Vorsorgeuntersuchungen Schwangerschaft -
Was werdende Mütter wissen sollten

Im Gegensatz zu früher sind Schwangerschaft und Geburt dank regelmäßiger Vorsorgeuntersuchungen nach den Mutterschafts-Richtlinien sehr sicher geworden. Sie werden von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt und Schwangere haben das Recht, alle vorgesehenen Leistungen in Anspruch zu nehmen. Die ersten Untersuchungen in der Schwangerschaft finden meistens zwischen der sechsten bis achten Woche (SSW) statt. Bei normalem Verlauf finden die Vorsorgeuntersuchungen im Abstand von jeweils vier und ab der 32. SSW von zwei Wochen statt. Es sind insgesamt 10 bis 12 Untersuchungen in der Schwangerschaft.
Auftakt der Vorsorgeuntersuchungen Schwangerschaft
Bestätigt die frauenärztliche Untersuchung eine Schwangerschaft, beginnt die erste Vorsorge mit einem ausführlichen Gespräch. In dessen Verlauf wird die persönliche Vorgeschichte oder Krankengeschichte (Anamnese) sowie die des Partners und von Familienmitgliedern angesprochen. Erbliche Risiken können bestimmte Belastungen für die Schwangerschaft darstellen. Außerdem wird gefragt nach: der Zahl bisheriger Schwangerschaften, den sozialen Lebensumständen (Partnerschaft, Berufstätigkeit), den Lebensstilgewohnheiten (Ernährung, Bewegung, Rauchen, Alkohol). Der Frauenarzt trägt die Daten in den Mutterpass ein und wird sorgsam die Entwicklung und das Wachstum des Kindes überwachen sowie den Gesundheitszustand und das emotionale Wohlergehen der werdenden Mutter im Auge haben. Dies kann jedoch nur optimal geschehen, wenn Sie Ihre Vorsorgetermine zu den Untersuchungen in der Schwangerschaft einhalten.

Der vaginale Ultraschall
Beim Ultraschall durch die Scheide projiziert der Arzt die kindliche Herzaktion als winziges pulsierendes Pünktchen auf den Bildschirm. Hierdurch und mit Hilfe der Ausmessung des Fruchtsackes wird die aktuelle Schwangerschaftswoche (SSW) und damit das Geburtsdatum berechnet, aber auch eine eventuelle Mehrlings-Schwangerschaft frühzeitig entdeckt. Der vaginale Ultraschall als Vorsorgeuntersuchung der Schwangerschaft wird häufig als unangenehm empfunden und nicht grundsätzlich durchgeführt. Die Mutterschafts-Richtlinien gehen von drei Ultraschall-Untersuchungen in der Schwangerschaft aus, die zwischen der 9. und 14., der 19. und 22. sowie zwischen der 29. und 32. Schwangerschaftswoche vorgenommen werden sollen.
Das „Baby-Fernsehen“ wird von vielen Schwangeren öfter verlangt. Häufigere Aufnahmen sollten jedoch nur dann erfolgen (und werden von der Kasse bezahlt), wenn diese aus frauenärztlicher Sicht notwendig sind. Auf jeden Ultraschall reagiert das Ungeborene mit Nervosität.

