind in der Klinik ist dann angebracht. Versuchen Sie, Ruhe zu bewahren. 

Die Medizin kennt heutzutage viele wirksame Methoden, um Komplikationen und eine drohende Frühgeburt abzuwenden. Wer schon während der Schwangerschaft sichergehen will, keine Frühgeburt zu erleiden, der kann sich leider auf keinerlei Gesetzmäßigkeiten verlassen. Ganz genau lässt sich das Risiko einer Frühgeburt nicht bestimmen. Im Gegenzug können Sie aber einiges tun, um ihrem Baby optimale Bedingungen zum Heranwachsen im Mutterleib zu bieten.


Wie kann man eine Frühgeburt vermeiden?

Wenn Sie regelmäßig zu Ihren Vorsorgeterminen beim Frauenarzt gehen, keinen Alkohol trinken und nicht rauchen, haben Sie die wichtigsten Vorkehrungen für eine gesunde Schwangerschaft schon getroffen. Ernähren Sie sich zudem vitaminreich und ausgewogen, vermeiden Sie Stress und lassen Sie Infektionen wie beispielsweise eine Blasenentzündung schnell behandeln, so sollte bei Ihnen eine Frühgeburt eher unwahrscheinlich sein. Zumindest sind das die Faktoren, die Sie aktiv beeinflussen können, damit es Ihrem Baby im Bauch gut geht und es sich optimal entwickeln kann. Sollte Ihr Frauenarzt oder Ihre Frauenärztin Unregelmäßigkeiten wie einen verkürzten Gebärmutterhals feststellen, müssen Sie wahrscheinlich für die nächsten Wochen liegen, um eine Frühgeburt zu vermeiden. 


Folgen einer Frühgeburt

Die Medizin hat in den vergangenen Jahren erhebliche Fortschritte bei der Behandlung frühgeborener Kinder gemacht. Durch die heutige Neugeborenen-Intensivmedizin können viele körperliche oder geistige Beeinträchtigungen von Frühchen verhindert oder abgemildert werden. Welche Folgen eine zu frühe Geburt haben kann, ist allgemein schwer vorherzusagen, da die Entwicklung jedes Kindes unterschiedlich verläuft und von vielen Umständen abhängt. Besonders geachtet wird bei Frühchen auf die Lungenreife, die Entwicklung des Gehirns und des Herzens. Jeder Tag mehr, den das Baby im Mutterleib verbringen kann, ist für das Heranwachsen dieser Organe ein Gewinn. 

Möglich ist es, dass sich die Folgen einer zu frühen Geburt erst spät zeigen. Wenn Eltern vermuten, dass ihr zu früh geborenes Kind sich langsamer entwickelt als seine Altersgenossen, sollten Sie eine spezialisierte Klinik, ein sogenanntes Perinatalzentrum, kontaktieren. Dort können Experten einschätzen, ob eine Entwicklungsstörung vorliegt und wie sich diese behandeln lässt. Je früher Anzeichen für eine verzögerte Entwicklung erkannt werden, desto besser lässt sie sich normalerweise ausgleichen. Auf jeden Fall sollte ein Frühchen bis ins Schulalter hinein beobachtet und begleitet werden. 


Gesunde Lebensweise der Mutter kann Frühgeburten verhindern

Erblickt ein Kind vor der 37. Schwangerschaftswoche oder mit weniger als 2.500 Gramm Geburtsgewicht das Licht der Welt, wird es als Frühgeborenes intensiv versorgt. Das Klima eines Brutkastens hilft ihm dann beim Wachsen. Wichtig ist vor allem die Entwicklung der Lungenreife. Die Ärzte werden die Körperfunktionen und die Organe des Babys besonders gut überwachen, um mögliche Beeinträchtigungen schnell erkennen und behandeln und Folgeschäden verhindern zu können. Um eine Frühgeburt möglichst zu vermeiden, ist es wichtig, dass Sie sich vitaminreich und ausgewogen ernähren, Stress vermeiden und Infektionen schnell behandeln lassen. Alkohol und Zigaretten sollten eh tabu sein.