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Zeit zum Kennenlernen – die erste Zeit mit dem Baby

Die ersten Wochen mit dem Baby sind etwas ganz Besonderes. Alles ist neu, aufregend und natürlich auch eine Herausforderung. Nach neun Monaten hat das Warten für Sie nun endlich ein Ende. Es beginnt eine neue Zeitrechnung für Sie als Eltern. Am Anfang möchte man das kleine Wunder immerzu im Arm halten, es anschauen und an ihm riechen. Während bei einigen die Glückshormone nur so sprudeln, brauchen andere Paare eine längere Zeit, um sich auf das Leben mit dem Kind einzustellen. Plötzlich wird Ihnen klar, dass Sie rund um die Uhr für einen anderen Menschen zuständig sind – diese Erkenntnis ist sehr aufwühlend.

Die ersten Wochen mit dem Baby – den Gefühlen freien Lauf lassen

Insbesondere die Gefühlswelt der Mutter ist in der ersten Zeit mit dem Baby sehr intensiv. Weil sich die Hormone nach der Schwangerschaft wieder umstellen, kann es auch sein, dass die Stimmung stark schwankt. Mal ist die Laune bestens, dann wieder ängstlich oder traurig. Ein solcher sogenannter Babyblues meldet sich häufig zwischen dem dritten und fünften Tag nach der Geburt. Sprechen Sie ruhig mit Ihrer Hebamme darüber. Die Hormone fahren Achterbahn, schon der kleinste Auslöser kann Sie zum Heulen bringen. Aber keine Sorge! Lassen Sie Ihren Gefühlen ruhig freien Lauf. Das gehört zum Mutterwerden dazu. Oft hilft es, darüber mit dem Partner oder der Hebamme zu reden. Und wenn dann wieder die Glückshormone das Lebensgefühl bestimmen, rücken all die anderen Emotionen in den Hintergrund. 

Mit dem Baby in Kontakt treten

Während des Wochenbetts, also den ersten acht Wochen nach der Geburt, müssen Sie als Mutter nicht zur Arbeit gehen. Jetzt haben Sie ausgiebig Zeit, Ihr Baby kennenzulernen. Denn nicht jedes Neugeborene ist gleich, schon früh haben auch die Kleinsten ihre Eigenheiten und Vorlieben. Ein Säugling nutzt zunächst Körpersprache und Blickkontakt, um zu kommunizieren. Je besser Eltern die Zeichen ihres Babys erkennen, desto besser funktioniert die frühe Verständigung. Also, wenn Ihr Baby sein Köpfchen von Ihnen wegdreht und keinen Blickkontakt mehr hält, hat es vielleicht keine Lust mehr zu spielen und ist müde. 

Reden hilft in jedem Fall

Auf jeden Fall sollten Sie von Beginn an so viel wie möglich mit Ihrem Baby reden. Es versteht Sie. Es lauscht dem Singsang Ihrer Stimme und hört, ob Sie gestresst oder entspannt sind. Es hört die Worte, die mal langsamer und leise oder schneller und laut aus dem Mund der Bezugsperson kommen. Es hört ein energisches Nein und ein lachendes Ja. Auch wenn das Baby anfangs nicht die Bedeutung jedes Wortes versteht, versteht es doch, was dahinter steht. Erklären Sie ruhig, was Sie gerade tun – zum Beispiel, wenn Sie Ihr Baby wickeln. Denn erst durch ein Zusammenfließen von Worten und Handlungen beginnt der Säugling, Abläufe zu lernen. Erwachsene geben den Dingen, aber auch Gefühlen, die das Baby sieht und wahrnimmt, einen Namen. So lernt es nicht nur die Welt, sondern auch sich selbst besser kennen. 

Neben der Sprache spielt auch die Mimik eine große Rolle. Blicken wir das Baby freudestrahlend an, weil wir mit ihm spielen wollen, oder rümpfen wir die Nase über eine volle Windel? Kinder erkennen an Ihren Blicken, ob Sie das Gesagte auch ernst meinen. Babys, denen aktiv zugehört wird, sind oft ausgewogener, weil sie sich geliebt, ernst genommen und verstanden fühlen. 

Die ersten Wochen mit dem Baby – wenn aus Paaren Eltern werden

Monatelang haben Sie auf Ihr Baby gewartet. Nun ist es da, und plötzlich ist alles gar nicht so harmonisch, wie Sie es sich vorgestellt haben. Wo vor der Geburt noch traute Zweisamkeit herrscht, können danach immer mehr Konflikte im Alltag auftreten. Wenn aus Paaren Eltern werden, ist die Aufmerksamkeit zunächst ganz und gar auf das gemeinsame Kind gerichtet. Das ist ganz natürlich. Ein Baby stellt das gewohnte Leben auf den Kopf – auch das Leben als Paar verändert sich. In vielen Beziehungen beginnt es zu kriseln. Es kommt zum Streit darüber, wer nachts aufsteht und das Baby wickelt oder wer wie viel im Haushalt erledigt. Die erste Zeit mit einem Baby kann sehr kräftezehrend sein – allein schon deshalb, weil der Schlaf fehlt. Da liegen auch mal die Nerven blank. 