Die gynäkologische Untersuchung
Generell wissen Frauen, dass eine regelmäßige, gynäkologische Untersuchung für die Früherkennung von Brust- und Gebärmutterhalskrebs entscheidend ist, allerdings hapert es bei einigen manchmal an der Regelmäßigkeit. Das ändert sich in der Schwangerschaft schlagartig. Sowohl für Sie als auch für Ihr Ungeborenes ist die gynäkologische Untersuchung sehr wichtig. Bei dieser Beurteilung werden ein Krebsabstrich und ein weiterer zur Abklärung des Gebärmutterhalses auf Chlamydien entnommen. Bleiben die Bakterien unerkannt und unbehandelt, können sie eine Frühgeburt verursachen und beim Neugeborenen zum Beispiel Entzündungen der Lunge und Augen hervorrufen. Jede gynäkologische Untersuchung in der Schwangerschaft beinhaltet regelmäßige Diagnostik.
Jedes Mal in den „Vorsorgeuntersuchungen Schwangerschaft“
- wird der Blutdruck gemessen (ideal 120/80 mmHg; plötzliche Blutdruckanstiege bedeuten für Mutter und Kind Gefahr).
- wird Gewicht und Körpergröße bestimmt (zur Kontrolle der regulären Gewichtszunahme in der Schwangerschaft).
- wird der Urin untersucht (Hinweis auf Diabetes durch Zucker, Eiweiß sowie weiße und rote Blutkörperchen zur Erkennung von Blasen- und Niereninfektionen).
Wichtige Blutuntersuchungen
Durch die Feststellung des Hämoglobin-Wertes (Hb-Wert) wird die Beladung der roten Blutkörperchen mit diesem Eiweißstoff ermittelt. Hämoglobin transportiert den lebenswichtigen Sauerstoff in die mütterlichen Gewebe und zur Plazenta. Ein niedriger Hämoglobin-Wert ist behandlungsbedürftig. Meistens reicht die kontrollierte Zufuhr von Eisen aus. Deshalb wird die gynäkologische Untersuchung mit regelmäßigen Blutmessungen vervollständigt.
Die mütterliche Blutgruppe wird für Notfälle in der Schwangerschaft ermittelt, um bei Bedarf während der Geburt eine Bluttransfusion bereitzustellen. Die Feststellung der Blutgruppe erfolgt in einer der ersten Vorsorgeuntersuchungen der Schwangerschaft.
Der Rhesusfaktor soll möglichst früh bestimmt werden, um festzustellen, ob der mütterliche Organismus (z. B. rhesus-negativ) Abwehrstoffe beziehungsweise Antikörper gegen die kindlichen roten Blutkörperchen entwickelt. Dies trifft zu, wenn das Ungeborene rhesus-positiv ist. Es ist heute möglich, mit der Gabe von Immunglobulinen die Gefahr zu bannen und eine Schädigung des Babys sowie eine Fehlgeburt zu verhindern. Die Behandlung mit Immunglobulinen wird kurz nach der Entbindung wiederholt und es besteht keine Gefahr für eine weitere Schwangerschaft.
Ermittlung des Infektionsstatus

Für jede Schwangere ist ein optimaler Impfschutz notwendig. Fehlt dieser und findet z. B. eine Infektion durch Rötelviren statt, die vielfach unbemerkt verläuft, entstehen Schädigungen des Ungeborenen. Da eine Impfung in der Schwangerschaft nicht mehr möglich ist, erhält die werdende Mutter Informationen, um Infektionen aus dem Weg zu gehen.
Eine Syphilisinfektion ist sehr selten, wird aber im Rahmen der Vorsorgeuntersuchungen der Schwangerschaft routinemäßig nachgeprüft. Das Ergebnis wird nicht im Mutterpass festgehalten. Ob eine Kontrolle auf HIV/AIDS vorgenommen wird, ist ausdrücklich von der Entscheidung der Schwangeren abhängig. Wie auch immer das Ergebnis aussieht, es wird nicht in den Mutterpass eingetragen. Werdende Mütter können sich gegen diese Untersuchungen in der Schwangerschaft entscheiden.
Aufgepasst: Nehmen Sie immer Ihren Impfpass zu den Vorsorgeuntersuchungen der Schwangerschaft mit.
Expertentipp: Wichtige Folsäure

Dr. med. Margit Massing, Frauenärztin
"Frauen mit Kinderwunsch sollten mit Absetzen der „Pille“ möglichst drei Monate vor der Empfängnis 400-800 Mikrogramm Folsäure pro Tag zu sich nehmen. Folsäure ist ein Vitaminpräparat, das vor Fehlbildungen wie offenem Rücken und Lippen-Kiefer-Gaumen-Spalte schützt. Weitere Nahrungsergänzungsmittel wie Jod, Eisen, Magnesium, Omega-3-Fettsäuren werden je nach Bedarf vom Arzt empfohlen. Der Verzicht auf Alkohol, Zigaretten und Drogen sollte selbstverständlich sein und jede Medikamenteneinnahme mit dem Arzt abgesprochen werden."
Bildnachweis: Foto: ©YURI Arcurs – Shutterstock.com
Filme zum Thema
- Die Standards der Untersuchungen in der Schwangerschaft werden hier vorgestellt.
- Mögliche Wunschleistungen während der Schwangerschaft werden hier erklärt.
Weblinks
Hier findet sich naturgemäß allerlei rund um das Thema Untersuchungen in der Schwangerschaft.
Lesetipps
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