Manche Männer fühlen sich nach der Geburt eines Babys ausgegrenzt und fehl am Platz angesichts einer innigen Mutter-Kind-Beziehung. Sie vermissen ihre Partnerin, die nun plötzlich all ihre Zuneigung dem Baby schenkt. In vielen Beziehungen kommt in den ersten Monaten nach der Geburt eines Kindes das Sexualleben völlig zum Erliegen. Oft ziehen sich Männer deshalb immer mehr zurück, ein Verhalten, das Frauen wiederum enttäuscht und ihnen das Gefühl gibt, auf ihnen liege die Hauptverantwortung fürs Kind. Überwiegend sind es auch die Frauen, die zunächst zu Hause bleiben, um sich ums Baby zu kümmern. Insbesondere diejenigen, die vor ihrer Schwangerschaft berufstätig waren, fühlen sich in ihrer Rolle als Hausfrau nicht immer wohl und vermissen die soziale Anerkennung im Job. 

Nicht alles muss sich nur ums Kind drehen

Auch wenn ein Baby insbesondere in den ersten Monaten alle Aufmerksamkeit braucht, es wenig Freiräume lässt, sollten Sie auch an Ihre Partnerschaft denken. Und da hilft Reden. Das Geheimnis glücklicher Elternpaare liegt laut Psychologen in einer ausgewogenen Kommunikation. Dazu kommt eine hohe Aufmerksamkeit für das Befinden des Partners. Bei vielen Paaren gibt es nach der Geburt eines Babys nur noch ein Thema – und das dreht sich ums Kind. Keine gute Idee. Denn neben Milchfläschchen und Babyuntersuchungen gibt es noch tausend andere Dinge, die interessant und wichtig sind. Nehmen Sie sich eine gemeinsame Auszeit als Paar bei einem guten Kinoabend oder Kneipenbesuch. Es ist erstaunlich, wie viel diese kurzen Aktivitäten, die vorher für ein Paar so selbstverständlich waren, die Qualität der Beziehung verbessern.

Willkommen zu Hause

Es ist schon ein überwältigendes Gefühl, ein Baby nach der Geburt mit nach Hause zu nehmen. Ein Gefühl, in dem auch ein bisschen Unsicherheit und Sorge mitschwingt. In der ersten Zeit mit dem Baby sind Sie als Eltern vollauf mit Füttern, Baden, Wickeln, Trösten und Kuscheln beschäftigt. Kein Wunder, wenn dann so einiges andere auf der Strecke bleibt. Zum Beispiel der Haushalt. Vielleicht ist es ratsam, sich im Familien- oder Freundeskreis Unterstützung für einige Dinge zu holen. An Ihnen ist es nun, die Bedürfnisse des Babys kennenzulernen. Nicht jedes Geschrei eines Säuglings ist der Ruf nach Nahrung. Oft braucht das Baby auch einfach nur Zuneigung und Körperkontakt. Eltern von Neugeborenen verbringen viel Zeit damit, ihr Kind auf dem Arm herumzutragen. Gerade wenn das Neugeborene schreit, ist das ein gutes Mittel zur Beruhigung.

Etwas Ruhe für den Anfang

Die erste Zeit zu Hause sollten Sie langsam angehen lassen. Zu viel Besuch kann zu Stress führen. Noch hat das Baby keinen regelmäßigen Schlafrhythmus. In den ersten drei Monaten schlafen Säuglinge durchschnittlich 16 bis 18 Stunden, verteilt auf etwa sechs Schlafphasen. Diese Phasen sollten auch Sie nutzen. Um Kraft zu tanken ist es herrlich, sich gleichzeitig mit dem Baby für ein kleines Nickerchen hinzulegen. In dieser Zeit bekommt man die Ruhe, die in den Nächten oft nicht möglich ist, weil das Baby insbesondere zu Beginn immer wieder aufwacht und lautstark verkündet, dass es hungrig ist. 

Was für die ersten Wochen gebraucht wird

Wo Sie Ihr Baby betten, liegt ganz an Ihnen: Wiege, Stubenwagen oder Gitterbettchen – wichtig ist, dass der Schlafplatz sicher ist und genügend Luftzirkulation bietet. Deshalb wird auch grundsätzlich davon abgeraten, Säuglinge dauerhaft im Kinderwagen oder in einer Tragetasche schlafen zu lassen. Gerade in der ersten Zeit nehmen viele Eltern ihren Säugling auch mit in ihr Bett. Studien zufolge wachen Babys, die im Bett ihrer Eltern schlafen, weniger häufig auf und schlafen schneller wieder ein als Kinder, die alleine in einem anderen Raum schlafen. Allerdings kann es genauso auch sein, dass Ihr Kind im elterlichen Bett unruhiger schläft als alleine. Für einen besonders sicheren Schlaf sorgt ein Babyschlafsack, der allerdings nicht zu groß sein darf. Bei einem passenden Schlafsack besteht zumindest nicht die Gefahr, dass das Kind mit seinem Köpfchen oder Gesicht unter eine Bettdecke oder ein Kissen gerät. 

Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne

Auch wenn ein neues Familienmitglied Sie vor große Herausforderungen stellt – die erste Zeit mit einem Baby ist etwas ganz Einmaliges. Ja, sie ist anstrengend, diese Zeit, aber sie ist auch so voller Emotionen und Glücksmomente, die Eltern immer wieder gemeinsam genießen sollten. Es lohnt sich, sich Zeit fürs Baby zu nehmen, es kennen- und verstehen zu lernen.